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Hunsrück: Ältestes Lager für römische Soldaten entdeckt
DPA

Die Anlage war 26 Hektar groß und bot bis zu 10.000 Soldaten Platz: Im Hunsrück haben Archäologen das älteste bekannte römische Militärlager auf deutschem Boden entdeckt. Der Nachweis gelang über Schuhnägel und Keramikscherben.

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wolf_xl 10.09.2012, 21:49
1. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf...

...werden seit 1871 ständig Gallier zu Germanen umdefiniert... Tja, liebe Deutschtümler, links des Rheins war die Kultur eindeutig keltisch - später gallo-romanisch. Und auch rechts des Rheins war zu Cäsars Zeiten die Kultur in weiten Gebieten keltisch geprägt. Die spätere "Zwangsgermanisierung" der linksrheinischen Gebiete diente vor allem dem Zweck, die damaligen Ansprüche Frankreichs auf den Rhein als natürliche Grenze zu widerlegen.

Mal ganz vorurteilsfrei betrachtet - so abwegig waren die französischen Ansprüche nicht. Zum einen verbinden die linksrheinischen Gebiete mit Frankreich eine jahrhundertealte gemeinsame Geschichte - und zum anderen ist Paris auch eindeutig näher als Berlin...

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sirisee 10.09.2012, 22:44
2. ... Na ja

die Begründung frz. Ansprüche lag in der militärischen Stärke von Ludwig XIV und seinem Gebietshunger, nicht in vermoderten keltischen Knochen. Die fraglichen Gebiete gehörten zum deutschen Reich; Straßburg war eine Reichsstadt. Mit Berlin hat das nichts zu tun. Berlin war eine Sandwüste. Man darf halt nicht die Vergangenheit mit der Brille von heute ansehen ..

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Siloy 10.09.2012, 22:48
3. --> wolf_xl

Wären alle Kelten das, was die Franzosen unter "Gallier" verstehen, dann hätten Sie recht. Dann wären aber auch große Teile Süddeutschlands, der Schweiz, Spaniens und die Britischen Inseln "französisch" gewesen. Also vergessen Sie das mal lieber wieder ganz schnell.

Überhaupt fallen Sie selber wohl auf die Galliertümelei der Franzosen nach 1871 herein, dabei trägt Frankreich den Namen eines niederrheinischen Germanenstammes, der Franken (=die Freien, weil nicht römisch). Die Nachfahren dieser Germanen (und nicht die irgendwelcher Gallier) bilden bis heute den Uradel Frank-reichs.

Überhaupt: die Völkerwanderungen. Damals wurde ganz Europa "germanisiert". Und die Burgunder kamen sogar von der Weichsel!

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cclxbln 10.09.2012, 22:49
4. @wolf_xl - Genau so isses!

Linksrheinisch läuft de Schanndahm uffm Trottovah.

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NochNeMeinung 11.09.2012, 00:33
5. abwegige Ansprüche

Zitat von wolf_xl
...so abwegig waren die französischen Ansprüche nicht...
Nur sind die Kelten von damals eben nicht die Franzosen von heute. Achja und ihren Namen verdanken unsere Nachbarn nebenbei einem germanischen Stamm. Und Karl der Große war auch kein Vorzeigefranzose. Wer da also mit wem eine Jahrhunderte dauernde gemeinsame Geschichte hat lässt sich sicherlich nicht nur frankophil beantworten.

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Jens Schuetz 11.09.2012, 01:01
6. Norspanien - Skandinavien

Zitat von wolf_xl
...werden seit 1871 ständig Gallier zu Germanen umdefiniert... Tja, liebe Deutschtümler, links des Rheins war die Kultur eindeutig keltisch - später gallo-romanisch.
Von Norspanien bis Skandinavien gab es verschiedene Germanische Staemme. Somit haben sie nichts widerlegt. Nur wenn jamand behaupten wuerde das alle diese Staemme Vorfahren der Deutschen waren und das deshalb alles uns gehoert, waere dies natuerlich falsch. Aber das behauptet auch keiner.
Ausnahme waeren vielleicht englischsprachige Auslaender die "Germanic Tribes" (alle moeglichen West und Nord Europaeischen Germanen Staemme) mit "Germans" (Deutschen) gleichsetzen...

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thewhoever 11.09.2012, 01:06
7. Meine Herren,

werden hier gerade oft Äpfel mit Birnen verglichen.

Zum ersten wird in diesem Artikel lediglich erwähnt, das nach den Eroberungen Caesars germanische Stämme umgesiedelt wurden. Dies ist sowohl aus antiken schriftlichen, als auch archäologischen Quellen entlang des Rheines belegt; ebenso wie die dortige Entstehung einer gallisch-römischen-germanischen Mischkultur.
Zweitens erwähnt Caesar im Gallischen Krieg eine Menge germanischer Stämme unmittelbar rechts des Rheines. Er selbst besiegt Ariovist 54 v. Chr im Elsass. Ebenso bekam ca. 50 Jahre später der römische Feldherr Nero Claudius nach seinen Feldzügen rechts des Rheines den Beinamen "Germanicus". Auch wenn die Römer es bei der genauen Zweisung einzelner Stämme nicht immer so ganz eng sahen, es wäre ihnen doch sicherlich aufgefallen, wenn dort überwiegend Kelten oder Gallier gelebt hätten.
Drittens hießen die Römischen Provinzen unmittelbar rechts des Rheines Germania Superior und Germania Inferior. Allein dieser Umstand sollte doch eigentlich den Schluss zulassen, auch schon vor 1871 unter den Menschen bestimmt auch ein, zwei Germanen finden zu können.
Dass viertens aber Frankreich -also: Reich der Franken (und das sind ohne Zweifel Germanen) - mehr Anspruch an das rechtsrheinische Gebiet haben sollte als Deutschland, ist mir vollkommen schleierhaft und hat vor Allem mit den Geschehnissen dieses Artikel ja mal überhaupt nix mehr zu tun.
Dort haben einfach zwei Staaten, wie immer, die Geschichte missbraucht um Krieg zu führen.
Wir erforschen die Geschichte, versuchen sie zu erfassen und den damals lebenden Menschen wieder lebendig werden zu lassen. So genau wie möglich und wirklich absolut vorurteilsfrei.

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The Independent 11.09.2012, 07:43
8. Naja

Zitat von wolf_xl
...werden seit 1871 ständig Gallier zu Germanen umdefiniert... Tja, liebe Deutschtümler, links des Rheins war die Kultur eindeutig keltisch - später gallo-romanisch. . Die spätere "Zwangsgermanisierung" der linksrheinischen Gebiete diente vor allem dem Zweck, die damaligen Ansprüche Frankreichs auf den Rhein als natürliche Grenze zu widerlegen.. Zum einen verbinden die linksrheinischen Gebiete mit Frankreich eine jahrhundertealte gemeinsame Geschichte...
Ich nehme mal an, dass Sie mit "Zwangsgermanisierung" die Versuche Preußens (ab 1871) meinen, eine Argumentation abzuleiten, um den Anspruch auf linksrheinische Gebiete zu untermauern.

Die "jahrhundertealte" Geschichte war nördlich von Strasbourg eine vergleichsweise kurze Periode, durch die napoleonische Okkupation des Rheinlands, oder durch Fürstentümer (Haus Burgund, mit den Herzogtümern Luxembourg, Bar, Lothringen, etc.) die Güter im heutigen Deutschland besassen, die bis zum 15. Jahrhundert entweder erobert oder erworben wurden. Burgund ging auf die Burgunder (Ostgermanen) zurück, die zuvor bereits in der Spätantike ein Reich am Oberrhein gegründet hatten, seine Fürsten, genau wie 13 französische Könige aus dem Hause der Kapetinger, stammten aus fränkischen, also germanischen, Adelsfamilien.

Die Franken, ein germanischer Großstamm der Mitte des 5. Jahrhunderts das Frankenreich schuf, waren aus mehreren germanischen Kleinstämmen hervorgegangen. Wurden die fränkischen Zuwanderer im Westen ab dem 2. Jahrh. zunehmend romanisiert, wurde die gallo-romanische Bevölkerung im Osten bis zum Rhein durch die Franken germanisiert, rein keltische Elemente verschwanden.

Bereits der Durchbruch der Kimbern, Teutonen und Ambronen (120 v. Chr.) nach Frankreich und Spanien, begünstigte das Eindringen anderer germanischer Stämme (Hessen,Maingebiet), wieder andere Gruppen fielen in Gallien ein. Der Durchbruch leitete den Rückzug der Kelten auf linksrheinisches Gebiet ein und war Ausgangspunkt einer langen Reihe von Kriegen zwischen Germanen und Römern, die nun direkte Nachbarn waren. Cäsar schlug die in Gallien eingefallenen Germanen unter Ariovist über den Rhein zurück, und führte als erster Römer Expeditionen in das rechtsrheinische Germanien durch; gegen die Germanen.

Die Ubier siedelten in einem Gebiet von der Sieg bis zum Main, und wurden, da sie vermeintlich mit den Römern kooperierten, von ihren germanischen Nachbarn im Norden und Süden unter Druck gesetzt, was den römischen Statthalter Kölns dazu veranlasste sie auf das linke Rheinufer umzusiedeln. Die Ubier siedelten dann in den Gebieten um Köln, Bonn, Aachen, und nicht weit von der Maas, rechts der Wurm.

Diese Notumsiedlung versuchten die Preußen später in einen Beweis für eine germanische linksrheinische Besiedlung umzuwidmen. Vergleicht man die Ausbreitung der Kelten (ab 6 Jahrh. v Chr.) mit der germanischen Expansion bzw. Germanisierung, könnte man aber zu dem Schluss kommen, dass zwar die Kelten zuerst da waren, die Germanen aber länger da waren und sogar über Jahrhunderte Gallien dominierten.

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desireless 11.09.2012, 08:11
9. Germanen - Kelten

Es gibt praktisch keinen Unterschied zwischen Germanen und Kelten, sogar die Griechen und Römer hatten schon Schwierigkeiten die Völker eindeutig zuzuordnen. Und das mit der gemeinsamen Geschichte linksrheinischer Gebiete mit Frankreich ist Unsinn, die Grenze des Heiligen Römischen Reiches verlief bis 1789 viel weiter auf dem heutigen französichen Gebiet zB. an der Loire, war durchsetzt von kleineren Fürstentümern und von einer gemeinsamen deutschstämmigen Sprache während Frankreich ein politisch relativ homogenes Königreich war.

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