Forum: Wissenschaft
Innovationen zum Klimaschutz: Rettung durch Technik
SkySails

Anstatt des Handels mit wirkungsarmen CO2-Ausgleichszertifikaten muss eine harte CO2-Steuer her. Deren Einnahmen sollten konsequent in technische Innovationen zur Energieversorgung gesteckt werden. Ideen dafür gibt es genug.

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suchenwi 16.06.2019, 17:22
20. Turbine?

Zwei Stellen im Artikel sind mir aufgefallen:
"Stahlseile drehen eine Turbine..."
"Wenn Strom gebraucht wird, werden die Klötze abgelassen und drehen dabei Turbinen."

Turbinen werden durch schnell bewegte Luft, Wasser(-dampf), oder Abgase angetrieben, und erzeugen Strom mit dem angeflanschten Generator.
Gemeint ist in beiden Fällen wohl, dass ein Elektromotor etwa durch Umpolung auch als Generator verwendet wird (Rekuperation - haben bessere E-Tretroller schon ;^)

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mikelinden 16.06.2019, 17:24
21. Atomenergie

Auch wenn es keiner wahr haben möchte, ohne Atomenergie ist eine ausreichende, CO2-neutrale Grundlastversorgung in einem Industrieland wie Deutschland nicht denkbar. Auch wenn Fukushima die Risiken der Atommeiler drastisch vorgeführt hat, so hat es in den letzten 60 Jahren, soweit mir bekannt, nur drei ernsthafte Vorfälle gegeben. Fukushima war nicht auf einen Tsunami dieser Höhe vorbereitet, alle anderen Reaktoren haben in Japan das gewaltige Erdbeben ohne größere Schäden überstanden. In Tschernobyl hätte es keinen GAU gegeben, hätten nicht ein paar durchgeknallte Wissenschaftler mit den Fingern an den Knöpfen gespielt. Das einzige, mir bekannte AKW, bei dem es wegen technischen Versagens fast zu einem GAU kam, war 1979 Harrisburg in den USA. Ok, das Problem mit dem Endlager ist noch nicht gelöst, ein Problem, das im Vergleich zu der Erderwärmung sehr klein erscheint.

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titus2019 16.06.2019, 17:24
22. Differenzierung ist wichtig

Vorweg: ich arbeite seit vielen Jahren in den UN Klimaverhandlungen.
Leider vermischt der Artikel einige grundlegende Themen in schwieriger Art und Weise. Ja, es bedarf neuer, innovativer Ansätze dem Klimawandel zu begegnen. Wir sehen tolle Forschungen und klimafreundliche Branchen entstehen. Toll!
Aber warum bedarf es dabei bitte in diesem Artikel der Kritik an globalen Lösungs und Finanzierungsansätzen? Super, wenn Hamburg geföntes Vulkangestein zur Energiespeicherung hat. Nur blöd, wenn gleichzeitig 10 neue Kohlekraftwerke in Entwicklungsländern gebaut werden und Wälder für Vieh und Nutzpflanzen gerodet werden. Dass sich Industrieländer nicht nur "freikaufen", dafür sind wir als Wähler verantwortlich. Als Verursacher des Klimawandels sind wir aber auch dafür verantwortlich, Entwicklungsländer mit denselben tollen Innovationen zu unterstützen die hier im Artikel beschrieben werden.

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Haarfoen 16.06.2019, 17:34
23. Gesamtheitliche Planung - Einsparpotentiale nutzen

Auch wenn das nach Planwirtschaft riecht: 1000-nde von profitorientierten Unternehmen parallel an dem Thema arbeiten zu lassen, wird CO2- intensive Verwerfungen induzieren. Bedeutet: Es braucht dringend eine übergeordnete Planungsstelle, die den Bedarf an Energie besser erfasst und die einzelnen Aktivitäten koordiniert, bzw. hinsichtlich Ihres Gesamtnutzens bewertet. Diese Planungsstelle sollte vorwiegend mit kompetenten Wissenschaftlern und Ingenieuren besetzt sein, Politiker sind den technischen Herausforderungen im Verständnis nicht gewachsen und zu stark in den Interessenverbänden verfilzt. Wir müssen dringend unser Einsparpotential überprüfen: Unsere Autobahnzubringer sind mitten in der Nacht bei niedrigstem Verkehrsaufkommen taghell beleuchtet, Ampeln schalten und walten ohne Verkehr, öffentliche Gebäude haben aufgrund von Wartungsstau teils erschreckende Energiebilanzen, usw. Eine sinnvolle Vernetzung von Endverbrauchergeräten (Waschmaschine schaltet nur bei Stromüberfluss ein) und straffere Regeln (Verbot von Kurzstreckenflügen / Kreuzfahrten) können schon jetzt helfen, den Energiebedarf zu senken.

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ghp2 16.06.2019, 17:35
24.

Zitat von EMU
Letztendlich sind handelbare Zertifikate der effizienteste Weg, CO2 zu verringern. Es darf halt nur nicht von irgendwelchen ignoranten Politikern gemanagt werden, die die Dinger erfinden, um gewählt zu werden, und dann nach der Wahl komplett sabotieren, indem sie sie dann ihrer jeweiligen Lieblingsindustrie einfach in beliebiger Menge zuschanzen. Also, liebe Politiker, geht einfach mal aus dem Weg und lasst die Leute ran, die schon seit Jahrhunderten mit Zertifikaten jeder Art handeln, den Bankern. Dann ist das nämlich ganz einfach: Die EU beschließt z.B., wieviel CO2 im Jahr 2020 ausgestoßen werden darf. Dann gibt's pro Tonne ein Zertifikat, die werden am Jahresanfang versteigert, oder Quartalsweise, oder am Anfang, wenn noch keiner weiss wie's geht, täglich und ab da wird der Handel freigegeben. Der Privatanwender wird bürokratietechnisch davon praktisch nicht berührt, weil bei Kohle, Heizöl, Gas und Kraftstoff die Zertifikate anfallen, wenn sie die Raffinerien und Bergwerke verlassen (oder eine EU-Grenze passieren), bzw. sobald bei der Herstellung klar ist, dass der Kram nicht für die chemische Industrie sondern zur Verbrennung gedacht ist. Das wirkt sich dann völlig automatisch auf z.B. den Strompreis aus Kohlekraftwerken oder die Preise an der Tankstelle aus. Ende vom Lied: Die Firmen, die mit dem CO2 den meisten Mehrwert schaffen, können sich die Zertifikate am ehesten leisten, die anderen werden schleunigst versuchen, ihre Effizienz so zu erhöhen, dass sie weniger brauchen. Funktionierende Marktwirtschaft halt.
Eine Deckelung der Co2 Emission ist auch nur so machbar.
Schauen wir uns die Mineralölsteuer an - die ist gewaltig, hat aber nichts bewirkt da diese nicht deckelt. Stellen wir uns eine Mineralöldeckelung pro Person an - da müsste der SUV Fahrer beim Obdachlosen betteln gehen!

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aggro_aggro 16.06.2019, 17:38
25. CO2-frei?

CO2 ganz zu vermeiden ist natürlich nicht möglich. Flugzeuge, Containerschiffe und auch LKW werden flüssigen Brennstoff auch in Zukunft brauchen, und Erdöl ist günstig und vielleicht sogar umwelt-und sozialverträglicher als Bioethanol oder Biodiesel.
Stahl und Beton müssen auch weiterhin hergestellt werden.
Im Bereich Individualverkehr, Strom und Heizen können wir CO2-frei werden.
Die für mich wichtigste Technik ist durchzusetzen, dass kein PKW mehr als 100km aus eigener Kraft fahren muss. 50 km zur Autobahn und dort Teil eines effizient angetriebenen Konvois werden, an den er magnetisch und selbsttätig ankoppelt. Die Zugmaschinen können induktiv oder per Oberleitung angetrieben werden (und dabei sogar die PKW-Batterien wieder laden).
Die letzten 50 km fährt man wieder individuell, und das geht alles rein elektrisch, sogar mit relativ kleinen Batterien.
Beim Heizen Nahwärmekraftwerke und die unzähligen Möglichkeiten Abwärme zu nutzen.
Die Menschheit kann ihre CO2-Produktion halbieren und dann muss Kohlenstoff wieder eingesammelt werden. Das Bauen mit Holz oder anderen neu erzeugten Kohlenstoffträgern ist eine Möglichkeit.

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jo-jo-2000 16.06.2019, 17:39
26. Oder einfach Kernfusion

in die seit dem Beginn der Forschung vor 50 Jahren viel zu wenig Geld gesteckt wird. Deshalb gibt es da auch so wenig Fortschritt.

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salomon17 16.06.2019, 17:48
27. Richtiger Ansatz

Nicht "Business as usual" und nicht angstvoll in die Zukunft starren. Ärmel hochkrempeln und tun, was getan werden muss. Wir haben das Know-how und die technischen Möglichkeiten, unsere Wirtschaft ohne größere Einbußen an Lebensqualität auf Nachhaltigkeit und Klimaneutralität zu trimmen. Wir müssen nur die richtigen Entscheidungen treffen. Wenn wir es richtig anstellen, werden uns andere nachfolgen. Davon bin ich fest überzeugt.

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nic 16.06.2019, 17:48
28.

Aber weiterhin den Welthandel antreiben. Das führt zu Absurditäten wie dem Export von Rindfleisch nach Argentien und zurück. Gewinner sind Unternehmer und die Rechnung zahlt wer. Ergo, Gewinne privatisieren, "Schäden" in diesem Fall, sozialisieren. Immer wieder das Gleiche.

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Palmstroem 16.06.2019, 17:51
29. Wer den Klimawandel ernst nimmt,

kann auf Atomkraftwerke nicht verzichten. Die Wissenschaft empfiehlt neben Erneuerbaren Energien auch Atomkraftwerke. Wer also die Klimaerwärmung begrenzen will, sollte seine ideologischen Scheuklappen ablegen. Während Franzosen pro Kopf heute schon nur 4,5 Tonnen CO2 pro Jahr erzeugen, sind es bei einem Deutschen 8,9 Tonnen. Den Unterschied macht der Atomstrom.

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