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Kampf gegen Klimakrise: Die Bevölkerungsexplosion fällt aus
Vlad Eugen Nistor/ EyeEm/ Getty Images

Bei Diskussionen über den Klimawandel taucht regelmäßig dieses Argument auf: Wir können ohnehin nichts tun, solange wir nicht das ungebremste Wachstum der Weltbevölkerung stoppen. Dabei ist diese Phase längst vorbei.

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oranjee_general 24.06.2019, 15:13
410. Ganz so einfach ist die Rechnung aber noch nicht.

Den mehr als die Haelfte der aktuellen Weltbevoelkerung hat entweder unzureichend oder gar keinen Zugang zu Energie. Das heisst wenn diese auf den gleichen Stand von uns kommen wollen, brauchen wir noch mal mindestens das doppelte wenn nicht dreifache an globalen Energiebedarf? Wo soll dieser den herkommen wenn wir schon daran scheittern den aktuellen Energiebedarf umzustellen auf nicht fossil. Ausserdem vergisst der Autor das wenn man auf Wind und Solar umstellt man bis zu 10fach mehr an Flaeche verbraucht und das ist reine Energiegewinnung von Speicherung haben wir noch gar nicht geredet.
Also entweder opfern wir momentane Biotope fuer Gruene Energie oder eben Agrarflaeche, so einfach ist die Rechnung. So Gruen ist die Gruene Energie vielleicht dann evtl vielleicht doch nicht, wie man so gerne denkt? Das alles muss beruecksichtigt werden es gibt keine so schoene einfache Loesung fuer das Problem wie der Author es sich vielleicht gerne wuenscht.

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Bondurant 24.06.2019, 15:20
411. Klar

Zitat von misterknowitall2
Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Menschen ein Leben wie in Europa anstrebt.
die naturverbunden indigenen Völker wollen eigentlich unseren ganzen Luxus gar nicht, die sind ja auch so glücklich, wenn nur die Sonne scheint. Und diesen ganzen Hightechmedizin Quatsch wollen die wahrscheinlich auch nicht, genauso wenig wie ordentliche Heizungen bzw. Klimaanlagen oder ständig fließendes Wasser oder Strom zu jeder Tages Nachtzeit oder oder oder, das sind alles europäische Verirrungen nicht wahr?

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misterknowitall2 24.06.2019, 15:27
412. Aktuell...

Zitat von oranjee_general
Den mehr als die Haelfte der aktuellen Weltbevoelkerung hat entweder unzureichend oder gar keinen Zugang zu Energie. Das heisst wenn diese auf den gleichen Stand von uns kommen wollen, brauchen wir noch mal mindestens das doppelte wenn nicht dreifache an globalen Energiebedarf? Wo soll dieser den herkommen wenn wir schon daran scheittern den aktuellen Energiebedarf umzustellen auf nicht fossil. Ausserdem vergisst der Autor das wenn man auf Wind und Solar umstellt man bis zu 10fach mehr an Flaeche verbraucht und das ist reine Energiegewinnung von Speicherung haben wir noch gar nicht geredet. Also entweder opfern wir momentane Biotope fuer Gruene Energie oder eben Agrarflaeche, so einfach ist die Rechnung. So Gruen ist die Gruene Energie vielleicht dann evtl vielleicht doch nicht, wie man so gerne denkt? Das alles muss beruecksichtigt werden es gibt keine so schoene einfache Loesung fuer das Problem wie der Author es sich vielleicht gerne wuenscht.
würde eine Fläche von der Größe Belgiens in der Sahara ausreichen. Und nein, wir müssen keine Flächen opfern. Es gibt weit mehr als genug Flächen für Solar in Deutschland.

Also, wir müssen weder Biotope opfern, noch Agrarflächen. Und gerechnet haben Sie garantiert nicht!

Doch, es ist eigentlich sehr einfach, nur Sie wollen das nicht wahrhaben.

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misterknowitall2 24.06.2019, 16:06
413. Sie sagen es...

Zitat von Bondurant
die naturverbunden indigenen Völker wollen eigentlich unseren ganzen Luxus gar nicht, die sind ja auch so glücklich, wenn nur die Sonne scheint. Und diesen ganzen Hightechmedizin Quatsch wollen die wahrscheinlich auch nicht, genauso wenig wie ordentliche Heizungen bzw. Klimaanlagen oder ständig fließendes Wasser oder Strom zu jeder Tages Nachtzeit oder oder oder, das sind alles europäische Verirrungen nicht wahr?
all das hat aber kaum Einfluss auf den CO2 abdruck. Heizungen würden die Holz- oder Kohlebefeuerung ablösen, fließendes Wasser ist für den Strombedarf nebensächlich.
........ was ich und Sie eigentlich meinten, ist unser Konsumverhalten und das werden nur wenige Menschen wollen. Sie haben sich da ein paar Dinge rausgesucht, die gut in ihre Argumentation passen, mehr nicht. Ändert nichts daran, dass es auf der Welt auch andere Vorstellungen eines tollen Leben gibt.

Typische europäische (deutsche) Selbstüberschätzung. Wir sind nicht das Maß aller Dinge. Lösen Sie sich von ihrer Arroganz.

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John.Moredread 24.06.2019, 16:53
414.

Zitat von foxbasealpha
Wie schon andere hier hervorgehoben haben, gibt es eine deutliche Steigerung - ob man dabei von Explosion reden möchte und wie hoch sie tatsächlich ausfällt, ist m.E. zweitrangig. Das Problem wird sein, dass wenn diese zusätzlichen Menschen nur annähernd etwas vom Lebensstandard der entwickelten/entwickelteren Ländern erreichen, dies einen erheblichen Ressourcenverbrauch darstellt (da geht es nicht nur um Nahrung und Energie). Es stellt sich die Frage, ob die Erde das verkraftet. Ich stimme den Ausführungen insoweit zu, dass es wichtig ist, die Entwicklungen in den betroffenen Ländern zu fördern - und da ist die Politik durchaus nicht konsequent.
Da widerspreche ich. In absoluten Zahlen werden jetzt immer weniger Kinder geboren. Die Anzahl der Menschen wächst aktuell, weil die Leute immer älter werden, und nicht, weil es zu viele Kinder gäbe. Und was CO2 angeht ist es tatsächlich völlig egal. Die Staaten, die noch ein Bevölkerungswachstum haben, sind eh die mit der höchsten Kindermortalitätsrate und der geringsten Lebenserwartung. Die können sich gar nicht mit Fossilen Brennstoffen auf unserem Niveau eindecken; das gibt der Markt gar nicht her. Sie stehen auf einem Berg, der etwa 85 % des weltweiten CO2-Ausstoßes ausmacht und sagen etwa 6 Milliarden Menschen, die 15 % erzeugen, sie sollen sich am Riemen reissen.

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John.Moredread 24.06.2019, 16:56
415.

Zitat von wolle0601
soll eine gute Nachricht sein? Bei steigenden Pro-Kopf-Emissionen genau dort, wo auch das Wachstum stattfindet? Und offensichtlich wächst die Bevölkerung ja weiter, ob nun exponentiell oder nicht.
Die Bevölkerung steigt dort an, wo das Pro-Kopf-Einkommen am niedrigsten ist, die Kindersterblichkeit am höchsten und das Durchschnittsalter am niedrigsten. In Aufstrebenden Staaten ist der Kinderwunsch ein oder zwei Kinder, egal, ob sie da in China schauen, in Bangladesch oder Indien. In aller Regel ist dort Überbevölkerung ein Teil des Schulunterrichts und den Kindern wird erklärt, das große Familien hungern und das es kleinen Familien gut geht. Von daher hat die Welt-Durchschnittsfamilie auch nur noch 2,5 Kinder, und deshalb gibt es jedes Jahr weniger Kinder als im Jahr davor.

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schwaebischehausfrau 24.06.2019, 16:57
416. @404: Gerne auch nur 16 Millionen.

Zitat von 5412
Nicht 40 eher 16 Millionen wären dem aktuellen globalen Schnitt betrachtet angemessen. Und unseren ökologischen Fußabdruck müssten wir dennoch verkleinern. Ein Deutscher hat immer noch einen 7fach größeren Fußabdruck eines Inders. Und Punkt 3 und 4 zeigen überdeutlich auf, dass uns ein gewaltiger Graben trennt. Ich bin weder Wutrentner noch Rassist und verbitte mir jedwede Vereinnahmung!
Auch mit nur 16 Mio. Einwohnern wäre Deutschland sicher ein lebenswerteres Land als mit 80 Mio. Dann hätten wir in etwa die Bevölkerungsdichte von Irland. Und bei nur 8 Mio. Einwohnern hätte Deutschland grob die gleiche Bevölkerungsdichte wie Schweden. Und Schweden ist ein wunderbares Land.
Und was den "immer noch 7-fach größeren (CO2?)-Fußabdruck eines eines Menschen in Deutschland angeht, so muß man auch das mal in ein anderes Verhältnis setzen. Ein Großteil dieses Fußabdrucks geht auch auf unseren Exportüberschuß zurück und entfällt auf in Deutschland hergestellte Autos und Maschinen, die in anderen Ländern der Erde genutzt werden. Mit diesem CO2-Ausstoß müsste man daher auch die Nutzer belasten und nicht die Hersteller. Wenn Sie 2 Nachbardörfer haben mit je 1.000 Einwohnern und nur in dem Dorf A befindet sich die Müllverbrennungsanlage, der Metzger, Bäcker ,die Bauern und das kleine E-Werk, die BEIDE Dörfer A + B mit Waren und Strom versorgen, dann weren die 1.000 Einwohner von Dorf A auch einen deutlich höheren CO2-Fußabdruck haben als die 1.000 Einwohner von Dorf B. Und man müsste fairerweise den CO2-Ausstoß für die Produkte, die sie konsumieren, von Dorf A abziehen und Dorf B zusätzlich damit belasten.

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max_morlock 24.06.2019, 17:09
417. etwas zu positiv

Fakt ist, dass die Bevölkerung zur Zeit immer noch recht schnell wächst und dass obwohl die ökologisch sinnvolle "Kapazität" der Erde schon lange überschritten ist. In einigen Ländern (z.B. Nigeria) kann man immer noch von einem ungebremsten Wachstum sprechen. Bei den Ländern (die ohne Zuzug) eine negative Bevölkerungsentwicklung hätten, geht der CO2 Verbrauch auch nicht zurück. Da von lösbaren Problemen, bei prognostiziert mehr als 10 Milliarden Menschen zu sprechen, wenn wir die aktuellen Probleme schon nicht auf die Reihe bekommen, ist wohl mehr als naiv.
Nicht zu vergessen, dass das gebremste Bevölkerungswachstum eben auch nur eine Prognose ist, die bei geänderten Rahmenbedingungen sich auch ganz schnell als falsch heraus stellen kann.

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jjcamera 24.06.2019, 17:14
418. Einmaleins

Kommt immer darauf an, wen man zitiert. Vorgestern sah ich einen Bericht auf BBC-News, der sehr fundiert gemacht war und von 11 Milliarden im Jahr 2100 sprach.
In jedem Fall sollte man die Klimadiskussion nicht isoliert von der Frage der Überbevölkerung betrachten. Je mehr Menschen auf diesem Planeten leben, desto mehr Umwelt wird zerstört, unberührte Natur in Nutzflächen umgewandelt, Nahrungsmittel in Massenproduktion erzeugt, Arten vernichtet und der Natur Wasser entzogen. Um das zu begreifen, muss man nicht studiert haben oder Gutachten erstellen. Das kleine Einmalein reicht.

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knuty 24.06.2019, 17:19
419.

Zitat von KlausOsten
"Im Jahr 1962 und 1963 wuchs die Weltbevölkerung stärker als je zuvor und danach. Die Wachstumsrate lag damals bei 2,2 Prozent. Heute ist sie nur noch etwa halb so groß" 1962 lebten 3,1 Mrd Menschen auf der Welt. Es kamen 2,2 % dazu, also ca. 68 Mio. Menschen. Heute leben 7,5 Mrd. Menschen auf der Welt. Die Wachstumsrate beträgt die Hälfte von 2,2 Mrd, also ca. 1,1 %. Es kommen also 82,5 Mio. Menschen pro Jahr dazu. Welche Zahl ist größer? Hat der Autor auf die Unmündigkeit des Lesers gehofft und die Zahlen so dargestellt, dass sie in seinen Rahmen passen?
Die Anzahl ist größer, aber die Wachstumsrate ist trotzdem geringer geworden und sie sinkt weiter. Es ist also tatsächlich nur eine Frage der Zeit, wann das Bevölkerungswachstum zum Erliegen kommt.

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