Forum: Wissenschaft
Hobby-Mathematiker: Genialer Beweis, nur leider falsch
Corbis

Manch großes mathematisches Problem ist einfach zu verstehen, aber schwer zu knacken. Hobby-Mathematiker präsentieren immer wieder neue, aber leider falsche Lösungen. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass einer von ihnen vielleicht doch ein Genie ist.

Seite 1 von 8
die_physiker 17.12.2013, 08:36
1. nur 6 seiten

ich bin sicher, wenn jemand wirklich mal die Goldbachvermutung beweist, braucht er dafür mehr als 6 Seiten, vor allen wenn er anscheinend noch viel Triviales mitgenommen hat, Andere Wiles hat 200 Seiten gebraucht für den großen Fermat und das hat schon kaum jemand verstanden

Beitrag melden Antworten / Zitieren
robert.faulborn 17.12.2013, 08:40
2. Durchaus interessant, aber zu wenig hilfreich.

Der Hobbymathematiker sagt "stimmt", die Wissenschaft sagt "stimmt nicht".
Ich glaube auch nicht, dass der Beweis stimmt, aber warum wird sich hier von der Wissenschaft so im Vagen gehalten? Das ist Mathematik, es können Nägel mit Köpfen gemacht werden. Stattdessen wird so etwas gesagt wie "vermeintlicher" Widerspruch oder entpuppt sich als "unbewiesene" Behauptung.
Warum genau ist der Widerspruch kein Widerspruch und was speziell bleibt unbewiesen?
Zwischen einem Nachvollziehen Können des Beweises und dem einfachen Hinnehmen der Äußerung, dass der Beweis nicht stimmt, liegen schon noch ein paar Abstufungen. Etwas Konkreter hätte man schon werden können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zweifler001 17.12.2013, 08:45
3. Spiinnt Ihr?

Leibniz hat nicht nur die Summe der oben genannten unendlichen Reihen gefunden, er hat zusammen mit Newton die Differential- und Integralrechnung entdeckt. Die Priorität gebührt aber Leibniz. Er war einer der bedeutendsten Mathematiker der Weltgeschichte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PaulThomas 17.12.2013, 08:49
4. Die Sicht des Mathematikers

"Die große Zeit der Universalgelehrten ist lange vorbei. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) war wohl der letzte dieser genialen Alleskönner."
Goethe (1749 - 1832), A. v. Humboldt (1769 - 1859), Schweitzer (1875 - 1965) u.v.a.m.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kork22 17.12.2013, 08:52
5. Arroganz der Gelehrten

Gab es immer und wird es immer geben. Und das Argument "wenn wir es bisher nicht gefunden haben, wird es wohl nicht existieren" ist ebenfalls so alt wie die Menschheit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
qewr 17.12.2013, 08:56
6. Vor fast 4o Jahren...

... entdeckte ich eine weitere Formel die zu "e" konvergiert, wie z.B.
e = 1 + 1/1! + 1/2! + 1/3! + 1/4! + ...

Publiziert zum ersten Mal 1998 bei " Mathsoft "Expresión de Keller", Steven Finch (1998) und nachzulesen in einem Aufsatz von Martin Neu vom Nikolaus-von-Kuehn Gymnasium ("Die Kellersche Darstellung der Eulerschen Zahl"

Ich warte immer noch mindestens auf einen Dr. h.c. einer renommierten Universität... ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Zephira 17.12.2013, 09:12
7.

In dem Artikel lässt sich der Satz "Für die Fachwelt eine Katastrophe" aus der Zwischenüberschrift gar nicht finden? Auch in der Fotostrecke nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Antidarwinist 17.12.2013, 09:23
8. doppelt unverständlich

Warum schreibt der das nicht auf Deutsch?

Wenn er es aus Brasilien an die deutsche Presse verschickt, weil er selber deutschsprachig ist, hätte er die 6 Seiten doch wohl mal übersetzen können?

(Und bevor irgendwelche geistreichen Bemerkungen kommen, dass Englisch nun mal die internationale Sprache der Mathematik sei: Nein, die Formelsprache ist es.)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
elcaron 17.12.2013, 09:58
9. Lehrbuchbeispiel

Herr Wüsthofen zeigt sich (wenn man dem Artikel folgt) leider als Lehrbuch eines Crackpots. Er verschwendet erheblich Zeit mit Trivialitäten, macht dann einen nicht vernünftig begründeten Schritt und ist am Ziel. Auf durchaus konstruktive Kritik geht er nicht inhaltlich ein, sondern reagiert im weiteren Sinne ad hominem (die wissenschaftliche Community ist gemein und hört mir nicht zu) und beharrt unverändert auf seine Version.
Jeder Wissenschaftler ist mit dieser Art von Kritik im Peer-Review-Prozess konfrontiert. Die korrekte Vogehensweise wäre, zu versuchen, die Trivialitäten zu kürzen und den "Sprung" besser auszuformulieren.

Leider sind solche Anfragen in einigen Feldern sehr häufig. Die Physiker kennen z.B. die "Unified theory of everything" und "Why Einstein is WRONG!!!1elven!". Auf Grund der schieren Menge, die bisher zu 100% Blödsinn war, kann sich eigentlich kaum jemand die Mühe machen, sich durch die nichtstandardkonformen Arbeiten durchzuwühlen, den genauen Fehler zu suchen und auch noch ein Gutachten zu schreiben. Vor allem, wenn das Paper an die nächstbeste Uni gesendet wird, die diese genaue Fachrichtung vielleicht nichteinmal hat.

Es gibt aber natürlich trotzdem Wege, mit denen man meiner Ansicht nach gute Chancen hat, Gehör zu finden:
1. Bescheidenheit. "Einstein is WRONG!" landet im Papierkorb. "Ich habe da eine Verständnisfrage zur Relativitätstheorie: So, wie ich das lese, ergibt das keinen Sinn." motiviert dazu, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen (möglichst jemanden, der sich nciht komplett reinlesen muss).
2. Sorgfalt. Man muss nicht direkt einen Professor mit sowas beschäftigen. Z.B. die Plattform Stackexchange bietet ein sehr gutes Forum sowohl für mathematische wie physikalische Fragen.
"Lies, was ich gemacht habe" landet viel eher im Papierkorb als "Ich habe versucht, einen Fehler in meiner Argumentation zu finden, aber selbst auf Stackexchange wusste niemand etwas (Link hier). Könnten Sie mir weiterhelfen?" Ist sogar sicherer, so ist es erstmal veröffentlicht und kein Professor klaut einem die Fields-Medaille.

Ich habe beides einmal jemandem geschrieben, dessen Ausführungen mir zu themenfremd waren. Inklusive dem Angebot, mir den physics.stackexchange.com-Link zu senden, dann würde ich versuchen, mitzudiskutieren. Er versicherte mir, das würde er auf jeden Fall machen, und ich habe nie wieder etwas von ihm gehört.
Das Problem ist, dass viele dieser Hobbywissenschaftler/Crackpots gar nicht sauber wiederlegt werden wollen, denn damit zerbrechen Ihre Genieträume.

Wissenschaftler sind nicht böse. Im Gegenteil: Wissenschaftler lernen gerne etwas neues, und im Zweifelsfall ist auch eine Koauthorenschaft, die z.B. durch Feinarbeit und Formulierungshilfen entstanden ist, auf einem "Jahrhundertpaper" extrem viel wert.
Wissenschaftler haben Ihre Zeit aber nicht gestohlen und selbst wichtige Projekte zu erledigen. Wer nicht einmal durch Abschluss, Titel und Mitgliedschaft in der Community seine Kompetenzen nachweisen kann, muss sich deswegen nicht wundern, dass er nicht sofort als neuer Star akzeptiert und hofiert wird. Mit meinen zwei einfachen Empfehlungen sollte es aber gut klappen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8