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Keine Pestizide auf verpachteten Flächen: Immer mehr Kommunen verbieten Glyphosat
Bernd Settnik/ DPA

Parks, Wege, Äcker: Städte und Gemeinden untersagen auf ihren Flächen zunehmend den Einsatz von Glyphosat. Sie erproben Alternativen zu dem Unkrautvernichter.

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Simmentaler 16.07.2019, 09:53
50.

Zitat von james16
Informationen direkt von Monsanto ? Die WHO sieht das im Punkt Krebs ganz anders. Ebenso einige US-Gerichte. Von anderen Schaeden an der Artenvielfalt ganz zu schweigen. Und gerade, weil Forschungsergebnisse interessieren, lehnt man das Zeug ab. Allerdings gehoeren dazu auch unabhaengige, unter dem Deckel gehaltene dazu und nicht nur die von Monsanto finanzierten und praesentierten. Oder wie kommen die WHO und US-Gerichte zu Ihrer Ansicht ? Sind die weniger schlau als Sie ?
"Die" WHO ist schon mal falsch, es ist nur eine Unterorganisation, die den Freibrief (nicht krebserregend) aufgehoben hat - und zwar festgestellt bei massiver Überdosierung eines Kombinationspräparates. Die WHO insgesamt folgt der Einschätzung des IARC eher nicht (https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/who-fao-gremium-jmpr-bewertet-glyphosat-neu-und-bestaetigt-das-ergebnis-des-bfr-und-der-efsa-dass-kein-krebserzeugendes-risiko-zu-erwarten-ist.pdf, siehe auch den umfangreichen Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Glyphosat). Und zur Fachkenntnis einer Geschworenenversammlung muss man tatsächlich etwas sagen?

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Simmentaler 16.07.2019, 09:55
51.

Zitat von insu-bordi-nation
"bei sachgemäßen Einsatz passiert nix." - sie haben sowas von keine Ahnung, was außer der giftkeule funktioniert, ja wahrscheinlich kennen sie gar keine anderen Möglichkeiten. sind sie über 45...??? haben sie das in ihrem Garten schon immer so gemacht, mit herbiziden? dann machen sie einfach weiter, und lassen ihre Enkel dann drauf spielen. ist ja unbedenklich. wenn die Insekten dann nicht mehr krabbeln, kaufen sie halt keinen Honig mehr, klebt eh nur, das zeug!und Obst wird halt bissi teurer, aber wer braucht das schon, gehen sie halt zum nächsten Supermarkt...die haben doch immer alles! man kann glypho nicht "sachgemäß" einsetzen! sie zünden doch auch kein Häufchen Napalm in ihrem Wohnzimmer, nur weil sie wärme erzeugen möchten, oder?! sie nehmen geeignetes gas oder Kohle oder sonstwas. und sie kriegen vom Arzt auch selten einen Löffel Morphin bei einem schnupfen hingehalten, mit der Aufforderung nur so viel abzulutschen, wie sie für ihren schnupfen gerade benötigen. nein, sie bekommen ein angemessenes Produkt dafür! Biobauern kommen völlig ohne aus, aber alle anderen brauchen entweder glypho oder in ihren Worten, anderes zeug, welches nur noch giftiger sei... allein Essig ist ungiftiger und hat in ihrem Garten sicherlich die gleiche Wirkung. aber dazu müsste man nachdenken und nicht einfach nur konsumieren, ins Regal greifen und sich dann beschweren, dass es ja "nur" Gift gibt! wenn die Leute nur nach gift schauen...!!!! ...unglaublich diese Arroganz der Natur gegenüber.
Sie glauben, den Acker mit Säure zu fluten würde zwar die ungeliebten Pflanzen zurückdrängen, aber alle anderen, gewünschten oder geduldeten Lebewesen nicht beeinflussen? Vielleicht denken sie nochmal darüber nach...

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Simmentaler 16.07.2019, 10:01
52.

Zitat von moev
Die WHO spricht von "wahrscheinlich", also wenn dann ein so schwacher Zusammenhang, das man ihn nicht mal sicher nachweisen kann (im Gegensatz zu sicher krebserregendem Alkohol, Sonnenlicht oder Sauerstoff). Die Urteile der US-Gerichte worden letztlich von Jury-Gerichten gefällt, spricht Laien die der besseren Gesichte geglaubt haben, weil die Fakten alle sowieso zu trocken und ohne Studium zu kompliziert sind.
Nein, nicht "die WHO", sondern das IARC, eine Unterorganisation der WHO. Aus Wikipedia: "Der Gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Pestizidrückstände (JMPR) stellte die unterschiedlichen und komplementären Rollen von IARC und JMPR innerhalb der WHO klar: IARC identifiziere und klassifiziere Gefahren („Hazards“), während der JMPR die Risiken von Pestizidrückständen bewerte. Der JMPR empfahl eine Neubewertung von Glyphosat, da die letzte Bewertung mehr als zehn Jahre zurücklag und in der Zwischenzeit neue Studien erschienen seien. Die Weltgesundheitsorganisation änderte nicht die Anwendungsempfehlungen von Glyphosat und riet von politischen oder regulatorischen Reaktionen, inklusive Verboten, ab, solange der JMPR die Neubewertung nicht abgeschlossen habe." und https://mobil.bfr.bund.de/cm/343/who-fao-gremium-jmpr-bewertet-glyphosat-neu-und-bestaetigt-das-ergebnis-des-bfr-und-der-efsa-dass-kein-krebserzeugendes-risiko-zu-erwarten-ist.pdf.
Ich selbst würde das Zeug niemals anwenden (ebensowenig wie andere Herbizide), aber die Fakten sagen, dass wir drängendere Aufgaben hätten als uns über Glyphosat abzuarbeiten.

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polza_mancini 16.07.2019, 10:32
53. Informieren!

Zitat von james16
Informationen direkt von Monsanto ? Die WHO sieht das im Punkt Krebs ganz anders. Ebenso einige US-Gerichte. Von anderen Schaeden an der Artenvielfalt ganz zu schweigen. Und gerade, weil Forschungsergebnisse interessieren, lehnt man das Zeug ab. Allerdings gehoeren dazu auch unabhaengige, unter dem Deckel gehaltene dazu und nicht nur die von Monsanto finanzierten und praesentierten. Oder wie kommen die WHO und US-Gerichte zu Ihrer Ansicht ? Sind die weniger schlau als Sie ?
Stellen Sie doch keine Fragen, deren Antworten Ihnen einfach nur nicht passen: hier und in zahlreichen anderen Artikeln wurde x-fach darauf hingewiesen, auf welcher Grundlage das IARC (nicht die WHO in Gänze) zu der schwammigen Einschätzung kommt und was noch alles "grundsätzlich krebserregend" ist. Und die Antwort auf die Fachkompetenz der US-Geschworenen-Gerichte ist auch eindeutig: ja, die SIND weniger schlau als Biologen, Chemiker, Gutachter etc. pp! Ein solches Urteil ohne wissenschaftliche Grundlage würde hier sicher nie gefällt werden...selbst in Sachen Homöopathie scheint sich ja langsam der Verstand durchzusetzen. Und by the way: Stellen Sie doch bitte mal einen der unterm Deckel gehaltenen gegenteiligen Gutachten hier rein!

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Stresspille 16.07.2019, 11:17
54.

Zitat von Simmentaler
.... Ich selbst würde das Zeug niemals anwenden (ebensowenig wie andere Herbizide), aber die Fakten sagen, dass wir drängendere Aufgaben hätten als uns über Glyphosat abzuarbeiten.
Das Problem ist leider, daß effektiv gar nichts gemacht wird, weder beim Glyphosat, noch bei den Insektiziden, noch beim Nitrat.

Und das Insektensterben, die biologische Verarmung (in allen Bereichen), aber auch die Bodenverseuchung gehen einfach weiter.

Die Bundesregierung hält ihr Händchen über die Chemieindustrie, damit diese weiterhin ihre alten Produkte verkaufen kann. Man findet die immer gleiche Strategie aus Hinhaltetaktik, symbolischen Maßnahmen, Zerreden, Kleinreden und das Verweisen auf anderes, scheinbar schlimmeres.

Irgendwie kennt man das doch schon bei der Klimapolitik und dem Umgang mit der Automobilindustrie.

Das Ergebnis ist, neben temporär maximalem Gewinn für die Aktionäre ein technologischer Stillstand bei den Produkten, da keine neuen und besseren Technologien oder Verfahren entwickelt werden.

Das tut auf lange Sicht auch unserem Industriestandort nicht gut.

Es ist doch ein Armutszeugnis, daß es die Industrie in all den Jahren nicht geschafft hat schonendere und umweltverträglichere Produkte herzustellen. Dazu fehlt aber offenbar jeglicher Anreiz.

Ich kenne Bauern, die längst für ihre eigene Familie nur Bio-Produkte anbauen - denn sie wissen, daß es sonst verseucht ist. Wegen des Preisdrucks wird fürs gemeine Volk dagegen kräftig gespritzt. Ist das nicht pervers !?

Es wäre Aufgabe der Bundesregierung, die Rahmebedingungen zu schaffen, damit auch "normale" Bauern wieder gesunde Produkte herstellen können.

Manche verunglimpfen das als Verbotspolitik - und das machen heute ausgerechnet Regierungsvertreter.

Ich würde das bezeichen als: Verantwortung und zukunftsorientierte Richtlinienkompetenz.

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james16 16.07.2019, 12:04
55. Die WHO

Zitat von moev
Die WHO spricht von "wahrscheinlich", also wenn dann ein so schwacher Zusammenhang, das man ihn nicht mal sicher nachweisen kann (im Gegensatz zu sicher krebserregendem Alkohol, Sonnenlicht oder Sauerstoff). Die Urteile der US-Gerichte worden letztlich von Jury-Gerichten gefällt, spricht Laien die der besseren Gesichte geglaubt haben, weil die Fakten alle sowieso zu trocken und ohne Studium zu kompliziert sind.
sagt eben das, was man weiss. Der Nachweis, dass das Zeug NICHT krebserregend ist, ist auch nicht sicher, hoechstens wahrscheinlich.
Lt.Berichten hat das Bundesamt f. Risikobewertung nicht einmal eigenen Studien angestellt, sonder fast ausschliesslich industriefinanzierte Studien herangezogen.

Und der Vergleich mit Alkohol usw. hinkt etwas. Ob ich Alkohol trinke, in die Sonne gehe kann ich mir weitgehend aussuchen. Dass bei Lebensmitteln nur Bio uebrig bleibt kann nicht sein. Sicher muessen alle sein.

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james16 16.07.2019, 12:15
56. Aha

Zitat von polza_mancini
Stellen Sie doch keine Fragen, deren Antworten Ihnen einfach nur nicht passen: hier und in zahlreichen anderen Artikeln wurde x-fach darauf hingewiesen, auf welcher Grundlage das IARC (nicht die WHO in Gänze) zu der schwammigen Einschätzung kommt und was noch alles "grundsätzlich krebserregend" ist. Und die Antwort auf die Fachkompetenz der US-Geschworenen-Gerichte ist auch eindeutig: ja, die SIND weniger schlau als Biologen, Chemiker, Gutachter etc. pp! Ein solches Urteil ohne wissenschaftliche Grundlage würde hier sicher nie gefällt werden...selbst in Sachen Homöopathie scheint sich ja langsam der Verstand durchzusetzen. Und by the way: Stellen Sie doch bitte mal einen der unterm Deckel gehaltenen gegenteiligen Gutachten hier rein!
Frankreich und Oesterreich steigen aus dem Zeug aus. Einfach so ohne fundierte Grundlagen ?
Eine Leipziger Professorin hat einen Vortrag gehalten, in dem sie zwei Stunden ueber die Wirkung und Studien zum Thema berichtet hat. Unter anderem, wie Forscher behindert und diskreditiert werden. Den Vortrag habe ich live erlebt und leider keinen Link dazu.

Das Thema ist ausserdem viel komplexer als nur die Frage, ob krebserregend. Glyphosat und die passenden resistenten Pflanzen sind der perfekte Weg in die Abhaengigkeit der Landwirtschaft von ganz wenigen Konzernen. Das kann es wirklich nicht sein.

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polza_mancini 16.07.2019, 12:43
57. Genau!

Zitat von james16
Frankreich und Oesterreich steigen aus dem Zeug aus. Einfach so ohne fundierte Grundlagen ? Eine Leipziger Professorin hat einen Vortrag gehalten, in dem sie zwei Stunden ueber die Wirkung und Studien zum Thema berichtet hat. Unter anderem, wie Forscher behindert und diskreditiert werden. Den Vortrag habe ich live erlebt und leider keinen Link dazu. Das Thema ist ausserdem viel komplexer als nur die Frage, ob krebserregend. Glyphosat und die passenden resistenten Pflanzen sind der perfekte Weg in die Abhaengigkeit der Landwirtschaft von ganz wenigen Konzernen. Das kann es wirklich nicht sein.
Genau darum geht es: die Sache ist einfach ein wenig komplexer als "Glyphosat böse", um deren Bewertung Laien zu überlassen, wie sie in US-Geschworenengerichten und Online-Foren zu finden sind. Was den "Ausstieg" einzelner Länder angeht, ist das i.ü. schon früher in die Hose gegangen, weil Verstoß gegen EU-Recht, wo Glyphosat nämlich bis 2022 noch zugelassen ist. Heisst: F und Ö werden für ein vorheriges Totalverbot wohl die Schädlichkeit beweisen müssen - vielleicht können Sie, die unbenannte Leipziger Professorin oder die zahlreichen unterdrückten Dokumente und Forschungen da weiterhelfen...bislang hat das nämlich noch keiner geschafft, womit Bayer sicht zurecht weiter gegen Klagen wehren wird.

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Simmentaler 16.07.2019, 12:50
58. @Stresspille #54

Ja, wenn denn alles so wäre, wie sie schreiben, wäre großes Theater angebracht. Ist es aber nicht ganz. Beispiel Nitrat: 1. Wird bereits vieles gemacht 2. Stammt das vielfach auch aus dem Gemüseanbau und aus natürlichen Quellen und ist 3. das Problem dramatisch kleiner als dargestellt (https://m.spiegel.de/gesundheit/diagnose/antibiotika-who-stellt-globalen-plan-gegen-multiresistente-erreger-vor-a-1273156.html. Beitrag 56).

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Simmentaler 16.07.2019, 12:57
59. @james16 #56

Die Professorin dürfte Monika Krüger gewesen sein, und es ging nicht um Krebs, sondern um die antibiotische Wirkung von Glyphosat. Dass Monsanto ein Drecksladen war, bestreitet hier niemand, dass Belege für die Krebsauslösung bei "normalem" Umgang vorliegen, schon.

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