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Hygiene in Krankenhäusern - was muss geändert werden?

Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?

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Internetnutzer 10.11.2011, 13:00
210.

Zitat von Websingularität
Ich bin zwar kein Experte, aber Antibiotika ist doch nicht die einzige Waffe. Es gibt doch Hygiene-Verhaltensregeln, Einwegartikel, Sterilisation durch Hitze & Strahlung, etc. Es kann doch .....
Bisher hat keiner die Sterilisation seiner Haut durch Hitze, Gas oder Strahlen überlebt.
Gegenstände schon.
Und wie bekommt man ein ganzes Zimmer mit Wände, Decken, Einrichtungen in einen Sterilisator?
Ungelöste Probleme. ( Spotttaste aus)

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sitiwati 10.11.2011, 15:27
211. gut wärs

natürlich, wenn auch die Patienten selber mal ein bischen auf Hygiene achten !

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Internetnutzer 11.11.2011, 13:36
212.

Zitat von sitiwati
natürlich, wenn auch die Patienten selber mal ein bischen auf Hygiene achten !
Das ist auch nicht so schlimm, solange es "Familienbakterien" bleiben. Aber die von anderen Menschen, die der Körper nicht kennt und auch bisher keine Abwehrstoffe produzieren konnte, die machen krank.
Nun, man kann es drehen und wenden wie man will, ein Krankenhaus ist und bleibt eine "Bakterienkonzentration" weil hier sehr viele ungünstige Faktoren zusammen kommen.
Das reißt so manchen Menschen aus den Puschen.
Trotzdem sollte man sich keine Schlampereien erlauben, gerade wegen der unterschätzten gefahr für Leib und Leben. Hygieneschlamper sind potentielle Mörder.

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krankenhaushasser 11.11.2011, 20:01
213. Niemand hat etwas geahnt

Was ist das nur für ein Kaspertheater, das da nun in Bremen veranstaltet wird?

Das böse Klinikum Bremen Mitte hat verschwiegen, dass bereits im März resistente Keime im Krankenhaus vorhanden waren und alle wundern sich darüber, niemand hat das gewusst oder damit gerechnet, keiner kann sich das überhaupt erklären und alle sind völlig entrüstet, dass so etwas passieren konnte ?

Und was war in Mainz, in Wesel, in Passau, in Siegen und in Hamburg los? Und in all den anderen Krankenhäusern, die sich noch nicht erwischen lassen haben?

Wenn das RKI sagt, dass 4 – 9 % der stationären Patienten mit diesen Keimen infiziert werden, sind das bei 18.000.000 Patienten im Jahr 720.000 bis 1.620.000 infizierte Patienten – also PRO TAG 2.000 bis 4.400 Neuinfektionen in deutschen Krankenhäusern. Und tödlich enden diese Infektionen meistens für die schwächsten unter uns: die ganz Jungen und die Alten.

Im Infektionsschutzgesetz steht folgendes:

§ 4 Aufgaben des Robert Koch-Institutes
(2) Das Robert Koch-Institut
2. hat entsprechend den jeweiligen epidemiologischen Erfordernissen
b) die nach § 23 Abs. 4 zu erfassenden nosokomialen Infektionen und, Krankheitserreger mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen und Daten zu Art und Umfang des Antibiotika-Verbrauchs festzulegen, in einer Liste im Bundesgesundheitsblatt zu veröffentlichen und fortzuschreiben

§ 23 Nosokomiale Infektionen, Resistenzen Rechtsverordnungen durch die Länder
(4) Leiter von Krankenhäusern und von Einrichtungen für ambulantes Operieren haben sicherzustellen, die vom Robert Koch-Institut nach § 4 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b festgelegten nosokomialen Infektionen und das Auftreten von Krankheitserregern mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen fortlaufend in einer gesonderten Niederschrift aufgezeichnet, bewertet und sachgerechte Schlussfolgerungen hinsichtlich erforderlicher Präventionsmaßnahmen gezogen werden und dass die erforderlichen Präventionsmaßnahmen dem Personal mitgeteilt und umgesetzt werden. ……. Die Aufzeichnungen den Sätzen 1 und 2 sind zehn Jahre aufzubewahren. Dem zuständigen Gesundheitsamt ist auf Verlangen Einsicht in die Aufzeichnungen Bewertungen und Schlussfolgerungen zu gewähren.

§ 6 Meldepflichtige Krankheiten
(3) Dem Gesundheitsamt ist unverzüglich das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird, als Ausbruch nichtnamentlich zu melden.

Ist dieses Gesetz den Verantwortlichen nicht bekannt? Vielleicht sollte sich mal jemand diese Aufzeichnungen ansehen. Und warum findet man nirgends die Zahlen des „gehäuften Auftretens“ nosokomialer Infektionen? Gibt es kein gehäuftes Auftreten oder wird das nur nicht gemeldet, weil es ja reine Auslegungssache ist, was „gehäuft“ ist und was nicht?

Wenn die Verantwortlichen sich nicht darum kümmern – warum findet man als normal Sterblicher die Zahlen nirgends – bzw. nicht zeitnah? Bei ARS melden zwar einige Krankenhäuser (ca. 10%) ihre Daten – aber das geht nur bis 2010 – und bei survStat sind die Daten zwar aktuell – aber die nosokomialen Keime fehlen dort. Dafür findet man dort exotische Keime wie Cholera (4 Fälle), Diphtherie (3 Fälle) oder Lepra (1 Fall).

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krankenhaushasser 11.11.2011, 20:03
214. Fassen wir die Sache mit der Hygiene in Krankenhäusern mal zusammen:

Es werden zigtausende Menschen gesundheitlich geschädigt und tausende sterben. Wenn man die Ursache anzeigt, wird zwar vom Gesundheitsamt begutachtet – die kündigen aber vorher an, dass sie kommen. Der, der es angezeigt hat wird als psychiatrisch auffällig hingestellt (und wenn man nicht aufpasst, am liebsten noch irgendwo weggesperrt). Wenn man es öffentlich mach, bekommt man vom Krankenhaus eine Verleumdungsklage an den Hals. Die Staatsanwaltschaft nimmt andererseits eine Anzeige wegen der Infektionen nicht zur Kenntnis. Und niemand weiß etwas von den Missständen.

Ich will hier lieber nicht sagen, woran mich das erinnert!

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maik2 11.11.2011, 21:53
215. wie oft

Zitat von sysop
Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen, weil sie sich in Krankenhäusern mit Keimen angesteckt haben. Sind die Vorschriften zur Hygiene ausreichend und werden nur nicht hinreichend angewendet? Oder besteht grundsätzlich Handlungsbedarf?
Dazu müsste man wissen ob es sowas oft gibt.
Nur weil ein Krankenhaus geschlampt hat , muss so eine Frage gar nicht gestellt werden.

Also ist dieses "viele" nach dem Motto 1,2,3,viele geschrieben wurden oder hat das Hand und Fuss?

Hygiene ist natürlich eine Frage der Arbeitsmoral und die ist heutzutage eine Geldfrage. Übrigens auch ein Grund für Lebensunwilligkeit. Das hätte ich gewissen Leuten die gegen Sterbehilfe sind gerne noch um die Ohren gehauen.

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exmachina 12.11.2011, 01:58
216. Infektions- und Sterbestatistiken der Gesundheitsämter

Zitat von krankenhaushasser
Wenn die Verantwortlichen sich nicht darum kümmern – warum findet man als normal Sterblicher die Zahlen nirgends – bzw. nicht zeitnah?
Sie finden nichts, und Sie werden auch nichts finden. Jede Recherche in diese Richtung verläuft ins leere. Warum?

Kliniken melden bundesweit - mehr oder weniger- den Gesundheitsämtern nosokomiale Infektionen. Dazu sind die Kliniken gesetzlich verpflichtet: IfSG.
Die Gesundheitsämter bearbeiten diese eingehenden Meldungen der Kliniken und legen Statistiken an.
Das ist die INFEKTIONSSTATISTIK, der Gesundheitsämter.

Wie geht es weiter?!
Das Gesundheitsamt schreibt den im Klinikum infizierten Patienten an, nachdem das Amt Mitteilung aus dem Klinikum erhalten hat, unter der PRIVATADRESSE des Patienten - Meldepflicht IfSG - mit dem Hinweise, beim Gesundheitsamt "vorstellig" zu werden. (Sie kennen diese Mitteilung?!)

Verstirbt nun der Patient zwischenzeitlich im Klinikum, möglicherweise an den Folgen der Infektion, erhält der Sachbearbeiter im Gesundheitsamt - bestenfalls - von den Angehörigen des Verstorbenen einen Anruf/Mitteilung: Patient verstorben! (Ob vom Klinikum an das Gesundheitsamt Meldung ergeht, wenn der Patient verstirbt, ist mir unbekannt - sachdienliche Hinweise nehme ich gerne entgegen).
Die Todesursache wird vom Sachbearbeiter des Gesundheitsamtes grundsätzlich nicht nachgefragt.
Dennoch trägt der Sachbearbeiter im Gesundheitsamt den Todesfall in sein Register/Statistik ein - wenn er darüber Meldung erhält.
Das ist dann die STERBESTATISTIK, der Gesundheitsämter.

Verstirbt der Patient nicht, und meldet er sich nach seiner Entlassung selbst beim Gesundheitsamt, bleibt es bei der Infektionsstatistik.

Beide Statistiken, also Infektions- und Sterbestatistiken, sind die (u.a) die am besten gehüteten Geheimnisse in unserem "Gesundheitswesen".

Staatsgeheimnis!

Deshalb finden Sie nichts. Und Sie werden auch nie was darüber finden.

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Internetnutzer 12.11.2011, 09:12
217.

Zitat von maik2
Dazu müsste man wissen ob es sowas oft gibt. Nur weil ein Krankenhaus geschlampt hat , muss so eine Frage gar nicht gestellt werden. Also ist dieses "viele" nach dem Motto 1,2,3,viele geschrieben wurden oder hat das Hand und Fuss? Hygiene ist natürlich eine Frage der Arbeitsmoral und die ist heutzutage eine Geldfrage. Übrigens auch ein Grund für Lebensunwilligkeit. Das hätte ich gewissen Leuten die gegen Sterbehilfe sind gerne noch um die Ohren gehauen.
Dagegen muß ich ernsthaft Protestieren, Arbeitsmoral mit der Höhe des Arbeitsentgeltes gleichzusetzen.
Wenn ich meine Arbeit mache, mache ich sie ordentlich, das hat nichts mit Geld zu tun, sondern mit eigener Moral.
Insbesondere wenn von meiner Arbeit Menschenleben abhängen,
darf ich mir Schlampereien nicht erlauben. Das ist Moral.
Nicht Geld.
Es ist einfach zu billig zu glauben, mehr Geld weniger nosokomiale Zwischenfälle. Geradezu absurd.

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miruwa 12.11.2011, 11:54
218. Moral

Zitat von Internetnutzer
Dagegen muß ich ernsthaft Protestieren, Arbeitsmoral mit der Höhe des Arbeitsentgeltes gleichzusetzen. Wenn ich meine Arbeit mache, mache ich sie ordentlich, das hat nichts mit Geld zu tun, sondern mit eigener Moral. Insbesondere wenn von meiner Arbeit Menschenleben abhängen, darf ich mir Schlampereien nicht erlauben. Das ist Moral. Nicht Geld. Es ist einfach zu billig zu glauben, mehr Geld weniger nosokomiale Zwischenfälle. Geradezu absurd.
Die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft von qualifizierten Fachkräften betreuen zu lassen, die bei ständiger Unterbesetzung, hohem emotionalem wie auch belastungsabhängigem Stress und bei stetig schlechter werdenden Arbeitsverhältnissen mit läppischen 1500 Euro Netto abgespeist werden.
Das ist Moral. Präziser: Das völlige Fehlen von Moral.

Mehr Geld löst das Infektionsproblem nicht, das mag richtig sein. Aber auch bei Einzelhaft und 1zu1-Betreuung werden sie nicht verhindern, dass 84-jährige multimorbide Patienten an Infektionen sterben.

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Internetnutzer 12.11.2011, 19:24
219.

Zitat von miruwa
Die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft von qualifizierten Fachkräften betreuen zu lassen, die bei ständiger Unterbesetzung, hohem emotionalem wie auch belastungsabhängigem Stress und bei stetig schlechter werdenden Arbeitsverhältnissen mit läppischen 1500 Euro Netto abgespeist werden. Das ist Moral. Präziser: Das völlige Fehlen von Moral. Mehr Geld löst das Infektionsproblem nicht, das mag richtig sein. Aber auch bei Einzelhaft und 1zu1-Betreuung werden sie nicht verhindern, dass 84-jährige multimorbide Patienten an Infektionen sterben.
Pflegepersonal und Ärzte gehören mit Sicherheit nicht zu den unterbezahlten Berufsgruppen. Nie und nimmer. Und wer sich in diesem Beruf überfordert fühlt, hat den falschen Beruf gewählt. Und Stress macht man sich nur selber. Wer den nicht ab kann, soll bitte in die Registratur gehen und dort arbeiten
Dieser Beruf hat nun mal eine ganz bestimmte Anforderung, wer dieser nicht gewachsen ist soll bitte woanders sein Geld verdienen, meistens dann deutlich weniger.
Mit mehr Geld, ( von meinen Krankenkassenkosten, also ich als Arbeitgeber) werden , wie sie selber sagen, keine Infektionen verhindert.
Also, was bleibt nun von ihren heren Worten?
Hygienemangel ist unentschuldbare Schlamperei, mehr nicht.
Wehe ein Flugzeugmechaniker, Medizintechniker, Autoschlosser, Towercontroler würde so arbeiten, wie es sie dem Krankenhauspersonal zugestehen.

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