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Kampf gegen Klimakrise: Die Bevölkerungsexplosion fällt aus
Vlad Eugen Nistor/ EyeEm/ Getty Images

Bei Diskussionen über den Klimawandel taucht regelmäßig dieses Argument auf: Wir können ohnehin nichts tun, solange wir nicht das ungebremste Wachstum der Weltbevölkerung stoppen. Dabei ist diese Phase längst vorbei.

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spon_4_me 24.06.2019, 09:43
340. @ adadiet (# 321):

Wie Sie sich organisieren können, weiß ich nicht, aber nächste Woche fliege ich nach Uganda, dann kurz in den Kongo und zum Abschluss nach Ruanda. Ich nehme Sie gerne mit zu Diskussionen mit Leuten, deren Berufe Sie wahrscheinlich für gutbürgerlich halten würden, deren Alters- und Krankenversorgung tatsächlich aber zu einem beträchtlichen Teil an der Anzahl ihrer erwachsenen Kinder hängt. Sie könnten einen Vortrag über Geburtenkontrolle halten (ich übersetze gern, so gut ich kann) und vielleicht ein paar Gratiskondome mitbringen. Es braucht ein bisschen Mut und Frustrationstoleranz, das zu machen, aber ich schätze, Sie sind ein ganzer Kerl, der für seine Meinung eintritt, no matter what. Außerdem ist man in allen drei Ländern sehr gastfreundlich und tolerant - Sie opfern also maximal ein paar Urlaubstage. Small price to pay for saving the planet.

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StefanXX 24.06.2019, 09:44
341. Offenbar nicht viel Ahnung von IT

Zitat von bambata
Zitat: "So etwas nennt man Fortschritt. Und der wird langfristig immer die anstehenden Probleme lösen!" Einspruch: Bei Unterhaltungselektronik und IT-Produkten (Übergang fließend) gibt es seit 10-15 Jahren keinen Fortschritt, der einen nenneswerten Beitrag zu einem Produktivitätsgewinn leisten würde. Ein Substitutionskauf ist entweder dem Spieltrieb, einem vermeintlichen Statusgewinn oder den fehlenden Betriebssystem-Updates (geplante Obsoleszenz) geschuldet. Zahlenmässig überschaubare professionelle, berufliche Anwendungen und Produkte mal ausgenommen. Insgesamt lösen solche Produkte keine Probleme, sie schaffen welche.
Bei IT-Produkten seit 15 Jahren kein Fortschritt? Waren sie die letzten 15 Jahre im Tiefschlaf? Und dann schreiben sie etwas von mangelndem Produktivitätsgewinn, klammern anschließend aber gleich berufliche Anwendungen aus? Grade bei diesen ist der Produktivitätsgewinn am stärksten und wirkt sich auch am stärksten aus. Und ob diese beruflichen Anwendungen zahlenmäßig überschaubar sind oder nicht, ist völlig irrelevant. Wichtig ist wie viele Leute davon profitieren. Wenn ein Unternehmen eine neue ERP-Software einführt, dann ist das zahlenmäßig zwar nur EINE Anwendung, aber die erhöht u.U. die Produktivität von 10.000 Leuten.

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janos71 24.06.2019, 09:49
342. Wie definiert man Fortschritt

Zitat von Misha
Die Manager richten sich nach dem, was gefragt (Sozialismus: erlaubt/geplant) ist. Und man möchte immer die neueste Technik haben. So etwas nennt man Fortschritt. Und der wird langfristig immer die anstehenden Probleme lösen! Natürlich werden immer neue Probleme auftreten - das ist der Lauf der Welt!
Wenn der Fortschritt rein nach ökologischen Kennziffern definiert wird mag er helfen diese Probleme zu lösen. Jedoch wird Fortschritt oftmals auf der Grundlage ökonomischer Zahlen bewertet. Mehr Rechenpower, mehr Leistung, mehr Komfort, ... Der Fortschritt in der Landwirtschaft bezieht sich oftmals auf mehr Ertrag/pro Hektar. Ja das haben wir bekommen. Gleichzeitig haben wir deutlich weniger Insekten bekommen. Die Artenvielfalt hat deutlich abgenommen, da neben dem "Schädling" auch der "Nützling" eliminiert wird. Der glaube der Fortschritt wird es schon richten weil er es immer gerichtet hat ist gefährlich.

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mwroer 24.06.2019, 09:51
343.

Zitat von Ökofred
Kann ja alles sein, aber beim Energiesystem ist die Sache einfach. Unseres wird in den nächsten Jahrzehnten voll regenerativ umgestellt. Denken Sie, dass man bspw in Afrika jetzt auch erst mal versuchen wird unsere Infrastruktur des letzten Jahrtausends zu kopieren? Warum nicht erstmal mit der Dampfmaschine anfangen? Nein, man wird dort natürlich gleich die billigsten Energieträger verwenden, das sind Sonne und Wind.
"Laut Daten, die von der Industriebeobachtungsorganisation CoalSwarm gesammelt wurden, befinden sich mehr als 100 Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 42,5 Gigawatt in elf afrikanischen Ländern (ohne Südafrika) in verschiedenen Planungs- und Entwicklungsstadien. Das entspricht mehr als dem Achtfachen der aktuellen Kohlekapazität der Region."

Das nur so am Rande. In Afrika, wie in China, bauen nämlich nicht nur afrikanische Firmen und Regierungen sondern jeder (wie überall auf der Welt) und die beuten erst aus was da ist: Kohle.

Auch Staaten selber bauen Kohleenergie aus - Kenia ganz offiziell weil die über 30% Energie aus der Wasserkraft durch Dürren schlicht nicht zuverlässig sind. Solarenergie wird ausgebaut - aber dauert.

Afrika setzt also mitnichten auf die natürlichsten und billigen Energien.

Leider. Aber auch in Afrika stehen Menschen die endlich Strom wollen - und zwar auch abseits der großen Städte halbwegs zuverlässig - vor dem Umweltschutz deutscher Qualität.

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janos71 24.06.2019, 09:56
344. Ja

Zitat von JohnLH
die Bevölkerung wird bis 2050, d.h. in 30 Jahren, um 2,2 Mrd Menschen. Noch nie in der Geschichte der Menschheit hat es einen solchen Anstieg gegeben. Maßgeblich sind hier die absoluten Zahlen! Und alle wollen etwas auf dem Teller haben und die Steigerung ist dort am größten, wo am wenigsten Geld für teuren Klimaschutz zur Verfügung steht, in Afrika, in Indien, in Bangladesch, wo Frauen im Normalfall 4-6 Kinder haben. Investition in Geburtenkontrolle ist die beste Investition in Umweltschutz und dabei geht es nicht nur um CO2 sondern auch um Regenwald, Meere, etc.
Das sehe ich ähnlich, jedoch wird es in vielen Kreisen als anmaßend betrachtet so etwas auch nur in Erwägung zu ziehen. Lieber setzt man auf das "Nudging" ein leichtes Anstupsen in die richtige Richtung zu denken damit über den Bewußtseinswandel so langsam eine Veränderung in den Köpfen erfolgt. Die Frage stellt sich natürlich wie viel Zeit verbleibt noch um auf ein Nudging zu warten.

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happyrocker 24.06.2019, 10:08
345. Der Rückgang

des Bevölkerungswachstums dürfte zum großen Teil auf Indien, China und die Ostasitatischen Staaten zurückzuführen sein. Nach der Lockerung der Ein-Kind-Politik wollen die meisten chinesischen Familien auch weiterhin nicht mehr als höchstens zwei Kinder, weil sie selbst so aufgewachsen sind und den neu gewonnenen Wohlstand nicht durch viele Kinder gefährden möchten. Zudem gibt es im gesamten fernen Osten und Indien einen inzwischen eklatanten Frauenmangel, denn Mädchen werden bevorzugt abgetrieben. Dies sorgt zwar für vielfältige gesellschaftlich Probleme, dezimiert aber weiterhin das Bevölkerungswachstum. Die beste Vorsorge ist aber die Stärkung der Frauenrechte, das Ende von Früh- und Zwangsehen. Eine Afrikanerin, die selbst entscheiden kann und eine Lebensperspektive ohne Mann hat, wird nicht mehr Kinder bekommen, als sie ernähren kann. Die Frauen in Südostasien machen es gerade vor.

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derleibhaftige 24.06.2019, 10:26
346. Übertriebener Optimismus

Ich halte die im Artikel oder auch bei tagesschau zuletzt aufgestellte Thesen diesbezüglich für zu optimistisch. Hier wird von einer weltweiten Bevölkerungszunahme von lediglich 9,6 Mrd. in 2050 auf nur 10,7 Mrd. in 2100 ausgegangen, also ca. rund 1 Mrd. in 50 Jahren. Die Begründung dafür ist eigentlich an den Haaren herbei gezogen, weil dabei gar nicht erklärt wird, wie das möglich werden soll. Hier scheint eher das Prinzip Hoffnung mitzuschwingen. Vergleicht man mit der Entwicklung der letzten 50 Jahre, könnte man das nicht mehr nur mit einer geringen Geburtenrate pro Frau begründen. Und ob diese in Zukunft überhaupt noch weiter zurückgehen wird, steht in den Sternen.

Die Probleme liegen doch darin, dass z.B. China seine 1-Kind Politik inzwischen aufgegeben hat und dass der Pro-Kopf Ausstoß bei Klimagasen in Ländern wie China oder Indien und Afrika immer weiter ansteigt, weil sich die Lebensgewohnheiten auch stark verändert haben. Verkehr und vor allem auch die Nahrungsmittelproduktion sind wichtige Faktoren, die eben in Zukunft global weiter sehr stark zunehmen werden. Die Umweltbelastung durch Müll ist ein weiteres Problem.

Deutschland hat einen inzwischen vergleichsweisen kleinen Klima-Footprint, den man mit überambinionierten Zielen - und damit Kosten - um jeden Preis noch weiter verringern möchte. Dabei spielen diese 80 Millionen Deutschen schon heute kaum noch eine Rolle und werden es in Zukunft noch weniger spielen, dafür sind es anteilsmäßig und global betrachtet einfach viel zu wenige. Und der deutsche Anteil wird damit immer kleiner und unbedeutender und das wird nicht beachtet.

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hman2 24.06.2019, 10:28
347.

Zitat von thomasconrad
Seit wann ist eigentlich langsamere Wachstum gleich Schrumpfung? DAS wird da immer suggeriert... Weniger mehr ist immer noch MEHR. Und so am Rande... was wir da so in Zukunft für viel Geld einsparen wird vom Bevölkerungswachstum und den Indern und Chinesen lockerst mitverbrannt
Mir scheint, Sie haben vom Artikel nur die Überschrift gelesen, und auch die angegebenen Quellen verschmäht...

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hman2 24.06.2019, 10:29
348.

Zitat von StefanXX
Der Autor scheint etwas hinter dem Mond zu leben. Die Bevölkerungsexplosion war schon vor 30 Jahren ein Thema und seitdem hat sie schon lange stattgefunden. Oder wie sonst soll man einen Anstieg von 6 Milliarden Menschen in den letzten 100 Jahren nennen?
Auch Sie haben wohl nur die Überschrift gelesen, und nicht den ganzen Artikel...

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Hilarius1 24.06.2019, 10:32
349. Jede Prognose ist falsch - es frägt sich nur wie falsch

Mit Interesse und Erstaunen lese ich hier die vielen - überwiegend negativ und düsteren - Beiträge über die mögliche Bevölkerungsentwicklung. Habe in den 70iger Jahren Ökonomie studiert, und da lasen wir auch das Buch vom Club of Rome - Die Grenzen des Wachstums. Da stand dann drin, dass bis Anfang 1990 sämtliche Ölvorräte vollständig erschöpft seien sowie diverse Mineralien ebenfalls. Dann kam ca. 20 Jahre später die These vom peak oil. Nun im 2019 reichen die Ölvorräte immer noch für 40 Jahre und Erdgas gar für 200 Jahre.
Dazu kommen Thesen, wonach die Ölländer ihre Vorräte gar nicht mehr ganz verkaufen können, da eine Substitution durch Solar-, Wind- und andere Energien möglich ist. Hätte ich dies in einer Diskussion Ende der 70iger Jahre verlauten lassen, wäre ich wahrscheinlich für verrückt erklärt worden und sässe möglicherweise im
Irrenhaus. In den 80iger Jahren kam die Geschichte mit dem Waldsterben und ich las Bücher wie "Ein Planet wird geplündert" von Gruhl. Da kam ich zum Schluss, dass ich nie Kinder auf die Welt setzen würde. Inzwischen habe ich zwei Töchter, bin ein älterer weisser Mann aber ohne die Angst des weissen Mannes.
Ich lebe gerne und lasse auch andere gerne leben. Die Beiträge, die hier der Meinung sind, dass es zu viele Menschen gäbe, können ja dann mal darüber nachdenken ob sie sich zu viel vorkommen bzw. ihre Kinder und Enkel etc. Wenn sie das verneinen, so gewähren sie auch allen anderen Menschen die Existenzberechtigung!
Ich kann mir durchaus auch eine positive Zukunft vorstellen, wo das Bevölkerungswachstum sich stabilisiert und sogar länger gegen 0% Wachstum geht. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal immer weniger Menschen und
die Wirtschaft und Beschäftigung schrumpft, und das ist dann das wahre Problem.
Als Weltmeister im Export sollte sich Deutschland aber auch über einen Bevölkerungszuwachs freuen, denn jeder zusätzlich Mensch ist auch ein potenzieller Kunde z.B. Mercedeskäufer. Oder sind sie der Meinung, dass der Export im Interesse des Klimaschutzes ebenfalls unterbunden werden sollte?
Kürzlich hatte ich mit einem Hotelier gesprochen, der hat mir gesagt, dass er sich über jeden zusätzlichen Neugeborenen freue, da das in Zukunft ein potenzieller Kunde sein könnte.
Vielleicht ist die Innenweltverschmutzung durch den ständigen Medienkonsum mit düsteren Prognosen, das grössere Problem als die eigentliche Umweltverschmutzung?
Persönlich bin ich zuversichtlich und glaube, dass die Menschheit nicht nur überleben, sondern sogar prosperieren wird. Man kann die CO2 Frage m.E. ebenso in Griff bekommen wie das Ozonproblem und das Wald-sterben. Es wird aber wahrscheinlich etwas länger dauern.

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