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Illegale Online-Apotheken: Lebensgefahr per Mausklick
Zollfahndungsamt Stuttgart

Die Betreiber krimineller Online-Apotheken werden immer professioneller. Die mit gefährlichem Klebstoff, Lacken oder sogar Gift gestreckten Tabletten sind vom Original nicht zu unterscheiden, die Internetseiten gleichen den Auftritten seriöser Anbieter. Nun sollen Verbraucher mit Siegeln geschützt werden.

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boeseHelene 09.07.2012, 20:13
50.

Zitat von narumi-chan
Ich frage mich warum man hier stellenweise dem örtlichen Apotheker nicht das Schwarze unter dem Nagel gönnt. Wo gehen diese Leute hin wenn sie Sonntag nachts um 3 irre Zahnschmerzen oder ne böse Migräneattake haben und kein Mittel mehr im Haus? Richtig, zur diensthabenden Notdienstapotheke. Da bekommen sie schnell ihre Linderung in Tablettenform und die Beratung zur Einnahme gleich dazu. Dass dies alles zusätzliches Geld kostet wird nicht gesehen. Die Räumlichkeiten, die gesetzlichen Anforderungen entsprechen müssen, kosten Geld, das speziell ausgebildete Personal kostet ebenfalls nicht wenig, da kannste nicht die arbeitslose, ehemalige Schleckerverkäuferin hinstellen. Dann kommen noch weitere Kosten hinzu und von irgendwas will der Apotheker auch noch leben. Ausserdem kommt noch die Beratung hinzu. Ich habe mir grad mal die Seite von DocMorris angesehen. Da fehlt die KOSTENLOSE Beratungshotline, wie gesetztlich vorgeschrieben, das heisst, habe ich Fragen zu den Präparaten, muss ich blechen. Gibts in der Apotheke vor Ort nicht. Und die Beratung ist wichtig. Wieviele wissen eigentlich das Aspirin bei Asthmatikern Asthmaanfälle auslösen kann und für Patienten die Falithrom und ähnliche Blutverdünner einnehmen lebensgefährlich sein kann, genauso bei Digoxin oder es die Wirkung von Blutdrucksenkern verringert? Aber Hauptsache einen 1,50 € gespart.
in meinen gut gefüllten Arznei Schrank notfalls noch zum TA meines Vetrauens der ist sowohl vet. als auch med. Mediziner und bei dem würde ich das Mittel bekommen, das hilft und nicht Zeug wie Asprin oder niedrig dosiertes Ibuprofen.

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boeseHelene 09.07.2012, 20:15
51.

Zitat von TheBlackPage
Zum Bestellen von Arzneimitteln im Internet sei noch angemerkt: Schön, wenn man seine Krankheiten planen kann und ES SICH LEISTEN KANN im Internet zu bestellen... Wer spontan krank wird, ist auf die zeitnahe Versorgung (gleicher oder spätestens nächster Tag) durch die Präsenzapotheke vor Ort angewiesen, die Antibiotika, Insulin, Schmerzmittel etc. auf eigene Kosten vorrätig hält ... Dieses System wird von allen untergraben, die Ihre Präsenzapotheke nicht nutzen und sich auf virtuelle Schnäppchenjagd machen - sorry, so ist es, und wenn Ihr mal richtig krank seid, liebe Sparfüchse, dann gute Genesung im www! (Zu Risiken und Nebenwirkungen füllen Sie bitte das Formular 121c aus)
vielleicht sollten die Apotheken sich mal Gedanken machen warum sie so einen schlechten Ruf haben, Stichwort Lobbyarbeit, Apothekenpreise etc. Wenn ich meine hiesige Apotheke mit einer Apotheke im Netz vergleich dann sind da drastische Unterschiede bei den Preisen und nicht jeder hat soviel Geld, viele müssen schauen wie sie über die Runden kommen gerade ältere Menschen oder chronisch Kranke die z.B arbeitsunfähig sind.

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boeseHelene 09.07.2012, 20:21
52.

noch eine kurze Ergänzung so schlecht kann es den deutschen Apothekern gar nicht gehen, denn anderes kann man die immer dichter werdende Anzahl von Apotheken in Innenstädten und Ärztehäusern nicht erklären.

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TheBlackPage 09.07.2012, 20:44
53.

Zitat von boeseHelene
noch eine kurze Ergänzung so schlecht kann es den deutschen Apothekern gar nicht gehen, denn anderes kann man die immer dichter werdende Anzahl von Apotheken in Innenstädten und Ärztehäusern nicht erklären.
Das Problem ist: auf dem Lande dünnen die Apotheken immer mehr aus; die wirklich Leidtragenden sind exakt die von Ihnen aufgeführten 'Randgruppen': ältere Menschen (kein Internet, bzw. nicht die nötigen Skills sich dort zurechtzufinden), Arbeitsunfähige (ohne Auto auf eine ortsnahe Versorgung angewiesen) etc.

Internetapotheken sind häufig riesige Lagerhallen mit (weitgehend) mäßig qualifiziertem Personal, welches mäßig bezahlt wird; da sind die Betriebskosten natürlich andere...

Wie gesagt: Wohl dem, der seine Krankheit planen kann!!

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narumi-chan 09.07.2012, 21:57
54.

Zitat von boeseHelene
vielleicht sollten die Apotheken sich mal Gedanken machen warum sie so einen schlechten Ruf haben, Stichwort Lobbyarbeit, Apothekenpreise etc. Wenn ich meine hiesige Apotheke mit einer Apotheke im Netz vergleich dann sind da drastische Unterschiede bei den Preisen und nicht jeder hat soviel Geld, viele müssen schauen wie sie über die Runden kommen gerade ältere Menschen oder chronisch Kranke die z.B arbeitsunfähig sind.
Die Versandapotheke braucht auch kein Fachpersonal, zum packen von Päckchen stellt man ungelernte für 3,50 die Stunde ans Fliessband. Die Versandapotheke hat auch keinen Notdienst, der gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Kosten für Räumlichkeiten und Mitarbeiten machen einen viel kleineren Anteil als den der Apotheke vor Ort aus. Und die Versandapotheke ordert ihre Medikamente auch nicht packungsweise über den Grosshandel sondern bestellt mal eben ein paar hunderttausend Packungen direkt beim Hersteller, kann die Apotheke vorort nicht. Allerdings hat die Apotheke vorort den Vorteil, man bekommt sein gewünschtes Produkt sofort, oder falls nicht vorrätig ein paar Stunden später, auf Wunsch auch bis zur Haustüre geliefert, natürlich kostenlos und ja die Apothekenumschau nicht vergessen.

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Lampenluft 09.07.2012, 22:07
55. Schattenseiten der Komerzialisierung

Das Thema Gesundheit sollte von Vernunft und nicht von Geld bestimmt sein. Das sind die Schattenseiten der Kommerzialisierung in diesem Sektor. Der einfachste Weg ist ein Verbot der Internetapotheken und die Rückkehr zum traditionellen Apothekensystem. Das stärkt zudem die Infrastruktur im Land und vehindert die Entstehung komplexer "Schutzmechanismen" für dieses künstlich entstandene Problem. Geiz ist nicht geil, Geist und auch Gesundheit sind geil!!!

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wortfeil25 09.07.2012, 22:12
56. Das ist doch nur Gegenkampagne der Abzock-Apotheken

Sicher gibt es kriminelle Grau-Medikamenten-Versender - vermutlich im Promille - Bereich?

Nun kauft man aber bei Doc-Moris, Medikamente-per-klick, online-Apo etc. - etc. etc. ein - und das zu Preisen, die im Mittel zwischen 30 und 60% unter denen der Abzock-Apotheken liegen.

Also was sollen die Abzocker tun?

Man holt die Angst-Kaule raus - und schon zieht der deutsche michlö den Schwanz ein und für ein halbes jahr geht der Online-Apotheken-Umsatz zurück und Millionen sind für die Pharma-Mafia-treuen gerettet?

Ist die Theorie von der Hand zu weissen? Millionen der preisbewussten Online-kunden der vielen seriösen Apotheken werden dies bejahen können.

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dresden79 09.07.2012, 23:02
57.

Zitat von boeseHelene
vielleicht sollten die Apotheken sich mal Gedanken machen warum sie so einen schlechten Ruf haben, Stichwort Lobbyarbeit, Apothekenpreise etc. Wenn ich meine hiesige Apotheke mit einer Apotheke im Netz vergleich dann sind da drastische Unterschiede bei den Preisen [...].
Das ist ungefähr so, als wenn Sie den Tankstellenpächter für die hohen Spritpreise verantwortlich machen.

Selbst wenn ihnen der Apotheker das verschreibungspflichtige Medikament billiger geben möchte: Er würde dafür die Rübe herunterbekommen! Egal ob die Packung 1 oder 100 EUR im Einkauf kostet: Der Verdienst ist festgesetzt (nicht prozentual!!!).
Wenn er ihnen weiterhin eine kostenlose Beratung (wie Doc Morris) verweigert oder die Packung von einem Hilfsarbeiter herüberschieben lässt, kann er seine Laden dicht machen.
Es geht noch weiter: Vormittags dringendes Medikament im Laden bestellt; Nachmittags wird es an Ihrer Wohnungstür abgeliefert; verpflichtender Nachtdienst -> beides zum Späßchen-Honorar...

Die Kostenstruktur von Herrn Morris und Co. im Ausland ist halt eine andere...

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cb81 09.07.2012, 23:40
58. Preise und die bösen vor-Ort-Apotheken

Eigentlich sollte man die unqualifizierten Kommentare einiger User hier ignorieren, aber sollte man nicht über die Dinge, welche man als Grundlage seiner Argumentation besser kennen? Die Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel sind nicht ohne Grund in allen Apotheken und auch in online-Apotheken in Deutschland gleich: es gilt die Arzneimittel-Preis-Verordnung! Die preise werden also von Gesetzes kraft festgelegt. Inzwischen gibt es glücklicherweise für neu zugelassene am eine frühe nutzenbewertung durch den gba. Dieser beschaeftigt sich kritisch damit, ob neue am einen höheren nutzen als etablierte Medikamente haben und ob der Hersteller (!) den Preis selber festlegen darf bzw. Wie hoch. Ich weiß, dass von den geldgierigen Apothekern gerne ein schlechtes Bild gezeichnet wird -und die Berichterstattung des Spiegels hat in der Vergangenheit nicht gerade ein anderes Bild gezeichnet- aber bleiben sie doch bitte bei den Fakten. Zurzeit schließen übrigens pro Woche vier Apotheken in D. Wenn sie also demnächst wieder eine selbstgerührte Salbe oder hilfe im Notdienst brauchen etc. (all das machen online-Apotheken nicht) dann Wundern sie sich auch nicht das die "Monopol"-Apotheke dichtgemacht hat.
Übrigens: verschreibungspflichtig ist verbraucherschutz oder wünschen sie sich einen neuen contenance-Skandal?

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fahrgast07 09.07.2012, 23:46
59. Problem: Gewinnmargen der Apotheken

Das Problem ist hausgemacht: Die Apotheken haben dank Monopol fürstliche Gewinnmargen, und das lockt Betrüger an. Apropos Unseriös: Bei der Apotheke hier um die Ecke bekomm ich regelmäßig wirkungslose Esotherik-Produkte (Homöopathie etc) aufgeschwatzt.

Wir brauchen eine grundlegende Reform im Apothekenwesen, ich empfehle einen Blick in die Niederlande.

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