Forum: Wissenschaft
Homöopathie-Debatte: Die unsichtbare Teekanne
imago/ Christian Ohde

Die Techniker Krankenkasse hat sich diese Woche einen Intensivkurs in Sachen Wissenschaft eingebrockt. Es ging um Homöopathie. Warum man der nicht trauen sollte, lässt sich sogar mithilfe einer toten Fliege verdeutlichen.

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Ostseeland 12.03.2017, 17:52
350. Seltsame Diskussion

Zur Frage des Beweises. Wenn es um Religion ging und ich die Existenz Gottes verneinte kam wie aus der Pistolette geschossen: Dann beweise seine Nichtexistenz. Wenn ich dann sagte: beweise mir zuerst seine Existenz so kam die Antwort, er existiert weil ich an ihn glaube.Punkt.
Zu den Plazebos sei gesagt ja sie können helfen. Unser Körper ist eine Wahnsinns Chemiefabrik all die Enzyme, die Hormone, die ganzen Drogen und Gifte die unser Körper in jedem Augeblick herstellt sollte uns bewußt sein welche Kraft in uns steckt. Wenn ich mit einem Wehwehchen zum Arzt gehe und der mir dann ein neu entwickeltes Medikament verabreicht kann es gut möglich sein, dass mein Leiden verschwindet. Die Ärzte wissen noch nicht genau welche Wechslwirkungen zwischen Hirn und Körper ablaufen aber es geschied. Was die Homoöpathie angeht, da wird sehr viel Schindluder mit getrieben. Eltern lassen ihre Kinder nicht impfen ist in meinen Augen das Erschreckenste. Futschi weg oder wie es heißt, meinetwegen solange die ihren Spaß selber zahlen und mir damit niocht auf den Geist gehen meinetwegen. Leider belassen es viele nicht dabei und wollen unbedingt die Menschheit beglücken, sie meinen es doch gut! Stichwort Vegieday, die Grünen sind solche und wollen uns mit Verboten den Tag versauen.

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tehlen 12.03.2017, 17:55
351.

Zitat von RudiRastlos2
Wieso ist es "wissenschaftstheoretischer Unsinn ist, Belege für die Nicht-Wirksamkeit einer Therapie zu verlangen"? Das hat doch nichts mit "Wissenschaftstheorie" zu tun, denn es ist theoretisch und praktisch Möglich, die Nichtwirksamkeit einer Therapie zu beweisen. Es geht eher darum, dass es praktisch wenig Sinn macht, jede Therapie zu bezahlen, so lange die Nichtwirksamkeit nicht bewiesen ist. Das ist natürlich wenig praktikabel, hat aber nach meinem dafürhalten nichts mit "Wissenschaftstheorie" zu tun.
Leider haben sie unrecht: es ist in der Tat unmoeglich Nichtwirksamkeit zu beweisen. Daher ist die Antwort der Krankenkasse auch so haarstreubend. Beweise koennen nur das "Vorhandensein" beweisen. Das ist der Hintergrund der meisten Probleme in unserer Gesellschaft: denn das erlaubt Menschen, Entscheidungen auf "Glauben" zu basieren. "Glauben" kann man nicht diskutieren, denn per Definition laesst sich eben das "Nichtvorhandensein" nicht beweisen.

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alba36 12.03.2017, 18:02
352. Kampagne

Die bereits viele Jahre lang andauernde Kampagne des SPIEGEL gegen die Homöopathie ist umso ärgerlicher, als dass es keine vergleichbare Kampagne gegen die Nebenwirkungen der Allopathie ("Schulmedizin"), die unseligen Verflechtungen der Pharmaindustrie mit dem Gesundheitswesen, und die Behandlungs- Missstände gibt.
Angesichts der vergleichsweise sehr niedrigen Kosten homöopathischer Mittel im Vergleich zu vielen schulmedizinischen Präparaten ist das oben genannte Ungleichgewicht noch ärgerlicher.
Was den sog. Placebo betrifft: Hier wird eine in der Homöapathie gut erforschte Wirksamkeit (die Mittel werden ja nicht von einem Medium verkündet) durch eine nebulöse und völlig unverstandene Größe ("black box") namens "Placebo- Effekt" ersetzt. Placebo klingt für mich deutlich mehr nach Vodoo als Homöopathie. Alles, was gegen die Homöopathie ins Feld geführt wird, gilt deutlich stärker für den Placebo. Da soll es dann aber plötzlich Sinn ergeben.
Schöne absurde Welt.

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bloßich 12.03.2017, 18:08
353. ...

Zitat von susanne gerber
Oder Siebtens, wenn sie so wollen, dass nämlich die Argumentation des Artikels in verschiedenste Richtung zu kurz greift. :-)
Mir würde ja erstmal schon reichen, wenn sie das "Sechstens" herleiten würden ...

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greywoody 12.03.2017, 18:09
354. re:Wo liegt das Problem?

Das Problem liegt darin, dass
- Homöopathie bisher und wohl bis auf weiteres hanebüchener Unsinn ist, dass
- es keine politische oder wissenschaftliche Instanz gibt, die es wagt, unwirksame medizinische und pseudomedizinische Therapien konsequent aus dem Kanon der zugelassenen Behandlungen zu entfernen - die Homöopathie ist da keineswegs allein. Leider wird die Politik der wählenden Öffentlichkeit gegenüber immer dann treubrüchig, wenn es darum geht, irgendwelche fleissig lobbyierenden und spendenfreudigen Faktionen einmal an die Kandare zu nehmen - lieber dann doch dem Beitragszahler mehr aufbürden: Der ist nicht organisiert und wird sich nicht wehren....

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bloßich 12.03.2017, 18:10
355. ?

Zitat von galadhryel
Homöopathie wirkt meiner Meinung nach. Da es konstitutionsabhängig gegeben wird, ist es nicht leicht, es standardisiert zu testen. Und jeder Test ist schließlich nur so gut wie sein Design... In meiner Familie wurde - unter anderen - durch Naja tripudians-Globuli nachweislich eine blutverdünnende Wirkung erzielt, durch Sepia ein Kinderwunsch erfüllt (ohne direkten Nachweis natürlich) und regelmäßig jedes Jahr durch Thuja C200 der Nektarinenbaum von der Kräuselkrankheit befreit (ganz ohne Plazeboeffekt, wie ich doch meine ;-) ). Es ist nur eine Frage der Zeit und Erkenntnis, bis man dazu in der Lage sein wird, die Wirkweise von homöopathischen Mitteln stichhaltig zu erklären. Aber Allheilmittel sind es natürlich nicht.
Sie schreiben "nachweislich".

Wie wurde dieser Nachweis denn geführt, wenn ich fragen darf ?

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otto25 12.03.2017, 18:12
356. Placebo-Effekte auch in der Schulmedizin ?

Zitat von KleinerPrinz
@Valis: Warum das nicht bezahlen? Zum einen, weil damit eine Milliarden-Industrie unterstützt wird, die massiv versucht, der Gesellschaft die Wirksamkeit einzureden und ihren Einfluss zusätzlich auch auf Medizinstudium auszubreiten. Zum zweiten: Es kostet das Zigfache eines Placebos aus der Apotheke. Der Arzt könnte also dem Patienten viel Geld sparen, wenn er irgendein Placebo mit wohlklingenden Namen verschreibt. Drittens: Es ist ein Unding, wenn Krankenkassen für verdummende, nicht-wirksame Dinge Geld zur Verfügung stellen, aber andere, nachweislich nötige und wirksame Therapien mit weniger Geld ausstatten. Beispiel Brille. Viertens: Es geht hier auch ums Prinzip: Werden nun auch andere "alternative" Heilmethoden finanziert? Vodoo, Händeauflegen, energetische Steine, Hexentänze? Gleiches Prinzip, ebenfalls ein Placeboeffekt - also wo aufhören?
Zu Ihren Einwänden:
Alle Punkte die Sie aufzählen existieren bereits INNERHALB der Schulmedizin.
Und, sie werden von den Krankenkassen problemlos bezahlt.
Und, kaum einer der Versicherten protestiert dagegen (ich vemute Sie ebenfalls nicht).
Wenn man sich mal genauer die (Erfolgs-) Statistiken von Chemotherapien bei Krebserkrankungen ansieht, dann findet man immer mal wieder Ergebnisse wo von einer durchschnittlichen Lebensverlängerung von wenigen Motaten in den Studien als Erfolg gepriesen wird.
Und diese Mittel sind um ein Vielfaches teuerer und haben meist auch ein Vielfaches an Nebenwirkungen, dir dann häufig auch wieder im Rahmen der Schulmedizin behandelt und im Rahmen der gesetzlichen Leistungen (problemlos) bezahlt werden.
Ich spreche mich hiermit nicht grundsätzlich gegen diese Behandlung aus.
Aber, wenn man sich kritisch über z.B. Homöopathie äußert, dann sollte man vielleicht doch auch mal die richtig teueren Medikamente (und die Chemotherapien zählen dazu) genuer under "die Lupe" nehmen.

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meineeine001 12.03.2017, 18:12
357.

Zitat von Ostseeland
Stichwort Vegieday, die Grünen sind solche und wollen uns mit Verboten den Tag versauen.
Ist natürlich viel schlimmer als wenn die Gegenseite es Kantinen vorschreiben will, dass wieder mehr Schweinefleisch an Schulkinder verfüttert wird ^^

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bloßich 12.03.2017, 18:14
358. Ne.

Zitat von Ostseeland
Zur Frage des Beweises. Wenn es um Religion ging und ich die Existenz Gottes verneinte kam wie aus der Pistolette geschossen: Dann beweise seine Nichtexistenz. [...]
Also von mir (und ich vermute von den meisten Mitdiskutanten auf Globuli.Kritischer Seite) hätten Sie diese Forderung sicher nicht gehört.

Aus den selben Gründen übrigens. Es ist eine Frage der sinnvollen Beweislastverteilung.

Was halten Sie den von einer solchen Forderung ?
Finden Sie diese Frage nach dem Nicht-Existenzbeweis selbst nun sinvoll oder nicht ?

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fuffel 12.03.2017, 18:17
359. bester Beitrag

Zitat von prof.unrat
Im Prinzip ist das Kind schon in den homöopathischen Brunnen gefallen. Nachdem nun schon so viele Globuli auch mit Hilfe der GKV in den Umlaufgebracht worden sind, kommen diese Kügelchen in jedem Wasser dieser Welt vor, wenn auch in homöopathischen Dosen und in Konzentrationen, von denen jeder Homöopath nur träumen kann. Ist das nicht phantastisch?
bisher :)

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