Forum: Wissenschaft
Hoffnung für den Klimaschutz: Chinas CO2-Emissionen könnten zehn Jahre früher sinken
DuKai photographer/ Getty Images

China hat versprochen, seine massiven CO2-Emissionen ab 2030 zu senken. Nun gibt eine neue Berechnung Anlass zu Hoffnung: Die Volkrepublik könnte diesen wichtigen Wendepunkt schon zehn Jahre früher erreichen.

Seite 12 von 13
bambata 01.08.2019, 15:42
110.

Zitat von Ökofred
Natürlich können die Chinesen gern AKWs bauen - ist ja ihr Geld. Allerdings war zB im letzten Jahr der Zubau an Solar und Wind (in TWh) doppelt so hoch wie beim Atom. Und letztes Jahr sind 9 neue AKW ans Netz in gegangen, quasi ein gutes Jahr für die chinesische Atomenergie, dieses und die nächsten Jahre werden es deutlich weniger sein. Der Zubau der Erneuerbaren aber steigt.
Entscheidend sind die absoluten Zuwächse aller Energieträger.

Anteile der Energieträger in China in TWh 2016 - 2018 (2016 + 2017 + 2018).

Verbrauch und Produktion in TWh
Thermisch (K, Ö, G) -- Hydro -- Solar -- Wind -- Kernenergie
2016 --- 4.327 --- 1.175 ---- 67 ---- 241 ---- 213 = Sum 6.023
2017 --- 4.556 --- 1.193 --- 117 --- 303 ---- 248 = Sum 6.417
2018 --- 4.923 --- 1.233 --- 178 --- 366 --- 294 = Sum 6.995
_____

Anteile Verbrauch und Produktion in %
Thermisch (K, Ö, G) -- Hydro -- Solar -- Wind -- Kernenergie
2016 -- 71,8% -- 19,5% -- 1,1% -- 4,0% -- 3,5% = 100%
2017 -- 71,0% -- 18,6% -- 1,8% -- 4,7% -- 3,9% = 100%
2018 -- 70,4% -- 17,6% -- 2,5% -- 5,2% -- 4,2% = 100%
_____

Veränderung absolut 2016 - 2018 in TWh
Thermisch (K, Ö, G) -- Hydro -- Solar -- Wind -- Kernenergie
------- +596 ---- +58 ---- +111 ---- +125 ---- +81 = Sum +971

Therm.: +596 TWh
EE: +294 TWh
Atom: +81 TWh

Therm.: +61,3%
EE: +30,3%
Atom: +8,4%

Thermisch sinkt zwar relativ von 2016 bis 2018 von 71,8% auf 70,4% (-1,4%) und die Summe aus Erneuerbaren steigt von 24,6% auf 25,4% (+0,8%), aber die absolute fossile Erzeugung stieg 2018 im Vergleich zu 2016 um 596 TWh (entspricht etwa 600 Mio. Tonnen CO2), während der Erzeugungsanstieg aus EE insgesamt 294 TWh betrug, also absolut gesehen nicht mal die Hälfte von Kohle, Öl und Gas.

Im Augenblick beträgt allein der jährliche Zuwachs an CO2-Emissionen in China etwa 30-35% der Gesamtemissionen in D., d.h. alle 3 Jahre kommen in China 1x Deutschlands Gesamtemissionen dazu. Daran ändert aufgrund des immensen Energiehungers zumindest auch vorläufig der Ausbau der Erneuerbaren in China nichts.

Die Zahlen stammen direkt vom China Energy Portal ("All items published on China Energy Portal are from governmental websites. A link to the original source is provided with each individual item.")

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jupp78 01.08.2019, 15:48
111.

Zitat von litholas
Nein, Windkraft zu speichern ist völlig unnötig. Es reicht aus, einfach ein wenig mehr zu erzeugen als verbraucht wird. Das ist viel billiger als riesige Speicher zu betreiben.
Das sehe ich nicht so.
An windschwachen Tagen kommen gerne nicht einmal 5% des Mittelwerts zusammen. Das bedeutet man müsste min. 20x mehr Windkraftanlagen aufstellen, um an diesen Tagen auch ausreichend versorgt zu sein. Und das ist garantiert nicht billiger als zu speichern (was vielleicht 2-3x so viel kostet).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rrv.vogt 01.08.2019, 16:03
112. Die gesuchte Problemlösung

Zitat von litholas
Im Moment sind die Rohstoffe für Akkus extrem knapp, aber sobald dieses Problem gelöst ist, sind es noch 5 Jahre bis 50% E-PKW.
Die gesuchte Problemlösung hat ein gewisser Dmitri Rybolowlew bereits parat:
https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/wie-ein-oligarch-von-basel-aus-eine-industrie-erobern-will-132677428
Dabei handelt es sich um eine neumodische Alternative zu der Aluminium- Ionen Batterie, die sich bereits vor einigen Jahren der finnische Erfinder Rainer Partanen aufgrund rudimentärer Kenntissen der anoganischen Chemie patentiern lassen wollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bambata 01.08.2019, 16:14
113.

Zitat von tinnytim
Weil der Treibhauseffekt nur ähnliche Auswirkungen hat, wie der Glashauseffekt. Physikalisch sind das zwei paar Schuhe, auch wenn die Namensgebung etwas anderes vermuten lässt. Auch die Verdunkelungswirkung von zusätzlichen Wolken wird in den Klimamodellen mit einberechnet, kann den Effekt von zusätzlichem CO2 - und mittlerweile auch Methan - jedoch nicht annähernd kompensieren. Der Treibhauseffekt wurde übrigens schon vor 150 Jahren experimentell nachgewiesen.
Sparen Sie sich die Mühe. Wenn man hier in der Diskussion über jemanden stolpert, der leidenschaftlich den anthropogenen Anteil des Klimawandels leugnet, lohnt sich vor der Diskussion mit demselben mal ein Blick in das Benutzerprofil des Schreibers (auf dessen Pseudonym klicken).

Welche interessanten Entdeckungen man da macht, hab ich hier mal beschrieben (anderer Beitrag von mir im SPON-Forum). Dort sehen Sie anhand von Fakten, dass es häufig eine Korrelation zwischen "Meinung" zum Klimawandel, dem Zeitpunkt der Registrierung hier im SPON-Forum sowie der (i.d.R sehr überschaubaren) Anzahl der Beiträge gibt.

Keine Ahnung, ob Bots hier in der Lage sind zu posten, das kann nur die Redaktion beantworten.

Bei geringer Beitragszahl und/oder kürzlicher Registrierung empfehle ich das rigorose Ignorieren solcher Beiträge. Eine Antwort werden Sie so oder so nicht bekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bambata 01.08.2019, 16:33
114.

Manchmal stolpert man ja erst im Nachhinein über die ein oder andere Kleinigkeit, wo man sich besser etwas klarer ausgedrückt hätte. So auch ich in Beitrag #110.

Daher hier eine kurze Klarstellung, da die Art und Weise, wie ich oben den Zuwachs dargestellt habe, etwas missverständlich ist.
_____

Veränderung absolut 2016 - 2018 in TWh
Thermisch (K, Ö, G) -- Hydro -- Solar -- Wind -- Kernenergie
------- +596 ---- +58 ---- +111 ---- +125 ---- +81 = Summe +971

Therm.: +596 TWh
EE: +294 TWh
Atom: +81 TWh

Anteil am Zuwachs:
Therm.: 61,3%
EE: 30,3%
Atom: 8,4%

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bambata 01.08.2019, 17:18
115.

Zitat von litholas
Würden statt der E-PKW Verbrenner angeschafft, dann wäre der CO2-Ausstoss noch höher. Und wenn der Strommix irgendwann 60 oder 70% EE hat, dann fallen nicht über Nacht eine Milliarde voll entwickelte E-PKW inklusive der Infrastruktur vom Himmel. Insbesondere die Infrastruktur dauert Jahrzehnte. Von daher muss man also Jahrzehnte vor den 60 oder 70% EE anfangen, die E-Mobilität auszubauen. Also jetzt bzw vor 10 Jahren.
Schauen Sie sich nochmal das Balkendiagramm an, welches ich in Beitrag #46 verkinkt habe. Allein mit der Produktion der BEV verdoppelt China den produktionsbezogenen CO2-Ausstoss für diese PKW. Und diese BEV werden noch viele, viele Jahre mit überwiegend Kohlestrom hergestellt und auch betrieben.

Natürlich ist es unstrittig, dass eine Transformation der Individualmobilität Jahrzehnte andauert. Dennoch wäre es im Augenblick "vernünftiger", diese Transformation gleitend an die Transformation der Energiebereitstellung anzupassen. Die 60-70% EE sind im Augenblick eine schöne Projektion darauf, wie es mal sein wird. Das hilft uns aber in der Gegenwart nicht. Und die Zuwächse bei den Energieträgern in China verheissen keine weltbewegenden Veränderungen.

Was im Augenblick passiert, ist, wir ziehen den CO2-Ausstoss, der für die Produktion dieser PKW anfällt, auf der Zeitachse nach vorne und das innerhalb einer offenbar recht kritischen Phase. Erst nach irgendwo zwischen 10-15 Jahren (bei 12-15 tkm p.a.) werden diese BEV mit dem Strommix in China ja überhaupt sauberer im Vgl. zu Verbrennern und ich bezweifel, dass diese Autos sehr viel länger halten werden.

Ich bleibe dabei, es ist maßgeblich der Tatsache geschuldet, dass die chinesischen Megastädte ohne einen lokal emissionsfreien Verkehr nicht mehr beherrschbar wären. Für den Planeten als Ganzes ist die Entwicklung aber kontraproduktiv, zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Und natürlich spielt die Etablierung Chinas auf dem Markt für E-Autos eine herausragende Rolle. China war noch nie zimperlich, wenn es um die Vormachtstellung auf einem bestimmten Marktsektor geht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bambata 01.08.2019, 18:26
116.

Zitat von litholas
Einige Reiche werden vielleicht weiterhin Verbrenner fahren, aber wenn China sich weiter so entwickelt, dann wird E-Mobilität so billig werden, dass es sich sonst niemand mehr leisten kann Verbrenner zu fahren. Im Moment sind die Rohstoffe für Akkus extrem knapp, aber sobald dieses Problem gelöst ist, sind es noch 5 Jahre bis 50% E-PKW.
Wie wollen Sie denn das Problem der Rohstoffbeschaffung lösen? Lithium wächst nicht auf den Bäumen. In China werden gegenwärtig +/- 24 Mio. neue Fahrzeuge p.a. zugelassen, davon 4,6% E-Autos (incl. Hybrid), also ca. 1,1 Mio. PKW. Eine Zulassungsquote von 50% reine BEV entspräche summasummarum 12 Mio. PKW oder 600 Mio. kwh also 600 GWh Akkukapazität. Der Weltmarkt für Akkuproduktion hat im Augenblick eine Kapazität von 70 GWh und soll bis 2025 auf 650 GWh steigen. Damit würde China gut 90% dieser Kapazität beanspruchen.

"Sieben bis zehn Jahre sind in der Regel notwendig, bis eine komplett neue Mine in Produktion gehen könne, sodass die Notwendigkeit, die aktuelle Lithiumproduktion zu verdoppeln, verdreifachen oder gar zu vervierfachen in diesem Zeitraum eine große Herausforderung darstelle. Und der Preis für die Batterierohstoffe müsse hoch bleiben, damit die massiven Investitionen, die nötig seien, um rechtzeitig neues Angebot auf den Lithiummarkt zu bringen, auch getätigt würden."

Quellen:
https://www.electrive.net/2018/12/13...o-zulassungen/
https://www.elektroauto-news.net/201...5-spuerbar-an/

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bambata 01.08.2019, 19:14
117.

Zitat von jupp78
Ich habe Sie nicht bzgl. der Kosten zitiert, sondern bzgl. des CO2. Und da schneiden Solarmodule gegenüber Wind und Atom eben deutlich schlechter ab, weil diese überwiegend mit Kohlestrom gefertigt sind.
"Die Energetische Amortisationszeit von Photovoltaikanlagen beträgt derzeit (Stand 2013) zwischen 0,75 und 3,5 Jahren, je nach Standort und verwendeter Photovoltaiktechnologie. Am besten schnitten CdTe-Module mit Werten von 0,75 bis 2,1 Jahren ab, während Module aus amorphem Silizium mit 1,8 bis 3,5 Jahren über dem Durchschnitt lagen. Mono- und multikristalline Systeme sowie Anlagen auf CIS-Basis lagen bei etwa 1,5 bis 2,7 Jahren. Als Lebensdauer wurde in der Studie 30 Jahre für Module auf Basis kristalliner Siliziumzellen und 20 bis 25 Jahren für Dünnschichtmodule angenommen, für die Lebensdauer der Wechselrichter wurden 15 Jahre angenommen.[89] Bis zum Jahr 2020 wird eine Energierücklaufzeit von 0,5 Jahren oder weniger für südeuropäische Anlagen auf Basis von kristallinem Silizium als erreichbar angesehen.

Bei einem Einsatz in Deutschland wird die Energie, die zur Herstellung einer Photovoltaikanlage benötigt wird, in Solarzellen in etwa zwei Jahren wieder gewonnen. Der Erntefaktor liegt unter für Deutschland typischen Einstrahlungsbedingungen bei mindestens 10, eine weitere Verbesserung ist wahrscheinlich.[91] Die Lebensdauer wird auf 20 bis 30 Jahre geschätzt. Seitens der Hersteller werden für die Module im Regelfall Leistungagarantien für 25 Jahre gegeben. Der energieintensiv hergestellte Teil von Solarzellen kann 4- bis 5-mal wiederverwertet werden.
" (Quelle)

Bei einer Laufzeit von 25-30 Jahren und einer Energierücklaufzeit von 0,5 - 2 Jahren gibt es neben WKA kaum eine umweltfreundlichere Stromgewinnungstechnik als Photovoltaik. Um 25x 1.000 kwh zu produzieren (Anz. Jahre x min. Jahresertrag je kwp), müssen 0,5x bis 2x 1.000 kwh reingesteckt werden, also zwischen 2 und 8%.

Sobald Solarzellen nur noch ausschließlich mit Photovoltaikstrom hergestellt werden, steigt die Energiebilanz nochmal substanziell an.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
litholas 01.08.2019, 19:45
118.

Zitat von jupp78
… An windschwachen Tagen kommen gerne nicht einmal 5% des Mittelwerts zusammen. Das bedeutet man müsste min. 20x mehr Windkraftanlagen aufstellen, um an diesen Tagen auch ausreichend versorgt zu sein. Und das ist garantiert nicht billiger als zu speichern (was vielleicht 2-3x so viel kostet).
Speichern können Sie nur, wenn mehr Strom erzeugt wird als verbraucht. Und die Zeiten mit viel Wind machen nur etwa 20% der Zeit aus. In einem mehrwöchigen Rhythmus hat man nur wenige Tage mit viel Wind. Man müsste also für 2 oder 3 Tage viele hundert GW einspeichern, und dann stehen die Anlagen für die Einspeicherung mehrere Wochen lang ungenutzt herum bzw speichern Strom zurück bei einem Zehntel der Leistung. Das ist sehr teuer.

Das ist aber überhaupt nicht nötig. Der CO2-Ausstoss muss nicht in 20 Jahren auf Null.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
litholas 01.08.2019, 20:28
119.

Zitat von bambata
Wie wollen Sie denn das Problem der Rohstoffbeschaffung lösen? Lithium wächst nicht auf den Bäumen. ...
Lithium ist auf der Erde häufiger als Blei, und für die gesamte Traktionsbatterie eines E-PKW wird weniger Lithium benötigt als Blei für die Starterbatterie eines Verbrenners.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 12 von 13