Forum: Wissenschaft
Keine Pestizide auf verpachteten Flächen: Immer mehr Kommunen verbieten Glyphosat
Bernd Settnik/ DPA

Parks, Wege, Äcker: Städte und Gemeinden untersagen auf ihren Flächen zunehmend den Einsatz von Glyphosat. Sie erproben Alternativen zu dem Unkrautvernichter.

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Frank Meiner 15.07.2019, 12:28
10.

Zitat von isi-dor
"Glyphosat ist sehr wahrscheinlich stark krebserregend"
Ich gehe davon aus, dass Sie das selber in einer Studie erprobt und nachgewiesen haben? Das wäre sensationell, wo das doch mehr als ein Dutzend Studien unterschiedlicher Institutionen nicht nachweisen konnten.
Wann werden Sie denn Ihre Forschungsergebnisse bezüglich Glyphosat veröffentlichen? Diese für sich zu behalten wäre schließlich unverantwortlich.

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carinesophie 15.07.2019, 12:30
11. Krebsfälle vermutlich auf fehlende Atemmaske zurückzuführen

Ich befürchte, daß man vielleicht das harmloseste und beste aller Mittel verbietet, die Alternativen viel giftiger, krebserzeugender und umweltschädlicher sein könnten. Kein Hersteller, auch nicht Bayer, riskiert den Schlammassel, in den es durch US-Richter wohl gebracht wurde, wenn auch nur der Verdacht auf krebserzeugend im Raume schwebt. Viele Spritzmittel, z.B. DDT, sind in den letzten Jahrzehnten wohl zu recht verboten worden (werden oft aber noch weiter in der Welt, oft illegal, verwendet). Die Spritzer von Glyphosat scheinen in warmen Regionen einfach nicht die Bedienungsanleitung zu lesen oder beherzigen zu wollen, nutzen sowas vielleicht manchmal ohne Schutzkleidung. In keinem deutschen Chemie-Industriebetrieb dürften Arbeitnehmer sich solchen Risiken aussetzen, aber jetzt soll Bayer für mutmaßlich fehlende Schutzmaßnahmen zahlen, weil Menschen zu bequem sind, in der Hitze ausreichend Schutz zu nutzen. Ich hoffe, daß es langfristig noch gesunde, d.h. nicht-bio-Schimmel und dadurch krebsgefährdende Nahrungsmittel in Deutschland gibt. Viel Krebs entsteht ja durch Schimmelgifte (nicht notwendigerweise Bio, aber wohl doch oft).

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u-bahner 15.07.2019, 12:41
12. Gerne verbieten, aber

bitte vorher klären, was die Alternative ist. Was bringt es, Glyphosat zu verbieten, wenn danach ein noch übleres Mittel genommen wird?
Mechanische, thermische oder gar keine Unkrautvernichtung wäre mal was, aber soweit geht die Liebe zum Umweltschutz dann vermutlich auch bei den meisten nicht...

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kratzdistel 15.07.2019, 12:53
13. zu gly gibt es genügrend studien, die das gegenteil beweisen

Zitat von isi-dor
Glyphosat ist sehr wahrscheinlich stark krebserregend, aber das ist ja nicht die ganze Geschichte vom Lied. Es gibt jede Menge wissenschaftliche Untersuchungen, wonach Glyphosat die Bodenflora komplett vernichtet und damit auch die Bodenfauna nachhaltig schädigt. Gyphosat-Böden sind quasi steril und verarmen daher schon nach einem einzigen Anbaujahr. Die Landwirte müssen darauf mit noch mehr künstlichem Mineraldünger reagieren, der natürlich auch von Bayer geliefert wird. Organischer Dünger, wie Dung und Gülle, wird ohne Edaphon auch nicht mehr mineralisiert und nützt also den Pflanzen so gut wie nichts. Der Acker verkommt dann zur nutzlosen Güllegrube und versaut das Grundwasser, vor allem mit Nitrat. Daran gibt es also nichts schönzureden: Glyphosat vernichtet die Bodengare und degradiert den Boden dann zum bloßen Stengelhaltersubstrat ohne Nährwert. Der Krebs ist also nur die eine Seite der Sauerei, die wirklich schlimme ist die Vernichtung unserer Böden.
gly wirkt systemisch nur auf die pflanze bis in die wurzeln aber nicht auf den boden. es wird schon viele jahre mit erfolg angewendet. vor gly gab es totalherbizide, die auf den boden wirkten, das scheinen sie zu verwechseln. organischer dünger wird meist zuviel aus der massentierhaltung oder von kompostwerken ausgebbracht. fahren sie mal in den gemüsegarten der Pfalz um landau. der beweist das Gegenteil. da wächst Gemüse in bester Qualität.

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kleinsteminderheit 15.07.2019, 12:58
14. Fragwürdig

In unserer Kommune gibt es nun ein Gerät, das dem Unkraut im Pflaster mit gasbetriebenen Strahlungsbrennern zu Leibe rückt. Das hält leider nur bis zum nächsten Regen, tötet natürlich auch die Insekten ist sehr zeitaufwändig und der Verbrauch an Gasflaschen ist beachtlich.
Da wird dann wohl der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben.

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az150 15.07.2019, 13:05
15. Fehler bei den Zusatzinfos

Den Redakteuren des Spiegel fällt es offensichtlich schwer, die ergänzenden Informationen unter "Glyphosat - das Wichtigste im Überblick" korrekt wiederzugeben:
1. Glyphosat ist als Herbizid (=Unkrautvernichtungsmittel) bekannt, nicht als Pestizid (=Insektenvernichtungsmittel). Unter "Glyphosat und Insekten" liest es sich zumindest anders.
2. Der Name Monsanto wurde mit der Übernahme durch Bayer komplett aus dem Unternehmebsnamen getilgt. Monsanto ist jetzt Bayer. Unter "Glyphosat = Monsanto" liest sich auch das anders.
Ich bin wahrlich kein Experte für diese Thematik, aber soviel Korrektheit darf ich doch wohl von einem extra beigesteuerten Infoblock erwarten, oder etwa nicht?

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lausemann 15.07.2019, 13:08
16. kompletter Unsinn

Zitat von hoeffertobias
...,. wird bei uns lange gemacht, insbesondere auf den Flächen der Stiftung Naturschutz. Seitdem vermehrt sich das Jakobs Kreuzkraut rasant und die benachbarten Landwirte spritzen umso mehr. Die im JKK enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide gehören zu den toxischsten Giften dieser Welt. Man findet sie mittlerweile in mehr als 6% des Honigs und zwar in einer Konzentration deutlich oberhalb der vom Bundesinstitut für Risikobewertung empfohlenen Grenzwert von 140 Mikrogramm pro kg Honig. Bedenkt man, dass Glyphosat in Sachen Mobilität, Toxizität gegenüber Säugetieren, Toxizität gegenüber Insekten und Langlebigkeit deutlich besser für die Umwelt ist, als jedes andere Herbizid, hat man hier schon jetzt aus einem theoretischen Problem ein reales Problem gemacht. Die Historie ist mal wieder typisch: Erst wird erklärt, wie gut alles ohne Glyphosat funktioniert und dann den Giftpflanzen freien Lauf lassen. Eine wirksame Bekämpfung des JKK ohne Glyphosat ist einzig und allein die mechanische Entfernung mittels Spaten oder Stecher. Das ist den Naturschutzfreunden dann aber doch zu anstrengend. Dafür blüht dann alles so schön gelb! Ach so: Die Idee mit dem Jakobskrautbär (Tyria Jacobaeae) ist ein PR-Gag. Die Raupe frisst am Tag ungefähr 1/100 von dem was am Tag neu wächst.
Lieber Mitforist,
Glyphosat als Schutz vor dem giftigen Jakobskreuzkraut zu bezeichnen hätten sich wohl nicht mal die PR-Strategen von Bayer getraut. Glyphosat wirkt NICHT selektiv. Natürlich verschwindet auch das Jakobskreuzkraut durch Glyphosat, aber alles andere auch. So wären dann auch die Bienen vom lästigen Pollen- und Nektarsaugen befreit, könnten in Ruhe auf den Hungertod warten und belasteten Honig gäbe es auch nicht mehr. Jakobskreuzkraut ist nicht der Teufel, sondern eine heimische Pflanze, die allerdings durch falsche Wiesenpflege zur Zeit stark überhand nimmt.

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kalsu 15.07.2019, 13:09
17. Glyphosat-Alternativen(los)

"Sie zwingen die Pächter dadurch, Alternativen zu verwenden." - Welche wären das? Andere chemisch-synthetischer Herbizide machen ja irgendwie keinen Sinn, da sie genauso schäglich sind. Biologisch-chemische Herbizide als Alternative wären Pelargonsäure und Essigsäure. Die sind aber erheblich teurer. Wer soll oder will das bezahlten? Bliebe also noch Wasserdampf was noch teurer als Säure ist. Und Unkraut jäten. Das macht dann wer?

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se123 15.07.2019, 13:11
18. endlich mal ein seriöser Artikel zu dem Thema

Weltweit stufen zig Behörden Glyphosat als nicht krebserregend ein. Die einzige Institution die es als wahrscheinlich krebserregend einstuft, stuft gleichzeitig Wurst und Speck (beides immer noch nicht verboten) als sicher krebserregend ein.

Zusammengefasst: Europa ist gerade dabei das wahrscheinlich harmloseste Pflanzenschutzmittel zu verbieten, nur damit es anschließend durch wesentlich giftigere ersetzt werden muss!

Der erste Große Sieg der Meinungsmacher über die Wissenschaft in diesem neuen Postfaktischem Zeitalter!

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blabla55 15.07.2019, 13:14
19.

Erinnert mich stark an die Diskussion über das Gift DDT als Wunderwaffen gegen gegen fast Alles. Wird fleißig versprührt auf weiter Flur und Privatgrundstücken.
Gehe ich heute wandern zwischen Mais,Wiesen u.Getreide ein Weg ohne Leben und das Kilometerlang.
Heupferdchen,Ameisen alles Raritäten früher ging man durchs Feld,Wiesen,sah Leben.
Jetzt sehe ich die ersten Insekten-Freundlichen-Blühstreifen neben Mais und Getredefeldern,bleibe stehen einige Minuten sehe kaum Leben.
Es heißt nicht mehr der stumme Frühling.Sommer und Herbst sind stumm.

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