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IQWiG-Chef Sawicki: Oberster Arzneimittelprüfer muss gehen

Der Krimi um IQWiG-Chef Peter Sawicki ist zuende: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE soll der Chef des obersten Arzneimittelprüfinstituts seinen Posten räumen. Es ist ein Sieg der Interessenpolitik und der Pharmaindustrie über den Mann, der ihr lange Zeit ein Dorn im Auge war.

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ZumPostwinkel 22.01.2010, 09:59
130. "ausgewählte Studien"

Zitat von hwolf@gmx.net
Man muss nicht selbst Studien machen, um zu Ergebnissen zu kommen. Es ist eine sehr wichtige Funktion, Studien auszuwerten. Jede Studie muss kritisch zu ihrem Design betrachtet werden. Manche Studien widersprechen sich, andere ergänzen sich. Die Auswertung ist ein ganz entscheidender Faktor.
Ich hätte "ausgewählte" fett und in Anführung schreiben sollen, damit wirklich ein jeder versteht.
Im Prinzip haben Sie ja recht, aber man kann Studien zur Auswertung auch so "auswählen", daß man zum gewünschten Ergebnis kommt.
Sie hätten nicht nur dieses Wort, sondern meinen ganzen Beitrag lesen sollen. Dann wäre Ihnen vielleicht ein Licht aufgegangen:

Das IQWiG ist geschaffen worden, um auf dem Rücken der Patienten und Beitragszahler Kosten für die Kassen einzusparen, als pseudowissenschaftliches Feigenblatt.

Die Pharma-Industrie, und da sind wir uns hoffentlich einig, gehört zu den größten mafiösen Strukturen, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Das IQWiG gehört zur anderen mafiösen Struktur, die sich mit fürstlichen Gehältern bedenkt, in Palästen Ansprüche streicht und für die Patienten immer weniger zahlen will. Diese Struktur heißt GKV = Gesetzliche Krankenversicherung!

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clh 22.01.2010, 10:00
131. Oberster Arzneimittelprüfer

Meine Güte, es kann doch nur besser werden. Was hat dem normalen Patienten die oberste Prüferei denn genutzt? In den anderen europäischen Ländern sind die Medikamentenpreise viel billiger als in Deutschland und auch nicht unsicherer.
Lasst die Verkrustungen doch endlich einmal aufbrechen. Wenn so die Preise sinken, kaufe ich meine Tabletten auch im Aldi.
Und wenn ein Rollstuhl dann auch etwas billiger wird als ein gebrauchter Kleinwagen, weil nicht mehr ganz so viele in den deutschen Sanitärmafiatempeln daran verdienen, soll es mir recht sein.
Und kommt mir nicht mit der Sicherheit der Medikamente. Die sind genauso unsicher wie bisher. Die Pharmaindustrie hatte vorher das Sagen und ohne Herrn Sawicki auch.

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herbert nau 22.01.2010, 10:02
132. Die Pharma-Lobby wird es danken ....

Zitat von Ahnungslos
Das Politiker immer recht viel mit dem ältesten Gewerbe gemein hatten war ja schon vorher klar, aber inzwischen sind Prostituierte wählerischer, weniger käuflich und weniger heuchlerisch als die FDP.
Es würde mich nicht wundern, wenn Frau Izer das Amt übernimmt - hier kann man ihre Daten abfragen: http://de.wikipedia.org/wiki/Cornelia_Yzer .

Ein Auszug aus der Zeit vom 23.10.2003 sagt alles:
Die fünfte Gewalt
Lobbyisten haben so viel Einfluss wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik
Ein Beispiel für die Effizienz von Lobbyarbeit ist die Gesundheitsreform. Von den Strukturreformen der rot-grünen Bundesregierung waren viele nicht durchsetzbar. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung verteidigte ihr Monopol, die Pharmaindustrie verhinderte die Positivliste für Medikamente, und die Apotheker blockierten weitgehend Versandhandel und Drogerieketten. Wir haben – resümiert die grüne Gesundheitsexpertin Brigitte Bender – den „Eindruck gehabt, dass Schutzzäune für Apotheker und Ärzte für CDU und FDP besonders wichtig waren“.

Die Gesundheitslobby nutzte das gesamte Instrumentarium: Demonstrationen, auf denen Ärzte und Apotheker die Regierung auspfiffen wie Kumpel vom Bau, Unterschriftensammlungen, Serienbriefe, Pressekonferenzen sowie Kontakte zu Abgeordneten und Beamten. Am wirksamsten: die Drohung mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und der Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland.

Dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Gesundheitsreform unbeschadet überstand, dankt sie der CDU und vor allem ihrer Gesundheitsexpertin Annette Widmann-Mauz, die ein Eckpunktepapier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung – der Hinweis auf den Urheber war nur unvollständig geschwärzt – direkt in die Konsensgespräche einführte.

Die Positivliste scheiterte bereits zum dritten Mal, weil der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sich frühzeitig dagegen festgelegt hatte. In Hessen zahlen die Pharmakonzerne Aventis und Merk Steuern. Und der Cheflobbyist der Apotheker, Hans Günther Friese, ließ in sechs Wochen 7,2 Millionen Unterschriften gegen den Versandhandel sammeln und schaffte es sogar, 60 bis 70 SPD-Bundestagsabgeordnete auf seine Seite zu ziehen.

Oft bekommen Branchenvertreter die Gesetzentwürfe vor den Abgeordneten

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caolo 22.01.2010, 10:04
133. Was habt ihr erwartet?

Irgendwie "enttäuscht" mich diese Regierung nicht. Die machen alles was ich befürchtet habe. Die große Koalition war meine Lieblingskonstellation (zumindest bis der sogenannte Wahlkampf anfing und nichts mehr ging). Ich weiss nicht wie so viele angeblich intelligente Menschen sich vom Saustall FDP haben sich einlullen lassen. Da habt ihr nach und nach das was ihr wolltet.

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Neinsowas 22.01.2010, 10:04
134. ...Sawicki...muss gehen

...alle hier scheinen sich einig....und nun? ...alle haben Luft abgelassen...keiner kann was ändern...auch wir sind instrumentalisiert...
Die nächsten Wahlen werden im Prinzip immer gleich verlaufen...Strukturen von Parteien ändern sich nicht...Wähler ändern sich nicht...denn Geld regiert die Welt und es kommt nicht darauf an, ob es sauber oder nicht ist (was ist "sauberes" Geld?)...Willkommen Mafia!

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wll 22.01.2010, 10:06
135. Unfassbar

Wenn es nicht schwarz auf weiss auf meinem Monitor stünde - ich würde es nicht glauben:
"Bei der Bewertung von Arzneimitteln müssten auch Kriterien wie die "Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere der heimischen pharmazeutischen Unternehmen", einfließen."

Mit anderen Worten: ob das Zeug jetzt überhaupt etwas nützt oder sogar schadet - völlig egal. Hauptsache die Arbeitsplätze und Profite der Pharmaindustrie sind sicher. Menschenverachtender hat sich unsere Politik selten gezeigt.
Also genau dem Wortlaut des Amtseids folgend, "Nutzen vom deutschen Volk abzuwenden und seinen Schaden zu mehren". Oder so ähnlich...

Alleiniges Mass für Medikamente und Therapien hat der Nutzen und der dafür zu betreibende Aufwand zu sein. Insofern war Sawickis Linie völlig richtig.

Allerdings war der gute Mann auch so selten dämlich, seinen Gegnern durch zweifelhaftes Verhalten eine derart gute Angriffsfläche zu bieten. Nüchtern betrachtet wäre auch in der privaten Wirtschaft bei derartigem Gebaren mit der Entlassung zu rechnen - ausser vielleicht in den Chefetagen.

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ProGesundheit 22.01.2010, 10:07
136. Ich bin froh, dass er gehen muss

Leider wird alles ein wenig heroisch dargestellt. Der Artikel ist schon extrem einseitig.
Ich persönlich bin ganz frohm dass Herr Sawicki gehen muss. Es ist schon klar, dass Einsparungen im Gesundsheitsektor sein müssen, aber gerade im medizischen Bereich sind die Leistungen von Herr S. doch sehr fragwürdig und vollständig abweichend von anerkannten internationalen Ergebnissen bzw. Vorgehensweisen.

Nur ein Beispiel sind die sog schnellwirkenden Insulin-Analoga. Gegenüber herrkömmlichen Insulin haben sie den Vorteil viel schneller zu wirken. Dadurch ist es z.b. möglich erst nach dem Essen zu spritzen und nicht 1 Stunde davor. Gerade für beruftstätige Diabetiker ein immenser Vorteil. Ich bin selbst betroffen und könnte ohne diese Analoga meine Berufstätigkeit nicht in der jetzigen Form ausübern (und ich zahle z.Zt. den Höchstsatz in der GV)
Der VOrteil dieser schnellwirkenden Insulin-Analoga ist weltweit anerkannt. Nachteil ist der etwas höhere Preis (ca. 20 % ) gegenüber anderen Insulinen.

Herr Sawicki kommt nun mit fragwürdigen Studien auf das Ergebnis, dass diese Medikamente "nichts bringen" und "ohne Nutzen" sein.

Aber auch im Fachumfeld ist Herr S. extrem umstritten:
Dies gilt auch für die Methoden, mit denen die Effektivität und die Kosten neuer Medikamente im Vergleich zu herkömmlichen geprüft werden. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft, Patientenverbände und andere Fachgesellschaften haben diese Methoden immer wieder beanstandet.

Sein aktuelle Projekt ist es BLutzuckermessungen, die natürlich relativ teuer sind (ca. 50 Cent pro Messung)
zumindest bei Diabetes Typ2-Patienten in Frage zu stellen.
Wie soll ein Diabetiker aber sich verhalten, wenn er den BZ nicht überprüfen kann. Ich gehe hier und besonders auch an die beruftstätigen Diabetiker, die diesen Wert unbedingt benötigen (z.B. wenn sie mit dem Auto unterwegs sind)

Ich möchte selbstverständlich auch nicht künftig einen reinen Lobbyisten haben, aber dass Herr S gehen muss, finde ich wirklich nicht traurig .
Ich hoffe, dass durch diesen Führungwechsel der (wichtige) IQWiG eine breitere Akzeptanz findet.

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SPViper 22.01.2010, 10:07
137. Zweierlei Maß

Und wieder einmal ein schönes Beispiel wie von den SPON Foristen mit zweierlei Maß gemessen wird. Da reicht ein Chef einer Stiftung die im öffentlichen Fokus steht und der ein ordentliches 6 stelliges Jahresgehalt beziehen dürfte Rechnungen für sein privat genutztes Rasenmäherbenzin ein (oder wars ein Dienstmäher) sowie für private Strafzettel. Geht’s noch? Wie dumm bzw. dreist kann denn solch ein Mann sein. Dabei spielt die Höhe des Betrags keinerlei Rolle sondern nur die Intention dahinter. Solch ein Chef ist nicht tragbar und gehört entlassen.

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MS2000 22.01.2010, 10:07
138. Leider ist die nächste Wahl erst in 4 Jahren

Zitat von dapmr75
Die FDP wird die Quittung fuer ihre absolut masslose lobby- und klientelorientierte Politik bekommen; die vielen skandaloesen Geschehnisse der letzten Monate sind einfach nur einer Regierungspartei unwuerdig.
Leider ist die nächste Bundestagswahl erst in 4 Jahren, wer bisher so dumm war und FDP gewählt hat dem werden 4 Jahre ausreichen die Schandtaten von Guidos Spaßpartei (immer schön lächeln) zu vergessen. Leider!

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karl-heinz 14 22.01.2010, 10:07
139. jetzt schreibe ich

... und Frau Merkel sitzet stumm an dem ganzen Tisch herum.
Ein nächster unrühmlicher Akt im Regierungsstadel unter Regie von Herrn Westerplatte und der Pharmalobby. Es fällt auf das in der Koalition der Schwanz öfter mit dem Hund wackelt als umgekehrt. Ist Frau Merkel noch im Amt?

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