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Kernfusions-Anlage Wendelstein 7-X: Diese künstliche Sonne soll alle Energieprobleme
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Kann der Mensch die Kernfusion bändigen, die unsere Sonne scheinen lässt? Im Greifswalder Reaktor Wendelstein 7-X wollen Forscher heute eine 100 Millionen Grad heiße Atomsuppe minutenlang kontrollieren. Gelungen ist das bislang noch nie.

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j.r.oppenheimer 10.12.2015, 11:00
150.

Zitat von Bernt
Wo soll ein Kernfusionsreaktor sauberer sein? Die entstehenden Neutronen aktivieren die gesamte Anlage. Die Asche (Helium) ist ebenfalls radioaktiv verunreinigt und ist relativ schwierig einzufangen und aufzubewahren. Der Brennstoff Deuterium und Tritium ist ebenfalls radioaktiv und muss im Falle von Tritium hergestellt werden. Natürlich kann ein Kernfusionsreaktor konventionell explodieren, er hat nämlich genug Energie in seinen Magneten gespeichert. (Tschernobyl ist übrigens auch "nur" konventionell explodiert (Graphit)!
Helium ist bestimmt nicht verunreinigt, da es für He4 keinen Zerfallskanal gibt. Das ist also einfach nur Blödsinn, den Sie hier schreiben. Die Aktivierung bezieht sich in erster Linie auf die Blankets und dabei ist ein Hand-on Limit von 100 Jahren vorgesehen. Die emittierte Radioaktivität eines Fusionsreaktors liegt deutlich unter der ein jeden Kohlekraftwerks.
Ihr Vergleich zwischen einer Wasserstoffexplosion in einem Fissionsreaktor und einem Magnetquench hinkt doch sehr stark! Der Magnet entlädt im Falle eines Quenches lediglich den Strom über Resistorenbänke, während bei einer Knallgasexplosion im Fissionsreaktor einem die gesamte Gebäudehülle um die Ohren fliegt. Dazu kommt, dass im Fissionsreaktor aktivierte Materialien austreten, während in der Fusion die Fusionsreaktion aufgrund ihrer extremen Randbedingungen sofort erlischt und sich die Aktivität auf die Blankets und Divertoren beschränkt.
Und bei Tschernobyl von einer konventionellen Explosion zu sprechen ist auch die Tatsachen verfälscht. Denn problematisch ist nicht die Wasserstoffexplosion, sondern das hoch radioaktive Material, das damit in die Umgebung geschleudert wurde.

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BoMbY 10.12.2015, 11:00
151.

Zitat von frederik2013
Wieviel hochaktiven Atommüll wird dieser denn genau produzieren? Irgendwie wenig sinnvoll erneut Atommüll zu produzieren, wenn die Endlagerung bis heute ungeklärt ist!
Der einzige radioaktive Müll ist die Hülle des Fusionsreaktors, welche mit der Zeit durch Neutronenstrahlung aktiviert wird. Das ist aber kaum ein Vergleich zu Plutonium und dergleichen. Man muss das vielleicht 100 Jahre irgendwo abklingen lassen, im Gegensatz zu den 100.000+ Jahren bei dem Dreck aus Kernspaltungskraftwerken.

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patrickkulinski 10.12.2015, 11:01
152. Jede Technologie ist wichtig

Ich finde es falsch, Technologien gegeneinander auszuspielen. Jede hat ihre Stärken und Schwächen. Als Extrembeispiel mal angesprochen: sobald man vorhat, eine interstellare Reise zu einem anderen Stern zu machen wird die Energieversorgung über Solarpanele irgendwann kompliziert, da die Distanz zu groß wird zu einem Lichtgeber. Ein Fusionskraftwerk im Raumschiff wäre daher eine bessere Wahl als ein Haufen Solarzellen.

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Olaf Köhler 10.12.2015, 11:01
153. Wozu?

Grenzenlose Energie für die Zukunft? Welche Zuklunft denn? Auch wenn damit das "Energieproblem" gelöst werden sollte, ist es nur eins - die Menschheit hat noch genügend andere, an denen sie zugrunde gehen kann.

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stefanmller800 10.12.2015, 11:01
154.

Zitat von marthaimschnee
Die Frage ist nicht, ob wir das hinbekommen, oder wieviel Energie wir rausbekommen, sondern wieviel Energie wir dafür reinstecken müssen. In Sternen sind die Umgebungsbedingungen alleine durch die gewaltige Masse gegeben, die haben wir nicht zur Verfügung. Und deswegen sieht die Endbilanz, selbst wenn es funktioniert, vermutlich nicht so prickelnd aus, wie das aus dem theoretischen 1g H = 10Mio g C zu erwarten wäre.
Es wird doch EXPLIZIT im Artikel erzählt, dass der Reaktor dazu da ist, die Magnetfelder zu testen und zu optimieren und das er zu klein ist, um netto einen Energiegewinn zu haben!

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Berlin142 10.12.2015, 11:01
155. Also - so eine Ansicht ist schon fast absurd.

Zitat von klauspeterstuder
Die Kernfusion verspricht grenzenlose Energie für die Zukunft. Ein unbegrenzter Rohstoff steht dafür zur Verfügung. Aber auch der Wasserstoff auf unserem Planeten ist begrenzt. Wir brauchen ihn zum Leben. In Form von Wasser. Wie viel davon verbrauchen wir pro Jahr, wenn das Experiment gelingt und wir unseren gesamten Energiebedarf durch die Kernfusion decken? Tausende Tonnen? Weniger oder mehr? Auf die Dauer sicher zu viel. Wie viel Wasserstoff benötigen die Wissenschaftler und Techniker allein für ihre Experimente?
Ist Ihnen bekannt, wie viele Tonnen an Wasserstoff jedes Jahr in Richtung Weltall verschwinden? Dagegen machen sich die Mengen an Wasserstoff (wohl gemerkt: nicht Wasser!), die man benötigen würde, um das 1000fache der heutigen Energiemenge aller Kraftwerke zusammen zu erzeugen, gar nicht bemerkbar. Zudem: Was glauben Sie denn, worauf die Energie, die dabei entsteht, beruht? Kleiner Tipp: Schauen Sie sich einmal die berühmte Formel von Einstein an! Es sind bei einem massedefekt von 1 Kg (ja, das würde die Erden an Masse verlieren) "nur" ca. 90 PW, die an Energie frei werden. Da werden sie eine Weile brauchen, bis sie verdurstet sind.
Übrigens eignet sich normaler Wasserstoff leider gar nicht für die Kernfusion, sie benötigen dafür Deuterium oder auch Tritium. Denn 2x1 ergibt nun einmal nicht 4, sondern 2.

JT

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zursachet 10.12.2015, 11:02
156.

Zitat von TS_Alien
Ist die Anlage skalierbar, also in der Größe veränderbar? Falls nicht, bringen einem die Erkenntnisse für eine größere Anlage so gut wie nichts. Dann hätten auch Simulationen gereicht. Ein weiteres Problem ist, wie die "gewonnene" Energie in nutzbare Energie umgewandelt werden soll. Wenn bei den Testanlagen die Neutronen-Wärmetauscher in den Wänden fehlen, müssen sie in einem Kraftwerk vorhanden sein. Vielleicht stören diese zusätzlichen Einheiten das ganze Konstrukt oder machen umfangreiche Änderungen in der Konstruktion notwendig.
Sie sollten sich schleunigst in Greifswald bewerben. Ihre Einsichten in diese komplexe Materie sind den dort arbeiteten Wissenschaftlern sicherlich unbekannt.

Gut dass Sie das noch rechtzeitig erkannt haben.

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j.r.oppenheimer 10.12.2015, 11:03
157. Sonnentemperatur

Zitat von duiveldoder
"Was aussieht wie eine Raumstation, ist der Fusionsreaktor Wendelstein 7-X, in dem Physiker extreme Temperaturen wie auf der Sonne erzeugen wollen." Wie soll das gehen? Den Druck im Inneren der Sonne koennen wir auf Erden nie erreichen. Deshalb muss die Temperatur auf Erden mindestens 5-7 mal so hoch sein als in der Sonne sonst kann die Fusion niemals einen positiven Balanz erzwingen. Kann mir kaum vorstellen, mit Temperaturen wie auf der Sonne von 10-20Million Grad wuerde das klappen. Wuerde eher im Bereich 100Million denken.
Die Sonne ist lediglich 15 Mio °C heiß. An der Oberfläche sogar nur ca. 6000 °C

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Grafensteiner 10.12.2015, 11:04
158. Sofort die Sonne ausschalten

Viel zu gefährlich.

Das gibt dann eine Merkel´sche Sonnenwende. :-)

""Aus einem Gramm Wasserstoff können wir dieselbe Energiemenge gewinnen wie aus zehn Millionen Gramm Kohle"

Solche Rechnungen sind schon -im Sinne der affektierten Darstellung- etwas albern. Das entspricht 10 Tonnen. Da Atomkraftwerke "Sonne" läuft schon seit 20 Mrd. Jahren und wird noch weitere 6 Milliarden Jahre glühen, bis es im Zusammenstoss der Galaxien Milchstrasse mit dem Andromeda-Nebel explodiert. Und die Erde als ein Klumpen Kohle aus zehn Millionen Gramm anschliessend durch den Weltraum torkelt.

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ty coon 10.12.2015, 11:04
159.

Zitat von viktorhugo
He! Aufgewacht. Wir haben schon eine unerschöpfliche Energiequelle und die heißt sonne. Warum nicht erstmal mit dem einspielen was schon da ist.
Weil's nicht so gut funktioniert, Ich bin ja noch immer für Erdwärme und das Rollerrohr, aber man muß auch mal aufhören zu träumen. Die Kernfusion könnte ein Ausweg sein.

Ein Fusionsreaktor hätte aber auch eine politische Dimension. Er würde viele, viele Millarden kosten, und er würde eine Gesellschaft verwundbar gegenüber terroristischen Anschlägen machen. Man bräuchte auch noch einen riesigen Sicherheitsapparat -- das sind Fragen, die wir heute diskutieren sollten, wie das eigentlich gehen soll.

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