Forum: Wissenschaft
IQWiG-Chef Sawicki: Oberster Arzneimittelprüfer muss gehen

Der Krimi um IQWiG-Chef Peter Sawicki ist zuende: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE soll der Chef des obersten Arzneimittelprüfinstituts seinen Posten räumen. Es ist ein Sieg der Interessenpolitik und der Pharmaindustrie über den Mann, der ihr lange Zeit ein Dorn im Auge war.

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ZumPostwinkel 23.01.2010, 03:43
230. "ausgewählte Studien"

Zitat von hwolf@gmx.net
Die Auswertung verschiedener Studien zu gleichem Thema ergibt nicht zwangsläufig den Mittelwert, sogar in der Regel nicht. Hier geht es nicht um Mathematik. Eine offensichtlich "schlechte" Studie fließt garnicht erst in die Bewertung mit ein.
Woher wissen Sie das?

"Ausgewählte Studien" besagt nur, daß Studien ausgewählt wurden. Beim IQWiG bedeutet es, daß man Studien so ausgewählt hat, daß man bei Auswertung auf das gewünschte Ergebnis kommt.

Genau das praktiziert die Pharma-Industrie seit Jahrzehnten und weltweit. Besonders schlechte Studien werden erst gar nicht veröffentlicht.

Wo ist der Unterschied zwischen den konkurrierenden maf. Systemen?

Macht endlich die Augen auf! Vera....t werden wir von der Pharma-Industrie und den gesetzlichen Krankenkassen.
In relativ friedlicher Koexistenz werden Patienten und/oder Versicherte weiter ausgeplündert.

Nee, nee, nee, so kann es nicht weitergehen.

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Demokrator2007 23.01.2010, 03:44
231. Viele Nachplapperer hier (ich hab das mal recherchiert)

Zitat von Baikal
Muß ich ein gebrochenes Bein haben um über das Gipsen diskutieren zu können? Sie reden nur die Argumente der Hersteller nach. Bei medizinisch begründeten Indikationen (Kinder etwa) können Analoga ohne Schwierigkeit verordnet werden, bei Erwachsenen auch - aber eben nicht im Regelfall und da hat Sawicki völlig Recht und genau das passte den Herstellern nicht.
Das ist wieder so ein typisches dummes Beispiel eines Gesunden der von Medizin keine Ahnung hat. Wenn ich noch nie einen Gipspott angerührt habe, sollte ich dies ganz sicher nicht das erste Mal machen und dabei gleich ein Bein eingipsen, sondern erst mal zuhören und üben.
Hier mal was zum lesen, per Zufall gefunden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschic...r_Diabetologie

Das niemand der Dampfplauderer hier auf meine Bemerkungen einging zeigt mir relativ deutlich das hier "Blinde versuchen die Sonne zu beschreiben", das trifft auch auf die Presselobby zu, die heutzutage irgendetwas hören und ohne Recherche veröffentlichen.

Wenn Diabetiker durch Humananaloga zeitnaher spritzen können dann ist das ein erheblicher Vorteil in unserer schnelllebigen Gesellschaft, in der für "stundenlanges" kontrollieren in der normalen Arbeitswelt gar kein Platz ist, Ergebniss wäre die Leute liefen falsch eingestellt herum, kippten um oder könnten nicht normal arbeiten.

http://www.diabsite.de/aktuelles/ges...erschiede.html

http://www.onmeda.de/suche/index.html?q=iqwig

Wenn man natürlich davon ausgeht, das Neudiabetiker ein "Hartz4-Abfallprodukt" sind: "allesamt faule Schw... die sich nicht bewegen und nur Junkfood fressen", dann ist die IQWiG-Strategie clever gewählt.

Es stirbt einfach sozialverträglich weg, was nicht für den globalen Raubtierkapitalismus gesellschaftlich kompatibel ist.

Also ich glaube auch nicht das der Sawicki-Abschuß etwas mit mehr Annäherung zum Kassenpatienten zu tun hat, das ist Klientelpolitik, aber dennoch...

Wenn der Kassenlobbyist Dr.Rainer Hess bereits 2006 als es die Gesundheitsreform noch gar nicht gab, bei einem Interview zur Nichtbehandlung eines Tumorpatienten folgendes äußerte: "Wenn sie mal die generelle Situation in Deutschland nehmen, dann haben wir ein hervorragendes Gesundheitssystem. Dass da einzelne durch den Rost fallen können und dass sie immer einzelne finden können, wo das der Fall ist, das mag ja so sein."

http://www.wdr.de/unternehmen/presse..._gespart.phtml

dann ist das Menschenverachtung pur.
Genau dieser Dr.Rainer Hess befürwortet die IQWiG Arbeit ohne "wenn und aber":

http://www.kvbawue.de/uploads/tx_use..._werden_01.pdf

Das habe ich recherchiert, weil mich die Ansichten dieses Mannes schon damals sehr geschockt haben, da war ich noch kein Betroffener, jetzt als Diabetiker schon.

Ciao
DerDemokrator

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Demokrator2007 23.01.2010, 04:17
232. Teststreifen und Blutdruckmessung

Zitat von saschaegg
Nö, ich möchte eine halbwegs normale Lebenserwartung. Natürlich geht es auch ohne Spritz-Ess-Abstand. Dann aber mit Blutzuckerspitzen, die gefäßschädigend sind. Im Übrigen kenne ich KEINEN Diabetiker, der ohne den Spritz-Ess-Abstand lebt. Der Spritz-Ess-Abstand ist selbst bei Analoga sehr sinnvoll. Aber mit 10 bis 20 Minuten eher kurz. ... Wenn Sie als Mitbürger aber Kosten sparen wollen, dann geben Sie die 30 cents je Tag Mehrkosten gerne aus. Amputationen, Blindheit, Dialyse und Gefäßchirurgie kommen deutlich teurer als das bisschen Einsparung beim Insulin. Teststreifen wären auch ein Sparpotential. Geschätzter Materialwert je Streifen deutlich unter 5 cents. Kostet die Kassen aber um die 30 cents. Da ist Musik drin, mehr als beim Insulin.
Bei den Teststreifen wird bereits gedeckelt. Diabetiker ohne Gefahr von Unterzuckerung erhalten wohl keine mehr Wenn der Todesfall durch diabetisches Koma ausgeschlossen werden kann, ist es den Herren Kassenfunktionären ziemlich egal ob durch falsche Blutzuckerwerte in der Zukunft Blindheit oder Amputation droht, dieser sei sowieso viel zu hoch gespielt und betrüge in Wahrheit gerade einmal 3 von 1000 Diabetikern so ein "Experte", in England ergaben Studien gerade das glatte Gegenteil.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichte...in_England.htm

Übersetzt auf diese Logik wäre die Blutdruckmessung ebenfalls gesundheitspolitischer Unsinn, da eine Messung keine Krankheit beseitigt. Da sie aber weitestgehend kostenlos ist, wird eben fröhlich weitergemessen.
(Natürlich ist diese Hypothese Schwachsinn, die Zuckerhypothese m. Ea. jedoch ebenfalls.

Durch gelegentliches Messen habe ich meine Werte besser in den Griff bekommen und warte jetzt nur noch auf den neuen Langzeitwert (HbA1C). Ganz gewiß wäre ich inzw. allerdings Insulindiabetiker wenn ich nicht selber gekämpft hätte, denn natürlich gibt es Interessenverknüpfungen der Pharmaindustrie.

Ciao
DerDemokrator

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ZumPostwinkel 23.01.2010, 04:20
233. Vor dem Posting Infoing!!!

Zitat von hwolf@gmx.net
Sawicki scheint gewisse Diabetiker (ich sage bewusst nicht "die" D.) verärgert zu haben. Das scheint aber auch sein einziger fachlicher "Fehler" gewesen zu sein. Zumindest werden keine anderen Fälle beschrieben. Ob er damit Recht oder Unrecht hatte, kann hier sicher keiner schlüssig nachweisen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er "notwendige" Insuline abgelehnt hat. Mein Schwiegervater z. B. bekommt von der GKV ein Insulinmedikament, das wirkt und mit dem er zufrieden ist.
Ich hatte Sie doch gebeten, meinen Beitrag #76 zu lesen, damit Sie die Grundproblematik verstehen.
Das IQWiG ist als wissenschaftliches Feigenblatt der GKV gegründet worden, um dem GBA pseudowissenschaftlich Argumente zu liefern, damit unliebsame und vordergründig kostenintensive Therapien vom Leistungskatalog auszuschließen. Schön für Ihren Schwiegervater, daß er mit seiner Situation zufrieden ist. Das bedeutet jedoch nicht, daß andere Diabetiker dies auch sind.

Aber es geht eben nicht nur um Diabetiker! Neben vielen anderen Auftragsarbeiten geht es auch um Standards in der Krebstherapie = Leukämien oder der Behandlung von Demenzerkrankungen. Bei diesen Erkrankungen ist meine Toleranz ggü. des IQWiG erschöpft. Hier handelt es sich um Erkrankungen, bei denen sich die Patienten gegen Angriffe des IQWiG gar nicht mehr zur Wehr setzen können.
Die Selbsthilfegruppen dieser Patienten können sich mangels Masse gar nicht zu Wort melden. Die Leukämiepatienten sterben mit Kassensegnung vorzeitig weg und die Demenzpatienten sichern den entsprechenden sozialen Trägern die Existenz.

Probleme sollte man immer erst von allen Seiten beleuchten, bevor man sich als Kenner der Materie in einem Forum outet.

Kleine Brötchen bitte! Beide Seiten haben 'ne Menge Dreck am Stecken.

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ZumPostwinkel 23.01.2010, 04:35
234. Sind Sie gesund?

Zitat von Baikal
Nur muß er sich damit auch auf seine Krankheit einstellen, eben das möchten die Pharma-Lobhudeler nicht sondern die hohen Kosten lieber der Versichertengemeinschaft aufhalsen. Ohne Insulin-Analoga haben Generationen von Diabetikern überlebt, nun soll das offenbar nicht mehr möglich sein. Die Pharma-Industrie freut's bei den exorbitant hohen Preisen.
Wenn Sie noch gesund sind, kann man Sie nur beglückwünschen. Sollten Sie aber einmal an Diabetes, Krebs, Crohn, Alzheimer oder vielen anderen Erkrankungen mal danieder liegen, werden Sie das IQWig und die Kassen verfluchen, weil Ihnen die Leistungen verweigert werden, da der MDK Sie als eigentlich gesund begutachtet hat. Sie müssen mit Therapien vorlieb nehmen, die das pseudowissenschaftliche Institut IQWiG für besonders kostengünstig eingestuft hat. Sie werden den Tag verfluchen, an dem Sie in einem Forum die Gelegenheit hatten, zu lernen und es nicht getan haben.

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ZumPostwinkel 23.01.2010, 05:12
235. Zielgerichtete Selektion - sagt Ihnen das was?

Zitat von smartinus
In der Tat ist die Studienauswahl der Knackpunkt einer jeden Nutzen- bzw. Kosten-Nutzen-Bewertung. Es ist leider nicht ungewöhnlich, dass nur sehr wenige Studien aus einer Fülle von existierenden Studien ausgewählt werden, ausgewählt werden können. Das liegt daran, dass die meisten Studien leider nicht von ausreichender Qualität sind oder aber - wie Sie auch erwähnen - eine ganz andere Fragestellung zur Grundlage haben. Ich will mir nicht anmaßen zu beurteilen, ob in diesem Fall das IQWiG alle geeigneten Studien ausreichender Qualität in seine Bewertung einbezogen hat, dafür bräuchte man sicherlich einige Wochen bis Monate. Dass das IQWiG bewusst vorab die Kriterien so angelegt hat, dass im Fall der Analoginsuline alle Studien, die für Analoginsuline sprechen, aus der Bewertung rausfallen, ist unwahrscheinlich, warum sollte das IQWiG seine Wissenschaftlichkeit aufs Spiel setzen? Dass Diabetiker bei der Bwertung von Analoginsulinen Sturm laufen, ist ja nachvollziehbar, diese Diskussion sollte jedoch nicht mit unsachlichen Argumenten (wie z.B. angeblich persönlicher a priori-Abneigung von Sawicki gegen Diabetiker oder Analoginsuline) geführt werden. Ich gebe Ihnen absolut recht, dass für eine Bewertung selbstverständlich geeignete Kriterien herangezogen werden und auch Folgekosten etc Berücksichtigung finden müssen. Hier besteht sicherlich Korrekturbedarf. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Nutzen- und insbesondere Kosten-Nutzen-Bewertung in Deutschland (und den meisten anderen Ländern) noch ziemlich am Anfang steht und daher Kriterienkataloge noch nicht bestmöglich ausgestaltet sind. Manche Kriterien sind auch recht schwer mess- bzw. erfassbar. Grundsätzlich ist es jedoch absolut notwendig, dass es sowohl eine Nutzen- als auch Kosten-Nutzen-Bewertung gibt, denn die Mittel im Gesundheitswesen sind nun einmal beschränkt. Das heißt auch, dass Mehrausgaben an einer Stelle an anderer Stelle zwingend zu einer Reduzierung von notwendigen Therapien und nachfolgend Verschlechterung der Patientenversorgung führen müssen. Wenn es also Medikamente gibt, die nur gleichwirkam sind wie andere, dann sollte die GKV auch nur diesen Preis erstatten und nicht mehr, denn dieses zusätzlich (unnötigerweise) von den Krankenkassen ausgegebene Geld würde an anderer Stelle fehlen. Wie gesagt, ob Insulinanaloga solch ein Fall sind, kann ich nicht beurteilen. Grundsätzlich halte ich eine Institution wie das IQWiG für sinnvoll und notwendig.
Sie sind offensichtlich ein gutgläubiger Mensch. Ihr Beitrag paßt auch in die Welt. Allerdings in die Welt ohne Korruption, Studienfälschung und Datenmanipulation, auch im Kassenbereich. Wir leben allerdings nicht in dieser schönen neuen Parallelwelt.

Ihren Traum habe ich vor über 30 Jahren auch geträumt. Viele Arbeitgeber in der Pharma-Industrie stricken heute noch an der hübschen Legende.

Die Wirklichkeit sieht jedoch völlig anders aus. Es würde den Rahmen dieses Forums sprengen, wenn man begänne, über 40 Jahre Kriminalität im Gesundheitswesen zu berichten.

Die Pharma-Industrie macht weiter wie bisher, die Kassen haben von der Industrie gelernt und agieren ebenso.

Deshalb sollte man das IQWiG nicht überhöhen. Es war und ist ein Anhangsgebilde der Kassen und wurde lediglich als pseudowissenschaftliches Feigenblatt der GKV gegründet, zum Schaden der Patienten und Beitragszahler.
Mehr nicht.

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KäptnBlaubär 23.01.2010, 08:00
236. Arzneimittelprüfer muß gehen

FDP = Freunde der Plünderer! Was sonst

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heisenberg 23.01.2010, 09:33
237. Die falsche Schlange FDP ?

Zitat von Klaus.G
bei der "Leistung soll sich wieder lohnen" Partei FDP. Das wusste doch jeder was da kommt. Schlimm und unfassbar ist jedoch dass diese Politik unser Gesundheitssystem an die Wand fährt und die Mehrheit der Wähler das immer noch nicht merkt, sonst wäre die FDP nich bei 14%. Glückauf!
Naive Wähler die FDP wählen finden sie in Deutschland zu genüge.
Ich frag mich immer warum das so ist.
Sterben diese Träumer denn niemals aus?
Merkel hat die FDP ja sogar noch angehimmelt!
Wer weiß warum?

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heisenberg 23.01.2010, 10:33
238. Und keiner hat sie gewählt ......

Zitat von notty
Wann gehen die Deutschen endlich auf die Strasse und protestieren gegen Politiker-Korruption in Deutschland?
Da können sie lange warten.
Die Karawane zieht auch diesmal weiter.
Das ist das heutige Deutschland!
Träge ,zu faul und sich lieber alles gefallen lassen was alles aus Berlin kommt.
Oder es kommt dann der Spruch.....
"Was soll,s ,die anderen können das auch nicht besser"
Die 68 Generation war damals um vieles besser!
Merkel hat sich die FDP sogar noch herbei gewünscht!
Merkel sucht sich Parteien als Koalitionspartner, die das aussprechen und umsetzen wollen was sie nicht sagen will.
So täuscht man den Wähler und verpasst sich selber ein Heiligenschein?
Die Fehler machen immer die anderen?
Die NRW Wähler haben es nun in der Hand den Anfang vom Ende dieser Politiker EINZULÄUTEN!
Wetten das davor wieder kräftig vieles VERsprochen wird?
Und wieder werden die Wahl Lemminge alles glauben und den selber FEHLER machen?

Und das hat G. Schramm schon 2003 gewusst! ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=Bg5PD...eature=related

Gruß aus München
M.H

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GunB 23.01.2010, 11:45
239. Einfach nur schlimm!

Was da ab geht, stinkt so sehr, dass man am liebsten mit dem Knüppel in diesen Lobbyistenhaufen schlagen würde.

Als wenn es nicht jeden Tag schon reichte, erschöpft und müde von immer mehr Arbeit und Hektik zu Hause anzukommen, muss man nun auch noch sehen, wie die Mövenpick-Partei die wenigen im Interesse der Bürger arbeitenden Einrichtungen durch ihre Lobbyistenorganisationen ersetzt.

Der Mann mit all den zusammengezimmerten Unterstellungen am Hals tut mir leid, sein Raussschmiss ist wieder ein Stück Verlust an Demokratie.

Das ganze "riecht nicht nach Politik", wie der Artikel anführt, es "stinkt nach kriminillem Lobbyismus" der Pharma-Mafia.

Gute Nacht.

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