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Kampf gegen Klimawandel: "Der Atomausstieg ist ein großer Fehler"
DPA

Forscher wie der Klimatologe James Hansen und Lobbyisten fordern auf der Welt-Klimakonferenz, Atomkraftwerke als klimafreundlich anzuerkennen - und zu fördern. Deutschland steckt in der Zwickmühle.

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thomasp1965 19.11.2017, 09:06
590. Seltener Unfug

Zum einen muß man sich gewärtigen, wieviel Prozent des Gesamtenenergieverbrauchs denn auf Strom fällt. Was passiert mit dem Rest ? Oder will Hansen etwa, daß jeder im Keller einen kleinen Atomreaktor für die Heizung hinstellt?
Zum anderen ist Atomkraft, wie sie jetzt praktiziert wird einfach teuerer als erneuerbare.
Zum dritten ungelöste Frage, wohin mit dem Atommüll? Ganz zu schweigen von den Betriebsrisiken bei bestehender Technik.
Man mag meinethalben - gegen Forschung ist nichts einzuwenden - auch im Bereich Atom forschen. Aber bauen erst, wenn man wirklich etwas sinnvolles vorzuweisen hat, das die Grundforderungen günstig, skalierend, keine Betriebsrisiken, Müllfrage löst.

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mhuz 20.11.2017, 17:07
591.

Mit der Atomkraft habe ich jetzt keine Probleme aber war der Meiler in Japan alt ? Und die, die heute keine Windräder wollen, werden sich wieder anketten, wenn die Atomtransporte laufen. Das Problem bei dem Atomstrom ist, wenn was schief läuft, ist mehr kaputt, wie an einem normalen Kraftwerk. So lange es Atomkraft gab, wußte jeder wie es mit Ökostrom geht - heute weiß jeder wie es mit Atomkraft geht.

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tin-pot 20.11.2017, 18:07
592. Ein schönes Beispiel,

wie SpON - und besonders Bojanowski - durch die Fixierung auf ein Randthema eine bis zur Absurdität verzerrte Darstellung von Positionen und Zusammenhängen zeichnen.

Man vergleiche allein mit der Zitierung im "Guardian", immerhin einem Partnerblatt des SPIEGEL ...:
https://www.theguardian.com/environment/2017/nov/17/we-should-be-on-the-offensive-james-hansen-calls-for-wave-of-climate-lawsuits

Was Hansen und andere auf der COP 23 in Bonn wirklich gesagt haben und worauf es ihnen ankommt, kann man hier ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=S7z61UZoppM

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knuty 21.11.2017, 11:49
593. Das ist ja interessant!

Zitat von tin-pot
wie SpON - und besonders Bojanowski - durch die Fixierung auf ein Randthema eine bis zur Absurdität verzerrte Darstellung von Positionen und Zusammenhängen zeichnen. Man vergleiche allein mit der Zitierung im "Guardian", immerhin einem Partnerblatt des SPIEGEL ...: https://www.theguardian.com/environment/2017/nov/17/we-should-be-on-the-offensive-james-hansen-calls-for-wave-of-climate-lawsuits Was Hansen und andere auf der COP 23 in Bonn wirklich gesagt haben und worauf es ihnen ankommt, kann man hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=S7z61UZoppM
Das ist ja interessant! James Hansen hat, zumindest nicht auf dieser Pressekonferenz, gar nichts über einen Atomausstieg gesagt.
Er forderte u.a., dass die realen Kosten der Energieproduktion betrachtet werden müssten und die CO2-Emsissionen entsprechend besteuert werden sollten. Dann erst würden erneuerbare Energien, Energieeinsparungen und Atomenergie gegenüber der auf Kohlenstoff basierenden Energieproduktion bevorzugt werden.

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links-grün-versiffter-gu 09.12.2017, 14:19
594. Nicht nur die Endlagerung...

... sondern auch die Förderung von spaltbarem Uran sollte in der Debatte nicht vergessen werden. Selbst wenn es die Möglichkeit gäbe, Akws sicher und ohne Restrisiko für Mensch, Natur und Umwelt zu betreiben, muss man sich doch fragen, wo das dafür benötigte Uran herkommt. Der Urantagebau kostet diesen Planeten so Einiges. Und damit meine ich natürlich kein Geld, denn die Menschen, die im namibischen Urantagebau arbeiten, sind sicher billige Arbeitskräfte. Ausbeutung ist hier, in finanzieller Sicht vielleicht noch nicht einmal das größte Problem, da sie im nationalen Vergleich sogar um ein Vielfaches mehr verdienen, als ein einfacher Arbeiter.
Ausgebeutet werden sie aber dennoch! Denn sie wissen oft nicht, welches gesundheitliche Risiko für sie besteht. Dass der radioaktive Staub, dem sie bei ihrer Arbeit permanent ausgesetzt sind, krebserregend ist steht sicherlich nicht in der Stellenanzeige.
Hier werden die Menschen absichtlich (entschuldigen sie meine Ausdruckweise) "dummgehalten"! Das hat auch in Deutschland lange gut funktioniert, jedenfalls bis zur Wende. - Stichwort Wismut
Nicht zu vergessen sind aber auch die umweltschädlichen Tailings, die bei der Produktion des so wertvollen Yellow-Cake anfallen, aus dem später der fertige Brennstab wird. Diese sind so umfangreich, dass man sie gar nicht "sicher" lagern kann. Und so werden sie einfach (mangels Alternativen) in die Wüste gekippt, oder - wie z.B. in Canada - in den nächsten See geschüttet. So sickert das strahlende Material eben in die Erde oder wird nach dem Prinzip der Verdünnung in Gewässern verklappt. 'Aus den Augen, aus dem Sinn' lautet die Devise!
Und dies scheint generell der pauschale Lösungsansatz der Nuklearbranche zu sein!
Radioaktive Abwässer werden (völlig legal) in die Weltmeere eingeleitet, Atommüll wird in alte Stollen und Schächte geworfen und die Tailings der Yellow-Cake Produktion lagern in empfindlichen Ökosystemen unter freiem Himmel!
Und nun liest man hier in einigen Kommentaren, dass man den Atommüll doch einfach nach Sibirien schaffen, nach Tschernobyl verkaufen oder sogar in das Weltall schießen soll (nachdem die Asse ja nun doch irgenwie kacke war...). Von der letzten (ziemlich lächerlichen) Idee abgesehen, soll das Motto also lauten: "Bitte nicht vor meiner Haustür!"
Fakt ist: Es gibt keine sichere und vor allem dauerhafte Lösung für das Endlagerungsproblem von radioaktiven Abfällen!!! Wie auch? Dies ist ein Problem, das mit Geld nicht gelöst werden kann. Milliarden sind in die Hand genommen worden und wir sind nicht einen Schritt weiter! Denn auch die aktuellen Ideen sind doch nicht wirklich ernst zu nehmen, oder? - Stichwort Gorleben!
Wir müssen uns fragen, was nachfolgende Generationen mal von uns halten sollen. Möchten wir den künftigen Menschen eine strahlende Zukunft voll von gelben Fässern, radioaktiven Badeseen und verseuchtem Grundwasser hinterlassen (super ausgeleuchtet mit Strom aus dem CO2 neutralem KKW natürlich)?
Oder wollen wir die Menschen sein, die erkannt haben, dass dies doch keine so strahlende Zukunftsaussicht ist und endlich unsere Energie in die richtige Energie investieren?
Wind! Solar! Biomasse!

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