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Keime im Trinkwasser: Der Feind in meiner Wasserleitung
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Obwohl unser Trinkwasser als sehr sicher gilt, infizieren sich immer wieder Menschen mit Legionellen, Darmkeimen und Co. Wie verhindert man Keimbildung in den Leitungen?

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rreniar 21.12.2015, 17:13
10. Am falschen Ende gespart...

Irgendwo rächt sich das Wassersparen dann doch wieder.

Um Kosten fürs Frischwasser, aber auch die Abwassergebühren zu sparen wird möglichst wenig Wasser verbraucht. Eine Folge davon? Die Gemeinden müssen die Kanalisation zu hohen Kosten durchspülen, was wiederum die Abwassergebühren erhöht, der Bürger versucht deshalb noch mehr zu sparen...
Die niedrige Durchlaufmenge erhöht die Keimzahl in den Leitungen. Da ja auch Energiekosten gespart werden sollen, wurde die Heißwassertemperatur eh schon abgesenkt. Die zweite Folge sind dann Infektionen und höhere Kosten bei den medizinischen Ausgaben. Und die Leitungen müssten außerdem regelmäßig aufwändig gereinigt werden.
Alles eine Folge einer Denkweise, die das Sparen immer nur einseitig sieht. Das falsches Sparen am Ende höhere Kosten an anderer Stelle verursachen kann, darüber wird nicht nachgedacht.

Ein System muss von Anfang an auf niedrigeren Verbrauch/Durchfluss ausgelegt sein (und z.B einer Verkeimung durch automatische Spülung begegen) wenn nachträglich gespart wird, rächt es sich.

Beim Heizen erleben wir ja ähnliches. Durch dichtere Fenster und Türen gibt es vermehrt Schimmelbildung in den Wohnungen.

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winki 21.12.2015, 17:27
11. Meine Sorgen wenn es um die Trinkwasserqualität geht, ...

bewegen sich in eine ganz andere Richtung. Sind in Deutschland alle Trinkwasseraufbereitungsanlagen so gesichert, dass außer den dort tätigen Personen nicht auch andere Personen Zugang bekommen können? Ich glaube das jdenfalls nicht. Mehr möchte ich bei der allgemeinen Stimmungslage um unsere Sicherheit nicht schreiben.

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viwaldi 21.12.2015, 17:58
12. Falls es sie beruhigt:

Zitat von winki
bewegen sich in eine ganz andere Richtung. Sind in Deutschland alle Trinkwasseraufbereitungsanlagen so gesichert, dass außer den dort tätigen Personen nicht auch andere Personen Zugang bekommen können? Ich glaube das jdenfalls nicht. Mehr möchte ich bei der allgemeinen Stimmungslage um unsere Sicherheit nicht schreiben.
Ich habe schon mal in eine Talsperre gepinkelt. Guten Appetit - sie werden es überleben!

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Hermes75 21.12.2015, 18:11
13.

Zitat von Baal
ist soweit mir bekannt vorgeschrieben (NRW) oder liege ich da falsch? Habe ich mir gerade für viel Geld was ungesundes (Rückspülfilter) in die Leitung bauen lassen?
In jedem Hausanschluss sind auch Filter eingebaut. Diese sammeln allerdings nur gröbere Partikel. Gegen Mikroben sind die völlig wirkungslos.

Um das Trinkwasser von Keimen zu befreien braucht man entweder chemische Verfahren (Chlorierung oder Ozon) oder man setzt starke UV-Strahler ein. Das sind aber keine geeigneten Techniken für den Hausgebrauch.
Im Normalfall ist die Keimbelastung des Trinkwassers in Deutschland völlig harmlos und unbedenklich.
Abgesehen davon braucht man für die meisten Zwecke im Haushalt defintiv kein "keimfreies" Wasser.

Die Keimbelastung einer durchschnittlichen
Computertastatur ist übrigens wesentlich bedenklicher...

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Hermes75 21.12.2015, 18:21
14.

Zitat von noalk
Bierleitungen in Kneipen müssen regelmäßig durchgespült ung mit Spezialschwämmen gereinigt werden. Könnte das auch eine Alternative für die Hauswasserleitung sein?
Die Leitung einfach "durchspülen" bringt nichts. Das beeindruckt den Biofilm überhaupt nicht.
Einen guten Schutz gegen Verkeimung der Wasserleitungen bietet eine regelmäßige thermische Desinfektion über 70°C.
Gerade Legionellen mögen nämlich warmes Wasser sehr und können nur mit Temperaturen über 70°C abgetötet werden. Die Temperatur in den meisten Warmwasserleitungen ist normalerweise aber niedriger als 60°C. Bei diesen Temperaturen vermehren sich Legionellen gut und wenn Sie dann in einem Duschkopf fein vernebelt und von einer Person mit geschwächten Immunsystem eingeatmet werden, dann wird es gefährlich.
Die Warmwassertempertur in einem System zu niedrig zu stellen ist daher keine gute Idee.

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gorlois7 21.12.2015, 22:12
15. Keine Bange!

Zitat von viwaldi
Ich habe schon mal in eine Talsperre gepinkelt. Guten Appetit - sie werden es überleben!
Urin ist steril!

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deegeecee 21.12.2015, 22:39
16.

Zitat von gorlois7
Urin ist steril!
Im ersten Moment. Lassen Sie ihn einfach mal eine Woche stehen!

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w.diverso 21.12.2015, 23:11
17.

Zitat von schüttelkugel
... wird ja gerne als das sauberste und unbedenklichste aller Lebensmittel gepriesen. Jaja, wenn man Proben direkt im Wasserwerk nimmt, vielleicht schon. Aber dort befindet sich leider nicht mein persönlicher Zapfhahn. Dass man von dort aus sauberes, keimfreies Wasser auf die Reise durch die Leitungen schickt, erwarte ich ganz einfach. Aber diese Messungen können nicht zu den immer wieder zu lesenden/hörenden Aussagen führen, dass zu Hause absolute Spitzenqualität aus dem Hahn flließt. Bis das Wasser dort ankommt, ist es nur noch eine höchst fragwürdige Brühe. Wenn man bundesweit mal genau an den Entnahmestellen misst, kommen garantiert andere Werte raus, als man uns weismachen will. Ich weiß schon, warum ich mein Wasser lieber steril abgefüllt in Flaschen kaufe.
Wie war doch die Geschichte von Cola Cola und ihrem Tafelwasser in England? Da haben die doch glatt Leitungswasser in Flaschen abgefüllt und teuer verkauft. Bei Tests war dann das Wasser aus den Flaschen viel mehr belastet, als das Wasser direkt aus den Leitungen bei der Fabrik. Cola Cola musste dann den Vertrieb einstellen. Scheinbar wurde das Wasser in der Anlage beim Abfüllen verschmutzt. Auf nichts kann man sich mehr verlassen. :-)

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tomsnap 21.12.2015, 23:20
18. Stichwort Trinkwasserverordnug

Legionellen oral aufgenommen sind völlig unbedenklich. Die Umsetzung der Trinkwasserverordnug im Bestand treibt die Nebenkosten und den Energieverbrauch nach oben mit zweifelhaftem Erfolg: durch die hohen Temperaturen der Warmwasserleitungen erwärmen sich die Kaltwasserleitungen auf über 25 Grad, ideale Bedingungen für Legionellen. Außerdem sind die Duschköpfe der Ort mit dem bedenklichem Biofilm, der müsste regelmäßig desinfiziert werden, und auch nur dort können Legionellen potentiell gefährlich werden.
Im Neubau treiben die vorgeschriebenen Maßnahmen ebenfalls die Kosten in die Höhe, die Lobbyisten haben ganze Arbeit geleistet. Erst allmählich gibt es wissenschaftliche Untersuchungen die Zeigen wo wirklich Gefahr sein könnte, die besagte Verordnung wird das erstmal nicht anfechten.
Auch in Warstein war die Ursache nicht in den Rohren der Wasserinstallation zu finden.
Einzig in Krankenhäusern und Altenheimen ist besondere Vorsicht geboten, aber auch da lauert die Gefahr nicht in den Wasserleitungen ...

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Reziprozität 22.12.2015, 00:36
19.

Zitat von chewbakka
... Wir brauchen Bakterien als Sparringspartner für unser Immunsystem! ...
Das ist so pauschal nicht korrekt.

Niemand braucht Legionellen als Sparringspartner um das Immunsystem zu trainieren.

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