Forum: Wissenschaft
Kampf gegen Klimakrise: Die Bevölkerungsexplosion fällt aus
Vlad Eugen Nistor/ EyeEm/ Getty Images

Bei Diskussionen über den Klimawandel taucht regelmäßig dieses Argument auf: Wir können ohnehin nichts tun, solange wir nicht das ungebremste Wachstum der Weltbevölkerung stoppen. Dabei ist diese Phase längst vorbei.

Seite 25 von 58
Schartin Mulz 23.06.2019, 18:11
240. Die Logik

der Bevölkerungsexplosionshyteriker kann man kurz so zusammenfassen:
die Afrikaner sollen gefälligst weniger Kinder kriegen, damit wir Europäer so weiterleben können wie bisher.

Beitrag melden
olli0816 23.06.2019, 18:11
241. Nein, nicht wirklich

Zitat von oloh
Nur Wohlstand und Bildung lösen das Geburtenproblem. Das ist ein Fakt, an dem es überhaupt nix zu rütteln gibt. Als Beweis schauen Sie sich die Geburtenrate in Kolumbien heute verglichen mit den Achtziger Jahren an. Das kriegen Sie schon hin! Selbst Gegenden (ich spreche ungern von Ländern, weil staatliche Grenzen dort nichts bedeuten) in Afrika, wo Mannes Stolz von der Zahl der gezeugten Kinder - am besten mit möglichst vielen Frauen - abhängt, würden schnell und direkt von mehr Wohlstand und Bildung für Frauen profitieren. Solch antiquierten Machismo gab's auch lange in Colombia und gibt's heute noch, aber die Mädels lachen darüber, und die Männer denken um und lernen schnell. Selbst in Deutschland gibt's heute noch evangelikale Sekten, aber mal ehrlich: Wer nimmt die denn ernst?
Wohlstand und Bildung lassen den Konsumverbrauch stark steigen. Als einziges Land in Afrika war ich 2 mal in Marokko. Einmal 1984 mit Interrail mit 18 Jahren und hatte damals das Glück, mit Einheimischen leben zu können. Die Familien waren relativ groß und selbst in der Mittelschicht war das Normalität. Ich habe eine Zeit bei dem Polizeichef in Rabatt in seinem Haus wohnen dürfen und er hatte 3 Töchter und 2 Söhne. Ganz normale Familiengröße, wie ich damals feststellen durfte. Das Land ist für afrikanische Verhältnisse recht gut entwickelt gewesen. Es hatte gute Eisenbahnlinien und ansonsten war die Infrastruktur einfach, aber effizient. OK, die ganz alten Taxis mit 6 Fahrgästen waren etwas anders als in Europa, lief aber. Die Leute waren recht optimistisch und man hatte das Gefühl, dass sie sich für die Zukunft einiges ausrechneten. 1984 hatte das Land 22 Millionen Einwohner.

Vor zwei Jahren war ich aufgrund einer Geschäftsreise in Marokko. Ich habe die heutige Lebenswirklichkeit leider nur sehr am Rande miterlebt. Die Infrastruktur scheint nach wie vor gut zu sein, es gibt auch Autobahnen. Doch die sind gähnend leer, man sieht viele Leute mit Mulis und insgesamt sind die Ortschaften recht eintönig, wenn man übers Land fährt. Der wesentliche Unterschied zu damals war, dass die Leute nicht mehr so unbeschwert waren und einen ziemlich niedergedrückten Eindruck machen. Das liegt wohl daran, dass der tägliche Überlebenskampf nicht einfach für einen durchschnittlichen Bürger ist. Alles ist größer geworden und die heute Bevölkerung zählt 35,74 Mio. Einwohner. Viele wollen nichts lieber als in die EU.

Jetzt stellen Sie sich vor, Sie katapultieren das Land vom Wohlstand und Bildung auf den Durchschnitt der EU. Der Standard heute ist vielleicht etwas schlechter als Albanien. Dann hätten Sie vom Verbrauch her ein Land wie etwa die Hälfte von Frankreich, was die Ressourcen betrifft. Damit schwächt sich nach ihrer Theorie das Wachstum ab. Aber das können wir doch gar nicht mehr und Marokko ist mit Sicherheit eines der weniger problembehafteten Länder in Afrika. Das Bevölkerungswachstum ist dort übrigens in den 2010er-Jahren ggü. den 2000er - Jahren wieder angestiegen (von 1,15% auf 1,4%). So ganz linear ist die Geschichte also nicht. Was soll man also tun?

Beitrag melden
vulcan 23.06.2019, 18:12
242.

Letztendlich handelt es sich um eine Prognose, mehr nicht. Und ich glaube nicht, dass sie so stimmt.
Beispielsweise nimmt die Bevölkerung in Afrika drastisch zu, die Lebensräume gehen zurück.
Meiner Befürchtung nach werden die Menschen früher oder später alle Lebewesen, die größer sind als eine Ratte ausgerottet haben - abgesehen von Nutzvieh vielleicht.
Die Weltbevölkerung steigt; sie steigt vielleicht nicht mehr so schnell wie 1990, aber sie steigt. Und wird weiter steigen.
Ein Rückgang wäre eine positive Meldung. Alles andere nicht.
Kein Grund, in diversen Belangen die Flinte ins Korn zu schmeißen, aber ich denke, das wird uns letztendlich den Garaus machen.....und wie gesagt, anderen Erdbewohnern auch.
Es gibt schon jetzt mindestens 5 Mrd. Menschen zuviel. Zu denen gehöre ich natürlich nicht..

Beitrag melden
vulcan 23.06.2019, 18:14
243.

Zitat von Phil2302
"Mehr Menschen bedeuten auch nicht zwangsläufig mehr CO2 - man muss ebenEnergieversorgung und Ernährung neu organisieren." Warum nicht anders herum: Sorgt mit einer weltweiten 1 Kind Politik dafür, dass die Zahl der Menschen langfristig auf etwas eine Milliarde, vielleicht zwei sinkt, und jeder könnte wieder so viel fliegen und Auto fahren wie er will, ohne sich einschränken zu müssen. Es geht doch darum, einen möglichst hohen Lebensstandard zu erreichen, und nicht darum, 11 Milliarden Menschen als Vegetarier ohne Auto zu haben.
Ja, das wäre ideal. Nur wie erreicht man das? Da brauchte man so eine Art 'Weltregierung'. Ich würde das übernehmen.

Beitrag melden
5412 23.06.2019, 18:15
244.

Zitat von DCH
Das Thema Bevölkerungsexplosion soll in der Regel das eigene Gewissen beruhigen: warum soll ich auf meinen Malediven-Urlaub und das Shoppen in New York verzichten, wenn sie Afrikaner sich die Frechheit rausnehmen, mehr als 1,2 Kinder zu bekommen? Dabei wird aber verkannt, dass praktisch jede Reduktion der Reproduktion einen massiv gestiegenen Energieverbrauch pro Kopf zur Folge hatte. Siehe Deutschland, siehe China. Zweitens sind die Umweltprobleme mit globaler Auswirkung der dritten Welt nur zum geringeren Teil hausgemacht. Die westliche Welt schreit nach Tierfutter und Palmöl. Die Wälder werden deshalb abgeholzt - damit die Hälfte der produzierten Nahrungsmittel in den USA in der Tonne landet, nicht weil die lokale Bevölkerung sich vermehrt. Das Thema Bevölkerungsexplosion ist Augenwischerei und schiebt die Verantwortung auf Gesellschaften ab, die relativ gesehen viel umweltfreundlicher Leben. Teils ist es auch postkoloniales Denken, nicht selten Verbunden mit Rassismus.
Erklären Sie das mal diesem ekelhaft verlogenem rechten Pöbel der nun auch hier bei SPON eingefallen ist. Ich bin nur froh das diese zynischen und rücksichtslosen Eogoisten numerisch irrelevant sind in unserem Land.

Beitrag melden
mwroer 23.06.2019, 18:17
245.

Zitat von tailspin
Das ruettelt jetzt an den Grundfesten meiner Ueberzeugung. Meine beiden Teenager, die natuerlich den Planeten retten wollen, schimpfen mich aus, wenn ich mit Plastik statt Papier nach Hause komme. Und jetzt ist alles umsonst (vergeblich)?
Das hängt ausschließlich von der Art der Herstellung ab.

Papier ist genau so wenig immer besser als Plastik wie das Märchen das Glasflaschen immer besser als Plastikflaschen sind.

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/ressourcenschonung/einzelhandel-und-umwelt/mehrweg/nabumehrwegguide.html

PET Flaschen, vor allem wenn man sie wieder abliefert, schneiden da am besten ab.

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/alltagsprodukte/19463.html

Einfach mal in aller Ruhe und unaufgeregt lesen. Plastiktüten sind nur schädlicher wenn sie in die Umwelt gelangen weil sie sich nicht zersetzen. Das ist aber, gerade bei den dünnen Tüten für Obst, sowieso kaum der Fall - der Weg einer solchen Tüte sieht so aus:

Rolle - Supermarkt - Einkaufswagen - Auto - Küche. Dann teilen sie sich in:

- Plastikabfall
- Wiederverwendung (tun einige unserer Bekannten)
- dann Plastikabfall

und werden entweder verbrannt oder wiederverwertet. Wir haben eine Plastikttüte vom Plus die ich seit knapp einem Jahr in der Satteltasche spazierenfahre und immer noch zum einkaufen benutze (und wenn es regnet als Sattelschutz).

Da kommt keine Papiertüte mit und auch kein 'Verpackungskarton' aus dem Supermarkt.

Also es hängt vom Einzelfall ab - Mehrweg ist immer besser als Einweg - das ist so ziemlich das einzige was man sicher sagen kann.

Als simples Beispiel: Wenn Sie in einem 'unverpackt' Geschäft einkaufen wo man Ihnen Ware in einen eigenen Behälter packt: Dann ist ein Glasbehälter ganz sicher besser als einer aus Plastik.

Beitrag melden
sholan1 23.06.2019, 18:23
246.

Wäre es nicht am einfachsten all das was so als human und alternativlos gilt sein zu lassen?

Keine Wirtschaftshilfe, keine Hungerhilfe, keine medizinische Unterstützung und keine Migration nach Europa.
Wirtschaftlicher Aufschwung in Afrika würde erstmal bedeuten das der CO2 Fußabdruck, durch den damit verbundenen steigenden Kosum, pro Person in Afrika massiv nach oben geht. Ohne eine Revolution in
Sachen Kultur und Religion, Bildung für Frauen uvm. wird sich aber am Bevölkerungswachstum dort dadurch nichts ändern. Damit würde sich nicht nur der erhöhte CO2 Ausstoß durch
Bevölkerungswachstum ergeben, sondern auch noch der Individuelle pro Kopf erhöhen. Somit ist Wirtschaftshilfe wenn sie funktioniert schlecht fürs Klima und wenn nicht Geldverschwendung.
Ohne Hungerhilfe und medizinische Unterstützung würde das Bevölkerungswachstum durch Hunger, Seuchen und Kindersterblichkeit eingeschränkt, sich ein Gleichgewicht einstellen.
Das Geld das in Afrika und anderswo schon seit Jahrzehnten versiegt könnte man zur Erhöhung der Deiche, zum Schutz vor Stürmen, Überschwemmungen, Maßnahmen gegen Dürren und
andere Folgeerscheinungen der globalen Erwärmung in Deutschland/Europa einsetzen.
In Deutschland werden durchschnittlich von einer Frau ~1,5 Kinder geboren, das heißt das die Bevölkerung pro Generation etwa um 25% kleiner wird. Daraus folgt ohne weitere Migration reduziert sich
unsere Bevölkerung von selbst. Ein Deutschland das nur 40 Mio Einwohner hätte bräuchte auch nur noch die Hälfte an Resourcen, an Nahrung, an Energie, erzeugt auch ohne weitere Maßnahmen allein
durch die Bevölkerungsreduzierung weit weniger an CO2, erzeugt weniger Müll, es wird weniger Wohnraum benötigt, daher auch weniger Urbanisierung mehr Natur, geringe Kosten für Land und Wohnraum,
es wären weit weniger Eingriffe in die Natur notwendig für erneuerbare Energie uvm.

Beitrag melden
kj.az 23.06.2019, 18:24
247. Selten so einen Nonsens gelesen

Herr Stoecker, ein Mathematikstudium haetten Sie schwerlich geschafft mit Ihren Kenntnissen. Schon mal was von "exponentialem Anstieg" gehoert ? Schauen Sie sich die Wachstumskurve der letzten zwei Jahrtausende an. Wenn ich dann 1,15% aus 7,6 Milliarden Menschen berechne, dann komme ich immer noch auf einen Zuwachs von 114 Millionen, das ist immer noch fast das Doppelte als 2,2 % von 3 Milliarden.
Man kann aber auch mit den Bevoelkerungszahlen des Dreissigjaehrigen Krieges operieren: 1648 gab es in Europa viel weniger Menschen als 1618. Statistik ist ein hartes Geschaeft, Herr Stoecker. Erfordert grosse Rechenkunst.

Beitrag melden
alexreil 23.06.2019, 18:27
248. Guter Artikel!

Aber er vermittelt nicht wirklich neue Erkenntnisse. Denn ein Blick in die Natur zeigt das auch schon. Zu grosse Populationen schrumpfen sich überall im Tierreich gesund. Und aus diesem Grund resultiert auch die Geburtenarmut der Industrienationen, so wie das auch völlig richtig im Artikel dargestellt ist.

Beitrag melden
feiland 23.06.2019, 18:28
249. Die Fragestellung ist falsch.

Wie groß sollte die Weltbevölkerung sein damit das Leben auf dieser Erde für alle lebenswert ist?
1962 betrug sie 3,15 Milliarden und z...z ca.7,6 Milliarden. Also seit 1962 das 2,4 fache.
Man stelle sich vor, in der BRD würden heute auch 2,4 mal mehr Menschen leben. Welche Verhältnisse wir mit 192.000.000 Einwohnern hätten, kommt den Verhältnissen in sogenannten “Problemländern” gleich. Also warum deren Problem zu unserem machen ohne deren Problem damit zu lösen.

Beitrag melden
Seite 25 von 58
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!