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Innovationen zum Klimaschutz: Rettung durch Technik
SkySails

Anstatt des Handels mit wirkungsarmen CO2-Ausgleichszertifikaten muss eine harte CO2-Steuer her. Deren Einnahmen sollten konsequent in technische Innovationen zur Energieversorgung gesteckt werden. Ideen dafür gibt es genug.

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Fuxx81 16.06.2019, 16:45
1. Neue Ideen

Neue Ideen haben es traditionell schwer im konservativen Deutschland. Wenn mal jemand eine hat, wird sie in der Regel so lange totgeredt, bis irgednwann die Amerikaner oder Chinesen damit Geld verdienen. Aber hey, wir haben den Dieselmotor, der wird auch in 300 Jahren noch unverzichtbar für die Weltwirtschaft sein /sarcasmus

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Mehrleser 16.06.2019, 16:46
2. Jenga und Windspiele als Lösung?

Ob Stapeltürme im Jenga-Stil oder Windspiele wirklich die Lösung für die Energieversorgung einer Industrienation sind, möchte ich einmal in Zweifel ziehen. Andere SPON-Vorschläge, wie die Verwendung der Akkus von eAutos als nächtliche Stromversorgung sind auch nicht besser.

Zustimmung aber im Grundsatz, daß wir (neue) technische Lösungen für die Energieerzeugung, den Energietransport und die Energiespeicherung brauchen! Und dafür müssen ein paar Milliarden in die Hand genommen werden. Aber ob CO2-Steuer, oder einheitliche Mehrwertsteuer oder was für eine Finanzquelle auch immer, diese Lösungen müssen in der Fläche und in einem großen Umfang gebaut werden. Und der Staat muss in die Lage versetzt werden, dies auch gegen lokale Partikularinteressen durchzusetzen. Das ist der Schlüsselfaktor! Wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen, dann kann nicht immer Rücksicht auf Feldhamster, Fledermäuse oder besorgte Anwohner genommen werden. Denn eine Lösung, die alles leistet und niemanden belastet wird es nicht geben.

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mwinkl02 16.06.2019, 16:49
3. Vom Gewinn zum Kostenparadigma

Absolut richtig! Das Wichtigste bei der CO2 Besteuerung ist, dass die Erlöse tatsächlich für Investitionen in Vermeidungstechnologien verwendet wird. Das kostet zusätzlich zu existierenden Steuern und Umlagen 1-4% der Kaufkraft. Ich hoffe die Akzeptanz dieser gewaltigen Kosten ist grösser wenn es sich um akzeptierte Ausstiegsskosten und nicht mehr um Gewinne für Investoren (EEG-Umlage) handelt.

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Johann Dumont 16.06.2019, 16:49
4. wir haben versagt - verpasste Chancen

eine verpasste Chance - Herr Gabriel und Frau Merkel haben es sabotiert - in ganz Europa hätten wir einen Boom ganz ohne arbeits- und perspektivlose Jugendliche. Aus sich selbst heraus finanziert mit vielen neuen Ausbildungsplätzen - mehr Privateigentum - viel besserer Infrastruktur und viele zufriedene junge Familien. Mit viel Geld haben wir die Grundsteine gelegt für sehr gute Photovoltaik, die besten Windräder, Wärmepumpe, preiswerter beliebig skalierbare Stromspeicher, revolutionäre elektronische Bausteine für die Leistungselektronik und vieles mehr. Durch das Abwürgen der Energiewende zugunsten wenige Oligopolisten hat Frau Merkel mit ihrem hilfswilligen Herrn Gabriel ein die Welt veränderndes Model der Energieversorgung verhindert. Alles kann durch das eingesparte Gas, Öl und Kohle finanziert werden. Es ist nicht nur der Verkehr - allein die Heizungen verschlingen bei uns weit mehr Energie. Wir haben auch solar betriebene Klimaanlagen - über Röhrenkollektoren mit heißem Wasser ab 80 Grad betrieben Absorptionskälteanlagen - ohne Kompressor. Wir haben Redox Flow Batterien und andere chemische Batterien wie etwa Natronlaugenspeicher etc. etc. Schon Schremp und Piech haben die damals fortschrittlichste Batteriefabrik der Welt geschlossen - möglicherweise weil Katar und andere Ölverkäufer maßgeblich sowohl an VW als auch an Daimler beteiligt waren. Eine Welt die innerhalb von zwei Jahren nur noch die Hälfte des jetzigen Verbrauchs von Gas, Öl und Kohle hätte wäre eine andere. Wir hätte als Beispiel dafür dienen können - jetzt macht es China unter wesentlich schlechteren Bedingungen. Nicht nur unsere Automanager - die ja nur Erfüllungsgehilfen sind - auch unsere Politiker haben durch mangelnde Weitsicht die Welt schlechter gemacht als sie sein müsste.

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EMU 16.06.2019, 16:49
5. CO2-Zerfifikate funktionieren

Letztendlich sind handelbare Zertifikate der effizienteste Weg, CO2 zu verringern.
Es darf halt nur nicht von irgendwelchen ignoranten Politikern gemanagt werden, die die Dinger erfinden, um gewählt zu werden, und dann nach der Wahl komplett sabotieren, indem sie sie dann ihrer jeweiligen Lieblingsindustrie einfach in beliebiger Menge zuschanzen.

Also, liebe Politiker, geht einfach mal aus dem Weg und lasst die Leute ran, die schon seit Jahrhunderten mit Zertifikaten jeder Art handeln, den Bankern. Dann ist das nämlich ganz einfach:

Die EU beschließt z.B., wieviel CO2 im Jahr 2020 ausgestoßen werden darf. Dann gibt's pro Tonne ein Zertifikat, die werden am Jahresanfang versteigert, oder Quartalsweise, oder am Anfang, wenn noch keiner weiss wie's geht, täglich und ab da wird der Handel freigegeben.

Der Privatanwender wird bürokratietechnisch davon praktisch nicht berührt, weil bei Kohle, Heizöl, Gas und Kraftstoff die Zertifikate anfallen, wenn sie die Raffinerien und Bergwerke verlassen (oder eine EU-Grenze passieren), bzw. sobald bei der Herstellung klar ist, dass der Kram nicht für die chemische Industrie sondern zur Verbrennung gedacht ist. Das wirkt sich dann völlig automatisch auf z.B. den Strompreis aus Kohlekraftwerken oder die Preise an der Tankstelle aus.

Ende vom Lied: Die Firmen, die mit dem CO2 den meisten Mehrwert schaffen, können sich die Zertifikate am ehesten leisten, die anderen werden schleunigst versuchen, ihre Effizienz so zu erhöhen, dass sie weniger brauchen.

Funktionierende Marktwirtschaft halt.

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spon_4_me 16.06.2019, 16:51
6. Endlich

wird einmal in einem populärwissenschaftlichen Text die Thematik der Rückgewinnung von CO2 aus der Atmosphäre angesprochen - eines zentralen Elements vieler Klimamodelle, aber bislang publizistisch merkwürdig unbeachtet verglichen mit all dem Abschalten und Einsparen und Besteuern. Weil CO2 chemisch nicht besonders schwierig zu binden ist, aber dabei kaum wirtschaftlich interessante Produkte entstehen, wird es meines Erachtens nur mittels einer Solidaritätsabgabe a la Aufbau Ost und entsprechenden Subventionen gehen. Vielleicht kann man dafür einen Teil der 100 Milliarden aufwenden, die die Grünen (auch hier: endlich!) durch die Gemeinschaft finanzieren wollen.

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ArnoNym 16.06.2019, 16:52
7. Sorry, aber völlig undurchdacht und realitätsfern visionär!

Sorry, aber der ganze Artikel ist einfach realitätsfern visionär. Beispiele Gefällig?

Zitat von
Viele kluge Menschen rund um den Globus sind dabei, hervorragende Ideen zu entwickeln, wie man Energie klimaneutral erzeugen und speichern kann.
jaja, immer die gleiche Leier: Die gewünschte Technologie gibt's nicht und wird es auch wahrscheinlich nie geben, aber "kluge Menschen" arbeiten an einer Lösung.

Zitat von
Kräne ziehen riesige Betonklötze auf Lego-artig aussehende Türme hinauf, wenn gerade zu viel Energie da ist.
"Tolle" Idee! Kann sich der Autor noch an den Artikel jüngst in SPON erinnern, in dem es darum ging, wie klimaschädlich Beton doch sei? Und wie lange hält er?

Zitat von
Am Ende müssen Energiequellen, Speicher und Verbraucher natürlich sinnvoll, flexibel und intelligent miteinander vernetzt werden
Sorry, aber völliger Quark:
1. Eine "intelligente" Vernetzung erzeugt keine einzige kWh zusätzlich.
2. Das el. Netz ist heute schon so intelligent, daß man in Bayern Strom abrufen kann, der in Schleswig-Holstein erzeugt wurde. Braucht man noch mehr Intelligenz?

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Stega 16.06.2019, 17:02
8. was so schnell schon?

Warum sollen wir ausgerechnet JETZT uns schon voreilig Gedanken machen für eine derart hypothetische Angelegenheit? Wer hätte denn ahnen können, daß das jetzt so plötzlich auf die Agenda kommt? German Angst und so. Laßt uns doch erst mal ganz pragmatisch den schönen warmen Sommer genießen, und mal schauen, was passiert. Da wird es doch sicher dann auch ganz spannende coole technologische Innovationen geben. Der Menschheit ist immer noch was eingefallen. Die kaufen wir uns dann.

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tinnytim 16.06.2019, 17:04
9. Lieber den Spatz in der Hand...

Herr Stöcker, das sind alles nette Ideen und heute Mittag im Presseclub haben Sie mir gut gefallen, dennoch möchte ich mit meiner leichten konservativen Ader doch darauf hinweisen, dass wir bereits gute Technologien haben, die wir einfach nur mal benutzen müssen. Die Bundesregierung würgt gerade die zwei Zugferde unserer Erneuerbare Energien ab. Im ersten Quartal 2019 wurden so wenig Windenergieanlagen gebaut, wie zuletzt 2005. Das liegt hauptsächlich an immer schlechter werdenden politischen Rahmenbedingungen, denn Platz in Windvorrangflächen (außer in Bayern und Sachsen) gibt es genug und so günstig, wie noch nie, sind die neuen Anlagen auch. In der strukturschwachen Gegen um Aurich werden bereits Jobs abgebaut.
Selbes Spiel in der Solarbranche: Nächstes Jahr im Frühjahr wird der noch von Schwarz-Gelb eingeführte 54GW Ausbaudeckel erreicht sein. Dann gibt es keine Förderung mehr für Solaranlagen auf Dächern. Die verbliebenen deutschen Solarunternehmen schreiben bereits seit einer ganzen Weile Brandbriefe ins Wirtschaftsministerium. Scheint dort aber keiner zu lesen.

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