Forum: Wissenschaft
Kennzeichnung bezahlter Studien : Medizinjournal zweifelt am Nutzen der Transparenz
The New York Times/ Redux/ laif

Bremst Transparenz den medizinischen Fortschritt? Das behauptet jetzt eines der angesehensten Fachmagazine. Die Debatte um den richtigen Umgang mit Geld von Pharmakonzernen erschüttert die Branche.

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stülpnerskarl 03.06.2015, 16:26
1. Genau

"dass Ärzte und Industrie eine gemeinsame Mission haben - Krankheiten zu bekämpfen".
Wenn das ein sechsjähriger sagt, in Ordnung, aber eine erwachsene Frau, die wahrscheinlich sogar studiert hat... . Nur peinlich.

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LDaniel 03.06.2015, 18:06
2. schwierig

Es ist doch sehr viel schwieriger, als das manche Leute denken. Eine aussagekräftige Studie kostet Millionen! Das kann man nicht einfach so bezahlen. Wenn der Staat dafür nicht aufkommt (was er nicht tut), dann kann es nur in Kooperation passieren. Das Wichtigste ist, dass die Methoden klar sind und man Zugriff auf die Rohdaten hat.

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practicus 03.06.2015, 23:40
3. Wichtig ist nicht, wer die Studie bezahlt,

auch nicht, wer irgendwann die von einer Spezialagentur angefertigte Studie gegen stattliches Honorar unterschreibt - wichtig ist allein, dass alle Rohdaten zur Studie gehören und alle nachträglichen Veränderungen des Studienziels, die nachträgliche Identifikation von Subgruppen und Surrogatparametern kenntlich gemacht werden müssen, ebenso die Ein- und Ausschlusskriterien.
Jeder Wissenschaftler muss die gesamte Studie nachvollziehen können! Alle angezeigten Studien müssen vollständig veröffentlicht werden, bei Abbruch wenigstens die bis zum Abbruch erhobenen Daten.
90% der Anwender von Arzneimitteln würden von den Studien zum Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit mit "Idealpatienten" ausgeschlossen, die Studiendaten gelten für die Menschen gar nicht, die die Medikamente später wirklich einnehmen!

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ruhepuls 04.06.2015, 10:43
4. Ohne Transparenz keinerlei Kontrolle

Leider zeigt die Vergangenheit, dass ohne Transparenz der Manipulation Tür und Tor geöffnet wird. Solange Unternehmen (aus deren Sicht natürlich verständlich) sich vorbehalten, nicht alle Daten offen zu legen, solange ist das Offenlegen der Verbindungen zwischen Autor und Hersteller die einzige Möglichkeit, zumindest die Warnleuchten zu aktivieren, während man Studienergebnisse bewertet.

Unternehmen müssen verkaufen. Das ist ihre erste Priorität. Es ist naiv anzunehmen, das Wichtigste wäre die Gesundheit der Patienten. Es gibt genug Beispiele für unnötige oder überteuerte Medikamente (Scheininnovationen), die genau das Gegenteil belegen.

Offensichtlich steht das NEJM ziemlich unter Lobbydruck..?

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Bananenblatt 04.06.2015, 12:15
5. Armutszeugnis für die wissenschaftliche Methode

Was für ein Dreck!
Das entscheidende Merkmal wissenschaftlichen Arbeitens ist, dass die Ergebnisse für andere wiederholbar sind. Der Maßstab der Naturwissenschaften ist, dass das Ergebnis vom Beobachter unabhängig ist. Die Debatte selbst zeigt das Problem, denn sie zeigt dass auch die moderne Medizin den Ansprüchen einer Naturwissenschaft nicht genügt.

Wenn unter der Studie steht: "Unterstützt von (Industrieunternehmen XYZ)" sollte man zunächst denken "Aha" und die Arbeit gründlich unter die Lupe nehmen. Wenn under der Studie nichts dergleichen steht sollte man denken "Aha" und die Arbeit gründlich unter die Lupe nehmen.

Wenn die Studie etwas taugt, sollte man sie ernst nehmen. Sonst nicht. Egal was drunter steht.

Wenn man eine Studie in der Medizin nicht unabhängig vom Geldgeber bewerten kann, muss die ganze Zunft dringend an ihrer

Methodik

arbeiten, sonst ist alles nur Hokuspokus und wir kommen zurück zu einer Welt, in der wir uns zu Neumond mit den Tränen von dreizehn Monate alten Hasen einreiben müssen.

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bonngoldbaer 05.06.2015, 14:25
6.

Wenn der Staat ständig die Mittel kürzt, bleibt den Forschern doch gar nichts anders übrig, als sich um Geld von der Industrie zu bemühen.

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Qual 06.06.2015, 01:42
7. So so

Wissenschaft ist Statistik. Und was wissen wir über Statistiken? Jeder kann sie so auslegen, dass es zu seinen Interessen passt.

Letztendlich ist die Wissenschaft eh uninteressant. In Dingen die einzig der Bereicherung dienen werden Erfolge erzielt. Kein Wunder. Bis um 1976 herum(Übrigens der Zeitpunkt der Kippe zum Nachlassen der Leistungen) waren bspw. Psychologen und Soziologen ganz konsequent davon überzeugt, dass unser Wirtschaftssystem menschenfeindlich ist. Das ist es immer noch. Aber seit dem die Industrie jene Kritiker gekauft hat, gibt es keine wissenschaftlich fundierte Kritik mehr. Ganz besonders ist jeglicher persönliche Einsatz zum Handeln die Richtung zum Erliegen gekommen. Nun tauchen nur noch sporadische Einzelkritiken auf, die einzig dem Buchverkauf dienen und im Handeln keine Spuren hinterlassen.

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Montanabear 06.06.2015, 17:56
8. Diese

Diskussion ist doch nur eine Verzögerungstaktik. Wie wäre es mit der umgekehrten Reihenfolge : zuerst Transparenz und dann die Diskussion über den Nutzen ?

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Kunerich 06.06.2015, 19:46
9.

"Ohne die finanzielle Unterstützung der Industrie würde es viele Medikamente nicht geben."
Das sollte doch eigentlich das Geschäftsmodell der Industrie sein.
Medikamente erst zu entwickeln und dann zu vermarkten.
Wenn in einer Marktwirtschaft der Staat die Enwicklung von Medikamenten finanziert und die Industrie nur die Vermarktung bezahlt un die Gewinne einstreicht, dann ist doch daran etwas faul....

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