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Kampf gegen Klimakrise: Die Bevölkerungsexplosion fällt aus
Vlad Eugen Nistor/ EyeEm/ Getty Images

Bei Diskussionen über den Klimawandel taucht regelmäßig dieses Argument auf: Wir können ohnehin nichts tun, solange wir nicht das ungebremste Wachstum der Weltbevölkerung stoppen. Dabei ist diese Phase längst vorbei.

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flang 23.06.2019, 13:52
20. Optimismus mit der Brechstange

Bei der Überschrift hatte ich gedacht es gäbe positive Nachrichten. Dann schreibt der Autor dass die Weltbevölkerung bis 2100 auf 10.9 Mio ansteigen wird. Momentan sind es 7.5 Mio (eine Information die der Autor wohl lieber verschweigen wollte). Es ist ja richtig, dass man trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) sich stark bemühen muss den CO2 Ausstoss zu senken. Aber es ist mir unverständlich wie man angesichts dieser Zahlen die Situation so schönreden kann. Das Wort Explosion war in diesem Zusammenhang nie wörtlich gemeint. Niemand hat erwartet dass die Bevölkerung auf 100Mrd ansteigen wird. Aber Fakt ist dass bereits heute viel zu viele Menschen auf der Erde wohnen als dass es möglich diese nachhaltig in Gleichgewicht mit der Natur zu bewirtschaften.

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Sueme 23.06.2019, 13:52
21.

Da habe ich doch eine kleine Frage Herr Stöcker, exakt wann fand nochmal die letzte Volkszählung im Asiatischen und Afrikanischen Raum statt? Oder reden Sie wenn Sie von einem schrumpfen des Wachstums reden von groben Schätzungen? Und mit Verlaub 11 Millarden, das sind so ganz grob ~7 Milliarden zu viel für die Erde.

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realistisch gesehen 23.06.2019, 13:52
22. Das Argument ist anders

Ist das Argument nicht vielmehr, dass die vorhandenen Mittel und Mühen einen größeren Klima-Effekt hätten wenn sie in Bildung und Aufklärung von Frauen zur Reduktion von Schwangerschaften, insbesondere in der Dritten Welt, eingesetzt würden, anstatt zur weiteren Müllvermeidung und Energieumstellung zu hohen Kosten?

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irgendwer 23.06.2019, 13:52
23. wenig objektive Darstellung.. ... wie so oft beim SPON

Das weltweite Bevölkerungswachstum vernichtet die Effekte jeder aufwändige CO2 Einsparung in einem kleinen Land wie Deutschland oder auch in Europa. Das Bevölkerungswachstum ist das Hauptproblem der Zukunft unseres Planeten.
Die Bevölkerung ist von 1 Milliarde im Jahr 1800 zu 7.616 Milliarden in 2018 gewachsen. Sie wächst aktuell weiter bis auf 8.6 Milliarden in 2030, bis 9.8 Milliarden bis 2050 und mindestens 11.2 Milliarden in 2100. Diese Prognose ist sehr zurückhaltend gerechnet. Eine Einsprarung des CO2 in Europa auf dem Niveau von 1990 oder 10% darunter hat keinen signifikanten Effekt auf die Klimaentwicklung der Welt.

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Cannonier 23.06.2019, 13:52
24. So lautet das Argument nicht.

Dass Klimaschutzmassnahmen nichts bringen weil die Weltbevölkerung exponentiell wächst und deswegen nicht gehandelt werden muss. Verdrehen Sie bitte nicht die Worte!

Das differenzierte Argument lautet vielmehr: wir sehen was rd. 8 Milliarden Menschen mit dem Planeten seit ca. 100 Jahren anstellen, zu glauben dass unsere Massnahmen Wirkung zeigen könnten wenn in 50 Jahren noch einmal 1-2 Milliarden dazukommen ist naiv wenn nicht gar fahrlässig und irreführend.

Wahr ist auch dass wir in den entwickelten Staaten den Löwenanteil an Zerstörung und Ausbeutung tragen. Deswegen ist auch der Hype um Elektromobilität so fatal absurd. Wir verlagern bloss wiedermal die negativen Folgend woanders hin.
Wahr ist auch dass zB ein ghanaischer Farmer und dessen 10-köpfige Familie das Klima um ein Vielfaches weniger schädigt als zB eine grüne Ikone a la Herr Hofreiter oder Herr Habeck die Teil unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft sind-
Wächst eine S-Bahn etwa auf einem Baum? Besteht sie aus nachwachsenden, unendlich verfügbaren Rohstoffen? Nein.

Ob exponentiell oder nicht: die Menschheit wächst. Und sie verdrängt alles andere bzw. verseucht, vermüllt und zerstört. Teilweise mit voller Absicht, teilweise aus Unwissen und auch aus blosser Existenz.

Unser Ende is unausweichlich und wir erreichen ohnehin bald den point of no return, bzw. haben ihn ggf schon passiert. Unsere schiere Menge vernichtet unsere Lebensgrundlage schneller als diese sich erholen oder wandeln kann. Auch das Anthropozän wird enden.

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glasen 23.06.2019, 13:53
25.

Zitat von bb1337
Viele Probleme der heutigen Zeit resultieren an der Menge an Menschen die es jetzt gibt. Man stelle sich vor auf der Welt leben nur drei Milliarden Menschen. Für alle wäre genug da. Man könnte ohne schlechtes Gewissen leben, billige Immobilien kaufen, es gäbe weniger Armut, weniger Hunger, weniger Krieg, weniger Flüchtlinge und natürlich wäre es auch der notwendige Segen für Klima und Umweltschutz. Wenn das erreicht wird indem es Frauen besser geht, kann ich nur sagen: Sorgt dafür, dass es ihnen gut geht.
Seltsamerweise gab es damals mit weniger als 3Mrd. Menschen mehr Kriege, mehr Hunger und mehr Armut.

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Athlonpower 23.06.2019, 13:56
26. Sehe ich ganz anders, die Bevölkerungsexplosion kommt immer schneller

Na ja, man darf nicht von Europa auf die übrige Welt schließen, da schaut es nämlich viel viel schlimmer aus, z. B. Afrika verdoppelt sich aktuelle die Bevölkerung bis 2050 und vervierfacht sich bis 2100, in Südostasien plus Indien und China - Aufgabe der Ein-Kind-Politik wg. Erfolglosigkeit - sieht es nicht viel besser aus,

von daher gesehen haben wir Global immer noch die immer noch laufende Bevölkerungsexplosion in eine Dimension, von der man sich gar nicht mal vorzustelen wagt, was dann mit diesem Planeten und seinen Umweltbedingungen vorgehen wird,

also keine Bange, ein Überleben der Menschheit wird es auf diesem Planeten nicht geben und das ist auch gut so, dafür ist die unersättliche Gier der Reichen einfach viel zu groß, die vorhandenen Ressourcen zu wenig und diese unersättliche Gier wird durch von den Reichen bezahlte Politiker und Volksverräter äh -vertreter auch nicht gezügelt bzw. beendet werden, ganz im Gegenteil, man wird sich um die letzten Lebensräume dann auch noch die Köpfe einschlagen.

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hh.noll 23.06.2019, 13:57
27. An der Grenze zur Desinformation...

ist dieser Artikel, weil er das Problem der Bevölkerungsexplosion in bestimmten Weltregionen klein rechnet. Das geschieht, indem Regionen mit schrumpfenden Bevölkerungen - wie Europa - durch Durschnittsbildung mit wachsenden, z.T. sogar sehr stark wachsenden, Regionen, verrechnet werden. Mit keinem Wort erwähnt der Autor die aktuelle Bevölkerungsexplosion in Afrika, die man durchaus so nennen darf. Ein Blick in Wikipedia hätte genügt, wenn es dem Autor darum gegangen wäre ein ausgewogenes und objektives Bild der Entwicklung zu vermitteln. Dort heißt es für Afrika: "Für 2050 erwartet die UN 2,5 Milliarden und für 2100 ca. 4,4 Milliarden Einwohner". Heute gibt es in Afrika demnach ca. 1,26 Milliarden Einwohner (2017), d.h. bis 2050 ist eine Verdoppelung zu erwarten, bis 2100 wird die Bevölkerung in Afrika 3 1/2 mal so groß sein wie heute! Und Herr Stöcker schreibt: "Die Bevölkerungsexplosion fällt aus". Sorry, aber das verstehe ich nicht unter seriösem Journalismus.

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Mecky Messer 23.06.2019, 14:00
28. Andersrum ist richtig: *Alle* Umweltprobleme wäre gelöst mit weniger M

Die einzige Lösung um *alle* Umweltprobleme zu lösen ist weniger Menschen, und zwar jetzt. Beim CO2 sparen kommt es auf jedes Jahr an, aber bei der Zahl der Menschen heißt es hier "No worries, in 80 Jahren ist (vielleicht) das Maximum erreicht". Das passt nicht zusammen.

Die Reduktion der Anzahl der Menschen muss jetzt beginnen, z. B. kein Kindergeld mehr ab dem 2ten Kind und Entwicklungshilfe direkt mit entsprechenden Regeln kopplen.

10 Milliarden Menschen in 2100 die alle so leben wie wir? Dann ist die Erde platt und das letzte Stück Natur zugebaut. Da hilft auch kein Veganismus mehr.

PS: Ich fahre E-Auto weil es Spaß macht, fahre Zug weil ich dabei lesen kann und bin Fast-Veganer weil es gesünder ist. Gut für mich, aber die Welt wird das nicht retten.

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herrmüllermeierschmitz 23.06.2019, 14:00
29. Danke, Herr Stöcker...

... ich hoffe sehr, dass nun, da Herr Fleischhauer seine Eskalationen anderswo proklamiert, sich hier etwas mehr Raum für journalistisch seriöse und wissenschaftlich fundierte Aufklärung ergibt...

Es ist unglaublich, wie häufig seitens eines bestimmten Klientels "sich unkontrolliert vermehrende Drittweltbewohner" als Ausflucht dafür benutzt werden das eigene Fehlverhalten nicht ändern zu müssen. Schuld sind wie gehabt immer die anderen. Hauptsache die eigene Bequemlichkeit wird nicht tangiert.

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