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Katastrophen-Statistik: Experten prophezeien Starkbeben in Japan

Das Land kommt einfach nicht zur Ruhe, ständig erschüttern Erdstöße den Nordosten Japans. Und der nächste vernichtende Schlag könnte unmittelbar bevorstehen: Laut Statistik sind mehrere Starkbeben längst überfällig. Wenn es ganz schlimm kommt, muss sich auch Tokio auf Tausende Tote einstellen.

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ichse-michse 17.04.2011, 13:49
170. Ich bin nicht SPON,...

Zitat von slowman01
Auf welcher Basis soll ich das denn prognostizieren? Auf welcher Basis soll ich entscheiden, wie die Energieversorgung Deutschlands für die nächsten 20 Jahren organisiert werden soll Auf der Grundlage Ihres oder meines Bauchgefühls?. Die ganze Debatte ist völlig emotionalisiert, u.a. wegen der Art Berichterstattung die ich kritisierte. Die Gesprächsatmosphäre ist vergiftet, routinemäßig wird hier den Vertetern der Gegenposition empfohlen, doch zum Arbeitseinsatz nach Fukushima zu gehen, oder unterstellt ein zynischer Profiteur des Unglücks in Japan zu sein. Ich weiß nicht, wie es in Japan weitergeht, ich weiss noch nichtmal wie es in meiner Wohnung weitergeht. So wie überhaupt niemand weiß, was die ZUkunft bringt Die beste Möglichkeit, zu erfahren, wie es geologisch in Japan weitergeht, wäre wohl einem Dialog von renomierten Experten zu folgen. Aber ich denke, wir können davon ausgehen, das keiner dieser Experten sein Häuschen auf eine Prognose für die nächsten zwei Jahre setzen würde. Das ist halt eine Grenze der Erkenntnis, die man nur akzeptieren kann. Wie kommen Sie zu einer Vorstellung, wie es in Japan weitergeht?
... möchte aber trotzdem noch mal antworten, wie ich zu meinen Vorstellungen komme.

In den Spon-Artikeln finden sich rot markierte Satzteile, die beim Anklicken zu weitergehenden, ergänzenden oder "verwandten" Informationen führen. Auch Foristen stellen Links zur Verfügung, deren Nutzung mir wieder neue Informationen oder Quellen dahin eröffnet. Das ist der Weg der Informationssammlung, den ich gehe. Und dieser Weg scheint mir - im Gegensatz zu der von Ihnen geäußerten Einschätzung - eben nicht "antiaufklärerisch" sondern bewirkt das genaue Gegenteil.

Bezogen auf die Artikel zu Starkbeben und Tsunamis in Japan ergibt sich für mich folgendes Bild:
1. Das Beben vom 11.3. war ein Starkbeben mit weltweiten Folgen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...751558,00.html - Die Erde wird weiterbeben.
2. Teile der japanischen Inselkette sind, seit dort Menschen leben, tatsächlich schon im Meer versunken. http://news.nationalgeographic.com/n...en-city_2.html - Das wird wieder passieren.
3. Die Menschen auf den Inseln wussten, dass infolge der Beben große Tsunamis entstehen können. http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...756622,00.html - Sie siedelten dort trotzdem und wollen dort auch wiederaufbauen.
4. Selbst die "Experten" können nicht mehr wissen, als es die Summe der Menschheitserfahrung hergibt. Glaubt man ihnen, kann das passieren: http://edition.cnn.com/2011/WORLD/as...age/index.html - oder das: http://www.japannewstoday.com/wp-con...imaUnit4-5.jpg
5. Wie es weitergeht? Ich weiß es nicht - und für Japan können bisher nur die Japaner selbst entscheiden. Manchmal hilft Visualisierung: http://geofon.gfz-potsdam.de/geofon/...n/globmon.html - Das Pulverfass glimmt noch.

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slowman01 17.04.2011, 15:12
171. @spon

Zitat von ichse-michse
... Und dieser Weg scheint mir - im Gegensatz zu der von Ihnen geäußerten Einschätzung - eben nicht "antiaufklärerisch" sondern bewirkt das genaue Gegenteil.
Das ist schon richtig. Hat aber nichts mit den SPON-Artikeln zu tun.
Über die journalistischen - oder hier aufklärenden - Qualitäten entscheidet ja wohl der Text, nicht die Links. Ich kann mir über Recherche im Internet durchaus ein objektiveres Bild machen. Ich kann hier auch einen Tag in die Uni-Bibliothek gehen und mich schlau machen. Zu Einzelthemen, die mich sehr interessieren, mache ich das auch. Ich habe aber nicht genug Zeit dafür, das ständig zu tun und ich vermute die überwiegende Anzahl der SPON - Leser hat sie auch nicht.
Den objektivierbaren Kern eines Sachverhalts herauszuarbeiten, deutlich von blosser Meinung abzugrenzen und verständlich darzustellen ist doch die Aufgabe von Qualitätsjournalismus, oder?

Aber vielleicht ist das auch einfach zu teuer um es kostenlos im Internet anzubieten. Sind die Artikel im gedruckten Spiegel den von besserer Qualität?

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ichse-michse 17.04.2011, 16:58
172. Ich glaube, wir reden aneinander vorbei:

Zitat von slowman01
Das ist schon richtig. Hat aber nichts mit den SPON-Artikeln zu tun.
Das Thema des Blogs ist aber "...Starkbeben in Japan" und wir sind hier bei SPON zu Gast.

Zitat von slowman01
Über die journalistischen - oder hier aufklärenden - Qualitäten entscheidet ja wohl der Text, nicht die Links. Ich kann mir über Recherche im Internet durchaus ein objektiveres Bild machen. Ich kann hier auch einen Tag in die Uni-Bibliothek gehen und mich schlau machen. Zu Einzelthemen, die mich sehr interessieren, mache ich das auch. Ich habe aber nicht genug Zeit dafür, das ständig zu tun und ich vermute die überwiegende Anzahl der SPON - Leser hat sie auch nicht.
Die Links gehören zum Text wie korrekte Quellenangaben zu einer ehrlichen Doktorarbeit. Wenn aus dem Inhalt Meinungsverschiedenheiten resultieren, so können wir diese hier diskutieren. SPON stellt den Text und die Diskussionsplattform zur Verfügung. Ob Sie oder ich oder andere die Zeit haben, dieses Angebot zu nutzen, entscheidet doch nicht SPON!

Zitat von slowman01
Den objektivierbaren Kern eines Sachverhalts herauszuarbeiten, deutlich von blosser Meinung abzugrenzen und verständlich darzustellen ist doch die Aufgabe von Qualitätsjournalismus, oder?
Das kann der geneigte Forist immer nur für sich selbst entscheiden. SPON ist kein allgemeinbildendes Lehrbuch und auch kein spezialisiertes Wissenschaftsjournal. Ich finde allerdings, dass diese Form des Infomationsaustausches viel spannender, tiefgründiger und (echt-) zeitsparender sein kann als ein Bibliotheksbesuch.

Zitat von slowman01
Aber vielleicht ist das auch einfach zu teuer um es kostenlos im Internet anzubieten. Sind die Artikel im gedruckten Spiegel den von besserer Qualität?
Ich bin kein Verleger oder Spiegel-Abonnent, deshalb kann ich diese Frage nicht beantworten. Hier in SPON beteilige ich mich nur an Diskussionen, die mich interessieren.

Und jetzt noch mal BTT: Die Überschrift des Blogs beinhaltet schon, dass wir uns hier sehr nahe an Glaubensfragen bewegen. Exakte Erdbebenvorhersage ist ganz einfach nicht möglich. Der Mensch ist Teil der Natur und er kann nur mit ihr - niemals gegen sie existieren. Trotzdem werden in Erdbebengebieten Häuser und Fabriken gebaut, Warnungen der Vorfahren ignoriert und Technologien, die wir nicht beherrschen, großindustriell genutzt. Fukushima ist ein schreckliches Beispiel - hoffentlich lernen wir daraus.

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teenriot 17.04.2011, 17:27
173. .,-

Zitat von dreharbeiten
Meinen Sie Kohlekraftwerke oder Atomkraftwerke?
Super-Gau-anfällige Kuhmistkraftwerke meine ich.

Zitat von semper fi
Das ist nur für schreckhafte Leute "offensichtlich".
Sie sind ja ein Harter. Erdbeben->Tsunamie->Super-Gau schreckt Sie nicht. Aber das ist gut so. Nicht-Schreckhafte werden gerade dringend gebraucht. Als Liquidator hätten Sie Gelegenheit für den Rest Ihres Leben auszusorgen.

Zitat von chico 76
nur in Ihrem Kopf, vermutlich. Alle KKWs stilllegen, damit das Elend noch grösser wird? Zu Ihrer Info, das Erdbeben hat Fukushima gut überstanden, obwohl es 8x stärker war, als die Anlagen ausgelegt waren(9,0/8,2). Der Tsunami war es, der die Katastrophe bewirkt hat. Die Weltengemeinschaft kann auch unsere ABSCHALTEN SOFORT-Hysteriker nicht zwingen, aufzugeben. Bedauerlicherweise. Obwohl sie,im weltweiten Vergleich,nur eine lautstarke Minderheit darstellen.
Elend wegen 6% weniger Energie? Wer ist hier der Hysteriker? Der Zusammenhang zwischen Erdbeben und Tsunamie ist Ihnen wohl auch neu. Außerdem kann so ein Erdbeben auch mal locker die Erde unterhalb eines KKW spalten.

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mscharisma 17.04.2011, 18:01
174. vielleicht bleibt Hoffnung

Zitat von slowman01
...und fügt sich damit zwanglos in die gesamte SPON Berichterstattung über Fukushima ein. Auf eine reisserische Überschrift folgt ein lahmer, manipulativer Artikel voller Vermutungen und Relativierungen. Wenn man Glück hat, kann man im letzten Absatz noch die Tatsache finden, die in der Überschrift hysterisch aufgeblasen wurde. Da die Spiegel-Inhalte irgendwie auch das Niveau des öffentlichen Diskurses in Deutschland repäsentieren, ist das peinlich und eine Schande. Es ist aber auch zutiefst antiaufklärerisch und das ist m.E. gefährlich.
Inzwischen hat SPON den Artikel etwas umgeschrieben, z.B., die Einleitung, die sich auf nicht genannte Experten berufen hatte. Auch in anderen Teilen des Artikels hat SPON die Wortwahl ein wenig geaendert und die "Gewissheit" ueber die zu erwartenden Beben mehr in die "Wahrscheinlichkeit" Kategorie heruntergeschraubt. Ob wir das als Lernfaehigkeit auslegen duerfen und zukuenftig auf weniger reisserische und mehr sachliche Artikel hoffen duerfen, werden wir wohl abwarten muessen.

Muss Ihnen recht geben: peinlich und eine Schande und im schlimmsten Fall tatsaechlich gefaehrlich.

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rabenkrähe 17.04.2011, 21:17
175. Bekanntmachung

Zitat von mscharisma
Inzwischen hat SPON den Artikel etwas umgeschrieben, z.B., die Einleitung, die sich auf nicht genannte Experten berufen hatte. Auch in anderen Teilen des Artikels hat SPON die Wortwahl ein wenig geaendert und die "Gewissheit" ueber die zu erwartenden Beben mehr in die "Wahrscheinlichkeit" Kategorie heruntergeschraubt. Ob wir das als Lernfaehigkeit auslegen duerfen und zukuenftig auf weniger reisserische und mehr sachliche Artikel hoffen duerfen, werden wir wohl abwarten muessen. Muss Ihnen recht geben: peinlich und eine Schande und im schlimmsten Fall tatsaechlich gefaehrlich.
.....

Journalistische Arbeiten sind keine Bekanntmachungen und sollen das auch nicht sein. Daß Japan unter ständiger Erdbebengefahr steht und dies im Moment nach dem Monsterbeben des letzten Jahres sogar extrem erhöht, liegt auf der Hand. Um das festzustellen, bedarf es nichtmal irgendwelcher Experten.
Und daß in dieser Angelegenheit emotionalisiert wird, finde ich mehr als angebracht, mich wundert eher, wie gleichmütig Japaner die Katastrophe hinzunehmen scheinen. Erdbeben und Tsunami, nun gut, das kommt dort halt vor - und trotzdem ist es sicher Anlaß zu Trauer und Entsetzen.
Völlig unverständlich ist mir indes die Gleichmut gegenüber dem Atomdesaster. Atommeiler in erdbeben- und tsunamigefährdete Gebiete zu bauen, ist schlicht ein Verbrechen. Und dann nichtmal Manuale zu haben, wie mit Extremkatastrophen umzugehen wäre, ist nur noch zum Kopfschütteln. Daß trotzdem die dortige Protestbewegung überschaubar bleibt, ist schlicht ein Wunder.
rabenkrähe

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