Forum: Wissenschaft
Japanisches AKW Fukushima: Techniker müssen Reinigung radioaktiver Brühe stoppen

Schon wieder ein Rückschlag im japanischen Unglücks-AKW Fukushima: Mit einer aufwendig installierten Anlage sollte das radioaktiv verseuchte Wasser gereinigt werden. Doch nun mussten die Techniker des Betreibers Tepco den Apparat schon wieder abschalten.

Seite 15 von 30
Arnie 18.06.2011, 20:23
140. noch einmal

Zitat von kabelfritze
Moment! Ich habe nicht von einer atomaren Explosion geredet! Wie die aussieht, ist seit den 50ern bekannt. Im Prinzip war das natürlich eine Wasserstoffexplosion. Sie sieht nur so dreckig aus, weil die Druckwelle allerhand Trümmer und Staub mit hochgerissen hat. Ist doch eigentlich klar. Der RDB hat einen Betriebsdruck von 70 bar. Geplatzt ist er wahrscheinlich bei 200 oder drüber. Schlagartig entweicht das hoch komprimierte Knallgas aus dem Inneren, dann zündet es. Das sieht dann so aus.
Hier ein Bild von einer atomaren Explosion im Vergleich zur Fukushima 3 Explosion.

http://www.jimstonefreelance.com/camera.jpg

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Palmstroem 18.06.2011, 20:34
141. Japaner ohne German Angst

Zitat von makese
1.Ausstieg aus Atomkraft Schlechte Nachrichten für die Atomkraftbeführworter in diesem Forum. Die Japaner sind doch nicht so obrigkeitshörig wie ihnen oft unterstellt wird. Nach neuesten Umfragen ist die Stimmung von pro Atomkraft in contra Atomkraft umgedreht. Ganz offiziell wurde heute in den heute-Nachrichten berichtet,dass nun 3/4 der Japaner gegen die Atomkraft sind.
Weiter so - trotz Kernschmelze

Japan hat offenbar nichts gelernt aus der Atomkatastrophe
von Gert Anhalt

Die Atomkatastrophe in Fukushima hat die Welt verändert, in Deutschland den Atomausstieg beschleunigt. Aber was machen die Japaner selber? Sie machen weiter wie zuvor.

Heute in heute!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
litholas 18.06.2011, 20:44
142. ...

Zitat von kabelfritze
... Im Prinzip war das natürlich eine Wasserstoffexplosion. Sie sieht nur so dreckig aus, weil die Druckwelle allerhand Trümmer und Staub mit hochgerissen hat. Ist doch eigentlich klar. Der RDB hat einen Betriebsdruck von 70 bar. Geplatzt ist er wahrscheinlich bei 200 oder drüber. Schlagartig entweicht das hoch komprimierte Knallgas aus dem Inneren, dann zündet es. Das sieht dann so aus.
Moment Moment. Wasserstoff allein kann gar nicht explodieren. Knallgas kann explodieren - also ein Gemisch aus Sauerstoff und Wasserstoff. Das kann es im Reaktorkern aber nicht gegeben haben, denn das zündet beim kleinsten Funken. Deswegen hätten sich im Reaktor gar keine grösseren Mengen Knallgas ansammeln können.

Ausserdem explodiert Knallgas ohne jeglichen Rauch und vor allem ohne jegliche sichtbare Stichflamme, die orangegelbe Stichflamme bei der Explosion von Block 3 muss also andere Ursachen haben.

Und schliesslich: Wasserstoff ist extrem "leicht". Falls er sich in Block 3 angesammelt hätte dann hätte er sich unter dem Dach angesammelt. Dann wäre aber die Frage woher die grossen Mengen an Rauch oder Staub gekommen sein sollten die von der Explosion selber nach oben geschleudert (nicht gesogen) wurden. Auf Aufnahmen vor der Explosion sieht man eindeutig dass das Dach sauber ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kabelfritze 18.06.2011, 20:44
143. Hmmm

Zitat von Arnie
Hier ein Bild von einer atomaren Explosion im Vergleich zur Fukushima 3 Explosion.
Auf der genannten Seite wird ja auf die Ähnlichkeit zwischen diesem Test und Fukushima hingewiesen.
Ich gehe davon aus, dass der Test nicht oberirdisch gmacht wurde. Das Ding haben die fein in der Wüste verbuddelt, das ist auch gesünder für die Fotografen.

Ob ich einen Haufen Dreck mit Knallgas, Dynamit,TNT oder einem atomaren Sprengsatz in die Luft schleudere, das Ergebnis sieht immer etwa ähnlich aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bernhard Fischer 18.06.2011, 20:46
144. ...

Zitat von tangarra
Das Problem mit dem Wasser in Gebäuden sind die darin enthaltenen Spaltprodukte und sonstige Verschmutzungen. Dieses Wasser direkt in das Reaktordruckgefäß zurückzupumpen, würde nach kurzer Zeit zu Verstopfungen und Pumpenversagen führen. Außerdem wäre dann der ganze Kühlkreis hoch radioaktiv. Man könnte an diesem Kühlkreis keine Arbeiten mehr durchführen. .....
Haben Sie diese Ihre Aussagen eigentlich vorher gründlich durchdacht?
Man hat zu Beginn keine Grobpartikelfilter vorgeschaltet...
Welcher Kühlkreis?
Welche Pumpen?
Die betonpumpe aus D???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gorge11 18.06.2011, 20:51
145. Und man weiss gar nicht

Zitat von tangarra
Gleich am zweiten Tasg sind einige Filtern schon so voll, dass es zu gefährlich ist, sie aus zutauschen. Deshalb wurde abgeschaltet.
wann das aufhört, und wann man an die quelle rankommt.

In Tschernobyl hat einige 100.000
gebraucht, bei einem Reaktor,
mit wohl weniger radioaktiven Inventar.
Es kann noch Jahrzehnte so weiter gehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kabelfritze 18.06.2011, 20:51
146. Fehlannahme

Zitat von tangarra
Dieses Wasser direkt in das Reaktordruckgefäß zurückzupumpen, würde nach kurzer Zeit zu Verstopfungen und Pumpenversagen führen.
Sie gehen immer davon aus, dass Wasser IN die RDB gepumpt wird. Es wird aber lediglich VON AUßEN Wasser draufgepladdert, gar nicht primär zu Kühlzwecken, sondern in der Hoffnung, möglichst viele Isotope aus der Luft auszuwaschen!

Die wissen schon genau was sie tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cavete 18.06.2011, 21:08
147. Kein Lerneffekt

Zitat von sysop
Schon wieder ein Rückschlag im japanischen Unglücks-AKW Fukushima: Mit einer aufwendig installierten Anlage sollte das radioaktiv verseuchte Wasser gereinigt werden...
Zitat von SPON
Doch ein technisches Teil der Wiederaufbereitungsanlage, das eigentlich mehrere Wochen halten sollte, habe schon innerhalb von 5 h seine maximale Aufnahmefähigkeit erreicht, sagte ein Tepco-Sprecher ...
"Ein technisches Teil", habe die max.Aufnahmefähigkeit erreicht. Warum diese verschleiernde Sprache? Was könnte das sein,vielleicht ein Filter ?

Es wird doch nicht etwa so sein,daß die Beschaffer des "Apparates" den mutmaßlich geschönten Strahlungswerten von TEPCO hinsichtlich des kontaminierten Kühlwassers vertraut haben und man nun erkennen muß, daß ebendiese Werte erheblich höher sind und zu einer schnelleren "Sättigung" und Ausfall des Filters führen? Oder diese erheblich höhere Radioaktivität dann vielleicht zu einem vorzeitigen Ausfall der Steuerungselektronik führte?

Jedenfalls muß TEPCO mit Spekulationen solcher oder ähnlicher Art weiterhin leben, wenn man nicht bereit scheint,transparente Informationen zu liefern.Das nährt den Eindruck, man habe etwas zu verbergen.

Zitat von SPON
Radioaktives Wasser ist eines der größten Probleme im AKW Fukushima.
Gegenwärtig, vielleicht.
Das größere,wenn nicht das größte Problem überhaupt,ist wohl eher die Tatsache, daß man unverändert dem Glauben anhängt,man könne die Atomtechnik als solche beherrschen. Ein offenbar nach wie vor gültiges Dogma, dem man nicht abschwören möchte. Verfolgt man die Verlautbarungen von TEPCO,findet man die Indizien für diese Sichtweise in deren intransparenter Informationspolitik.

Dieses Dogma der Kontrollierbarkeit der Atomtechnik, existierte spätestens seit dem Tag nicht mehr, an dem der Kühlkreislauf im AKW Fukushima zusammenbrach und die Ereignisse eine Eigendynamik entwickelten, in deren Verlauf die Realität sich stets anders entwickelte als es die Planungen vorsahen. Mit einer Geisteshaltung der Schönfärberei, Verleugnung und Ignoranz werden sich die Aufgaben schwerlich bewältigen lassen, in dem selbstgesteckten Zeitrahmen schon gar nicht.

Hinge man hingegen bei der Begrenzung der Auswirkungen des Atom-Desasters nicht weiterhin dem Dogma "sicherer" AKW an, und verabschiedete sich auch geistig von diesem Credo, könnte man offener mit den Problemen bei der Schadensbegrenzung umgehen, ein mehr realitätsbezogener und erfolgversprechenderer Ansatz im Umgang mit den Folgen der Katastrophe.

Denn die tatsächlichen Ereignisse nach dem Ausfall der Kühlsysteme folgen nun nicht mehr irgendwelchen Sicherheitsphilosophien,vielmehr erfordert die Realität flexibles Vorgehen auf zuvor nicht geplante und verdrängte, verleugnete Schadensabläufe.

Ein Abschied vom Credo "sichere Atomkraftwerke" gefährdete aber wohl den Weiterbetrieb der verbliebenen AKW in Japan. Denn dann müßte man ja eingestehen, daß von der zuvor ständig propagierten Sicherheit im Zweifel nichts übrig bliebe.

So erfordert es wohl keine größere Phantasie anzunehmen, daß das verstrahlte Wasser in schnellerer Geschwindigkeit Überhand nehmen wird, als die Optionen, eine halbwegs adäquate Lösung für die Probleme zu finden. Letztlich wird dann doch nichts Anderes übrig bleiben, als das verstrahlte Wasser ins Meer zu leiten,wenn man nicht riskieren will, mit diesem Problem "abzusaufen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ACroonen 18.06.2011, 21:25
148. -

Zitat von kabelfritze
Sie gehen immer davon aus, dass Wasser IN die RDB gepumpt wird. Es wird aber lediglich VON AUßEN Wasser draufgepladdert, gar nicht primär zu Kühlzwecken, sondern in der Hoffnung, möglichst viele Isotope aus der Luft auszuwaschen! Die wissen schon genau was sie tun.
So wurde und wird dort mit Wasser gekühlt:

http://www.wdr.de/tv/monitor//sendun...ima-report.pdf

(der Link ist ein Dokument der Firma Areva,mit deren Hilfe die Isotopenfilterung aufgebaut wurde)

Die Kühlung ging und geht demnach direkt in den RDB bzw. auf die Brennelemente. Alles andere macht nämlich schlicht keinen Sinn wegen der Wirkungsgrade im Promillebereich.....


Übringens an unsere Profi VTler: im Englischen Sheffield ist 1984 auch eine Atombome explodiert. Hier der Photobeweis:

http://anythinghorror.files.wordpres...4/threads1.jpg

Das ist eindeutig eine Atomexplosion wie man mit Anhand des Photos eines echten Atomwaffentest sehen kann:

http://www.allmystery.de/dateien/uh6...-explosion.jpg

dass war natürlich die CIA und es ist alles unter dem teppich gekehrt worden weil Atomunfall und so. Oder war es doch die BBC. Man bei den ganzen Akronymen kommt man durcheinander......


Nun ja wer, bei Fukushima an eine Atomexplosion glaubt, dem kann man wahrscheinlich auch erzählen, dass die NASA ein Gerät auf der Erde stehen hat, das die Schweerkraft aufhebt, oder einen Mikrowellensender der Erdbeben auslöst.
Keine Ahnung von Physik, weil vermutlich geistig in der Schule durchgepennt aber seinen Senf dazu geben.......

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kabelfritze 18.06.2011, 21:27
149. Kein Widerspruch

Zitat von litholas
Moment Moment. Wasserstoff allein kann gar nicht explodieren. Knallgas kann explodieren - also ein Gemisch aus Sauerstoff und Wasserstoff. Das kann es im Reaktorkern aber nicht gegeben haben, denn das zündet beim kleinsten Funken. Deswegen hätten sich im Reaktor gar keine grösseren Mengen Knallgas ansammeln können.
Sorry für die Ungenauigkeit. Ich meinte natürlich Knallgas. Ob das bei 200 bar üerhaupt noch knallen kann, weiß ich nicht. Ich hab's mal gegoogelt, aber die Reaktionskurven in Abhängigkeit zum Umgebungsdruck enden alle bei 10 bar oder so. Ich find's jetzt gerade nicht wieder.

Zitat von litholas
Ausserdem explodiert Knallgas ohne jeglichen Rauch und vor allem ohne jegliche sichtbare Stichflamme, die orangegelbe Stichflamme bei der Explosion von Block 3 muss also andere Ursachen haben.
Nee, das widerspricht sich doch gar nicht. Wenn der RDB platzt, gibt das schon richtig Trümmer im Gebäude. Selbst wenn nur Pressluft die Ursache wäre, sähe man in dem Moment die Hand vor Augen nicht mehr. Eine unmittelbar folgende Knallgasexplosion reißt also die Trümmer der unmittelbar vorangegangenen Kesselexplosion mit.

Das erklärt auch die orangegelbe Farbe des Explosionsblitzes. Staub schluckt die höherfrequenten Lichtanteile (Richtung violett), während er langwelligeres Licht (Richtung rot) passieren lässt. Das ist der gleiche Effekt wie wenn gerade besonders viel Wüstensand aus Afrika in unsere Richtung geblasen wird, dann haben wir hier blutrote Sonnenuntergänge.

Zitat von litholas
Und schliesslich: Wasserstoff ist extrem "leicht". Falls er sich in Block 3 angesammelt hätte dann hätte er sich unter dem Dach angesammelt. Dann wäre aber die Frage woher die grossen Mengen an Rauch oder Staub gekommen sein sollten die von der Explosion selber nach oben geschleudert (nicht gesogen) wurden. Auf Aufnahmen vor der Explosion sieht man eindeutig dass das Dach sauber ist.
Wie Du schon richtig bemerktest, es war kein Wasserstoff sondern Knallgas. Da trennt sich der Sauerstoff nur langsam vom Sauerstoff. Ähnlich wie eine Öl- Wasser- Emulsion, die braucht auch Stunden und Tage bis das Öl wieder oben schwimmt und das Wasser unten ist. Neenee, im Moment der Explosion war das Gebäude schlagartig voll Knallgas, und wo soll das so schlagartig herkommen, wenn nicht aus dem geplatzten RDB? Die gleichzeitig austretende Schmelze mit ihren bummelig 2400 °C bildet bildet einen ziemlich zuverlässigen Zünder, und -rumms- haben wir unser Fukushima.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 15 von 30