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Isolierter Indianerstamm: Bilder aus einer anderen Welt

Im dichten Urwald Brasiliens leben noch immer einige Indianerstämme ohne Kontakt zur Zivilisation - doch die Abholzung bedroht ihre Lebensgrundlage. Eine Menschenrechts-Organisation hat nun neue Fotos der Regenwaldbewohner veröffentlicht.

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Trondesson 02.02.2012, 17:39
30.

Zitat von überzwerg
So ähnlich müssen die Spaniern vor ein paar hundert Jahren auch gedacht haben: wir müssen die Einheimischen mit den Segnungen des Christlichen Abendlandes beglücken. Das Ergebnis ist bekannt.
Mit dem Unterschied, daß den Spaniern das Überleben der heimischen relativ egal war, ob konvertiert oder nicht. Nach Spanien wurden sie nicht "eingeladen", und als Sklaven waren die Indios auch nicht zu gebrauchen, darum ja später der Sklaventransfer von Afrika nach Amerika.
Eine fortgesetzte Isolierung der Indios ist nicht nur unrealistisch, sondern sogar dumm, denn die Goldsucher, Holzfäller und Konzerne scheren sich nicht sonderlich darum, was die FUNAI sagt. Wenn sie weiterhin unbeaufsichtigt im Regenwald leben können, werden sie früher oder später endgültig verschwunden sein.

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Trondesson 02.02.2012, 17:58
31.

Zitat von peter_lege
Sie haben Recht, trotzdem kann man die Zeit des Spanischen Kolonialreiches mit unserer Zeit kaum vergleichen. Unsere Werte haben sich bestimmt verändert. Die gesamte Zahl der Leute in diesen Stämmen ist relativ gering, deshalb ist es schwer zu erklären, warum die Regierung für sie nichts tun kann. Besonders die Rechte der Kinder werden beeinträchtigt, sie müssen zur Schule gehen, allerdings leben sie in solchen erbärmlichen Verhältnissen. Ich glaube, das ist ein echtes Verbrechen.
Wieso "müssen" sie zur Schule gehen? Alles was sie zum Leben im Regenwald brauchen, lernen sie von ihren Stammesangehörigen. Allerdings ist ihr ungestörtes Leben im Regenwald in Gefahr, darum sollten die Indios unter Aufsicht auf das Zusammenleben mit der übrigen Gesellschaft vorbereitet werden, denn eine fortgesetzte Isolierung ohne Überwachung wird früher oder später das Ende der Indios bedeuten.
Dann müssen die Kinder natürlich auch zur Schule gehen, denn das, was sie im Regenwald lernen, wird ihnen dann nicht mehr viel nützen.

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Trondesson 02.02.2012, 18:03
32.

Zitat von HuFu
Vielleicht sollte man daher auch komplett auf "Aufklärungsflugzeuge" etc. verzichten!
Goldsucher benutzen keine Aufklärungsflugzeuge. Und wenn die die Indios finden, wird es Ärger geben. Und wenn die Behörden nicht eingreifen können, weil sie gar nicht wissen, wo die Indios sind, wird es wohl bald um diese geschehen sein.

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Trondesson 02.02.2012, 18:07
33.

Zitat von überzwerg
Vielleicht sind die Indios dort gar nicht so unglücklich, wie wir vermuten. Mit Beglückungen welcher Art auch immer sollten wir uns zurückhalten und den Leute dort die Chancen lassen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Es gibt jede Menge Weiße, die in den Regenwald vordringen, denen nichts daran gelegen ist, daß die Indios ungestört ihren eigenen Weg gehen können. Isolierung bedeutet auf kurz oder lang das Todesurteil für die Stämme.

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Trondesson 02.02.2012, 18:13
34.

Zitat von DasReptil
Da kann ich nur zustimmen. Lasst die Leute doch einfach in Ruhe. Wenn sie eines Tages Kontakt zum Rest der Welt aufnehmen wollen, werden sie das schon tun.
Man wird sie aber nicht in Ruhe lassen! Es ist gut, daß die FUNAI die ersten waren, die sie entdeckt haben, sonst hätten wir von ihrer Existenz vor ihrer Ausrottung wohl gar nichts mehr mitbekommen.

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