Forum: Wissenschaft
Image von Dialekten: Freindlich samma! Aber deppert?
DPA

Wer Dialekt spricht, gilt als sympathisch, aber ungebildet. Die Mundart in Deutschland hat ein Image-Problem - völlig zu Unrecht.

Seite 1 von 12
licorne 27.04.2015, 09:59
1. Akzeptanz von Dialekten

Sächsisch galt bei vielen schon vor dem Krieg als dämlich. In meiner Wahrnehmung sind weiche Dialekte wie Sächsisch oder Schwäbisch weniger akzeptiert. Vielleicht klingen sie zu kindlich, da sich die Muskelbewegung hauptsächlich mit wenig Anstrengung im vorderen Bereich des Mundes abspielt. Dialekte mit glutturalen Lauten, wie Kölsch oder eben Bairisch, kommen kerniger rüber als der Singsang der Sachsen und Schwaben und lassen den Sprecher somit unbewusst kräftiger und selbstbewusster erscheinen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leo19 27.04.2015, 10:03
2. Wer keinen Dialekt kann, ist ein heimatloser Geselle!

Dialekt wird situativ gesprochen. Wenn Zuhörer aus verschiedenen Gegenden kommen, wird ein dialektgefärbtes Hochdeutsch bevorzugt. Auch an Schulen und Hochschulen wird gerne die erste Fremdsprache geübt. Zuhause, am Stammtisch und unter Freunden wird gerne die Muttersprache gesprochen.
Verwirrung entstand nach dem Krieg, als Pommern, Schlesier und Ostpreussen in ganz Deutschland verteilt wurden. Zudem wirkt sich die Mobilität negativ auf den Anteil der Dialelektsprecher aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fischers Fritze 27.04.2015, 10:04
3.

Der Marienkäfer heißt auf Sächsisch aber Mohdschegiebschen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
siviha 27.04.2015, 10:05
4. Bisschen einseitig?

Ich bin ja etwas enttäuscht von dem Artikel.. es ist nur von Bairisch und Sächsisch die Rede? Andere Dialekte gibt´s nicht?

Ik will di wiesen, wor de Timmermann ´n Gatt laten hett

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fama7 27.04.2015, 10:05
5. Mutzekiepchen

heißt der Marienkäfer auf Sächsisch. Ich gehe mal davon aus, dass der Fehler auf Spon zurückgeht. Sollte es von Herrn Plewnia stammen, wäre es sehr peinlich für einen Sprachforscher.
Was mich irritiert: Der "sächsische" Dialekt habe mit dem bairischen die meisten Sprecher? Damit ist doch sicher die Thüringisch-Sächsische-Dialektfamilie gemeint. Es gibt nicht das Sächsisch (ich denke, für "das" Bairische gilt das ebenfalls). Wenn man nun ebenso verallgemeinernd die plattdeutschen Regionen zusammenfassen würde, hätte man doch sicher mehr Sprecher als in Mitteldeutschland, oder?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
huger56 27.04.2015, 10:10
6. Leidiges Thema

Ich bin selbst Dialekt- bzw. Mundartsprecher aus dem alemannischen Sprachraum des Oberrheins (und damit spreche ich sprachgeografisch mehr Hochdeutsch, als alle Schriftdeutsch sprechenden). Dass man wegen seines Dialektes belächelt wird, ist man mit der Zeit gewohnt. Es hilft aber, wenn der Dialekt eher ungewohnt klingt und nicht permanent in Film- und Fernsehen zu hören ist. Dann überwiegt die Neugier die Belustigung.

Was mich aber stört, ist die Penetranz, mit der gewisse Sprachregionen meinen, Schriftdeutsch zu sprechen, während sie eigentlich auch - zumindest bei der Aussprache, vielfach aber auch bei der Wortwahl - regionale Färbungen haben und damit Dialekt sprechen. Bspw. spricht kaum ein Deutscher Endungen sauber aus (bspw. "-er" immer in Richtung "a"). Ebenso haben bspw. Österreicher (inbes. Wien und Umgebung) oft das Gefühl, sie sprächen Schriftdeutsch, was sich aber dem Aussenstehenden nicht eröffnet. Das mag die erwähnte Quote von 4/5 erklären.

Ich bin stolz auf meinen Dialekt und ich spreche Ihn gern, wechsle aber bei Auswärtigen automatisch auf das Schriftdeutsche, da unser Dialekt eben kaum verbreitet ist. Ein interessantes Detail ist im Übrigen, dass Kinder bei uns in Spielsituation oft ins Schriftdeutsche wechseln. Dies mag am medialen Einfluss liegen, ist aber sicher auch ein Zeichen, dass die Grenzlinie Dialekt und Schriftdeutsch immer mehr verwischt, sodass auch die Regionialität der Dialekte leider immer mehr verloren geht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hans.beimler 27.04.2015, 10:12
7. Ich kann dem Artikel nur zustimmen.

Als freiberuflicher Ingenieur habe ich schon in verschiedensten Firmen an vielen Projekten gearbeitet. Egal wo man da ist, es gibt jede Menge verschiedener Dialekte zu hören. Gerade die mitteldeutschen Varianten sind da in Süd- und Westdeutschland sehr verbreitet. Kaum jemand spricht wirklich Hochdeutsch, das sind dann meistens die, die sowieso aus der Ecke Hanover stammen. Obwohl die eigentlich nur glauben, Hochdeutsch zu sprechen, sie neigen stark zur Vokaldehnung (Biiiiirne statt Birne). Kein Mensch geht in den Entwicklungsabteilungen davon aus, dass ein Dialektsprecher ein dümmerer Mensch ist. Und da man sowieso die Mischung gewohnt ist, versteht man sich trotzdem gut.

Nach meiner Erfahrung geht Dialektfeindlichkeit meistens mit Dummheit einher. Dialekte bereichern die Kultur!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aleman61 27.04.2015, 10:14
8. Kompetenz

leider gilt ja heute in Deutschland, dass Denglisch für Intelligenz und Kompetenz steht. Dabei ist es ja nicht mal ein Dialekt, sondern nur Sprachschlamperei und Arroganz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Brillalein 27.04.2015, 10:15
9. Nicht Mutzekriepschen sondern

Muudschegiibschn heißt das. So hat das meine Mama immer gesagt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 12