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Islamdebatte: Die unerträgliche Waschlappigkeit der deutschen Politik
DPA

Der Rest der Welt blickt, wenn überhaupt, fassungslos nach Deutschland: Fast alle hätten gern das, was wir haben, es geht uns nämlich hervorragend. Und was tun wir? Ängste kultivieren.

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Siebengestirn 22.04.2018, 10:01
1. Das ist seit Monaten der beste Beitrag, der bei SPON

zu lesen war und ist! Er ist mir sozusagen aus der Seele geschrieben. Wie bekommt man ihn in die Köpfe der Leser?

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mullertomas989 22.04.2018, 10:05
2. Gut: Positiv denken!

In der Tat sind wir auf einem hohen Level und das sollte uns positiv stimmen, völlig richtig! Gleichzeitig gehört es aber auch zu unserem deutschen Erfolgsprinzip, immer wieder zu schauen, was man verbessern kann und sollte. Mir liegen hier zwei Themen am Herzen: 1. Den Ausverkauf der deutschen Industrie nach China und anderswo gilt es zu stoppen. Innovative Wirtschaft und mit kreativem Erfindergeist bringt nicht viel, wenn uns das alles nicht mehr gehört! 2. Das Potential des Verkehrsmittels Bahn gilt es endlich mal, voll auszuschöpfen (durch kluge, flächendeckende politische (!) Investitionen) - aktuell sind wir im Autoland Deutschland davon weit entfernt (vergleiche Frankreich, Japan...).

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marthaimschnee 22.04.2018, 10:05
3. Scheingefechte und Nebelwände

die Islam-Debatte ist die typische Sau, die durchs Dorf gejagt wird, um von anderem abzulenken. Und das ist, anders als die Aufzählung all der tollen Sachen hier in Deutschland suggeriert, die Tatsache, daß man die breite Masse an der Summe des Wohlstandes immer unzureichender beteiligen will und der Kapitalismus schamlos den Schritt zurück in den Imperialismus vollführt - inklusive dem in Kauf nehmen größere Kriege. So gut wie es uns geht, es müßte uns besser gehen! Und an dieser Aufgabe versagt die Politik, vorsätzlich! Sie generiert an praktisch allen Stellen des täglichen Lebens völlig ohne Not und nur aus dem Profitstreben Einzelner heraus Zukunfts- und Existenzängste. Warum denn wohl haben extremistische Ansichten in einem solch üppigen Wohlstand solchen Zulauf? Mit Dekadenz und "denen geht's halt zu gut" alleine ist das nicht erklärbar. Hier ist mehr Schein, als Sein! Und um das miese Sein zu kaschieren, führt man eben Scheingefechte, gerne auch mit sich selber, wie Union und SPD das seit Jahren praktizieren, ohne sich dabei weh zu tun und sogar trotz behaupteter Gegensätze gemeinsam in die gleiche Richtung zu stapfen.

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stradic 22.04.2018, 10:06
4.

... und genauso läuft es eben nicht ... es treibt Sie um, dass Sie trotz des ganzen Wissens die Wahrnehmung der Mensch eben nicht beeinflussen können ... und das ist gut so! Wie so häufig in der Geschichte bestimmt die ach so dumpfe Masse das Schicksal der wenigen Erhabenen. Thats' life

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isar56 22.04.2018, 10:10
5. Nicht zu vergessen

wir leben seit Jahrzehnten in Frieden, in Wohlstand der der Umwelt den Garaus macht (Billigflieger, Staus, Kreuzfahrten, Billigklamotten) , Scheichs die sich hier zu Lande in ärztliche Behandlung begeben erleben den Pflegenotstand sicherlich nicht, ebenso wenig wie Leiharbeit, Niedriglöhne zu Gunsten der beängstigend tollen Wirtschaft und auf Kosten der Steuerzahler für Aufstocker, Wohnungsnot, Gewalt an Schulen, Polizisten und Sanitäter werden im Dienst verprügelt....... nicht immer, aber immer öfter und die genaue Zahl der Zuwanderer (die größtenteils keine Flüchtlinge sind) ist gar nicht bekannt........ MIR geht es gut, ich habe gut bezahlte Arbeit, Freunde, der Frühling ist da und ich war noch nie abhängig von diesem Staat - ein Glück bei Mio von Hartz IV Empfängern und den alten Menschen die am Münchner Hbf im Müll wühlen. Aber wollen wir optimistisch bleiben.
.... für junge Menschen, Kinder und Jugendliche.

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rigouh 22.04.2018, 10:11
6.

Es geht den meisten nicht darum was wir haben, sondern darum wo man gerade hinsteuert. Wenn wir die jetzige Untätigkeit (in erschreckend vielen Bereichen, einige Probleme wurden ja genannt) weiterführen statt endlich mal Lösungen(!) zu präsentieren bekommen wir solche Verhältnisse, wie sie eben die Beklagen, die zu uns aufschauen.
Also, bitte einfach den letzten Absatz der Kollumne endlich in die Tat umsetzen und nicht Probleme kaschieren und aufschieben. Und so traurig das ist, die meisten aufgeführten pro Argumente hier sind doch Papierargumente. Was bringt eine Steigerung des BIP wenn es nicht ankommt? Was die niedrige Arbeitslosenquote wenn viele Geringverdiener sind oder gar nicht erst in der Statistik. Und so lässt sich das weiterführen. Und wer mit solchen Punkten argumentiert, ich weiß nicht, das klingt nicht realitätsnah.

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ditor 22.04.2018, 10:11
7. Vorausschauen statt Nachsorgen

Diese Bezeichnung "Ängste kultivieren" ist die Verächtlichmachung der hierzulande bewährten Herangehensweise an Probleme. Vorausschauend potentielle Probleme sehen statt nachträglich aufwändig Nachsorge treffen zu müssen.

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rosskal 22.04.2018, 10:13
8. Frechheit!

Natürlich geht es den Reichen gut! Wenn man aber sinngemäß formuliert "Deutschland geht es gut", bringt man einige Millionen Menschen nicht nur auf die Palme, sondern man tut ihnen schmerzlich Unrecht. Denn noch immer verlaufen die relevanten Grenzen nicht zwischen den Staaten sondern zwischen "Oben" und "Unten", zwischen "Arm" und "Reich". Die Flüchtlinkskrise lenkt davon bedauerlicherweise allzu sehr ab.

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nic 22.04.2018, 10:13
9. Fast alle hätten gern das, was wir haben

Stimmt nicht. Kann mir nicht vorstellen, dass andere gerne die Dumpinglöhne Deutschlands hätten. Wobei die Unternehmen schon. So ist Deutschland für die Holländer ein Niedriglohnland. Ich denke, hier wird das Wohlergehen von Unternehmen mit der Lage der Arbeitnehmer verwechselt.

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