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Kampf gegen Klimakrise: Die Bevölkerungsexplosion fällt aus
Vlad Eugen Nistor/ EyeEm/ Getty Images

Bei Diskussionen über den Klimawandel taucht regelmäßig dieses Argument auf: Wir können ohnehin nichts tun, solange wir nicht das ungebremste Wachstum der Weltbevölkerung stoppen. Dabei ist diese Phase längst vorbei.

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lsrider 23.06.2019, 14:02
30. Da SPON nun auch dem letzten konservativen Kolumnisten ...

... den Laufpass gegeben hat bleibt diese Aufgabe wohl nur noch den wenigen kritischen Kommentatoren überlassen - nun denn:

"Seine Partei, die FDP, möchte aber in Wahrheit lieber weniger Geld in Entwicklungshilfe stecken."
Das ist eine glatte Unterstellung und "in Wahrheit" durch nichts belegt, sondern nur aufgeführt um eine weitere Unterstellung als Argument zu missbrauchen:
"Das wird natürlich vornehmer formuliert:"
Ob "vornehm" oder nicht, die Richtung ist entscheidend:
"Die FDP will lieber "auf Qualität statt auf Quantität der eingesetzten Mittel" setzen."
... was unzweifelhaft ein besserer Ansatz ist als die bloße Gewissens-Gießkanne.
In wie weit dabei Mittel 'frei' werden muss man sehen, jedenfalls würde es weitere Möglichkeiten eröffnen und nicht einschränken.

Btw.: "Rentenlücken" sollte man nicht verallgemeinern, denn sie enstünden nur in den Ländern mit Umlageverfahren (wie das unsrige) - daher ist ja auch ein (natürlich möglichst sanfter) Übergang in mehr Kapitaldeckung dringend angezeigt (nicht nur Hr. Merz lässt hier grüßen).

Zudem: "gegen den Klimawandel etwas zu tun, bringe ohnehin nichts, weil die Bevölkerung ungebremst wächst" ... ist natürlich sinnloser Fatalismus. Es gibt aber auch Alternativen zu Verboten und Quoten und das ist Innovation.

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klaus.mueller 23.06.2019, 14:03
31. ich sehe das Bevölkerungswachstum

nicht als Problem. Wir müssen nur in den nächsten Jahrzehnten andere Planeten besiedeln. 1492 ist schon ne Weile her. Wird Zeit mal wieder neues Land zu entdecken. Unabhängig davon ist es sinnvoll CO2 Methan etc. zu begrenzen. Wobei die Menschheit auch nicht untergeht wenn nicht. Sind dann nur viele gestorben.

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überdramatisieren 23.06.2019, 14:03
32. Statt 11 Milliarden doch nur 10,9 als Grund zur Entwarnung?

Bloss weil die Weltbevölkerung nicht exponentiell wächst, und nach Prognosen am Ende des Jahrhunderts bei 11 Milliarden ein Plateau erreichen soll, bedeutet das dennoch, daß der globale Energieverbrauch und mithin CO2-Ausstoss doch aller Voraussicht nach weiter steigen wird.
Insbesondere wenn man in Rechnung stellt, daß ja nicht alle Menschen in absoluter Armut leben werden, sondern weiter wie seit 1990 jährlich an die 50 Millionen Menschen jährlich wohlhabender werden, mit entsprechenden Konsequenzen für den Konsum.
Kurios auch das herangezogene Argument, wonach statt 11 Milliarden nun doch nur 10,9 erwartet würden.
Viele arme Länder in Afrika und Asien haben seit dem zweiten Weltkrieg ihre Bevölkerung verfünf- oder sechsfacht. Hierzu hat übrigens auch jetzt schon eine erheblich gesenkte Kindersterblichkeit auch in den ärmsten Ländern beigetragen. Man stelle sich Deutschland mit über 300 Millionen Einwohnern vor.
Niemand ist von außen gekommen, und hat uns hier den Segen von Gleichberechtigung und kleinen Familien beigebracht. Die Erfolge von "gezielter Entwicklungshilfe" sind so klein, daß hinterfragt werden darf, ob es überhaupt welche gibt (mit Ausnahme vielleicht von Senkung der Kindersterblichkeit durch entsprechende Kampagnen).
Mit anderen Worten, die afrikanischen Staaten müssen sich selbst entwickeln, und wir müssen acht geben, daß das Bevölkerungsplus in Afrika von 1 Millionen alle 12 Tage (!) nicht bei uns einfällt.
Das würde ich uns in eine Situation führen, die das Wort Notstand verdienst, statt dem hier wieder herbeigeredeten Klima"notstand".

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berge_und_see 23.06.2019, 14:05
33.

Nüchterne Fakten! Danke!

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ichliebeeuchdochalle 23.06.2019, 14:06
34.

Zitat von bb1337
Viele Probleme der heutigen Zeit resultieren an der Menge an Menschen die es jetzt gibt. Man stelle sich vor auf der Welt leben nur drei Milliarden Menschen. Für alle wäre genug da. Man könnte ohne schlechtes Gewissen leben, billige Immobilien kaufen, es gäbe weniger Armut, weniger Hunger, weniger Krieg, weniger Flüchtlinge und natürlich wäre es auch der notwendige Segen für Klima und Umweltschutz. Wenn das erreicht wird indem es Frauen besser geht, kann ich nur sagen: Sorgt dafür, dass es ihnen gut geht.
Auf folgenden Gedankengang sind Sie leider nicht gekommen: Es gab die Zeit ja schon mal, wo es "nur" 3 Milliarden Menschen gab. Nichts von dem, was Sie behaupten, war damals so. NICHTS!

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markniss 23.06.2019, 14:06
35. Ich bin mir da nicht so sicher

Dass die Bevölkerung nicht so explodiert ist, wie in den 60er und 70er Jahren prognostiziert, lag vor allen an China, das 1980 die Ein-Kind-Politik nicht nur eingeführt sondern auch weitgehend durchgesetzt hat. Hätten die Chinesen das nicht gemacht, hätten wir heute schon bis zu einer Milliarde mehr Menschen.

ABER JETZT KOMMT ES ERST: Die Chinesen haben 2016 die Zwei-Kind-Politik eingeführt (!) und überlegen jetzt gerade demnächst die Drei-Kind-Politik (!) einzuführen. Damit ändert sich die ganze Gleichung dramatisch.

Was lernen wir daraus: Prognosen sind schwierig, ganz besonders wenn sie die Zukunft betreffen...

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Ruppig 23.06.2019, 14:07
36. Schönreden und Wunschvorstellungen

Es ist völlig unerheblich, ob das Bevölkerungwachstum insgesamt langsamer steigt. Punkt ist, es steigt von ca. 7,5 in 2015 auf 11,5 Milliarden Menschen in 2100. Es ist auch völlig irrelevant, ob es in Asien, Europa oder Nordamerika stagniert oder zurückgeht. Wichtig für uns ist allein was vor unserer Tür passiert, nämlich auf dem afrikanischen Kontinent.
Nach dem UN-Bericht wird sich Afrikas Bevölkerung bis 2100 vervierfachen und deswegen der Migrationsdruck auf Europa deutlich ansteigen und wer glaubt das ließe sich durch Entwicklungshilfe und legale Zuwanderung abfedern, reitet ein totes Pferd.

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tailspin 23.06.2019, 14:08
37. Irgendwie wird es langsam schwachsinnig

Wollen wir jetzt das Klima entscheiden lassen, ob wir Kinder kriegen oder nicht? In weniger technisierten Kulturen setzt man auf mehr Kinder, weil das das beste Ueberleben der Eltern gewaehrleistet. In unseren Breiten sind es eher 1-2 Kinder. Man will ja welche haben, aber die sind teuer. Aufziehen und Ausbildung kosten ein paar hundertausend Euro. Ich habe Schaetzungen bis zu einer halben Million gehoert. Soviel darf man in den USA aus der eigenen Tasche zahlen, wenn man ein Kind Medizin studieren laesst. Und das ist nur fuer Studium und nicht nicht fuer die Jahre vorher. Andererseits brauchen die Sozialsysteme ca. 3 Nachkommen um einen Rentner zu fuettern. Also duerfen es auch nicht zu wenige Kinder sein. Auch wenn es dem Spiegel nicht passt, die Lebensverhaeltnisse und Berduerfnisse der Menschen stehen im Vordergrund sowie die Kontinuitaet in der Gesellschaft, nicht das Klima. FJS hat das mal Generationenvertrag genannt. Das hat die Prioritaet. Wachstum ist langsam, aber wenn man nicht aufpasst, kommt der Ruin ploetzlich.

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klapo 23.06.2019, 14:10
38. Es ist alles besser...

... als den Kopf in den Sand zu stecken. Der Denkansatz ist eh paradox: wir sterben sowieso aus. Weil wir so viele sind. Klingt nicht besonders plausibel. Vielleicht gibt es da ja doch irgendwo einen Mittelweg. Verschwendung eindämmen, Luxus wieder Luxus sein lassen. Eine Kultur schaffen die Mäßigung und Hilfsbereitschaft höher einschätzt als materielle Statussymbole, Kontostände und Neid. Die Sehnsucht danach ist da. In vielen. Schon immer.

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cerberus66 23.06.2019, 14:11
39. Die Bevölkerungsexplosion fällt aus

Das ist per se eine gute Nachricht. Aber ganz ehrlich: würde hier zum Beispiel stehen, "der Anstieg der Armut fällt aus", würden geneigte Foristen von Fake-News sprechen, selbst wen die Armut weltweit in absoluten Zahlen wirklich zurückgegangen wäre. Ich rede bezüglich der Bevölkerungsentwicklung nicht von Fake-News. Ich möchte darauf hinweisen, dass eine Verlangsamung des Wachstums der Bevölkerung nichts daran ändert, dass auf der Erde zu viele Menschen in Gegenden leben, die menschliches Leben eigentlich nicht zulassen. Und dies bleibt nach wie vor das eigentliche Problem des Klimawandels. Es gibt zu viele Menschen auf der Welt. Und damit meine ich NICHT Europa, Nord-Amerika oder Israel.

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