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Klimakrise: Wälder könnten zwei Drittel aller CO2-Emissionen ausgleichen
ETH Zurich / Crowther Lab

300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff hat der Mensch seit Beginn der Industrialisierung in die Luft geblasen. Zu viel, um die globale Temperatur stabil zu halten. Doch die Natur bietet eine Möglichkeit, die Klimakrise aufzuhalten.

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litholas 05.07.2019, 13:41
120.

Zitat von stefan.putt
Treibhauseffekt im Widerspruch zur Thermodynamik und zu Emissionseigenschaften von Gasen http://real-planet.eu/treibhauseffekt.htm CO2 ist nicht Verantwortlich für das Klima. Und viele vergessen, ...
Wie erklärt denn dann die Thermodynamik, dass die Venusoberfläche 80mal so viel Wärme abstrahlen kann wie die Venus von der Sonne erhält?

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stefan7777 05.07.2019, 13:44
121. 630 Milliarden Bäume!

Dachte gerade, das ist doch kein Problem! Jeder, also jeder gesunde arbeitsfähige Mensch, der zwei gesunde Hände hat, züchtet eine bestimmte Anzahl von Stecklingen und pflanzt diese dann auch.

Nur wären das bei 900 Millionen Hektar und rund 700 Bäumen pro Hektar immerhin 630 Mrd. Bäume puhhh.

Aber bei weiterem Nachdenken... wären das nur für die Zöglinge für 900 Millionen Hektar gerade mal 300 Mrd. Euro - Wohlgemerkt weltweit nach unseren Preisen, dass ist locker zu schaffen. (700 Zöglinge pro Hektar à 50 Cent)

Wenn daraus eine weltweite Kampagne entsteht mache ich mit! Ein Anfang wäre schon, wenn jeder Bundesbürger der kann 10 Bäume pflanzt, wo Gemeinden und Privatleute Flächen stellen. Auch das wären schon mal schnell 1 Mrd. Bäume. oder 1,5 Mio Hektar.

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nobody_incognito 05.07.2019, 13:45
122.

Zitat von Maulverbot
Interessant wäre es zu wissen.......wieviel Wald in den letzten 300 Jahren gerodet wurde. Allein Deutschland hat bestimmt seinen Baumbestand seit dem um 50% reduziert.
Logischer Weise war es um den Baumbestand trauriger bestellt als wir uns noch nicht der fossilen Energiequellen bedient haben. Weite Teile zumindest Europas waren abgeholzt, also der Baumbestand hat sich in den letzten 150 Jahren enorm erholt.
Bäumepflanzen wird uns auch nicht zu vernünftigerem Verhalten anregen, d.h. man kann dann die Tage bis zum nächten Notstand zählen, der dann wieder noch schwieriger zu bewältigen sein wird. D.h. man kommt nicht um ein Verhalten umhin, das die Lebensgrundlagen zumindest nicht zerstört. Eigentlich sollte die technische Entwicklung dabei behilflich sein, statt destruktiv zu wirken, wo man sich dann auch nach dem Sinn des entsprechenden Aktionismus fragen muss.

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litholas 05.07.2019, 13:49
123.

Zitat von frankcrx
... Wenn man sich das Klima nur in den letzten tausend Jahren mal anschaut (einfach mal googeln), gab es da auch immer Kalt und Warmzeiten, waren die Pole auch mal eisfrei und die Umwelt hat es überlebt. ...
In den letzten 2,7 Millionen Jahren waren die Pole nie eisfrei. Und die Temperatur war immer niedriger als jetzt. Und um wie viel es jetzt noch weiter wärmer wird hängt NOCH(!) davon ab, ob wir den CO2-Ausstoss in den nächsten Jahren signifikant verringern. Wenn Permafrost und Ozean-Methanhydrate erstmal destabilisiert sind, dann haben wir fast keinen Einfluss mehr, dann wird es 20 und mehr Grad wärmer egal was wir machen.

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solid_matter 05.07.2019, 14:01
124. Das geht so langsam in die richtige Richtung

Der Anteil, den die fossile Verbrennung zum Klimawandel beiträgt, ist gewiss nicht zu unterschätzen, aber das Problem wäre insgesamt nicht so gravierend, wenn der globale CO2-Zyklus nicht durch die massiven Umweltschäden insbesondere der letzten ~50 Jahre aus dem Tritt wäre. Ich glaube, dass sich nach und nach die Erkenntnis durchsetzen wird, dass eine Restauration der ökologischen Schäden, die der Planet erdulden musste, letztlich den Königsweg zum Stopp (oder zur Verringerung der Effekte) des Klimawandels darstellt. Im Zuge dieser Re-Ökologisierung würde sich das Problem der fossilen Verbrennung außerdem quasi nebenbei lösen.

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nobody_incognito 05.07.2019, 14:03
125.

Zitat von litholas
Wie erklärt denn dann die Thermodynamik, dass die Venusoberfläche 80mal so viel Wärme abstrahlen kann wie die Venus von der Sonne erhält?
M.E. ist nur das Wort "Treibhaus" irreführend und die Vorstellung dass Luft "nichts" wäre. Die Luft selbst hat thermodynamische Eigenschaften, die sich je nach Gaszusammensetzung und Luftdruck verändern. Und dann spielt die Lichtdurchlässigkeit eine Rolle, bzw. wie verschmutzt/feucht die Luft ist. Der Umwelschutz spielt selbst eine Rolle, weil z.B. von Vulkanausbrüchen bekannt ist, dass so verunreinigte Luft gar zu kleinen Eiszeiten führen kann. Auch bewirken Vulkanausbrüche ein Absinken der Methatnkonzentration, und es gibt frappierende Zusammenhänge zwischen kurzzeitigen Klimaschwankungen und Methankonzentration. Also die Dinge sind überaus komplexer und der Zusammenhang von steigendem CO2 Anteil und langfristiger Klimaverändrung müsste sich m.E. experimentell relativ leicht beweisen lassen.

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markx01 05.07.2019, 14:10
126. @blueshift774

Die Hauptquellen der Verschmutzung sind industrielle Versorgung, Verkehr aller Art und Landwirtschaft.

Und wenn man etwas ändern will, muss man in den Punkten nach neuen Konzepten der Versorgung suchen, ohne dabei den Verzicht zu übertreiben. Da darf es keine Denkverbote geben, weil wir in allen aufgezählten Bereichen definitiv zu viel produzieren und auch konsumieren.

Dabei ist es rational gar nicht nötig, dass jeder Haushalt einen eigenen Herd, eigenen Kühlschrank, eine eigene Bohr, Wasch oder Kaffeemaschine hat.

Das könnte man auch leicht über angemessene Gemeinschaftsräume bzw. Nutzung lösen. Niko Peach liegt mit seinem Überflussgedanken in dem Bereichen nicht so falsch, weil allein darin liegt schon eine Menge Einsparpotenzial. Da müsste man sich aber von ein paar konvetionellen Wohlstands oder Wachstumgedanken verabschieden.

Gruß

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solid_matter 05.07.2019, 14:23
127. Gibt es Quellen dazu?

Zitat von litholas
Wenn Permafrost und Ozean-Methanhydrate erstmal destabilisiert sind, dann haben wir fast keinen Einfluss mehr, dann wird es 20 und mehr Grad wärmer egal was wir machen.
Gibt es (seriöse) Quellen dazu, welche Worst-Case-Effekte durch potentielle nichtlineare Prozesse im Zuge des Klimawandels drohen? Würde mich interessieren. Danke!

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blueshift774 05.07.2019, 14:31
128.

Zitat von Byrne
Ihre Rechnung sollten Sie noch mal überdenken! Da fehlen der schienengebundene und der Schiffsverkehr. In kKraftwerken wird auch nicht nur Kohle eingesetzt, sondern auch Gas und ÖL. Auch fehlt das Heizen. Gerade letzterer Posten ist sehr erheblich. Wo haben Sie denn Ihre Zahlen her?
Deshalb habe ich auch geschrieben: "Mit dem dicken Daumen gepeilt". Sehen Sie die Zahlen als "Gewichte" oder Mengengerüste o.ä. Sie stammen aus Einschätzungen verschiedener Quellen.

Sie haben vollkommen recht. Natürlich gehören auch Kreuzschiffe und Heizung usw mit in die Rechnung. Packen Sie die Kreuzschiffe und Heizung bitte mit zu den "30%" des Flugverkehrs, wenn Sie möchten. Diese Feinaufteilung sehe ich aber zunächst als zweitrangig.

Es gibt drei, wenn Sie möchten, vielleicht auch vier "große gewichtige Brocken", die 80% der klimaschädlichen Emissionen unseres Wirtschaftsprozesses ausmachen. Nach neuen Untersuchungen soll z.B. der CO2-Anteil der Flugzeuge geringer sein, aber die Auswirkungen massiver, als bisher angenommen, weil die Abgase direkt in die hochempfindliche Stratosphäre "injiziert" werden. Mir geht es nicht nur um das reine CO2 oder Methan, sondern auch um die klimaschädlichen additiven Effekte, die dieses Emissionen in vernetzter Folge auslösen. Darüber gibt es gesicherte Forschungsergebnisse, die aber vor der Öffentlichkeit zurück gehalten werden - einfach nicht kommuniziert werden. So entsteht ein falsches Framing des Problems und damit eine gewollt falsche öffentliche Meinungsbildung zur Klimadebatte.
Wenn Kohlekraftwerke auf Erdgas-Brenneinheiten aufgerüstet werden, reduziert dies bereits den CO2-Ausstoss um 70%. Aus den "30%" im Energie-Sektor werden dann schon mal "10%", was schon ein besseres und nicht gerade kleinliches Mengengerüst wäre...
Nach Pareto 80/20 wird meines Erachtens die Klimadebatte - politisch, wie wirtschaftlich - zu sehr am 20%-Teil diskutiert und fest gemacht und nicht an den "Brocken", die 80% des Klimas beeinflussen. Ich denke, die Öffentlichkeit, FFF etc müssen die Politik und die Wirtschaft in der Klimadiskussion immer wieder "nageln", an die klimaschädlichen, signifikanten Brocken ranzugehen und nicht "über Nachbar's Garten" und "Kleinigkeiten" zu diskutieren. Der Autoverkehr hat vielleicht 10-15% Einfluss auf das Klima, was auch schädlich ist. Aber da sehe ich primär die erwähnten anderen "Klopper", die man zuerst ins Auge fassen sollte und zwar sehr sehr schnell...

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nobody_incognito 05.07.2019, 14:33
129.

Zitat von solid_matter
Gibt es (seriöse) Quellen dazu, welche Worst-Case-Effekte durch potentielle nichtlineare Prozesse im Zuge des Klimawandels drohen? Würde mich interessieren. Danke!
Das Methan hat einerseits schon einen starken Effekt, auf der anderen Seite dauert es keine 10 Jahre bis Methan sich von "allein" aus der Atmosphäre abgebaut hat. D.h. es kommt immer darauf an ob im jeweiligen Zeitraum mehr freigesetzt als abgebaut wurde.

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