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Kampf für Klimaschutz in Indonesien: Fluch des Wohlstands

Kaum ein Staat vernichtet seine Wälder so schnell wie Indonesien, das Land gehört deshalb zu den weltgrößten CO2-Sündern. Der wachsende Wohlstand verschärft das Umweltschutzproblem, immer mehr Menschen fahren Auto. Klimaschützer versuchen gegenzusteuern - doch ohne westliche Hilfe sind sie machtlos.

Umbriel 15.12.2009, 17:05
1. Vulkan

Jetzt bricht zumindest auf den Philippinen mal wieder ein Vulkan aus, der dürfte in den nächsten Wochen soviel CO2 in die Stratosphäre blasen wie 1000 Jahre BRD unter Vollgas.

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Hercules Rockefeller 15.12.2009, 18:58
2. Auto völlig egal

Wieso hackt man eigentlich auf den Autos rum, oder darauf, dass man in ärmeren Ländern im Jahr 2010 nicht immer noch nur zu Fuss oder per Eselskarre unterwegs sein will?

Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen.

Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt).

Und da blasen sich nun alle auf, wenn ein paar Tausend Indonesier in Jakarta im Stau stehen wollen? Da kommt kaum was zusammen, da wird eigentlich nur die Klimaanlage des Wagens befeuert.

Würden die nun alle die dollen Elektrobrummerkarren fahren (die ohne Sicherheitsmerkmale, ohne Platz, ohne Komfort-durch und durch Grün!), dann bläsen sie weit mehr CO² in die Luft, um im Stau die Luft zu kühlen!

Wir müssen Strom sparen, nicht Benzin! Es geht den "Mahnern" doch nur darum, dass es nicht angehen kann, wenn die dritte Welt nun Auto fährt. Sowas gehört sich nicht!

Die sollen doof in die Kameras von UNICEF und Brot für die Welt glotzen, aber doch nicht im VW Fox ins Büro pendeln! Ja, da wird einem ja ganz anders, da fällt einem vor Schreck das Monokel in den Frühstücksschampus...

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chinchoro 15.12.2009, 20:37
3. Reality Check notwendig

Zitat von Umbriel
Jetzt bricht zumindest auf den Philippinen mal wieder ein Vulkan aus, der dürfte in den nächsten Wochen soviel CO2 in die Stratosphäre blasen wie 1000 Jahre BRD unter Vollgas.
Es ist erstaunlich, dass man in der virtualen Welt solch einen Unsinn ungestraft von sich geben kann. Trollen als Erwerbsquelle?

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Makogonov 15.12.2009, 21:17
4. Rechenfehler?

[QUOTE=Hercules Rockefeller;4712590]

Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen.

Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt).

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alexander ernst 15.12.2009, 21:31
5. Rechenfehler

[QUOTE=Makogonov;4713182] Zitat von Hercules Rockefeller
Der CO²-Ausstoß von Autos, selbst von dicken Brummern wie einem Q7 ist geradezu lächerlich mit dem von bspw. Strom. Ein Blick auf die Jahresabrechnung reicht, dort liest man: Für eine popelige Kilowattstunde Strom (halbe Stunde Staubsaugen oder 2 Stunden Killerspiel daddeln) werden 490g CO² in die Welt geblasen. Damit kann man je nach Auto 300km weit fahren, sogar mit dem Q7, wenn man nicht über 130 fährt (schneller muss man auch nicht, kommt eh keiner an einem vorbei, wenn man ein bischen schlängelt).

Hier liegt ein Rechenfehler Faktor 100 vor. Der CO2-Ausstoß von Autos ist nicht lächerlich. Der CO2-Ausstoß eines Autos beträgt zwischen 99 Gramm/Kilometer (sehr sparsam) und 250-300 Gramm/Kilometer (große Limousinen). Mit besagter Kilowattstunde kommt man also nicht 300 Kilometer weit, sondern 1-4 Kilometer. Das setzt einen Strommix von ca 50 Prozent Kohleanteil voraus.
Die Emissionen aus dem Straßenverkehr tragen erheblich zu den CO2-Emissionen bei.

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Umbriel 15.12.2009, 22:19
6. nachgemessen

Zitat von chinchoro
Es ist erstaunlich, dass man in der virtualen Welt solch einen Unsinn ungestraft von sich geben kann. Trollen als Erwerbsquelle?
habe ich es nicht, aber die Größenordnung wird schon stimmen, können Sie ja mal genau recherchieren. Vulkane stoßen gigantische mengen co2 aus.

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HaaBo 16.12.2009, 03:22
7. REDDiness

Indonesien - REDDiness = Readyness: Um Länder in die Lage zu versetzen, an einem REDD Mechanismus teilzunehmen, ist die Gewährleistung von good governance die wichtigste Aufgabe, auch und gerade in Ländern, die weniger "ready" sind.
In Indonesien sind die Distrikte (Kabupaten) sehr stark und haben zusammen mit der relativ schwachen Provinz das Planungsrecht. Am Beispiel von Borneo hat die Landnutzungsplanung starke Auswirkungen auf die Vergabe von Konzessionen an Firmen, die dann Konzessionen für Palmölplantagen, Holz, Goldminen …. über einen Zeitraum von oftmals 30m Jahren halten. Das Oberhaupt eines Kabupaten heißt Bupati. Dieser wird in freien Wahlen für 5 Jahre gewählt und finanziert seine Kampagne in erster Linie selbst oder lobbyorientiert mit Sponsoren. ( Kosten je nach Kabupaten etwa 200 Mio. IDR ( Kurs: 14200 IDR = 1Euro) . ……………
Es gibt einige NGO’s, die auf Borneo mit REDD Pilotprojekten aktiv sind. Teilweise auch mit Rückendeckung von Banken ( Australien), die im Bereich des Zertifikatshandels einen Zukunftsmarkt sehen. Allerdings haben alle diese Projekte mit starken Konzessionären oder mit noch relativ unflexibler Verwaltung zu kämpfen.
Erst dann kommt man zum Kern der Örtlichkeit, in dem die im,am und vom Wald lebenden Communities durch gezielte Förderung von Nichtholzprodukten und Einbeziehung in den geplanten Zertifikatshandel nachhaltig in den Prozess integriert werden.
REDD und Biodiversität stehen in einem gewissen Spannungsfeld: die aktuelle
politische Aufmerksamkeit konzentriert sich auf den Klimaschutz.
Der Fokus von REDD lag lange nur auf dem Management von Kohlenstoff und nicht auf
dem Schutz der Biodiversität. Hier sind neue Mechanismen und Regelungen unterwegs, die sich REDD+ und REDD++ nennen.

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HaaBo 16.12.2009, 04:09
8. REDDiness

REDDiness = Readyness: Um Länder in die Lage zu versetzen, an
einem REDD Mechanismus teilzunehmen, ist die Gewährleistung von good governance die
wichtigste Aufgabe, auch und gerade in Ländern, die weniger "ready" sind.
In Indonesien sind die Distrikte (Kabupaten) sehr stark und haben zusammen mit der relativ schwachen Provinz das Planungsrecht. Am Beispiel von Borneo hat die Landnutzungsplanung starke Auswirkungen auf die Vergabe von Konzessionen an Firmen, die dann Konzessionen für Palmölplantagen, Holz, Goldminen …. über einen Zeitraum von oftmals 30m Jahren halten. Das Oberhaupt eines Kabupaten heißt Bupati. Dieser wird in freien Wahlen für 5 Jahre gewählt und finanziert seine Kampagne in erster Linie selbst oder lobbyorientiert mit Sponsoren. ( Kosten je nach Kabupaten etwa 200 Mio. IDR ( Kurs: 14200 IDR = 1Euro) . ……………
Es gibt einige NGO’s, die auf Borneo mit REDD Pilotprojekten aktiv sind. Teilweise auch mit Rückendeckung von Banken ( Australien), die im Bereich des Zertifikatshandels einen Zukunftsmarkt sehen. Allerdings haben alle diese Projekte mit starken Konzessionären oder mit noch relativ unflexibler Verwaltung zu kämpfen.
Erst dann kommt man zum Kern der Örtlichkeit, in dem die im,am und vom Wald lebenden Communities durch gezielte Förderung von Nichtholzprodukten und Einbeziehung in den geplanten Zertifikatshandel nachhaltig in den Prozess integriert werden.
REDD und Biodiversität stehen in einem gewissen Spannungsfeld: die aktuelle
politische Aufmerksamkeit konzentriert sich auf den Klimaschutz.
Der Fokus von REDD lag lange nur auf dem Management von Kohlenstoff und nicht auf
dem Schutz der Biodiversität. Hier sind neue Mechanismen und Regelungen unterwegs, die sich REDD+ und REDD++ nennen.

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voxeternus 16.12.2009, 05:43
9. Zwei Seiten der Medaile

Auf der einen Seite kann ich nur zustimmen wenn man sagt, dass die "dritte Welt Laender" von unseren Fehlern lernen sollten, und sich lieber die Technologie aneignen, die uns, also den Industrielaendern, zu der Zeit in der Entwicklung noch nicht bereit standen.

Auf der anderen Seite muss man aber sehen, dass sich diese Laender nun auch jenen "Luxus" leisten wollen, der bisher nur den grossen Industrielaendern gegeben war.
Schaun wir nach China, so kann man dies Phaenomen sehr genau beobachten, obwohl China wiederum zwei Entwicklungen mit einer Klappe schlaegt - den sie fangen schon sehr stark mit AlternativEnergie an.

Was natuerlich das Problem nicht beseitigt.
An dieser Stelle sollten genau die Entwickler nun eintreten, die die alternativen Loesungen haben. Aber nicht fuer viel Geld auf diese Maerkte bringen, sondern fuer wenig Geld.
Denn eine Sache, die dem Luxus noch voraus ist, auch in Indonesien ist - sparen. Wenn ich an ein cooles Auto rankomme, was geringere Anschaffungskosten und geringere Betreibungskosten hat - Mensch, dann kauf ich mir das sofort.
Dies wird die Staus von Jakarta nicht beheben, aber wenigstens werden die Menschen nicht mehr mit einer ABC Maske zur Arbeit gehen muessen, und die Industrielaender koennen wieder aufatmen - sowie der Rest der Menschheit.

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