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Kampf gegen Wilderei: Kenia verbrennt mehr als 100 Tonnen Elfenbein
AP

150 Millionen Dollar gingen in Flammen auf: Kenias Regierung hat tonnenweise Elfenbein verbrannt. Das Land will damit ein Zeichen gegen den illegalen Handel mit dem "weißen Gold" setzen.

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Celegorm 01.05.2016, 13:23
30.

Zitat von Aurora vor dem Schilf
Wie gut eine Idee ist, lässt sich ganz leicht feststellen, wenn man einige Prämissen umstellt: kein respektables Land der Welt käme auf die Idee beschlagnahmtes Heroin weiter zu verkaufen, nur um den Markt zu beeinflussen.
Schlechtes Beispiel, da gerade der ganze "Krieg gegen Drogen" zeigt, wie man über Jahrzehnte durch Repression und Ignoranz ein Problem nur verschlimmern kann. Genau so wie die Wilderer profitieren davon letztlich primär die Drogenkartelle, da sich dadurch die Profitmargen und damit die Anreize nur verstärken. Der einzige Unterschied: Beim Drogenhandel gäbe es mit der Liberalisierung immerhin ein Gegenmittel, bei der Wilderei ist eine sinnvolle Lösung leider nicht in Sicht..

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wunderfisch 01.05.2016, 15:04
31. Zusammenhang nicht verstanden?

Es ist richtig das Elfenbein zu verbrennen. Es ist auch richtig Aufklärung und Umdenken in den asisatischen Raum zu bringen. Der Verkauf wäre das falsche Signal an die Abnehmer - sie würden nicht von ihrem Gedanken abkommen und etwas ändern.
Armut rechtfertig nicht das falsche zu tun - und wer nicht hilft sollte seinen Senf für sich behalten. Spenden für Kenia, Aufklärung für Asien - so wird ein Schuh drauß.

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marcw 01.05.2016, 15:15
32.

Zitat von wunderfisch
Es ist richtig das Elfenbein zu verbrennen. Es ist auch richtig Aufklärung und Umdenken in den asisatischen Raum zu bringen. Der Verkauf wäre das falsche Signal an die Abnehmer - sie würden nicht von ihrem Gedanken abkommen und etwas ändern. Armut rechtfertig nicht das falsche zu tun - und wer nicht hilft sollte seinen Senf für sich behalten. Spenden für Kenia, Aufklärung für Asien - so wird ein Schuh drauß.
Ich glaube nicht, dass sich die Abnehmer von irgendwem "aufklären" lassen. Es muss gegen die Wilderer gekämpft werden, bis sich die Wilderei angesichts der Risikien nicht mehr lohnt. Dazu braucht es Wildhüter, die Kosten Geld. Geld, welches man durch den Verkauf von Elfenbein zur Verarbeitung in Kunst stecken kann. Man könnte auch symbolträchtige Kunst daraus machen und diese für den Artenschutz versteigern, dabei käme sicher ein hübsches Sümmchen zusammen. Verbrennen produziert nur Rauch, sonst ändert sich garnichts.

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Koda 01.05.2016, 15:21
33. Alte Geste => Arap Moi tat dies in den 1990ern

solange die Korruption mit ein Motor für den Handel ist, wird sich wenig daran ändern.
Vielleicht sollte man umdenken und ganz offiziell den nachhaltigen Handel erlauben, unter strengen Restriktionen.
Ein Land wie Kenia hätte dann zumindest die Chance, 150 Millionen € in andere REssourcen wie z.B. Bildung oder Krankenversorgung zu stecken.
Bei Nashörnern geht man soweit und sägt ihnen die Hörner ab.

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7eggert 01.05.2016, 15:52
34.

Zitat von Celegorm
Schlechtes Beispiel, da gerade der ganze "Krieg gegen Drogen" zeigt, wie man über Jahrzehnte durch Repression und Ignoranz ein Problem nur verschlimmern kann. Genau so wie die Wilderer profitieren davon letztlich primär die Drogenkartelle, da sich dadurch die Profitmargen und damit die Anreize nur verstärken. Der einzige Unterschied: Beim Drogenhandel gäbe es mit der Liberalisierung immerhin ein Gegenmittel, bei der Wilderei ist eine sinnvolle Lösung leider nicht in Sicht..
Auf der Vertriebsseite haben Sie Recht, nicht aber auf der Anbauseite. Wenn die Drogen nicht aus angebauten Pflanzen, sondern durch Ausreißen und vernichten Ihres Gartenbäumchens gewonnen würden, dann wäre ihr Garten und der Rest der Welt die Welt kahl, statt daß irgendwo nur bestimmte Dächer schneefrei sind.

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7eggert 01.05.2016, 15:56
35.

Zitat von marcw
Die Wilderer ziehen schwerbewaffnet durch den Busch um Elefanten und Wildhüter zu ermorden und Sie glauben die lassen sich von Handelsverbot und Symbolpolitik beeindrucken? Das einzige was hilft sind mehr Wildhüter. Die kosten aber Geld, welches Tonnenweise in Rauch umgewandelt wurde. Der Elefant ist schon tot, für ihn macht es keinen Unterschied mehr ob seine Zähne zu Klaviertasten verarbeitet, von einem impotenten Chinesen eingenommen oder verbrannt werden. Variante 1 könnte immerhin zum Schutz der noch lebenden Elefanten beitragen.
Das ist die traurige Erfahrung, mit einem legalen Verkauf geht immer die Wilderei erst richtig los. Auf jeden normal verendeten Elefanten, dessen Zähne verkauft werden, kommen dann etliche gewilderte.

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schreiber5.3 01.05.2016, 17:09
36. Schutz der Tiere wichtiger

Grundsätzlich ist diese Aktion gegenüber den Wilderern völlig korrekt. Bedenkt man aber, dass die Tiere deshalb sterben mussten, dann wäre der Verkauf staatlicherseits die bessere Lösung, wenn das Geld zu 100% zum Schutz der noch lebenden Tiere und gegen die Wilderei verwendet würde. Da fragt man sich manchmal, können diese Leute die Lage um die es geht nicht richtig einschätzen?

Bei richtiger Verwendung des Geldes, wie oben angedacht, sind die Tiere wenigstens nicht ganz umsonst gestorben. Und ich bin sicher, könnten getöteten Tiere selbst entscheiden, würden sie sich für mehr Schutz und gegen die Kriminalität der Wilderei mit den Mitteln des dann staatlichen Verkaufes aussprechen.

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tubolix 01.05.2016, 17:14
37. Nein

Zitat #3 Emmi: "Durch das Vernichten von Elfenbein wird das Angebot verringert"
Dieses Elfenbein ist nie im Angebot gewesen.
Folglich wird selbiges auch nicht verringert. Und selbst wenn: dann steigen die Preise halt ins unendliche. Je teurer umso weniger Kundschaft umso leichter die Ermittlungen gegen selbige.

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Promethium 01.05.2016, 17:34
38.

Zitat von 7eggert
Das ist die traurige Erfahrung, mit einem legalen Verkauf geht immer die Wilderei erst richtig los. Auf jeden normal verendeten Elefanten, dessen Zähne verkauft werden, kommen dann etliche gewilderte.
Das genaue Gegenteil ist der Fall!

Wilderei ist nicht erst seit neustem ein Problem sondern schon seit Jahrhunderten.
Die Lösung ist auch seit langem bekannt, sie heißt Jagd.

Es ist ein in der Praxis gewachsenes Konzept und deswegen nicht gerade einfach zu verstehen.

Das Hauptproblem ist das der Elefant von der lokalen Bevölkerung heute noch als Feind betrachtet wird der die Felder verwüstet.

Ebenso wie das Reh bei uns Feind der Waldwirtschaft gilt. Es braucht also eine Komponente die einen Ausgleich zwischen Wildtieren und Landwirtschaft her stellt.
Diese Komponente ist die Jagd.

Der Jäger bezahlt den Landwirt letztlich dafür das sich Rehe auf seinem Grund tummeln dürfen und bezahlt für die Schäden die das Reh anrichtet.
Das Reh wiederum liefert dem Jäger Fleisch das dieser wieder verkaufen kann.

Am Ende hat das Reh seine Freiheit auf dem Grundbesitz des Landwirtes.
Der Jäger hat Fleisch.
Und der Landwirt bekommt Geld.

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tueftler 01.05.2016, 23:00
39. ...

Zitat von Aurora vor dem Schilf
Wie gut eine Idee ist, lässt sich ganz leicht feststellen, wenn man einige Prämissen umstellt: kein respektables Land der Welt käme auf die Idee beschlagnahmtes Heroin weiter zu verkaufen, nur um den Markt zu beeinflussen......
Falsch. Es gibt einen Unterschied zwischen Heroin und Elfenbein. Die Gefahr einer körperlichen Abhängigkeit von Elfenbein ist gering.

Es ist eine Art des Neokolonialismus den Afrikanern die Nutzung ihrer Wildtiere zu untersagen, weil wir glauben alles besser zu wissen. Die Elefanten werden nicht allein wegen der Elfenbein Wilderei aussterben, sondern weil sie keinen Lebensraum - abgesehen vielleicht von einigen kleinen Nationalparks - mehr haben werden.

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