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Homosexuelle: Wann das Coming-out besonders glücklich macht

Die einen behalten es lieber für sich, andere sind offener: Ob Homosexuelle sich outen sollten oder nicht, hängt von vielen Umständen ab. Erstmals haben Psychologen untersucht, welche Faktoren dabei die größte Rolle spielen - und wann sich das Glücksgefühl nach dem Coming-out besonders einstellt.

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Mathesar 21.06.2011, 16:31
10. ...

Zitat von leser_81
Andere Menschen haben halt die Vorliebe auf das gleiche Geschlecht zu stehen. Nunja, muss man das dann gleich an die große Glocke hängen? Das mache ich ja mit meinen Vorlieben auch nicht.
Große Glocke? Für die meisten geht es darum hand in hand die Straße herunterzulaufen, einen Abschiedskuss auf dem Bahnhof oder auch vor dem Werkstor beim abholen. Um das zu tun, muß man sich naturgemäß "outen", ergo durch sein verhalten zeigen, das man ist wie man ist.

Es geht nicht darum am Kirchturm ein Banner aufzuhängen mit den Worten: Klaus Mayer ist schwul!

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Mathesar 21.06.2011, 16:33
11. ...

Zitat von UHamm
Ebenso verhält es sich bei der Ehe. Ich kann als Mann ja eine Frau heiraten, niemand verbietet dies. Aber daß ein Mann einen anderen Mann "ehelichen" will, das haben sich die Väter des Grundgesetzes beim besten Willen nicht vorstellen können und darum nicht explizit geregelt.
Ja kaum zu glauben. Stellen Sie sich vor, es gab Zeiten, da konnte sich niemand vorstellen das ein Katholik einen Protestanten heiratet und umgekehrt, das wäre auf völliges Unverständnis gestoßen und wurde darum auch gar nicht explizit geregelt...

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Mathesar 21.06.2011, 16:35
12. ...

Zitat von ezechel
Für was soll das gut sein? Im Prinzip ist es einem Heterosexuellen völlig egal, welche Sexualität jemand lebt.
Das sehen aber einige Heterosexuelle (immer noch) anders.

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blackcyclist2010 21.06.2011, 16:41
13. outing

Zitat von Mathesar
Große Glocke? Für die meisten geht es darum hand in hand die Straße herunterzulaufen, einen Abschiedskuss auf dem Bahnhof oder auch vor dem Werkstor beim abholen. Um das zu tun, muß man sich naturgemäß "outen", ergo durch sein verhalten zeigen, das man ist wie man ist. Es geht nicht darum am Kirchturm ein Banner aufzuhängen mit den Worten: Klaus Mayer ist schwul!
ICH BIN N I C H T SCHWUL!

Klaus Mayer

:)

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Herzog Igzorn 21.06.2011, 18:01
14. Im Jutesack zur Gala... Teil 1

Zitat von UHamm
Meine Sexualität ist Privatsache! Dieser oft genannte Spruch der Schwulen und Lesben trifft auch meine Einstellung zu diesem Thema. Deshalb ist das keine Sache für die Öffentlichkeit. Ich halte überhaupt nichts davon, meine Sexualität wie ein Banner vor mir herzutragen und womöglich noch stolz darauf sein. Mir ist es wahrscheinlich in die Wiege gelegt, ob ich schwul bin oder nicht. Vielleicht spielen aber auch äußere Einflüsse eine Rolle. Die angebliche Diskriminierung von Schwulen und Lesben kann ich auch nicht nachvollziehen. Die Gesetze gelten für jedermann, ob schwul, lesbisch oder nicht. Wenn ich Bahn fahren will, brauche ich eine Fahrkarte. Wenn ich die nicht habe, kann ich nicht Bahn fahren. Dadurch werde ich doch nicht diskriminiert. Alles hat seine Voraussetzungen. Ebenso verhält es sich bei der Ehe. Ich kann als Mann ja eine Frau heiraten, niemand verbietet dies. Aber daß ein Mann einen anderen Mann "ehelichen" will, das haben sich die Väter des Grundgesetzes beim besten Willen nicht vorstellen können und darum nicht explizit geregelt. Es wäre damals auch der Schenkelklopfer schlechthin gewesen, einfach unvorstellbar. Niemand hat damals solch einen Niedergang der gesellschaftlichen Werte voraussehen können. Es ist auch eine Sache ohne Wert, denn nicht der geringste Anteil des dringend benötigten Nachwuchses zu unser aller Zukunftssicherung entsteht aus einer dieser Verbindungen. Ich sehe es daher als falsch an, für ca. 4% der Menschen eigene Gesetze zu bestellen. Das halte ich für Klientelpolitik, die wie auch in anderen Bereichen nicht zugelassen werden darf.
Wow, das Maß an fehlender Erkenntnis ihrerseits wird nur knapp von Ihrer Fähigkeit überboten, Äpfel mit Birnen zu vergleichen!

Fail #01
Die persönliche Sexualität eines Einzelnen gehört in der Tat nicht zur Gänze in die Öffentlichkeit. Wenn Menschen aber aufgrund ihrer Sexualität diskriminiert oder einfach nur anders behandelt werden ist das sehr wohl ein Thema für die Öffentlichkeit und nichts was man "weil es sich nicht gehört" einfach unter den Teppich des Schweigens kehrt um sich nicht weiter damit befassen zu müssen.

Fail #02
Jeder Mensch zeigt seine Sexualität im täglichen Leben wenn er seinen Partner/Partnerin zusammen ist. Das gilt für Schwule genauso wie für Heteros. Das hat nichts mit "Bannern" zu tun, sondern damit sich nicht zu verstecken.
Dass es immer ein paar Vollkloppsies gibt die entweder aggressiv schwul oder aggressiv hetero agieren hängt mit der Gaußschen Normalverteilung zusammen die sich in jeder Gruppe wiederfindet und hat wiederum nichts mit dem Auftreten des Großteils der jeweiligen Gruppe zu tun.

Fail #03
Oh sie demonstrieren die Eigenschaft, das Offensichtliche als Weisheit zu Präsentieren. Dass Homosexualität angeboren ist und wie jedes menschliche Verhalten von äußeren Einflüssen mit geprägt wird ist nichts Neues sondern "common sense" und hat davon abgesehen in der Diskussion überhaupt nichts verloren.

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Herzog Igzorn 21.06.2011, 18:03
15. Im Jutesack zur Gala... Teil 2

Fail #04
Soso, sie können die Diskriminierung von Schwulen und Lesben nicht "nachvollziehen"? In Auschwitz wurden für sie wohl auch keine Juden verbrannt, oder? Das waren doch bloß hochmoderne Biogasanlagen, nicht wahr?
Geht's noch? Die Diskriminierung von Homosexuellen ist ein gesellschaftspolitisches FAKT und keine "Auslegungssache"! Das hat auch nichts mit Gesetzen zu tun sondern damit, dass es leider immer noch so ist, dass jemand der "anders" ist, eine größere Zielscheibe bietet für die Leute denen Gesetze eh am Arsch vorbei gehen.

Fail #05 #06 #07 und #08
Der Vergleich mit der Bahnkarte ist logisch derart schwachsinnig, dass ich mich schon schäme es Ihnen hier erklären zu müssen. Einer gekauften oder nicht gekauften Bahnkarte geht immer die ENTSCHEIDUNG voraus, besagte Bahnkarte zu erwerben oder es nicht zu tun. Das mit Homosexualität zu vergleichen würde bedeuten, man könne sich ja entscheiden schwul zu sein und müsse sich dann auch nicht wundern diskriminiert zu werden. Damit widersprechen sie sogar Ihrer vorherigen Aussage. Das Ganze dann noch mit der Ehe, als zu "befahrkartendem Zug", in Zusammenhang zu bringen, ist NOCH abstruser.
"Ist doch nicht unser Problem, dass sie Kerle vögeln wollen. Da müssen sie halt mit der Bahn für Schwule fahren! - Ach richtig, die gibts ja gar nicht. Wassn Pech!"
Dass eine gleichgeschlechtliche Ehe zu Zeiten der Gründung des Grundgesetzes nicht vorgesehen war, war DAMALS schon falsch. Man wusste es nur nicht besser. DAS als besonderen Wert zu titulieren den wir nun verloren hätten ist schlicht unverschämt dumm. Dann eine gleichgeschlechtliche Ehe per se als "wertlos" zu bezeichnen ist nur noch unverschämt.
Der "Wert" einer Ehe hängt doch nicht mit der Fähigkeit zusammen, irgendwelche Kinder in die Welt zu vögeln!
Eine Ehe muss überhaupt keinen "Wert" haben, außer für sich selbst, für die liebenden Partner innerhalb dieser Ehe.
Mit Ihrer Aussage beleidigen sie nicht nur jedes schwule Paar auf dem Planeten sondern auch alle heterosexuellen Paare die, aus welchen Gründen auch immer, keine Kinder bekommen können oder wollen. Respekt!

Fail #09
Sie verstehen offenbar nicht den Begriff Klientelpolitik.
Klientelpolitik bedeutet, einer kleinen Gruppe Menschen, einer Klientel, einen VORTEIL gegenüber dem Rest der Bevölkerung zu verschaffen. Schwule würden somit also besser behandelt als Heteros? Interessant... in welchem Fantasiestaat leben sie nochmal?
Das von ihnen ja schon erwähnte Grundgesetz besagt, dass ALLE Menschen gleich zu behandeln seien. (Auch die von ihnen haltlos in den Raum geworfenen 4%, die sich in Wirklichkeit wohl eher um die 10% bewegen)
Schwulen und Lesben dieselben Rechte zuzugestehen, die Heteros schon immer hatten bewirkt genau das. Eine Gleichbehandlung. Keinen Vorteil.

Fail #10
Sie haben hier wenig elegant versucht ihre Homophobie in ein Kleid der Ratio zu Hüllen, was leider auf ganzer Linie gescheitert ist.
Um bei der Kleideranalogie zu bleiben, sie sind in einem Jutesack auf einen Galaempfang gegangen.

Schämen sie sich! Da ist die Tür...

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Tastenhengst 22.06.2011, 10:26
16. Eine Frage des Anstandes

Zitat von Mathesar
Für die meisten geht es darum hand in hand die Straße herunterzulaufen, einen Abschiedskuss auf dem Bahnhof oder auch vor dem Werkstor beim abholen.
So wie Teenager, die sich noch nicht zu benehmen wissen?

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Grestorn 22.06.2011, 11:15
17. Benehmen!

Zitat von Tastenhengst
So wie Teenager, die sich noch nicht zu benehmen wissen?
Sie sind also der Meinung, dass Händchen haltend spazieren zu gehen oder jemandem einen Abschiedskuss zu geben ein Zeichen von schlechtem Benehmen ist?

Ich wusste gar nicht, dass Heten sich generell so schlecht benehmen. Aber wenn Sie das so sehen...

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henrywotton 22.06.2011, 12:30
18. Erschreckend ...

... dass sich offenbar immer noch nicht herumgesprochen hat, dass es bei Homosexuellen, Transgendern und Bisexuellen nicht nur um Sexualität geht, sondern vor allem auch im Identität! Richtig ist: Was wer im Schlafzimmer treibt, geht keinen was an. Aber 24/7 Theater spielen ist die Hölle! Und es zieht unglaublich viel Energien ab, ständig Lügengebäude konstruieren zu müssen.

Ich z.B. (als schwuler Transmann und daher doppelt Randgruppe) habe im Alltag keinen Bock, als Frau, Lesbe oder Hete wahrgenommen und entsprechend behandelt zu werden. Aber natürlich sorgt es für Irritationen, wenn ich zwar leider noch in einigen Dingen (Stimme etc.) weiblich bin, dafür aber männlich aussehe und einen Freund habe, der auffallend schwul wirkt ...
Deswegen oute ich mich lieber, bevor die wildesten Gerüchte kursieren oder ich vom falschen Ufer aus blöd angebaggert werde.
Im Übrigen geht das auch ohne feierliche Erklärungen etc. ab -- ich denke, je selbstverständlicher mensch damit umgeht, umso eher wird es auch akzeptiert. Zu intime Nachfragen blocke ich schlichtweg ab. Allerdings lebe ich auch in Berlin und will daher nicht fürs Dorf in Neuruppin sprechen. Wo es ohne Lebensgefahr abgeht, möchte ich mich jedoch FÜR ein Outing aussprechen. wenn damit jemand NICHT klarkommt, liegt m.E. das Problem auch bei der intoleranten Person, und keineswegs beim Sich-Outenden.

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Tastenhengst 23.06.2011, 12:02
19. Auch "Heten" neigen zu Preversion.

Zitat von Grestorn
Sie sind also der Meinung, dass Händchen haltend spazieren zu gehen oder jemandem einen Abschiedskuss zu geben ein Zeichen von schlechtem Benehmen ist?
Natürlich. Wie rücksichtsvoll ist das öffentliche Ausleben seiner Intimität denn gegenüber Menschen, die gerade Liebeskummer haben? Tatsächlich wurde der Unsinn öffentlichen Knutschens gleichzeitig mit dem Homosexualitätsquatsch in unserem Lande modern, also noch gar nicht so lange. Bei den meisten Menschen ist bis heute beides verpönt.

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