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Internationale Umweltstudie: Deutsche patzen im Öko-Ranking

Die Deutschen sehen sich gern als Öko-Weltmeister - doch weit gefehlt: In einem internationalen Ranking zum Umweltverhalten im Alltag liegen ausgerechnet Länder wie Indien, Brasilien und China vorn. Den Deutschen verhagelt ihre Liebe zum Flaschen-Trinkwasser das Ergebnis.

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Klaus S. 13.05.2009, 23:21
50. Was fuer ein eigenartiger Vergleich.

Ist schon ein eigenartiger Vergleich. Laender die im Dreck umkommen wie Indien zeigen ein besseres Umweltverhalten??!!
Wenn ich in Mumbay bin denke ich jede Minute daran das unbedingt die Umwelt verbessert werden muss.Dagegen wenn ich in Deutschland bin habe ich nicht diese Gedanken,weil alles so "sauber" ist.
Bin ich nun einer der nicht an Umweltschutz interessiert ist??
An dem Flaschenwasser ist schon was dran. Muss man denn in Hamburg Wasser aus Bayern trinken und umgekehrt??
Ich glaube es gibt immer Leute die allen moeglichen Mist analysieren um sich damit wichtig zu machen. Die Analysten wollen alle Menschen vereinheitlichen und das letzte Fuenkchen Lebensfreude kaputt reden.
Ich glaube das Deutschland auf dem richtigen Weg ist und man sollte aufhoeren immer Aepfel mit Birnen zu vergleichen.
Gruesse aus den Slums von Indonesien.

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guenter k 13.05.2009, 23:33
51. Von russischen Umweltschützer und deutschen Vielwasserflaschentrinkern

Dass die "Liebe zum Flaschen-Trinkwasser" den Deutschen das Ergebnis verhagele, sagt eines aus: Diese Studie ist ein Witz! Es werden Äpfel bin Birnen verglichen, um ein altes, aber in diesem Fall zutreffendes Sprichwort zu bemühen. Denn die Studie beruht auf Bevölkerungsumfragen. Von Paris bis Sydney, von Jecheon bis Denver. Und was der Franzose, Spanier oder Argentinier als "umweltfreundlich" bezeichnet, das muss noch lange nicht mit den Aufassungen der Brasilien oder Deutschen übereinstimmen.

In Russland zum Beispiel, in dem es klein systematisches, flächendeckendes Recykling-System gibt, keinen grünen Punkt, aber Plastikverpakungen bei McDonals und äußerst geringe Umweltstandards, in diesem Land muss es einem Bürger schon als außergewöhnlicher Akt für den Umweltschutz vorkommen, wenn er seinen Hausmüll nicht direkt auf die Straße kippt, sondern im Hinterhof vergräbt. Wer die Slums in Brasilien oder China gesehen hat, der weiß, wie Müllentsorgung anderso funktionieren kann.

Ach ja, China: aufgrund seiner Größe, kulturellen Vielfalt und kommunikationstechnischen Bandbreite, von Rechenschieber bis Highend-Laptop, ist das Land so unterschiedlich aufgestellt, dass die Ergnisse jeder Umfrage, die Gültigkeit für das ganze Land beanspruchen, stark anzuzweifeln sind. China ist fortschrittliche Industrienation, Schwellenland und Entwicklungsland zugleich. Umfragen zum gleichen Thema mit den gleichen Fragen von Sao Paulo über Stockholm nach Seoul werden unterschiedlich verstanden und beantwortet. Da stößt jede Umfrage schnell an ihre Grenzen. So schön "international vergleichende Studie" auch klingen mag.

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Chefkoch101 13.05.2009, 23:58
52. Aber sicher....

Einen wunderschoenen!

Der Artikel ist der Knaller, besser gesagt, die Studie. Keinesweges moechte ich die Berichterstattung in Frage stellen, vielmehr ein Kommentar zu beschriebener Studie abgeben.

Wer schon mal in Sao Paulo mit dem Auto unterwegs war, der kann beim Lesen des Artikels nur unglaubwuerdig mit dem Kopf schuetteln. Es ist ja ganz klar, dass Befragte dort eher oekologische Bedenken haben, als vielleicht im Breisgau.
Desweiteren habe ich in meiner Zeit in Brasilien relativ wenig Waermdaemmtechnik etc. gesehen, vielleicht liegt's am Klima...oder am Caipirinha.
'Flaschen' anzuprangern halte ich fuer sehr innovativ, bitte in Zukunft mehr 'Dosen' konsumieren...
Ich lebe seit Jahren in Amerika und kann nur sagen: Bitte Deutschland, mach weiter so!!!

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daedalus80 14.05.2009, 01:20
53. wasser

Zitat von notty
Ansonsten ist meiner Meinung die Studie fuer den Muell, koennte sie ausgerechnet noch dazu fuehren, dass Brasilien sich in seiner global gefaehrdenden Brandrodungspolitik noch bestaetigt fuehlt und dann noch mit einem Topplatz in Oekologie "belohnt" wird. Nur weiter so Brasilien noch ein bischen mehr zuendeln, vielleicht ist noch der erste Oekoplatz drin.... Irgendwie verkehrte Welt....
Brasilien rodet Wälder um Soja anzubauen, mit dem dann in Europa das Vieh gefüttert werden kann.
Hauptabnehmer von brasilianischen Sojabohnen und argentinischem Sojaschrot (Nebenprodukt bei der Herstellung von Sojaöl) sind Deutschland und Frankreich: Vom deutschen Futtermittelverbrauch deckt Soja rund 30 Prozent ab, das sind mehr als 4,2 Millionen Tonnen jährlich.
Die globale Resourcenlast betreffend sind wir Deutschen noch immer Herrenmenschen.
Wir nutzen den "globalen Garten" in einem Maße, das sich die ganze Welt nie wird leisten können.

Während im Nordosten Brasiliens die Leute verhungern, wächst anderswo im selben Land ortsfremdes Soja, damit der Europäer ja nicht zu viel für sein Steak bezahlen muss.
Europäische Rinder fressen den Regenwald auf.

Leitungswasser kostet in Deutschland durchschnittlich 1,81€ pro Kubikmeter oder pro Tonne. Kann sich ja jeder ausrechnen, was Flaschenwasser wert ist.
Die Unternehmen verdienen sich dumm und dämlich.

Mich wundert auch, dass niemand seiner Haustechnik vertraut, aber anscheinend durchaus den fernen Abfüllanlagen und Lagermethoden der Flaschenwasserfirmen.

Ich vertrau eher meinen Leitungen, die ständig durchflossen werden, als den Flaschen, die schon sonst wie lange irgendwo rumstehen.

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Sergejewitsch 14.05.2009, 01:29
54. Wasserträger

Mir ist diese Plastikflaschenwassermanie der Deutschen schon immer ein Rätsel gewesen. Leitungswasser ist in den meisten Kommunen Deutschlands in jeder Beziehung weit überlegen, und Wasser aus Plastikflaschen schmeckt, egal, wie gut die Qualität vor der Abfüllung war, für meine Begriffe einfach nur eklig.
Zitat von traxlite
Warum sonst trinken Sportler wohl Mineral- und nicht Leitungswasser?
Weil sie genauso naiv sind wie der Rest der deutschen Bevölkerung.

Zitat von traxlite
Wer garantiert mir denn bitte schön, dass das Leitungswasser vom letzten Kontrollpunkt bis zu mir aus dem Wasserhahn nicht verunreinigt wird?
Zum Beispiel die Tatsache, daß die Trinkwasserleitungen (anders als die gesamte Versorgungskette bei abgefülltem Wasser!) täglich mit über hundert Litern Brauchwasser (pro Person) durchgespült werden. Die winzigen Verunreinigungsspuren, die unter den Umständen überhaupt noch möglich sind, kommen beim Verbraucher auch noch in extremer Verdünnung an. Die Sauberkeit von Trinkwasserleitungen können Ihre Wasserflaschen nicht einmal entfernt erreichen ...

Zitat von traxlite
Was ich in der Statistik auch sehr bezweifeln mag - wer fährt bitte schön NUR wegen Wasser mit dem Auto in den Supermarkt (diesen Leuten ist eh nicht zu helfen)?? Wenn, dann erledige (zumindest) ich, gleich den Wocheneinkauf.
Den Wocheneinkauf kann man als Single, wenn man sich endlich die Wasserflaschen abgewöhnt, wunderbar zu Fuß erledigen. (Erfordert natürlich minimale Umsicht bei der Wohnungssuche, die sich aber finanziell und ökologisch auszahlt).

Der einzige Tip, den man beim Leitungswasser-Trinken beachten sollte, ist, morgens, bzw. wenn das Wasser ein paar Stunden in den Leitungen gestanden hat, nicht direkt die ersten Liter aus dem Wasserhahn zum Trinken zu nehmen. Leider sind nämlich die häuslichen Leitungen und vor allem Armaturen lange nicht so gut wie die außerhäusigen Versorgungsleitungen. Ein guter Trick ist z. B., das Kaffeewasser nach dem Duschen im Bad zu zapfen.

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filou11 14.05.2009, 02:26
55. Totaler Quatsch

Zitat von taurino
Das ist mir völlig unerklärlich. Ich kenne seit Jahren Spanien intensiv,und außerhalb der eigenen vier Wänden schmeißt der spanier seinen Müll über die Mauer: Plastikflaschen ohne Ende, überALL UNRAT; WILDE kIPPEN; ILLEGALE BAUTEN USW:
Ich bereise regelmässige Südostasien. Da ist es nicht anders. Überall Plastikmüll. Und damit es im Auto nicht so warm wird, wird natürlich der Motor nicht abgestellt weil ja dann die Klimaanlage nicht arbeitet.So z.B. beim Einkaufen. Das trift für Japan genauso zu wie für Thailand, Malaysia, Indonesien u.a..
Also so einen totalen Quatsch habe ich lange nicht mehr gelesen. Und dass 57% der Deutschen nicht glauben dass die „Erderwärmung“ ihnen nicht schadet hängt damit zusammen dass wir intelligent genug sind um nicht aus das reinzufallen was uns die Klimahysteriker weis machen wollen

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xrmb 14.05.2009, 03:45
56. Deutsche lieben Sprudelwasser

Es hat sicher schon jemand vor mir geschrieben oder bemerkt. Aber die Deutschen moegen ja hauptsaechlich Wasser das blubbert, und ich kenne keinen Trinkwasserhahn in Deutschland wo das direkt so rauskommt... man kann es auch schwer selber machen (schmeckt bloed, oder)

Aber ich mag Blubberwasser eh nicht, trinke ganz brav das Wasser aus meiner eigenen Quelle hinterm Haus, frischer und besser schmeckend gehts gar nicht!

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zenonrc 14.05.2009, 04:25
57. Brasilien

Zitat von Peterldw
Ich lebe in Brasilien und man könnte die von ihnen angeführten Punkte eins zu eins übertragen. Keine Abwasserreinigung, Chemikalien in die Flüsse, keine Mülltrennung, Autowaschen und Ölwechsel auf offener Straße, Motoren im Stand laufen lassen usw. Brasilien hat einen.....
Lebe auch in Brasilien; Wasser wird uns in Mehrwegflaschen von 20l per Fahrrad geliefert. Die meisten hier fuellen ihre Flaschen an Brunnen auf und transportieren diese mit der Schubkarre nach Hause. Der Kopf Wasserverbrauch fuer Hygiene, etc faellt momentan nicht ins Gewicht da ohnehin zuviel vom Himmel faellt waehrend der diesjaehrigen Regensaison. Denn Wasser haben wir nun selbst im Nordosten, dank der Konstruktion von Staudaemmen. Die Regierung Lulas geht gegen die Abholzung des Amazonas im machbaren Bereich vor, Halter von Wildvoegeln werden zu hohen Strafen verurteilt (wenn denunziert), die Monokulturen sind ein Problem das von einer Elite geschaffen wurde und da bedarf es wohl internationalem Druck. Motoren laufen auch hier im Stand, habe aber noch keine Oelwechsel auf offener Strasse gesehen.
Mit meinen Nachbarn habe ich durchgesetzt dass Abfallbeseitigung, minimale Laermbelaestigung und ein Minimalbewusstsein fuer den Erhalt unserer Ambiente (Duene, Strand) nun stattfinden.
Im letzten Jahr wurden in der naeheren Umgebung an die 100 eol-energiespender errichtet (zahle trotzdem nicht weniger fuer meinen Strom...).
Meine Tochter diskutiert in der Schule ueber Umweltfragen.
Dieses Land ist auf dem richtigen Weg, es bedarf nur jener Aufklaerung die in der Vergangenheit versaeumt wurde.
Die brasilianische Politik holt dies nun unter Praesident Lula im Eiltempo nach.
Brasilien steht auf dem 2. Platz der oben erwaehnten Liste.
Somit kann ich ihre Kritik an dem Land nicht nachvollziehen

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guentersha 14.05.2009, 04:49
58. Defizite

Zitat von Holledauer
Zufälligerweise bin ich in Indien und in der VR China in Umweltfragen beratend tätig und kenne ziemlich genau die Defizite in diesen Ländern....Gehen Sie einmal durch Peking oder andere chinesische Großstädte: Wenn die Gewässer nicht touristisch genutzt werden, dann sind es meist stinkende Kloaken.
Ich lebe und arbeite seit fast 20 Jahren in Shanghai. Sicher gibt es noch Defizite, aber auch Fortschritte. Der sog. 'Suzhou Creek' war z.B. bis vor ein paar Jahren so eine Kloake und man hat viel Geld investiert um den wieder zu einem Fluss zu machen, in dem es auch wieder Fische und Flusskrebse gibt. Man hier auch das Recycling in den Wohngebieten recht gut organisiert - man sammelt seine Blechbuechsen und Plastikflaschen zu Hause, ruft bei der Sammelstelle an, die schicken jemand der das Zeug abholt und man bekommt einen bestimmten Recyclewert als Anerkennung sofort ausbezahlt. Das funktioniert hier in den Wohnanlagen sehr gut und alle meine Nachbarn machen das auch. Das Ergebnis ist u.a., dass auch die Kinder Abfaelle wie softdrink Buechsen nicht mehr - wie noch vor ein paar jahren - einfach auf die Strasse werfen. Ich denke, ein Anfang ist hier schon gemacht. Und fragen Sie mal die Manager von BASF, Bayer, VW, Siemens usw nach Umweltauflagen - das ist mittlerweile hier schon ein Thema.

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Holledauer 14.05.2009, 05:56
59. Dann sind die Bewohner der Kalahari die Weltmeister!

Zitat von opag78
Schwachsinn, ich habe 3 Jahre lang in Indien gelebt und gearbeitet und das ist Schwachsinn. 700 Mio Inder leben auf dem Land und in den Doerfern, von denen trinkt kaum jemand Wasser aus der Flasche, weil man das sich gar nicht leisten kann. Von den 300 Mio urbaner Bevoelkerung leben 150 Mio in Slums, von denen trinkt auch kaum jemand aus der Flasche, weil man es sich nicht leisten kann. Von den 150 Mio haben die meisten einen Trinkwasserfilter zu Hause und trinken das gefilterte Wasser.
So kann man es natürlich auch sehen, dann sind aber die Bewohner der Kalahari die Weltmeister im Umweltbewusstsein, höchstwahrscheinlich, ohne es zu wissen.
Ich denke, Sie haben nicht den großen Durchblick. Ich befasse mich vor allem mit der ordnungsgemässen Entsorgung von Industriemüll. Und in Indien gibt es eben vielfach Industriemüllablagerungen (Galvanikschlämme und ähnlich Schönes, in der freien Natur und nicht in dafür vorgesehenen Anlagen. Die Anlagen, die es gibt, rennen jeder Tonnen Abfall hinterher. Die Behörden sind willens, aber offensichtlich machtlos
Und dass die Gewässer im Einzugsbereich der Großstädte nicht gerade sauber sind, dass ist wirklich kein Geheimnis.
Wenn Sie natürlich alles an Wasserflaschen festmachen wollen, na bitte!

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