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Kampf gegen Klimakrise: Die Bevölkerungsexplosion fällt aus
Vlad Eugen Nistor/ EyeEm/ Getty Images

Bei Diskussionen über den Klimawandel taucht regelmäßig dieses Argument auf: Wir können ohnehin nichts tun, solange wir nicht das ungebremste Wachstum der Weltbevölkerung stoppen. Dabei ist diese Phase längst vorbei.

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tomtor 24.06.2019, 10:33
350. Wachstum hört nicht auf

Da steht bis 2050 9,7 Milliarden, dann sind das über 2 Milliarden mehr Menschen als Heute. Es nur eine Verlangsamung des Wachstums aber bei der Masse an Menschen immer noch ein riesen Zuwachs. 2 Milliaden war vor 60 Jahren die Weltbevölkerung insgesamt.

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John.Moredread 24.06.2019, 10:38
351.

Zitat von markniss
Dass die Bevölkerung nicht so explodiert ist, wie in den 60er und 70er Jahren prognostiziert, lag vor allen an China, das 1980 die Ein-Kind-Politik nicht nur eingeführt sondern auch weitgehend durchgesetzt hat. Hätten die Chinesen das nicht gemacht, hätten wir heute schon bis zu einer Milliarde mehr Menschen. ABER JETZT KOMMT ES ERST: Die Chinesen haben 2016 die Zwei-Kind-Politik eingeführt (!) und überlegen jetzt gerade demnächst die Drei-Kind-Politik (!) einzuführen. Damit ändert sich die ganze Gleichung dramatisch. Was lernen wir daraus: Prognosen sind schwierig, ganz besonders wenn sie die Zukunft betreffen...
Sie liegen da in einigen Dingen falsch.

China hat zwar die Ein-Kind-Politik durchgesetzt, aber das hat nicht so funktioniert, wie man sich das vorstellte. In den urbanen Regionen gab es eine strikte Durchsetzung, da dort auch entsprechend viele Sicherheitskräfte eine Übersicht ermöglichen. In den ärmeren Regionen von China hat das aber überhaupt nicht funktioniert. Schauen Sie sich mal die Bevölkerungsanzahl von China mit Beginn der Ein-Kind-Politik an. China ist gewachsen, nicht geschrumpft.

Der langfristige Effekt, den die Ein-Kind-Politik hatte, war, das die Menschen in den ärmeren Regionen sich weiterhin wie gehabt vermehrten, während die gebildeten Chinesen in den reichen Regionen tatsächlich weniger wurden. Das ist der Hauptgrund, warum China jetzt seine Ein-Kind-Politik zurückfahren möchte. Der Haken ist nur - es funktioniert nicht! Die Familien, die in den Städten wohnen, können sich in aller Regel gar kein zweites Kind leisten.

Und dabei haben wir noch nicht von den negativen Folgen einer Ein-Kind-Politik gesprochen. Erzählen sie doch mal, was sie machen, wenn eine Frau ein zweites Kind bekommen will. Zwangsabtreibung? Nehmen Sie dem Kind Rechte? Kommt es vielleicht in ein Heim? Ich frage nur, weil das sind ein paar der Standardmaßnahmen, die in China üblich waren.

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egoneiermann 24.06.2019, 10:39
352.

Zitat von StefanXX
Weil es in 80 Jahren (!!) also kein Wachstum mehr geben wird, ist das Problem der Bevölkerungszunahme also nicht so schlimm? Ganz abgesehen davon, dass Prognosen was in 80 Jahren sein wird von Haus aus unseriös sind, ist das nicht wirklich beruhigend. Und dann sei dem Autor noch gesagt: Bei 8 Mrd. Menschen sind auch 1% Wachstum sehr viel schlimmer als 5% Wachstum zu Zeiten als wir noch nicht mal eine Milliarde waren. Und dann noch was: "Weniger Wachstum" bedeutet eben immer noch Wachstum.
Ich habe da nirgends eine Wertung gelesen, also kann man nicht sagen ob das schlimm ist. Die Aussage ist aber, dass das Wachstum sich abgeschwächt hat und wahrscheinlich in einigen Jahrzehnten die Bevölkerung weltweit schrumpft. Was ist daran falsch zu verstehen,. Die Zu- und Abnahme lässt sich politisch kaum regeln, es sei denn man kann Maßnahmen wie in China durchsetzten. Dass vor allem Afrika noch wächst hat damit zu tun, dass die Bevölkerungsexplosion viel später eingesetzt hat und dort auch die Faktoren, die diese stoppen noch nicht überall vorhanden sind. Aber auch das ist nur eine Frage der Zeit.

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egoneiermann 24.06.2019, 10:49
353.

Zitat von vegefranz
Klimawandel gab es schon, als Menschen noch nicht einmal auf der Erde wandelten. (Einfach mal trotz der täglichen Propaganda nachdenken, warum Grönland diesen Namen hat...) Der Einfluß des Menschen auf den Klimawandel ist nicht existent und eine riesige fake news. In Wahrheit geht es um Steuererhöhungen. Es ist zum Teil grotesk, welche Hysterie Medien verursachen, wenn die Politik das so steuert.
++Der Einfluß des Menschen auf den Klimawandel ist nicht existent und eine riesige fake news. In Wahrheit geht es um Steuererhöhungen.++
ich habe Meteorologie und Geographie studiert mit dem Schwerpunkt Klimatologie. Während meines Studiums in den 80er Jahren kamen die ersten Zahlen, die beunruhigten, weil sich das Klima schneller veränderte, als in den letzten 1000 Jahren, soweit kann man das ungefähr recht sicher sagen. Dann wurde über 10 Jahre lang berechnet, ob es einen menschlichen (anthropogenen) Einfluss gibt. So Mitte der 90er Jahre waren sich die Klimatologen sicher, dass es diesen gibt und warnten, dass man dagegen etwas tun müsse. Seit nun 20 Jahren wird diskutiert, viel getan wurde aber noch nicht. Keine Ahnung, woher Sie ihr Wissen haben, ich nehme an, Sie haben das nicht studiert. Die Wissenschaft (und die ist recht einig) sagt jedenfalls etwas anderes.

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max-mustermann 24.06.2019, 10:59
354.

Seltsames Mathematikverständnis hat der Autor, nur weil die Weltbevölkerung nicht mehr so stark wächst wie befürchtet ist das noch immer kein Bevölkerungsrückgang. Und selbst wenn wir die Bevölkerungszahl auf 8 Milliarden einfrieren könnten was glaubt er was los ist wenn all die 8 Milliarden Menschen dem selben Wohlstand und Konsum fröhnen wollen wie wir hier ? Dann wars das endgültig mit diesem Planeten.

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sonnemond 24.06.2019, 10:59
355. 10 Milliarden Menschen bis 2050

Davon gehen die meisten Prognosen aus. Mal werden sie ein wenig nach oben, mal ein wenig nach unten korrigiert. Zwei Milliarden Menschen mehr bedeutet viermal so viel Einwohner wie Europa hat oder fast Indien und China zur gegenwärtigen Bevölkerung nochmal hinzugerechnet. Das Artensterben wird sich ungebremst beschleunigen. In 20 bis 30 Jahren keine freien Großwildtiere mehr wie ARTE kürzlich berichtete. CO2 und Klimawandel? Der aktuelle "World Energy Outlook" der Internationalen Energie Agentur IEA sagt: "Generell wird die weltweite Energienachfrage in den kommenden zwei Jahrzehnten stark steigen, vor allem in Asien. Demnach wird die globale Nachfrage 2040 um mindestens ein Viertel höher liegen als heute. Doch dies gelte nur, wenn die Regierungen ihre Versprechen einhalten, zum Beispiel mehr auf energieeffiziente Technologien zu setzen. Ansonsten könnte der Energiebedarf sogar um mehr als die Hälfte nach oben schnellen, heißt es in dem Bericht. Grund für die höhere Nachfrage sind vor allem ein erwarteter Anstieg der Weltbevölkerung um 1,7 Milliarden Menschen und steigende Einkommen." Alptraum. Die Überbevölkerung ist das ultimative Problem der Menschheit. Alle anderen Probleme sind daran gekoppelt. Wer möchte noch in solch einer Welt leben? Der Horror. Natürlich ist Bildung ganz besonders für Frauen absolut notwendig, Herr Stöcker. Schiffsladungen mit Verhütungsmitteln sollten diese jedoch unbedingt ergänzen. Ich empfehle die Seite der Stiftung Deutsche Weltbevölkerung, dsw.org.

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malefitz22 24.06.2019, 11:05
356. Überbevölkerung ist nur bedingt das Problem !

Überbevölkerung ist nur bedingt das Problem, sondern es werden immer mehr Menschen wohlhabend.
Die Bevölkerung in China und Indien, die ja wie bekannt ist in Milliarden zählen, werden immer wohlhabender. Dies führt dazu, dass Sie immer mehr natürliche Resourcen verbrauchen, Erdöl, Energie, Stahl für Autos, Kühlschränke usw. und Sie essen mehr Fleisch.
Dies ist aber nicht verhinderbar, es macht keinen Sinn bei uns Milliarden Euros auszugeben um das Klima zu schützen, und der wirtschafliche Fortschritt in diesen Ländern macht unsere Bemühungen mehr als nichtig.
Wir brauchen globale Lösungen, leider ist der Ruf danach, eine Ilusion solange es Politiker wie Herr Trump gibt und die Wähler solche Populisten wählt.

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kayakclc 24.06.2019, 11:10
357. Schönreden eines Fundamentalproblems

Der Artikel hat einen Denkfehler: er betrachtet das globale Wachstum. Das ist im Wesentlichen durch die 1-Kind Politik Chinas gebremst. Europa und Nordamerika wächst nicht, der größe Wachstummotor sind die Krisengebiete der Welt: in Afrika hat sich die Bevölkerungszahl seit 1950 versechsfacht, auch im Nahen Osten findet man große Wachstumsraten. Auch Indien wächst langsam und wird China bald überholen. Weil die Armen Staaten mit großem Nachholbedarf am stärksten wachsen, steigt auch der CO2 Ausstoß überproportional. Man kann jetzt wegsehen oder die Fakten ins Auge blicken. Afrika ist ein doppelte Problem: der CO2 Ausstoß steigt und der Migrationsdruck auch, weil der Koninent ohne veränderte Landwirtschaft die Leute nicht ernähren kann.

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spon_4_me 24.06.2019, 11:29
358. @ Hilarius1 (# 351):

Ich hätte das nicht so gut sagen können wie Sie, deshalb: Danke für Ihren Beitrag. Als Addendum: Lest Steven Pinker, seid kämpferisch auf der Seite der besseren Engel unseres Wesens, aber seid auch wachsam angesichts vermeintlich einfacher Antworten auf wirklich schwierige Fragen.

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Rao 24.06.2019, 11:31
359. "Überhitzte Todeszonen"?

Zitat von janos71
Wir jagen in den letzten 150 Jahren den zuvor über Jahrmillionen gebundenen Kohlenstoff als CO2 in die Luft. Das ist sehr wohl von Einfluss. Wir mögen in unseren Breiten und weiter nördlich erstmal noch halbwegs durchkommen aber in äquatornahen Bereichen wird es langfristig bei Temperaturen über 42°C für eiweißbasierte Lebensformen wie ein Eintritt in die 8000-er Zone im Himalaya enden, tödlich.
Wo die Mär von diesen "überhitzten Todeszonen" herkommt, möchte ich gerne wissen, ich stolpere nicht zum ersten Mal daraüber.

Temperaturen von wahlweise 42 Grad C über oder unterm Gefrierpunkt sind zu bestimmten Jahreszeiten in bestimmten Regionen unserer Welt nämlich ganz normal, und sowohl die Menschen dort also auch die Natur haben sich daran angepaßt.
Auch in äquatornahen Bereichen gibt es nämlich jeden Tag wieder sowas wie eine Nacht, die Kühlung bringt, es gibt kühle Luftströmungen von Gewässern (Meer) und hochgelegene Regionen (Gebirge) und Wälder, wo die Temperaturen selbst tagsüber niedriger sind als über hitzesammelnden Felsen oder Steppen.

Echte Temperaturfallen wie das berühmte "Tal des Todes" in USA entstehen durch ein spezielles Gemisch aus Faktoren, die an anderen Orten mit anderen Bedingungen (siehe oben) kaum jemals zustandekommen können.

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