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Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?

Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?

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MonaM 28.10.2010, 16:53
1. Staphylokokken-Träger isolieren

Zitat von sysop
Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
Angeblich wird in den Niederlanden jeder Patient bei Einlieferung ins Krankenhaus auf Staphylokokken untersucht und ggf. isoliert. Das müsste bei uns auch gemacht werden. Der Schutz Aller ist den Aufwand wert.

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Websingularität 28.10.2010, 17:22
2. absolute Sicherheit gibt es nicht.

Zitat von MonaM
Angeblich wird in den Niederlanden jeder Patient bei Einlieferung ins Krankenhaus auf Staphylokokken untersucht und ggf. isoliert. Das müsste bei uns auch gemacht werden. Der Schutz Aller ist den Aufwand wert.
Es ist bestimmt sinnvoll Risikogruppen wie z.B. ältere Menschen bei der Einlieferung genauer zu untersuchen.
Aber Krankenhausinsassen sind aufgrund der geschwächten Gesundheit nunmal besonders für Infektionen anfällig.
In Krankenhäusern tummelt sich die ganze Mikrobenwelt:
Bakterien, Viren, Pilzsporen, etc.
Wenn man's mit der Hygiene Ernst meinen würde, dann müsste man viele Krankenhäuser komplett sanieren.
Das kostet wieder Geld und Krankenhäuser müssen auch auf Wirtschaftlichkeit achten.
Es ist bestimmt gut, wenn der Krankenhausaufenthalt so kurz wie möglich gehalten wird.
Hygiene ist eine Sisyphosarbeit wo man nur das "bestmögliche" erreichen kann.
In einem Krankenhausbetrieb ist absolute Hygiene fast nicht möglich. Behaupte ich mal (als Nichtfachmann).

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harzvier 31.10.2010, 00:59
3. generelle Isolation?

Zitat von MonaM
Angeblich wird in den Niederlanden jeder Patient bei Einlieferung ins Krankenhaus auf Staphylokokken untersucht und ggf. isoliert. Das müsste bei uns auch gemacht werden. Der Schutz Aller ist den Aufwand wert.
Staphylokokken trägt jeder Mensch mit sich herum, müsste nach ihrer Meinung somit isoliert werden. Das ist sicher ein Missverständnis. Vermutlich sind sogenannte MRSA (multiresistente Staphylococcus aureus) gemeint.
Problematisch sind die auf viele Antibiotika resistenten Staphylokokkenstämme, die wiederum, bedingt durch Selektion, vor allem in Krankenhäusern vorkommmen. Da wirken dann nur noch wenige Antibiotika und Infektionenn sind schwer zu behandeln.

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Petra Raab 31.10.2010, 09:32
4.

Zitat von sysop
Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
Es besteht grundsätzlich Handlungsbedarf.
Nur nachdem wir in einem System leben, indem
das Geld mehr zählt als der Mensch, wird nicht
gehandelt.

40.000 Tote durch mangelhafte Hygiene in Krankenhäusern

http://www.medizinauskunft.de/artike...08_hygiene.php

Hier ist so ein aktuelles Beispiel:

http://www.salzburg.com/online/7mal2...=&text=&mode=&

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inci 31.10.2010, 09:42
5.

Zitat von MonaM
Angeblich wird in den Niederlanden jeder Patient bei Einlieferung ins Krankenhaus auf Staphylokokken untersucht und ggf. isoliert. Das müsste bei uns auch gemacht werden. Der Schutz Aller ist den Aufwand wert.
das wird auch in deutschland schon vereinzelt gemacht.

das viel größere problem aber jedoch, daß fast alle kliniken in deutschland kein eigenes reinigungspersonal mehr haben. das heißt, vorschriften zur reinigung im krankenhaus mußte vom personal umgesetzt werden. und es wurde auch verstanden, da das personal geschult wurde.

bei externen firmen verkommt die vorschrift zur reinigung zur empfehlung, und niemand kann mehr nachprüfen, ob diese vorschriften auch umgesetzt werden. oft genug ist das personal der fremdfirmen der deutschen sprache gar nicht mächtig genug, um zu verstehen, wann wie und warum wie gereinigt werden soll.

das führt dann dazu, daß die krankenhäuser von den kosten des reinigungspersonal "entlastet" wurden, dafür aber nun einen höheren zeit- und kostenaufwand haben, den nachlässigkeiten des reinigungspersonals nachzuhecheln.

echter fortschritt also. zumindest im sinne der contoller, die von medizin keine ahnung haben, dem medizinischen personal aber gerne vorschreiben möchte, wie es seiner arbeit nachzugehen hat.

nicht im sinne des patienten sondern im sinne der profitmaximierung, damit das kreiskrankenhaus auch eine chance auf eine börsennotierung hat.

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mphentschel 03.11.2010, 23:21
6. Kein Händeschütteln!

Meine Krankenhausärzte reagieren immer ziemlich ratlos auf die Forderung, das hier unangebrachte Händeschütteln endlich mal zu lassen; in England ist man ja ohne diese unhygienische Unsitte nicht unfreundlicher: "richtig wärs ja". Welches Krankenhaus traut sich denn nun zu, das mal abzuschaffen? Müsste doch das Problem gröstenteils lösen, wenn die im Artikel beschriebenen Übertragungsmechanismen so laufen.

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berndschlüter 06.11.2010, 11:57
7. staphilococcus aureus dominikus duesseldorfi

Ich wurde anlässlich einer Bauchoperation im einschlägig berühmten Dominikus-Krankenhaus in Düsseldorf Heerdt mit dem staphilococcus aureus infiziert und leide seitdem an Verwachsungen, Darmverschlüssen und geschwächtem Bindegewebe mit Brüchen.
Meine Speiseröhre ist mit dem Zwerchfell verwachsen, seitdem starker Reflux, mein Lungenvolumen schrumpfte dadurch auf etwa die Hälfte. Die Dicke des Bauchfells plus Haut ist auf ca 3mm geschrumpft, täglich kämpfe ich mit den Folgebeschwerden.
Vorher war ich sportlich , Langstreckenläufer, seither nur noch müde und finde keinen erholsamen Schlaf, obwohl inzwischen 14 Jahre vergangen sind. Die nächste Operation steht an...
Ich kann nur jeden warnen, sich für einen tieferen chirurgischen Eingriff einem Krankenhaus anzuvertrauen, in dem türkische Putzkolonnen alle Verantwortung für alle Räume, sowohl Operationsbereich, wie Krankenzimmer und Toiletten übernommen haben. Ich beobachtete das Verhalten der Putzkolonnen in jenem Krankenhaus.
Fragen gab es danach für mich keine mehr.

Ich hatte oft Zutritt im OP-Bereich in verschiedensten Krankenhäusern (nicht als Patient) und kenne die an vielen Orten anzutreffende Schludrigkeit. Diese hat zugenommen.
Darin alleine sehe ich die Ursache für die Zunahme der Infektionen.
Vorsorglich wird mit Antibiotika bekämpft, statt Hygiene zu halten.
Bernd Schlüter

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herr soumlar weber 07.11.2010, 13:31
8.

Zitat von berndschlüter
Ich wurde anlässlich einer Bauchoperation im einschlägig berühmten Dominikus-Krankenhaus in Düsseldorf Heerdt mit dem staphilococcus aureus infiziert und leide seitdem an Verwachsungen, Darmverschlüssen und geschwächtem Bindegewebe mit Brüchen. Meine Speiseröhre ist mit dem Zwerchfell verwachsen, seitdem starker Reflux, mein Lungenvolumen schrumpfte dadurch auf etwa die Hälfte. Die Dicke des Bauchfells plus Haut ist auf ca 3mm geschrumpft, täglich kämpfe ich mit den Folgebeschwerden. Vorher war ich sportlich , Langstreckenläufer, seither nur noch müde und finde keinen erholsamen Schlaf, obwohl inzwischen 14 Jahre vergangen sind. Die nächste Operation steht an... Ich kann nur jeden warnen, sich für einen tieferen chirurgischen Eingriff einem Krankenhaus anzuvertrauen, in dem türkische Putzkolonnen alle Verantwortung für alle Räume, sowohl Operationsbereich, wie Krankenzimmer und Toiletten übernommen haben. Ich beobachtete das Verhalten der Putzkolonnen in jenem Krankenhaus. Fragen gab es danach für mich keine mehr. Ich hatte oft Zutritt im OP-Bereich in verschiedensten Krankenhäusern (nicht als Patient) und kenne die an vielen Orten anzutreffende Schludrigkeit. Diese hat zugenommen. Darin alleine sehe ich die Ursache für die Zunahme der Infektionen. Vorsorglich wird mit Antibiotika bekämpft, statt Hygiene zu halten. Bernd Schlüter
Ich kann ihre Äußerung nur bestätigen. Ich war 3 Wochen im Krankenhaus, in der Uni-Klinik in Regensburg. Erst als unser Zimmer nach drei Tagen immer noch nicht gereinigt wurde, beschwerte ich mich. Sie schickten dann eine gelangweilte Putzfrau, die zumindest so tat als ob sie saubermachen würde.
Ein Lappen für die Toilette und den Rest vom Zimmer!!!
Aha...
Bin dann selber mit Desinfektion an die Arbeit gegangen, um nicht noch kränker zu werden.
Es ist eine Katastrophe in unseren Krankenhäusern und ich wünsche niemandem eine OP.
Ich möchte auch noch erwähnen, daß bis vor kurzem alle Drogenabhängige für die Verbreitung von Hepatitis C verantwortlich gemacht wurden.
Eine Ärztin aus der Goethe Uni in Frankfurt sagte mir,daß es aber die Krankenhäuser, Ärzte, speziell die Zahnärzte sind die Hepatitis C verbreiten. Ein Freund von mir hat sich die Krankheit ebenfalls durch einen Doktor in Niederbayern eingefangen, der noch Metalspritzen verwendete.

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Eutighofer 08.11.2010, 19:29
9. preiswert

Zitat von sysop
Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
Eine sehr preiswerte Maßnahme, wissenschaftlich untersucht und seit langem empfohlen aber immer noch von vielen missachtet: Nach jedem Patientenkontakt Händedesinfektion !
Als "immer dabei"-Reserve ist die kleine Flasche mit Desinfektionsmittel in der Kitteltasche leider immer noch nicht Standard bei vielen Pflegekräften und auch Ärzten.

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