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Irisch-indische Musik: Jam-Session in der Eisenzeit
Billy O Foghlu

Vor mehr als 2000 Jahren musizierten keltische und indische Musiker gemeinsam. Der damalige Sound lebt noch heute - in der indischen Musik.

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albert schulz 28.07.2016, 10:45
1. Triefende Melancholie soweit das Ohr reicht

Die Musik in diesen Landstrichen hat wirklich viele Ähnlichkeiten, obwohl sie wenig kompliziert bis einfachst komponiert ist, klingt sie doch eintönig beruhigend. Man fühlt sich an die Kuhglockenkonzerte in den Alpen erinnert. Auch die Müllabfuhr erzeugt ähnlich erfrischende Geräusche, aber leider nur für wenige Minuten zu nachtschlafender Zeit. Zumindest in Irland spürt man tiefinnerlich, wie stark diese darbende Musik den Einöden des Landes ähnelt. Es gibt keine Variationsmöglichkeiten und das hilft kolossal bei der inneren Einkehr durch Versenkung in die Tiefen des eigenen Gemüts. Mitteleuropäer erkranken bereits nach wenigen Stunden durch diese Berieselung, sei es, weil der Unrat in ihren Seelen zum Vorschein kommt, sei es, daß sie nicht genug zu trinken haben, um ihren unsäglichen Kummer zu vergessen. Sehnsüchtig denken sie daran, wie sie vor Jahren an einem achtspurigen Kreisverkehr in Neapel standen und diese vor Leben sprühenden begeisternden Hupkonzerte vernehmen durften. Der Ire scheinen an dieser überschäumenden Freude keinen Gefallen zu finden, an dieser Vielzahl verschiedener lauter und leiser Töne, jeder einzelne ein Juwel. Wie der Inder vergöttert er das Dreitonsystem, das immer neue nie gehörte Kadenzen zu bilden imstande ist, zumindest wenn die Sinne schwinden. Der Inder geht ganz ähnlich vor, nur daß er das verzweifelte Saufen durch langatmiges Kopulieren ersetzt. Hier entwickelt er eine Phantasie, die man nach dem Genuß seiner Musik niemals für möglich gehalten hätte.

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hartmannulrich 28.07.2016, 11:28
2.

Inder und Iren machten vor 2000 Jahren zusammen Musik? Das überzeugt mich nicht. Ähnliche Instrumente gab es auch anderswo. Außerdem können sie auch auf dem Handelsweg nach Indien gekommen sein. Um nach Indien zu kommen, hätten irische Seefahrer um Afrika herumfahren müssen; den Suez-Kanal gab es noch nicht. Kontakte Indiens nach dem Westen gab es damals sicherlich, aber sie führten in die hellenistische Levante und das Römische Reich.

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abc. 28.07.2016, 11:54
3. Ähhh??

Nachträglicher Aprilscherz oder E.v.Däniken? Iren in Indien ist wohl eher einer Wunschvorstellung denn seriöser wissenschaftlicher Arbeit entsprungen. Nur weil sich ein Instrument u.U. an verschiedenen Orten gleichzeitig entwickelt hat bedeutet dies keineswegs dass sich Iren nach Indien begeben hätten.

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albert schulz 28.07.2016, 12:03
4. Jetzt kommt Leben in die Bude

In den Urwäldern von Wisconsin habe ich mal einen alten Herrn gesprochen, der sich als ehemaliger Wissenschaftler ausgab, und der war nach jahrelangen Studien in laotischen Tempeln davon überzeugt, daß Inder sowie Iren ursprünglich nur je zwei Töne ihr Eigen nannten. Eine irische Musikercombo machte sich damals auf den Weg, auf der Suche nach neuen Tönen. Ihren Unterhalt verdienten sie mit ihrem Musikvortrag, noch häufiger damit, daß sie nicht spielten. Dies ist heute noch eine verbreitete Sitte in Irland. Man gibt den Jungs zu saufen, damit sie ihre Harmonieversuche einstellen. Damals fuhr die Combo über die Ostsee, die Wolga runter, dann liefen sie rüber zum schwarzen Meer, und genau da, in der Nähe des späteren Baku, trafen sie auf ein indisches Sinfonieorchester, das die feste Absicht gehabt hatte, Irland einen Besuch abzustatten, weil man von dessen ungeheurem Reichtum an Melodien und Tönen gehört hatte. Man fidelte gemeinsam nach Herzenslust und ein Wunder geschah: diese Menschen, die sich so unsagbar fremd waren, keine gemeinsame Sprache hatten, grundverschiedene Götzen anbeteten und auch ganz verscheiden aussahen, tauschten eine von ihren zwei Noten gegen eine dritte der Gegenmannschaft aus. Seither sind der Vielfalt ihrer musikalischen Kompositionen keine Grenzen mehr gesetzt.

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HighKingOfTara 28.07.2016, 12:35
5. Geographie mangelhaft!

Ich darf mal zitieren: "Wie aber kamen die Männer und ihre Instrumente aus dem europäischen Norden ins weit entfernte Indien?"
Da zeigen sich doch ganz deutlische Schwächen in Geographie. Irland als europäischen Norden zu bezeichnen treibt mir die Tränen in die Augen. Dublin liegt auf gleicher Höhe wie Hamburg, Belfast (Nordirland!) auf der von Sylt. Wenn Frau Franz dies als Nordeuropa bezeichnet frage ich mich, Als was gilt dann in ihrem Welbild Norwegen, Finnland und Island? Ultima Thule?

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suelzer 28.07.2016, 12:39
6.

Es mag sein, dass früher allgemein Musik so ein Getröte war. Mir ist aber schon vor längerem aufgefallen, dass der Tonvorrat traditionelle irischer und chinesischer Musik ziemlich ähnlich ist. Es gibt eine irische Folkloreband, The Chieftains, die haben in China ein Livealbum mit chinesischen Musikern aufgenommen. Man kann teilweise nicht erkennen, welches Lied chinesischen und welches irischen Ursprungs ist. Ich weiß nicht, aus welcher chinesischen Provinz die Musik stammte, aber die Melodien waren wie die irischen sehr harmonisch. Es gibt ja auch Musik, die für westliche Ohren sehr schräg bis zahnschmerzerregend ist (das Gedudel, Gejaule und Geklapper der Peking Oper ).

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xebudig 28.07.2016, 14:24
7. Keinwegs abwegig

Zitat von hartmannulrich
Inder und Iren machten vor 2000 Jahren zusammen Musik? Das überzeugt mich nicht. Ähnliche Instrumente gab es auch anderswo. Außerdem können sie auch auf dem Handelsweg nach Indien gekommen sein. Um nach Indien zu kommen, hätten irische Seefahrer um Afrika herumfahren müssen; den Suez-Kanal gab es noch nicht. Kontakte Indiens nach dem Westen gab es damals sicherlich, aber sie führten in die hellenistische Levante und das Römische Reich.
Im 1JHd vor Christus öffneten such duch die Expansion des römischen Reichs neue Handelswege und Kerala war für Kelten aus Irland relative leicht (für damalige Maßstäbe) zu erreichen.

Fakt ist:
1) Nach der römischen Expansion in Gallien war der Mittelmeerraum (bis Alexandria/Ägypten) für irischen Händler auf einer sicheren Route zu erreichen.

2) Rom (über Alexandria, den Nil und Häfen in Südägypten) verfügte über eine stabile Handelsroute nach Kerala die erst während der Krise der 3JHd kollabierte.

Wenn sie in Kerela Archäologie betreiben finden Sie römischen Münzen in Hülle und Fülle, ebenso in Irland.

Zusammenfassend: Ab ca 50 vor Christus bis ca 250 nach Christus gab es regen Handelsverkehr und kulturellen Austausch in der gesamten Region zwischen Irland und Kerala mit Rom und Alexandria als Knotenpunkte. Die Hyppthese ist also alles andere als abwegig.

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Knossos 28.07.2016, 16:18
8. Die musikalisch reichsten

Traditionen sind meines Erachtens nach der Flamenco, irische Folklore, afrikanische (und griechische) Chöre und Klezmer.

Ihnen liegt, ob nun durch Wanderschaft musizierender Gruppen oder örtlichen Austausch diverser Ethnien, gegenseitige Befruchtung verschiedener Kulturen zugrunde.

Interessant dabei, daß die antike Musik dadurch einen größeren Impuls zu melodischer Diversität entwickelt zu haben scheint, als es neuzeitliche Fusion in einer Zeit weitaus größerer Migration, Reiseaufkommens und technischer Übertragung des Klangprodukts tat / tut.

Das soll nicht bedeuten, daß etwa amerikanische Schöpfungen aus verschiedenen Traditionen, also etwa Gospel, Blues, Rock, Soul, Jazz usw. eintönig seien (ganz im Gegenteil), sondern, daß der Rest der Welt erstaunlich wenig aus moderner Möglichkeit der Befruchtung gemacht hat.

Hinsichtlich traditioneller Klänge hat in Asien nichts dazu beitragen können, eintönige Struktur, geringe Zahl unterschiedlicher Muster und ewiges Tremolo zu diversifizieren. (Ja, ich weiß, es gibt individuelle Ausnahmen.) Und europäische Weisen sind (im Gegensatz zu melodisch brillanten Komponisten wie J.S. Bach) selbst noch in moderner Form, wie der des Schlagers, über die melodische Komplexität von Kinderliedern nicht hinausgekommen.

Hinsichtlich der Moderne spielt die Welt heute, statt etwa regional spezifische Genres populärer Musik entwickelt zu haben, im Prinzip französische, britische und vor allem amerikanische Muster nach, die lediglich mit heimischer Lyrik unterlegt sind.

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Layer_8 29.07.2016, 15:15
9. Irgendwie so...

...hab ich mir auch die Musik der alten Römer selbst vorgestellt. Nachdem was man an Instrumenten auf den alten Mosaiken/Fresken so erkennen kann.

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