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Islamdebatte: Die unerträgliche Waschlappigkeit der deutschen Politik
DPA

Der Rest der Welt blickt, wenn überhaupt, fassungslos nach Deutschland: Fast alle hätten gern das, was wir haben, es geht uns nämlich hervorragend. Und was tun wir? Ängste kultivieren.

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Waldemar Peschel 22.04.2018, 10:13
10. Sehr geehrter Herr Stöcker,...

Vorweg gefragt, gehe ich recht in der Annahme, das Si in einer Großstadt leben und sich eher dem gehobenem Mittelstand zurechnen? Somit würde ich ihre aufgeführten Punkte das D so toll ist mit Gegenargumenten ins stocken bringen.
Zum Thema Pass - okay gehe ich mit. Aber schon bei Punkt 2 und 3 geht's los. Wenige Arbeitslose ja erkauft für ein Heer an prekär Beschäftigten, die sich von ihrem Lohn höchstens eine Ansichtskarte kaufen können, wo sie ihr schnuckliger Reisepass so überall hinführen könnte.
Gesundheitssystem - ja, der Scheich hats gut, der ist nicht gesetzlich versichert. Und ob Omi vom platten Land den Nah- bzw. Fernverkehrsbus (ustauschbar mit Zug) rechtzeitig schafft, der sie in einer längeren Fahrt zum nächsten Arzt bringt, ist fraglich, denn der kommt nur 1x am Tag. Und wenn sich Doktor ( ob der vollen Wartezimmer) nicht beeilt, schafft sie den Rückbus nicht. Sie könnte sich ein Zimmer mieten aber ihre Rente ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen.
Vielleicht stecken ihr später mal ihre Enkel etwas zu, sofern sie wegen Lehrermangel die Schule nicht mit Halbwissen verlassen müssen. Sie könnten Reisen, werden aber wohl 2Jobs haben, um die Pflege der Oma bezahlen zu können. Sie soll es ja auf ihre alten Tage auch noch etwas schön habe. Da kann sie sich immer mal eine Postkarte kaufen.
Aber hauptsache der Diesel rollt.

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rm9 22.04.2018, 10:13
11.

Ja, die Fakten, die in diesem Artikel stehen, stimmen. Was weggelassen wurde, ist eine differenzierte Betrachtung, in welchem Maß die Bevölkerung am Wohlstand partizipiert. Billige Löhne sind nur ein Grund, warum Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit derart hoch ist. Sicher, eine produktive effiziente Verwaltung oder ein Bildungssystem, dass besser ist als sein Ruf, tragen ebenfalls dazu bei. Aber wie sieht es denn real aus? Der Zugewinn an Wohlstand fällt bei den meisten Menschen ehr gering aus - zumindest der Gefühlte. Und ganz so abwegig ist dies nicht, zumindest dann nicht, wenn man einmal die Statistiken der privaten Vermögenverteilungen innerhalb der EU zurate zieht, wonach das (historisch bedingte) Vermögen der Deutschen alles andere als "gut" ist. Eine Exportnation, die gigantische Forderungen an das Ausland aufbaut, die Milliardensummen im Feuer hat bei der Griechenlandrettung, ist eben auch um ein vielfaches verwundbarer als viele andere Ökonomien. Für den einen sind es Crash Apologeten, für die anderen Leben wir in einer Blase. Es gibt immer mehr Experten, die infolge der EZB Politik und der Euro Schuldenpolitik eine extreme Gefahr für die Welt sehen. Diese Themen sind äußerst komplex. Was mich an diesem Artikel stört, dass er von Narrativen der Angst spricht, im Gegenzug aber ein Narrativ des "uns geht es gut, niemandem wird etwas weggenommen, wenn 1,5Mio. Menschen zusätzlich hier leben. Dieses Narrativ wirkt auf mich ebenso konstruiert. Ich weiß nicht, ob der Crash kommt, aber falls er kommt, wird er 2008 wie einen Kindergeburtstag dastehen lassen.

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Phil2302 22.04.2018, 10:13
12. Kurzsichtig

Vielleicht geht es Deutschland ja gerade so gut, eben weil wir uns nie zufrieden geben, schon mal daran gedacht? Ich habe gehört, einige skandinavische Länder sind seit der ersten PISA Studie ziemlich abgestürzt. Wäre es also nicht sinnvoll, dafür zu sorgen, dass unser Bildungssystem sich stetig verbessert (wofür ja viel Raum gegeben ist), und wir nicht wegen der Inklusion abstürzen? Welche Partei ist nochmal gegen die Inklusion? Ach ja, genau. Wir sind eines der tolerantesten Länder der Welt - richtig, vielleicht sollte das aber auch so bleiben? Warum diskutieren wir eigentlich zur Zeit über Antisemitismus in Deutschland? Ach ja, genau. Aber der regierende Bürgermeister Berlins hat ja schon die Lösung parat: Einfach ein Taxi nehmen! So einfach geht erfolgreiche Politik! Aber vielleicht haben Sie und Ataman ja recht: Vielleicht sollten wir aufhören, uns über mögliche Probleme in Deutschland den Kopf zu zerbrechen. Ich könnte mir das leisten: Ich verdiene mit meiner Frau genug Geld (dabei sind wir kaum 30), um schon zu wissen, dass wir unser Kind auf eine Privatschule schicken können, und wir das Geld für die Taxis durch die entsprechenden Gegenden und leisten können. Hartz IV ist zu wenig Geld? Na wenn schon, uns betrifft das ja nicht. Einfach mal die Probleme ignorieren, dann ist auch wieder herrlich Sonnenschein hier in Deutschland. Dann können wir bald wie die anderen Länder auf der Welt in der Mittelmäßigkeit versinken, aber Hauptsache, wir haben dabei ein Lächeln auf dem Gesicht und sind nicht immer so miesepetrig drauf und gehen mit weniger Angst durchs Leben. Schöne neue Welt!

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banalitäter 22.04.2018, 10:15
13. endlich ...

... mal ein anderer Blick auf die BRD . Diese Sichtweise könnte bitte öfters mal durchscheinen in der veröffendlichten Meinung.

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a.schuhdreck 22.04.2018, 10:15
14. Deutschland geht es gut

Das stimmt und wird wohl kaum jemand bestreiten.
Aber dadurch, dass es so ist, haben wir auch viel zu verlieren.
Und genau das ist es, was die Menschen hier umtreibt - die Sorge vor dem Wandel.

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Dorn 22.04.2018, 10:15
15. Tut gut

Erfrischend, diese positiv gestimmten Ausführungen zu lesen. Einen Einwand hätte ich jedoch: Es ist gerade die "Waschlappigkeit" deutscher Politik, dieses Gefühl, sich nicht mehr auf ein gesundes Selbstbewusstsein und ebensolchen Menschenverstand bei den Regierigen verlassen zu können, das zu solcher Verunsicherung im Volk führt. Die Maximen a la "Wir wollen mehr Europa, wissen aber nicht, zu welchem Zweck und wie es gestaltet werden soll" oder "Wir öffnen die Grenzen, wissen aber nicht, wie wir in der Masse diejenigen, die unsere Wirtschaft brauchen kann, in Arbeit bringen und diejenigen, die nicht schutzbedürftig oder kriminell sind, wieder loswerden können". Das ist hirnrissig, egal ob man die europäische Idee unterstützt oder wie man zu Zuwanderung steht. - Glaubt jemand ernsthaft, dass die Wählerschaft der AfD oder der Linken hauptsächlich aus rechts- oder linksradikalen Wirrköpfen besteht?

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claus7447 22.04.2018, 10:16
16.

Danke für diesen emotionslosen Beitrag. Letztlich haben wir eine Neid Debatte. Ja wir haben auch Probleme bei Flüchtlingen, das darf wird nicht unter der Tisch gekehrt. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass analoge Probleme bei uns selbst bestehen, wir Einwanderergruppen haben die in unserer Statistik ebenfalls auffallen. Dennoch, uns geht es weltweit extrem gut, wer es nicht glaubt, soll sich in Gedanken einfach mal in ein anderes fremdes Land versetzen und überlegen, wie seine Situation wäre, dort geboren geworden zu sein!

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polkhigh00 22.04.2018, 10:18
17. Ja und nein

Ich gebe dem Autor insofern Recht, dass die AfD an niedere Instinkte appelliert und damit auch irrationale Ängste schürt. Das ist aber ein Stilmittel, das sich durchaus auch auf der anderen extremen Seite des politischen Spektrums zu finden ist und von daher kein explizit rechtspopulistisches Problem, wie der Autor versucht nahezulegen.

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lazyfox 22.04.2018, 10:18
18. Religion gehört ins private

Ja dem stimme ich - wie dem Artikel insgesamt - zu. Das Problem Religion - bzw. Religionsfanatiken - sollte deutlich klarer und im Sinne der Aufklärung politisch angepackt werden.
Religion ist immer in der einen oder anderen Art kriegerisch. Um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen ist es wahrscheinlich nötig Religion aus dem öffentlichen Leben auszuschließen. Auch sollten die prachtvollen Gotteshäuser aller Religionen nur noch als Architekturbeispiel dienen dürfen aber nicht mehr der Andacht, denn sie sind nur so überwältigend gebaut, um Menschen zu beeindrucken. Menschen sind sehr unterschiedlich und wer diese 'religiöse Inspiration, Spirit' empfindet, wird im Iran Muslim, in Bayer katholisch und würde sicher mit der gleichen Inbrunst im Urwald einen Baum anbeten. Jeder soll natürlich glauben dürfen, was er will. Aber man sollte andere Menschen mit seinem Glauben nicht belästigen. Wir sollten Leben ohne uns Gedanken ums Jenseits zu machen! Keine Angst, seit fair zueinander, nicht gierig und achtet das Leben, das wird jedem Gott gerecht. Ansonsten sollte jegliche Religionsausübung in der Öffentlichkeit untersagt werden - inklusive aller religiösen Symbole. Wäre das nicht viel besser? Sogar der Dalai Lama hat schon geäußert, dass die Welt ohne Religion möglicherweise eine bessere wäre.

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martin98765 22.04.2018, 10:19
19. Endlich!

Endlich mal ein Kommentar der nicht die nächste Katastrophe heraufbeschwört oder das kleinste Hast in der Suppe sucht.
Wir Deutschen sollten uns unserer Starken besser bewusst sein und unser Land und unsere Kultur für die zukünftigen Herausforderungen weiterentwickeln. Das ist die Aufgabe der Politik uns jedes einzelnen Bürgers.

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