Forum: Wissenschaft
Kampf gegen Klimakrise: Die Bevölkerungsexplosion fällt aus
Vlad Eugen Nistor/ EyeEm/ Getty Images

Bei Diskussionen über den Klimawandel taucht regelmäßig dieses Argument auf: Wir können ohnehin nichts tun, solange wir nicht das ungebremste Wachstum der Weltbevölkerung stoppen. Dabei ist diese Phase längst vorbei.

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markx01 24.06.2019, 11:36
360. @Hilarius1

Zitat:"Oder sind sie der Meinung, dass der Export im Interesse des Klimaschutzes ebenfalls unterbunden werden sollte?"

Antwort: In seiner jetztigen Form schon. Für alles andere gibt ein Stabilitätsgesetz. Dass wir uns als Exportweltmeister bezeichnen und dafür bei jeder Gelegenheit bauchpinseln, ist irgendwo auch ein ständiger Verstoß gegen unsere eigene Vorgabe.

Zitat:" Vielleicht gibt es ja irgendwann mal immer weniger Menschen und die Wirtschaft und Beschäftigung schrumpft, und das ist dann das wahre Problem. "

Wirtschaftswachstum im aktuellen Sinne sagt noch nicht viel über Wohlstand aus. Man kann mit weniger Wachstum bzw. sogar Reduktion und Beschäftigung durchaus glücklicher sein, als mit ständig stabilen Wachstumsraten im niedrigen einstelligen Bereich und zunehmender Beschäftigung. (längere Arbeitszeiten)

Man kann ihren Lebens oder Zukunftsoptimismus durchaus teilen, das ist nicht das Problem, nur wird man aktuelle Probleme (Klima, Umwelt, Flüchtlinge) kaum mit altbewährten Methoden lösen können.

Wenn Afrika mit einem Schlag den gleichen Verbrauch an Öl oder Gas beanspruchen würde, verkürzt sich im gleichen Maße die zugesicherte Versorgungssicherheit an Öl und Gas. Gerade beim Öl wird bereits heute mehr aus dem Boden geholt, als dass neue, gleichwertige Quellen erschlossen werden. Obwohl nicht jede Region auf der Welt den gleichen Verbrauch wie bestimmte Industreistaaten haben.

Gruß

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Rao 24.06.2019, 11:38
361.

Zitat von John.Moredread
China hat zwar die Ein-Kind-Politik durchgesetzt, aber das hat nicht so funktioniert, wie man sich das vorstellte. In den urbanen Regionen gab es eine strikte Durchsetzung, da dort auch entsprechend viele Sicherheitskräfte eine Übersicht ermöglichen. In den ärmeren Regionen von China hat das aber überhaupt nicht funktioniert. Schauen Sie sich mal die Bevölkerungsanzahl von China mit Beginn der Ein-Kind-Politik an. China ist gewachsen, nicht geschrumpft. Der langfristige Effekt, den die Ein-Kind-Politik hatte, war, das die Menschen in den ärmeren Regionen sich weiterhin wie gehabt vermehrten, während die gebildeten Chinesen in den reichen Regionen tatsächlich weniger wurden. Das ist der Hauptgrund, warum China jetzt seine Ein-Kind-Politik zurückfahren möchte. Der Haken ist nur - es funktioniert nicht! Die Familien, die in den Städten wohnen, können sich in aller Regel gar kein zweites Kind leisten. Und dabei haben wir noch nicht von den negativen Folgen einer Ein-Kind-Politik gesprochen. Erzählen sie doch mal, was sie machen, wenn eine Frau ein zweites Kind bekommen will. Zwangsabtreibung? Nehmen Sie dem Kind Rechte? Kommt es vielleicht in ein Heim? Ich frage nur, weil das sind ein paar der Standardmaßnahmen, die in China üblich waren.
Chinas Ein-Kind-Politik hat nur eingeschränkt funktioniert, weil China viele Minderheitenvölker hat, denen mehr als ein Kind erlaubt war, weil das Land sich nicht die Ausrottung dieser Minderheiten vorwerfen lassen wollte, außerdem Millionen von Wanderarbeitern, deren Reproduktionsgewohnheiten sich kaum staatlich reglementieren lassen, obwohl deren "unerlaubte" Kinder dann lebenslänglich als "nichtexistent" gelten, mit entsprechenden Problemen für Schulbesuch und jede Art von behördlichen Anforderungen. Aber in einem riesigen Land wie China muß man für jede "eingesparte" Million an Bewohnern dankbar sein, denn trotz seiner riesigen Landesgröße ist der fruchtbare Boden in China sehr beschränkt und schon hoffnungslos übernutzt, China hat bekanntlich auch riesige Wüsten- und Gebirgsflächen, die für die menschliche Nutzung ungeeignet sind.

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labellen 24.06.2019, 11:43
362. dieses - eher selten gehörte Argument -

ist auch gar nicht das Problem, sondern eher die Tatsache, das eine Vielzahl von Schwellenländern zum Lebensstil der industrialisierten Staaten aufschließen wollen und nicht bereit sind, dafür ökologische Hemmnisse in Kauf zu nehmen.

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misterknowitall2 24.06.2019, 11:49
363. Haben Sie bedacht...

Zitat von Phil2302
"Mehr Menschen bedeuten auch nicht zwangsläufig mehr CO2 - man muss ebenEnergieversorgung und Ernährung neu organisieren." Warum nicht anders herum: Sorgt mit einer weltweiten 1 Kind Politik dafür, dass die Zahl der Menschen langfristig auf etwas eine Milliarde, vielleicht zwei sinkt, und jeder könnte wieder so viel fliegen und Auto fahren wie er will, ohne sich einschränken zu müssen. Es geht doch darum, einen möglichst hohen Lebensstandard zu erreichen, und nicht darum, 11 Milliarden Menschen als Vegetarier ohne Auto zu haben.
das unsere Gesellschaft darauf fußt, dass viele Billiglöhner unsere arbeitsintensive Arbeit machen? Ein gewisse Zahl an Menschen wird es für ihre Traumsicht wohl brauchen. Ob sie da weltweit mit 3 Mrd. hinkommen?

PS: Die Ein-Kind -Politik ist grandios gescheitert und sicher auch nicht mit einer freien Gesellschaft vereinbar. ......und in meinen Augen auch totaler Blödsinn. So was kann man nicht umsetzen.

Und nein, es geht nicht darum einen möglichst hohen Lebensstandard zu erreichen. Wer will denn definieren, was ein hoher Standard ist?

Biologisch geht es um den Erhalt der Art. Und genau dieser "Zwang" führt die Ein-Kind-Politik ad absurdum.

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misterknowitall2 24.06.2019, 11:55
364. Weiterdenken....

Zitat von Rao
Echte Temperaturfallen wie das berühmte "Tal des Todes" in USA entstehen durch ein spezielles Gemisch aus Faktoren, die an anderen Orten mit anderen Bedingungen (siehe oben) kaum jemals zustandekommen können.
Können Sie sich vorstellen, dass durch den Klimawandel diese "Wärmefallen" plötzlich an Stellen auftreten, wo man niemals damit gerechnet hat? Und das das Auftreten wahrscheinlicher wird, je höher die Grundtemperatur ist? Haben Sie daran gedacht das die Menschen vor Ort sich Jahrtausende auf die Umstände vorbereiten konnten und sogar evolutionär besser vorbereitet sind? Das wird wohl mit dem Klimawandel ausfallen.

Es ist wie es ist, sehen Sie nach Brandenburg und wie trocken es da inzwischen ist. Und zum Thema Hitze und Tod sollten sie mal googlen. Sie unterschätzen die Gefahren gewaltig.

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markx01 24.06.2019, 11:57
365. @vegefranz

Zitat von egoneiermann
++Der Einfluß des Menschen auf den Klimawandel ist nicht existent und eine riesige fake news. In Wahrheit geht es um Steuererhöhungen.++ ich habe Meteorologie und Geographie studiert mit dem Schwerpunkt Klimatologie. Während meines Studiums in den 80er Jahren kamen die ersten Zahlen, die beunruhigten, weil sich das Klima schneller veränderte, als in den letzten 1000 Jahren, soweit kann man das ungefähr recht sicher sagen. Dann wurde über 10 Jahre lang berechnet, ob es einen menschlichen (anthropogenen) Einfluss gibt. So Mitte der 90er Jahre waren sich die Klimatologen sicher, dass es diesen gibt und warnten, dass man dagegen etwas tun müsse. Seit nun 20 Jahren wird diskutiert, viel getan wurde aber noch nicht. Keine Ahnung, woher Sie ihr Wissen haben, ich nehme an, Sie haben das nicht studiert. Die Wissenschaft (und die ist recht einig) sagt jedenfalls etwas anderes.
Das, was wir Natur nennen, wird zwangsläufig immer für ein Gleichgewicht sorgen. Egal auf welche Weise. Die Natur strebt immer nach Gleichgewicht.

Verändert man nur einen Parameter, ändern sich auf Dauer zwangsläufig auch alle anderen Parameter, die damit unmittelbar zusammenhängen.

Wenn man auf einer natürlichen Lichtung Getreide anbaut - auch ökologischer Anbau - verändert das den natürlichen Lebensraum. Wenn man Häuser baut, verändert das natürliche Lebensräume in dem Gebiet. Wenn man Straßen baut, verändert das natürliche Lebensräume.

Wenn man künstlich, also nicht auf natürlichen Weg durch z.B. Blitzeinschlag hervorgerufen, verstärkt man den entsprechend natürlichen Ausstoß an bestimmten Gasen.

Global ist die klimatische Veränderung eine absolut natürliche Reaktion auf das, was die Menschheit aktuell zusätzlich in die Atmosphäre pumpt. Ein Streben nach Gleichgewicht, aufgrund veränderter Parameter.

Gruß

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klappermaus 24.06.2019, 12:00
366. Ein interessante Variante

Lasst uns doch dafür sorgen, dass die arme und sozial wie wirtschaftlich zurückgebliebenen Länder weiterhin arm und zurückgeblieben bleiben, damit die Weltbevölkerung weiter ungebremst wächst. Dann brauchen wir auch nichts gegen den Klimawandel zu tun. Der FDP würde das zweifellos gut gefallen.

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Meinungsführer 24.06.2019, 12:01
367. Rhetorische Tricks bringen der Umwelt nix

Nun kenne ich eigentlich nur das Argument, dass die Weltbevölkerung bereits „explodiert“ ist und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Erde nur mit deutlich weniger Menschen möglich wäre. Daher müsse dies die vorrangiges Aufgabe sein. Ob wir in Deutschland etwas Öl sparen, hätte keinen Effekt. Denn weniger Verbrauch senkt die Preise und ermöglicht damit anderen, mehr zu verbrauchen. Und die Saudis lassen ihr Öl sicher auch nicht im Boden.

Nun verändert der Autor das Argument, schiebt der anderen Seite sein manipuliertes Argument unter und beweist die Absurdität der eigenen Übertreibung. Rhetorisch mag das klug, geschickt oder vielleicht doch plump sein - es hilft nur nicht bei der Problemlösung. Im Gegenteil. Es ist eben leider komplexer, als viele es uns weismachen wollen.

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5412 24.06.2019, 12:06
368.

Zitat von adadiet
Wie ich sehe, gibt es bisher schon 30 Seiten Kommentare zu diesem Artikel. Die meisten bescheinigen dem Verfasser geistige Umnachtung. Tragisch an dieser Konstellation finde ich, dass all die kenntnisreichen Kommentatoren welche die Vernichtung unserer Lebensgrundlagen (wie auch der Grundlagen alles nicht menschlichen Lebens) veranschaulichen, bisher nicht zueinander gefunden haben. Weshalb gibt es hierzulande noch keine Organisation "STOP POPULATION GROWTH FOR FUTURE"? Ich wäre sofort ihr erstes Mitglied, und in diesem Forum werde ich hoffentlich nicht allein bleiben. Hat jemand Ideen wie wir uns organisieren könnten?
Warum werden Sie nicht lokal aktiv? Wenn wir den globalen aktuellen Schnitt nehmen dürfte hier keine 20 Mio. Einwohner leben. Packen Sie es an.

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markniss 24.06.2019, 12:08
369.

Zitat von John.Moredread
Sie liegen da in einigen Dingen falsch. China hat zwar die Ein-Kind-Politik durchgesetzt, aber das hat nicht so funktioniert, wie man sich das vorstellte. In den urbanen Regionen gab es eine strikte Durchsetzung, da dort auch entsprechend viele Sicherheitskräfte eine Übersicht ermöglichen. In den ärmeren Regionen von China hat das aber überhaupt nicht funktioniert. Schauen Sie sich mal die Bevölkerungsanzahl von China mit Beginn der Ein-Kind-Politik an. China ist gewachsen, nicht geschrumpft. Der langfristige Effekt, den die Ein-Kind-Politik hatte, war, das die Menschen in den ärmeren Regionen sich weiterhin wie gehabt vermehrten, während die gebildeten Chinesen in den reichen Regionen tatsächlich weniger wurden. Das ist der Hauptgrund, warum China jetzt seine Ein-Kind-Politik zurückfahren möchte. Der Haken ist nur - es funktioniert nicht! Die Familien, die in den Städten wohnen, können sich in aller Regel gar kein zweites Kind leisten. Und dabei haben wir noch nicht von den negativen Folgen einer Ein-Kind-Politik gesprochen. Erzählen sie doch mal, was sie machen, wenn eine Frau ein zweites Kind bekommen will. Zwangsabtreibung? Nehmen Sie dem Kind Rechte? Kommt es vielleicht in ein Heim? Ich frage nur, weil das sind ein paar der Standardmaßnahmen, die in China üblich waren.
Ja und nein.

Das Bevölkerungswachstum Chinas in den letzten Jahrzehnten entstammt zu einem guten Teil der dramatisch gestiegenen Lebenserwartung, nicht der gescheiterten Ein-Kind-Politik. 1970 lag die Lebenserwartung in China noch bei ca. 59 Jahren, heute liegt sie bei 76 Jahren.

In der Tat, die Ein-Kind-Politik wurde nicht zu 100% durchgesetzt, aber zu mindestens 80%. Und soweit ich weiß (ich habe eine Weile in China gelebt) gab es in China nie Zwangsabtreibungen oder Zwangsadoptionen oder ähnliches, denn die Chinesen gehen da wesentlich "subtiler" vor: Wer gegen die Regel verstieß, der durfte sein Kind zwar behalten, verlor aber Sozialleistungen (bessere Wohnung z.B.) und wurde in seinem Job zurückgestuft bzw. gefeuert. Die ökonomischen Strafen waren drastisch. Das hat viele dann zu Abtreibungen bewegt.

Dass die Chinesen jetzt kein zweites Kind mehr wollen würden, halte ich für ein Gerücht. Die Chinesen lieben Kinder und ich kenne heute schon einige Familien, die sofort ein zweites Kind bekommen haben.

Dass die Chinesische Politik nun die Ein-Kind-Politik aufgeben will, hängt schlicht und ergreifend mit der Alterspyramide zusammen. Wie sich dann die Drei-Kind-Politik auswirken wird steht in den Sternen.

PS: In Indien liegt die Lebenserwartung heute immer noch nur bei rund 65 Jahren im Schnitt. Wenn da, wie in China, irgendwann mal 10 Jahre dazu kommen, sind das allein noch mal 200 Millionen Menschen mehr... Und dann denke man mal an Afrika mit einer potentiell dramatisch steigenden Lebenserwartung...

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