Forum: Wissenschaft
Illegale Online-Apotheken: Lebensgefahr per Mausklick
Zollfahndungsamt Stuttgart

Die Betreiber krimineller Online-Apotheken werden immer professioneller. Die mit gefährlichem Klebstoff, Lacken oder sogar Gift gestreckten Tabletten sind vom Original nicht zu unterscheiden, die Internetseiten gleichen den Auftritten seriöser Anbieter. Nun sollen Verbraucher mit Siegeln geschützt werden.

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Social_Distortion 09.07.2012, 16:29
20.

Zitat von sysop
Die Betreiber krimineller Online-Apotheken werden immer professioneller. Die mit gefährlichem Klebstoff, Lacken oder sogar Gift gestreckten Tabletten sind vom Original nicht zu unterscheiden, die Internetseiten gleichen den Auftritten seriöser Anbieter. Nun sollen Verbraucher mit Siegeln geschützt werden.
Wo war denn die ganzen letzten Wochen so eine reißerische Überschrift bei dem ESM - Thema ?

z. B.:

Illegale Politikerhandelungen: Pleitegefahr bei falschem Kreuzchen! :)

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arjuna3 09.07.2012, 16:32
21. Markt

Wir brauchen einen freien Medikamentenmarkt: Große Internetanbieter würden selber Kontrollen und Stichproben im Labor einführen, um die Sicherheit ihrer Zulieferer, der Hersteller, zu gewährleisten. Patientengruppen wiederum würden sich in Vereinen und Internetforen organisieren, um Informationen zur Zuverlässigkeit dieser Hersteller zusammenzutragen. Nur Eigeninteresse von Patienten an ihrer Gesundheit und von konkurrierenden Großhändlern an ihrer Reputation gewährleistet effektive Kontrolle. Welches Interesse haben Bürokraten? Wie soll hier die Effizienz der Kontrollen gewährleistet werden? Staatliche Kontrollen und Strafandrohung gewährleisten nur ein Minimum an Sicherheit, nicht die bestmögliche.
Wir müssen endlich weg von Papa Staat der sich um alles kümmern soll und die Bürger mit einer Illusion von Sicherheit sediert. Eine Demokratie braucht mündige Bürger, die ihre Eigenverantwortung begreifen, die freie Entscheidungen auf eigenen Informationen begründen, die sich organisieren um diese Informationen effektiv zu verarbeiten und einzuordnen, die aber auch die Konsequenzen von eigenen Fehlern tragen. Ich jedenfalls bade lieber meine eigenen Fehler aus, als die von Bürokraten, vorausgesetzt, ich hatte die faire Chance, diese Fehler zu vermeiden. Dazu gehört auch ein Zwang, alle Pharmastudien samt Datensatz zu veröffentlichen. Verschreibungspflicht wäre bei konsequenter Umsetzung dieses Prinzips obsolet.
Wer schützt mündige Bürger vor einem Staat, der ständig versucht, die Bürger vor sich selbst zu schützen?

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criticalsitizen 09.07.2012, 16:35
22. Bitre nicht so interne-affin bzw. -gläubig

denn wer weiss, auch diese angebliche Kontrolle wird bestimmt von innovativen Online-Händlern umgangen hzw. unbrauchbar gemacht.

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sample-d 09.07.2012, 16:36
23. ||||

Ich verstehe überhaupt nicht wie man Medikamente online bestellen kann - da gibt es doch keine Apotheken-Umschau...

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Michael KaiRo 09.07.2012, 16:43
24. Passt doch

wieder eine Meldung für mehr Geschäft der Pharmakraken - dazu nimmt man doch gerne noch ein Bild der Pharmakrake Pfitzer.

Nachdem die Packungsgrößen kleiner werden sollen
Schmerzmittel sollen in kleinen Packungsgrößen verkauft werden - SPIEGEL ONLINE
weil die dummen Bürger anscheinend Schmerzmittel als Hauptgang beim Mittagstisch verdrücken (ist ja sooo logisch), kommt man jetzt mit diesen ollen Kamellen.

Freuts doch die Pharmaindustrie und vor allem die Apotheker, wenn alle Deutschen wieder brav zur Apo an der nächsten Ecke laufen. Zum Dank gibts ne Packung Tatü gratis und alle sind glücklich.

Ach ja, nicht zu vergessen diese Halunken:
Bußgelder in Millionenhöhe gegen Pharmagroßhändler

Bonn - Das Bundeskartellamt hat gegen vier Pharmagroßhändler wegen illegaler Absprachen Bußgelder in Höhe von insgesamt 2,6 Millionen Euro verhängt. Die Sanktionen richten sich gegen die Unternehmen Andreae-Noris Zahn AG (Anzag), Phoenix, Gehe und Sanacorp sowie sieben Manager der Firmen...
Das Bundeskartellamt habe bereits 1990/1991 wegen ähnlicher Absprachen Geldbußen gegen zahlreiche Pharmagroßhändler verhängt.

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prösus 09.07.2012, 16:45
25. NICHT der Preis ist das Entscheidende - sondern die Versicherung

Sehr interessant ist, zu beobachten, wie es in den Kommentaren vorwiegend um die Frage der Preise geht. Es wird also unterstellt, dass die Preise alleine der Grund wären, warum "auswärts" gekauft wird.

Viel spannender wäre doch die Frage, inwiefern ein funktionierendes Versicherungssystem einen illegalen Anbieter überhaupt erst auf den Plan rufen würde - oder eben nicht!

Man kann sich dieser Zusammenhänge am besten über die Vergegenwärtigung der amerikanischen Zustände nähern: Führt man sich das U.S.-System vor Augen - zumindest bis zur Obama Reform - so wird deutlich, dass jeder Patient als Kunde für ein Arzneimittelunternehmen interessant wird, weil dieser Patient die Medikamente nicht selten aus der eigenen Tasche zahlen muss. Er bekommt also das Rezept, muss aber auch noch drauflegen. Stünde ein vernünftiges Versicherungssystem dahinter, so würde die Last der Bezahlung nicht beim Patienten alleine, sondern bei der Solidargemeinschaft liegen. Wieder einmal also sehen wir, dass Solidarität eine gute Sache ist.

Das positive Moment erstreckt sich aber noch viel weiter und wird dann für den vorliegenden Zusammenhang ungleich interessanter: Angenommen also, die Versicherungsgemeinschaft käme für die Kosten auf und würde in diesem(!) Sinne auch zu einem Teil als "Beschaffer" der qualitativ minderwertigen und lebensgefährlichen Medikamente. In diesem Falle kann ich mir gar nicht vorstellen, dass die Kassen nicht auch ein Interesse daran hätten, dass das Herankommen an Medikamente besser geprüft würde.

Mit anderen Worten: In diesem Falle könnte man sich einen Zertifizierungsprozess vorstellen, der bei den Kassen beginnt, über die Anbieter geht und wiederum bei den Kassen endet, indem der Verbraucher (Patient) lediglich Medikamenten ersetzt bekommt, die von diesen zertifizierten Herstellern und/oder Lieferanten/Händlern stammen. Natürlich wäre erstmal das Gejohle groß, weil man ja - mal wieder - nicht dem ach so funktionierenden Markt huldigen würde. Sicher, es grenzte an Sozialismus, wenn man hier kontrollieren würde. Aber wiederum müssen wir feststellen, dass der reine Markt eben doch nicht so gut funktioniert, wie wir das gerne hätten (man denke an die Finanzkrise). Es wäre also durchaus sinnvoll, auf eine große Solidargemeinschaft mit wenigen Kassen (am besten: nur einer!) umzustellen, dann wäre die Zertifizierung der Hersteller und Händler leicht zu machen - auch und gerade international. Es bräuchte also niemand auf Medikamente verzichte, die in Schweden oder den USA hergestellt werden.

Damit würde auch die Preisfrage auf ganz anderer Ebene geführt, denn es würde weniger der verruchte Drittanbietermarkt in den Blick geraten, als vielmehr die seriösen Hersteller und deren Preispolitik. Dass nämlich die Margen in der Pharma- und medizinischen Geräteindustrie exorbitant und also nicht dem Markt(!) angemessen ist, weiß jeder: Selbst ein bis ins Mark überzeugter Verfechter der reinen kapitalistischen Marktliberalismus mit dem Namen Rösler, der es als Gesundheitsminister anno dazumal tatsächlich versuchte, die Medikamentenpreise anders - also günstiger - zustande zu bringen. Er scheiterte allerdings an übermächtigen Gegnern.

Es sei also erneut darauf hingewiesen, dass Wirtschaft (Profit) und Gesundheit (Heilung) nicht immer - oder besser: nur selten - einander verträglich sind. Es bedarf einer starken Solidargmeinschaft und starken Regulierungen - sonst sterben Menschen, und das ist keine Übertreibung.

Vgl.: http://forum.spiegel.de/f22/trotz-milliardenreserven-kassen-straeuben-sich-gegen-entlastung-der-versicherten-63961-4.html#post10406031

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zabadac 09.07.2012, 16:56
26. mafia an allen ecken

das schlimme ist ja das nicht nur die fälscher mafia millionen macht sondern durch die seriöse industrie kunden zugeführt bekommt. wenn im artikel zB genannt wird das "viagra" aus Indien 1 € statt 58 € kostet muß man schlucken denn die Inder haben 100% die selben wirkstoffe wie Pfizer. nicht nur die mafia macht also viele hundert % gewinn.

das schlimme ist das man in der 3ten welt ohne angst nix mehr in apotheken kaufen kann, oft liegen da mehr wertlose fälschungen als echtes.

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juergw. 09.07.2012, 16:57
27. Wo ist das Problem ?

Zitat von sysop
Die Betreiber krimineller Online-Apotheken werden immer professioneller. Die mit gefährlichem Klebstoff, Lacken oder sogar Gift gestreckten Tabletten sind vom Original nicht zu unterscheiden, die Internetseiten gleichen den Auftritten seriöser Anbieter. Nun sollen Verbraucher mit Siegeln geschützt werden.
Der Arzt verschreibt mir ein Rezept-damit gehe ich zur Apotheke ,zahle die Rezeptgebühr und erhalte das Medikament.
Nun gut -für die 10,--€ hätte ich auch zwei Schachteln Zigaretten bekommen.Was tut man nicht alles für die Gesundheit....

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BeitragszahlerwiderWillen 09.07.2012, 16:58
28.

Zitat von Michael KaiRo
wieder eine Meldung für mehr Geschäft der Pharmakraken - dazu nimmt man doch gerne noch ein Bild der Pharmakrake Pfitzer. Nachdem die Packungsgrößen kleiner werden sollen weil die dummen Bürger anscheinend Schmerzmittel als Hauptgang beim Mittagstisch verdrücken (ist ja sooo logisch), kommt man jetzt mit diesen ollen Kamellen. Freuts doch die Pharmaindustrie und vor allem die Apotheker, wenn alle Deutschen wieder brav zur Apo an der nächsten Ecke laufen. Zum Dank gibts ne Packung Tatü gratis und alle sind glücklich. Ach ja, nicht zu vergessen diese Halunken: Bußgelder in Millionenhöhe gegen Pharmagroßhändler Bonn - Das Bundeskartellamt hat gegen vier Pharmagroßhändler wegen illegaler Absprachen Bußgelder in Höhe von insgesamt 2,6 Millionen Euro verhängt. Die Sanktionen richten sich gegen die Unternehmen Andreae-Noris Zahn AG (Anzag), Phoenix, Gehe und Sanacorp sowie sieben Manager der Firmen... Das Bundeskartellamt habe bereits 1990/1991 wegen ähnlicher Absprachen Geldbußen gegen zahlreiche Pharmagroßhändler verhängt.
Medikamente enthalten immer Gifte und haben deswegen schreckliche Nebenwirkungen. Insofern kein großer Unterschied.
Aber wer unbedingt welche schlucken will, den stört das nicht... Vermutlich will man mit diesem Artikel die Käufer davon abhalten, preiswert im Internet zu bestellen. Soll doch weiter zu überteuerten Preisen in Deutschland verkauft werden. Dort sind die Gewinnmargen ähnlich hoch, ganz offiziell - bei der meiner Meinung nach kriminellen Pharmaindustrie. Auch insofern besteht also kaum ein Unterschied...

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wasabiroshi 09.07.2012, 16:59
29.

Zitat von tubaner
Und Sie glauben, dass lebensnotwendige Medikamente bisher nicht „dem Markt“ unterworfen sind, sondern nur aus reiner Menschlichkeit hergestellt werden?
Ist ja nicht ganz falsch denn die Pharmafirmen sind in Deutschland ungefähr so dem Markt unterworfen wie die Stromerzeuger. Man sieht es ja auch an den Apotheken: Hätten wir eine halbwegs echte Marktkonkurrenz,wäre der Großteil doch längst verschwunden, von Ketten wie DocMorris verdrängt,die preiswerter anbieten könnten. Wie im normalen Einzelhandel eben. Und mit Qualitätssicherung hat das nichts zu tun. An Lebensmitteln aus dem Discounter ist ja auch noch keiner gestorben,weil sie schlechter sind.

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