Forum: Wissenschaft
Klimakatastrophe: Die Kinder sind längst noch nicht wütend genug
Bernat Armangue / AP / DPA

Die Schülerinnen und Schüler, die jeden Freitag auf die Straße gehen, haben etwas Entsetzliches verstanden: Sie werden gerade verraten. Dafür hat diese Woche wieder erschütternde Beispiele geliefert.

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litholas 01.04.2019, 13:22
570.

Zitat von rrv.vogt
Bitte würden Sie mal überschläglich ausrechnen wie viele zusätzliche Windkraftanlagen (heute sind`s ca 30000 Stück) und wie viele Quadratkilometer mt PV - Panelen zusätzlich bedeckt werden müßten, um dieses Ziel zu erreichen ? Aber selbst dann könnte noch immer zu großflächigen Blackouts kommen, denn diese EE sind wetterabhänig und können die Dunkelflaute nicht abwenden.
Wegen der wetterabhängigkeit sinds ja auch nur 80%.

Mit Windkraftanlagen, die 150% des Jahresstrombedarfs erzeugen, werden 75% des Jahresstrombedarfs gedeckt, und die gleiche Menge Strom steht nochmal zusätzlich zur Verfügung für andere Zwecke - z B Müllverarbeitung und Wasserstofferzeugung.

Rechnen wir 600 Mrd kWh pro Jahr klassischer Strom, 150 Mrd kWh Elektromobilität, und 200 Mrd kWh Heizung, dann brauchen wir WKA für 1500 Mrd kWh. Moderne WKA schaffen um 15 Mio kWh pro Jahr, also brauchen wir insgesamt etwa 100.000 WKA. Das wäre eine WKA auf 1,7 Quadratkilometer der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

Das triifft aber nur zu, wenn man Deutschland isoliert betrachtet. Mit Verbindungen in möglichst weit entfernte Gebiete können EE bis zu 100% des Strombedarfs decken. Irgendwo scheint immer die Sonne. Allein schon mit einer Verbindung von der iberischen Halbinsel nach China hätten Europa und Asien im Winter 16 Stunden am Tag Solarstrom, und im Sommer rund um die Uhr.

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usch400 01.04.2019, 13:29
571. @lhyxlynx #568

Ich gebe der Wissenschaft oder den Wissenschaftler keinesfalls die Schuld. Bin selber promovierter Naturwissenschaftler. Im Gegenteil, mein Beitrag sollte aufzeigen, dass die wissenschaftlichen Kausalzusammenhänge allgemein verständlich der Allgemeinheit beigebracht werden sollten. Sehr oft sind die Wissenschaftler dazu selbst nicht in der Lage, da sie, wie ich auf eigner Erfahrung weiss, zu sehr in Präzision gefangen sind und deshalb Schwierigkeiten haben, die Dinge relativ einfach und doch richtig zu vermitteln. Die Zusammenarbeit mit der jüngeren Generation und mit Wissenschaftsjournalisten kann dies jedoch erreichen.

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Schartin Mulz 01.04.2019, 13:31
572. Interessant,

wie unterschiedlich "Wutbürger" betrachtet werden, je nachdem, worauf sie wütend sind.
Sonst sind wir uns doch eigentlich immer einig, dass Wut kein besonders guter Ratgeber ist.
Im speziellen Fall ist vor allem die Frage, auf wen genau wir eigentlich wütend sein sollen.
Die Klimaprobleme sind Folge des Wohlstands in der westlichen Welt. Sind wir wütend darauf, dass es diesen Wohlstand gibt? Oder auf die, die ihn ermöglicht haben? Sind wir wütend, dass wir uns ein Auto leisten können? Und eine Wohnung mit Heizung, vielleicht sogar Klimaanlage?

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litholas 01.04.2019, 13:32
573.

Zitat von scoopx
... Es geht um die sog. Klimasensitivität (Erhöhung der Durchschnittstemperatur der Erde bei Verdopplung des CO2-Austoßes). Jetzt sagt also ein IPCC-Autor, wegen der Wolken könnten die Computermodelle zur Klimasensitivität keine Angabe machen. Für jede andere wissenschaftliche Hypothese wäre das ein so schwerer Schlag, daß sie aufgegeben werden müßte. ...
Man muss denken, dass es keine menschengemachte Klimaerwärmung gibt, weil man nicht genau berechnen kann wie gross sie ist!?

Die Hypothese ist längst Gewissheit: Man kann den erwärmenden Effekt des zusätzlichen CO2 berechnen, und seine zusätzliche Wärmestrahlung auch genau nachmessen. Man weiss nur nicht, ob die Wolken von der Temperaturveränderung verändert werden, und wenn ja, ob sie die Erwärmung verstärken oder abschwächen.

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g.raymond 01.04.2019, 13:38
574. Population Bomb

Ich teile die ganzen Sorgen und den Aufstandsversuch gegen die Verdreckung der Welt und den Klimawandel. Das Problem ist nur, dass ein Grossteil der Menschheit immer noch unter schlimmsten Existenzbedigungen lebt und nach oben in eine besser Zukunft möchte. Würden alle diese Menschen unseren oder einen ähnlichen Lebensstandard erreichen, wären allerdings die Resourcen unserer Welt im Nu aufgebraucht. Wie man aus diesem Catch 22 rauskommt, ist mir ein Rätsel. Keine Kinder mehr kriegen oder eine moderate weltweite Geburtenkontrolle?

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usch400 01.04.2019, 13:47
575. @ lhyxlynx #568 - PS

Machen sie mal in Deutschland eine Umfrage und stellen Sie die Frage welche Auswirkungen es auf den Temperaturanstieg in Deutschland hätte, wenn heute (hypotetischerweise) alle Kohlekraftwerke abgeschaltet würden oder welche Auswirkungen es auf den CO2 Gehalt haben würde, wenn heute alle Menschen Vegetarier würden (auch wenn dies natürlich eine utopische Annahme ist). Fast niemand könnte ihnen darauf eine nur annähernd richtige Antwort geben. Deshalb sehe ich es als wichtig an, dass die “Fridays for Future” - Initiative solche Dinge graphisch oder mit Videoanimationen verständlich macht. Dass dann Kritik zu solchen Graphiken und Videoanimationen kommt, muss erwartet werden; dies sollte jedoch positiv gesehen werden, da durch eine lebhafte Diskussion der Bürger zum Mitdenken und hoffentlich zum Umdenken motiviert wird.

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litholas 01.04.2019, 13:49
576.

Zitat von tucson58
... In der Atmosphäre haben wir einen Anteil von ca. 0,045% CO 2 im Vergleich zu den anderen Gasen und Substanzen Von diesen 0,045% CO 2 sind 96% aus der Natur selber und der Menschen trägt die restlichen 4 % dazu bei ! Also erklären sie mir mal, wieso denn ausgerechnet diese 4 % das globale Weltklima so nachhaltig und gefährlich schädigen soll, und wenn man nur 2% davon einspart ist das Klima gerettet !?" Aber von den 96% natürlichen Ursprunges redet keiner , denn die sind ja dann immer noch da ! ...
Wie oft denn noch: Es sind etwas mehr als 0,04% CO2 in der Atmosphäre, und davon stammen 30% vom Menschen. Und die Bemühungen zum Klimaschutz zielen darauf, dass der CO2-Gehalt nicht mehr als verdoppelt wird.

Denn CO2 absorbiert die Wärmestrahlung in genau dem Frequenzbereich, in dem die Erde den grössten Teil der von der Sonne erhaltenen Energie ins Weltall zurückstrahlt. Das zusätzliche CO2 hält Wärmestrahlen in der Atmosphäre, die sonst ins Weltall abgestrahlt wären.

Schon das wenige CO2, das wir jetzt haben, erhöht die Temperatur um etwa 33 Grad (etwa die Hälfte davon ist zurückzuführen auf Wasserdampf, den es ohne das CO2 nicht geben würde, weil die Atmosphäre ohne das CO2 zu kalt wäre für Wasserdampf). Aber in den Öl- und Kohlevorkommen ist noch genug Kohlenstoff für ein Vielfaches an CO2, in den Permafrost- und Ozeanböden lagert Methan für den 7- bis 45fachen Treibhauseffekt, in den Ozeanen gelöst ist CO2 für den 65fachen Treibhauseffekt (das bei Erhöhung der Temperatur ausgast wie bei einer warmen Mineralwasserflasche), und in den Gesteinen des oberen Erdmantels ist CO2 gebunden für den 100.000fachen Treibhauseffekt (die bei einer Erhöhung des CO2-Gehaltes im Regenwasser schneller verwittern).

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umbriel_0123 01.04.2019, 13:50
577. Endlich deutliche Worte

Danke für die dringend notwendigen deutlichen Worte. Es braucht noch viel mehr solche Stimmen, damit die Leute endlich aus ihrer Lethargie aufwachen und die altklugen Besserwisser und Zweifler ins Unrecht gesetzt werden. Warum kann Herr Scheuer so weitermachen? Wo ist der Spitzenpolitiker, der den Schalter eindeutig umlegt und die Bevölkerung mitnimmt, wie dereinst Kennedy bei den Mondflügen? Wo ist der Bundespräsident?

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litholas 01.04.2019, 13:51
578.

Zitat von tucson58
... Achja und der Anteil von Deutschland innerhalb dieser 4 % beläuft sich auf rund 0,000056 Vol% . Davon 2 % abbauen bringt echt was ? Da mir das bis dato noch keiner beantworten konnte, gehe ich einmal davon aus, das auch sie das nicht können , auch wenn sie noch soviel googlen .......
Der Durchschnittsdeutsche verursacht über doppelt so viele Treibhausgase wie der Durchschnittserdenbürger, von daher ist Deutschland bei der Verantwortung für die Vermeidung des Klimawandels ganz vorne mit dabei.

Und danach hat es die gleiche Verantwortung wie jedes andere Land.

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lhyxlynx 01.04.2019, 13:58
579. Sorry

Zitat von usch400
Ich gebe der Wissenschaft oder den Wissenschaftler keinesfalls die Schuld. Bin selber promovierter Naturwissenschaftler. Im Gegenteil, mein Beitrag sollte aufzeigen, dass die wissenschaftlichen Kausalzusammenhänge allgemein verständlich der Allgemeinheit beigebracht werden sollten. Sehr oft sind die Wissenschaftler dazu selbst nicht in der Lage, da sie, wie ich auf eigner Erfahrung weiss, zu sehr in Präzision gefangen sind und deshalb Schwierigkeiten haben, die Dinge relativ einfach und doch richtig zu vermitteln. Die Zusammenarbeit mit der jüngeren Generation und mit Wissenschaftsjournalisten kann dies jedoch erreichen.
Dann entschuldige ich mich, das Missverständnis lag auf meiner Seite.

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