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Klimakrise: Wälder könnten zwei Drittel aller CO2-Emissionen ausgleichen
ETH Zurich / Crowther Lab

300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff hat der Mensch seit Beginn der Industrialisierung in die Luft geblasen. Zu viel, um die globale Temperatur stabil zu halten. Doch die Natur bietet eine Möglichkeit, die Klimakrise aufzuhalten.

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Mohr 05.07.2019, 14:58
140. Eine Frage zu dieser Rechnung.

Wir als Menschen haben diese Menge CO2 in den letzten Jahrhunderten in die Luft geblasen. Täglich werden wir von Umweltfreunden aufgeforder weniger Fleisch zu essen. Wie verhält es sich denn da zu den abgeschossenen großen Wildtierherden in den USA, Afrika, Europa usw. Wurde schon einmal eine Gegenüberstellung dieser Tierbestände zu den heutigen Zuchtbeständen gemacht? Denn diese Großwildtiere produzierten die selbe Art von CO" und Methan wie unsere Kühe heute.

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knuty 05.07.2019, 15:03
141.

Zitat von nobody_incognito
Methan ist aber 25 mal kilimawirksamer als CO2, und der Abbau hat prozentual wenig Anteil an den gesamt CO2 Emissionen. Also die Frage ist schon wie belastbar die Wirkung des CO2 ist, z.B. im Vergleich zu Maßnahmen der Luftreinhaltung. Aber so oder so ist es natürlich erstrebenswert auf wirklich saubere d.h. möglichst Klimaneutrale und damit auch CO2-neutrale Energien umzusteigen.
Noch sind die Methanemissionen relativ gering, aber trotzdem ansteigend. Und je größer die Methanemissionen sind, desto größer wird auch die CO2-Konzentration.

Biogasanlagen haben den selten betrachteten Vorteil, dass mit ihnen Methanemissionen verringert werden.

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eichenbohle 05.07.2019, 15:05
142. Mal ein paar Bäumchen pflanzen?

So einfach wird es wohl nicht sein.
Denn damit in den verschiedenen Klimazonen, verschiedenen Böden, dem vorhanden Grundwasser und den Niederschlagsmengen und den Bodenorganismen optimal Wälder entstehen, stehe noch viel Forschung in den Regionen an.

"Aufforstung bringt verlorene Wälder nicht zurück"
https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article126399895/Aufforstung-bringt-verlorene-Waelder-nicht-zurueck.html

Ob man die Aussage so stehen lassen kann ist nicht ganz klar. Was man auf jeden Fall tun sollte: ANFANGEN

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solid_matter 05.07.2019, 15:10
143. Darin liegt immer auch ein Geschenk

Zitat von markx01
Das könnte man auch leicht über angemessene Gemeinschaftsräume bzw. Nutzung lösen. Niko Peach liegt mit seinem Überflussgedanken in dem Bereichen nicht so falsch, weil allein darin liegt schon eine Menge Einsparpotenzial. Da müsste man sich aber von ein paar konvetionellen Wohlstands oder Wachstumgedanken verabschieden.
Ich erinnere mich, dass es z.B. bis in die 60er Jahre hinein "öffentliche" Kühlhäuser gab, die gemeinschaftlich genutzt wurden. Alle Einrichtungen, die dem Sharing dienen, stellen immer auch eine große Chance dar, das soziale Leben in unserer Gesellschaft drastisch zu verbessern - ein Effekt, der heute völlig unterschätzt wird. Heutzutage, unter dem Diktat der Konsumgesellschaft, gälten solche Einrichtungen als "rückschrittlich", dabei ist es im Wesentlichen nur eine anerzogene Dünkelhaftigkeit, die uns dies glauben lässt. Aber als Menschen besitzen wir eine unglaubliche Flexibilität, was kulturellen Wandel anbelangt. Nachfolgende Generationen werden das besser verstehen und zu nutzen wissen.

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cyborgpiratelaserninja 05.07.2019, 15:15
144.

Ja, natürlich ist das sinnvoll. Jetzt muss man nur dafür sorgen, dass Nationen, in denen sich kaum jemand für den Klimawandel interessiert auch mitziehen. Unsere hiesige Forstwirtschaft ist schon recht nachhaltig. Ohne Nachpflanzen würde es hier schnell knapp werden. Andererorts ist das nicht unbedingt der Fall. Man muss hier einfach auch als schuldbewusster Mitteleuropäer einsehen, dass wir allein wenig bewegen können.

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bambata 05.07.2019, 15:22
145.

Zitat von roland_rengaw
4400 Millionen ha = 4400 000 000 x 10 000 : 1.000.000 = 44.000.000 Quadratkilometer USA = 9.834.000 Quadratkilometer Oder seh ich da was falsch?
Im Artikel steht: "900 Millionen Hektar davon würden weder für die Landwirtschaft noch für menschliche Siedlungen benötigt: Damit stünde ein Gebiet von der Größe der USA für Wald zur Verfügung."

Also ich habe es so verstanden, dass 900 Mio. Hektar Fläche zur Aufforstung zur Verfügung stünden. Ganz sicher bin ich aber auch nicht.

Dann würde der Größenvergleich mit den USA in etwa hinhauen.

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blueshift774 05.07.2019, 15:25
146.

Zitat von nobody_incognito
Die Rechnung scheint mir fragwürdig, weil die gewonnene Wärmeenergie immer proportional zum CO2 ausstoß ist, d.h. es geht immer nur darum C Atome mit den O Atomen zu "verheiraten" wobei dann die zur deren Spaltung aufgewendete (Sonnen)Energie wieder freigesetzt wird. Sie können an anderen Verunreinigungen sparen aber niemals am CO2. Auf der anderen Seite wirkt CO (Kohlenmonoxyd) neutralisierend auf das Methan, d.h. darüber dann wieder der Erwärmung entgegen. Dasselbe gilt auch für Waldbrände. Vieles was wir so aus Umweltschutzgründen als "böse" abgehakt haben relativiert sich im Hinblick der Wirkung auf das Klima.
Ich habe mich nicht mit den physikalisch-chemischen Grundlagen im Detail befasst, wie Sie. Meine Aussage, dass die CO2-Emission sich um 70% gegenüber Öl oder Braunkohle verringert, entstammt einer öffentlichen Quelle und wurde von mir übernommen. Wenn allerdings Sie recht haben - super! Was ist Ihr Vorschlag? Bringen Sie Ihre Punkte bitte ein. Ich freue mich!!

Aber lassen Sie uns bitte nicht über exakte Zahlen und Nachkommastellen beim Klima diskutieren.
Für die Beeinflussung globaler, exponentiell und hochkomplex vernetzter nichtlinearer Abläufe, wie das Klima, Meeresströmungen, Temeraturen usw spielen Nachkommawerte "keine Rolle", sondern "signifikante Gewichtsfaktoren", Mengengerüste und deren Verhältnisse zueinander. Exakte Zahlen sind ein Thema der Forschung in diesem Bereich. Sie sind wichtig und notwendig bei der Entwicklung und Verfeinerung der mathematischen Klima-Modellkonstruktion.

Die Politik kann aber und muss bereits nach anderen Mustern Entscheidungen treffen. Wenn wir den CO2/Methan-Ausstoss in Landwirtschaft, Verkehr und Energie "nur halbieren", erreichen wir bereits signifikant positiven Einfluss auf das Klima. Dabei spielt es m.E. weniger eine Rolle, ob wir die "Halbierung" mit 49,7 oder 52,4% ansetzen. Allerdings wird der Break-even, an dem überhaupt eine globale Klimaverbesserung dann entsteht evtl erst in 60 bis 80 Jahren erreicht, vielleicht auch später. Mehrere Generationen werden also noch mit Wasserknappheit, Dürre, massiven Ernteausfällen und unbezahlbaren Umweltschäden zu leben haben, bis eine merkliche Verbesserung eintreten würde, also der Prozess beginnt zu "kippen".

Für mich steht nur eines fest: Wir müssen global beim Klima in den kommenden 5-10 Jahren signifikante Ergebnisse umsetzen (!), sonst war's das und zwar für eine lange, sehr lange Zeit. So einfach ist das. Der Rest spielt keine Rolle, ist einfach irrelevant, wie ich meine.

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eigene_meinung 05.07.2019, 15:30
147.

meine Rede seit langem! Aber leider wird mit Unterstützung der Politik (lokal und national) das Gegenteil forciert.

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nobody_incognito 05.07.2019, 15:34
148.

Zitat von knuty
Noch sind die Methanemissionen relativ gering, aber trotzdem ansteigend. Und je größer die Methanemissionen sind, desto größer wird auch die CO2-Konzentration. Biogasanlagen haben den selten betrachteten Vorteil, dass mit ihnen Methanemissionen verringert werden.
Das ist ja irgendwo auch klar - das im Permafrost gebundene Methan wird ja hauptsächlich aus Hinterlassenchaften der Mammuts und sonstiger Weidetiere bestehen. Andererseits sparen wir auch Heizkosten bei der Klimaerwärmung. Die Klima-Prognosen vor 50 Jahren lauteten eher "Eiszeit". Also man kann sich's dann aussuchen oder schauen wie man die Erfahrungen dafür nutzen kann das Klima in eigenem Selbsterhaltungs-Sinne langfristig zu stabilisieren.

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knuty 05.07.2019, 15:35
149.

Zitat von Mohr
Wir als Menschen haben diese Menge CO2 in den letzten Jahrhunderten in die Luft geblasen. Täglich werden wir von Umweltfreunden aufgeforder weniger Fleisch zu essen. Wie verhält es sich denn da zu den abgeschossenen großen Wildtierherden in den USA, Afrika, Europa usw. Wurde schon einmal eine Gegenüberstellung dieser Tierbestände zu den heutigen Zuchtbeständen gemacht? Denn diese Großwildtiere produzierten die selbe Art von CO" und Methan wie unsere Kühe heute.
"Unsere" Kühe sind darauf gezüchtet möglichst schnell und viel Fleisch und Milch zu produzieren und dabei wird auch entsprechend viel mehr Methan produziert.

Die könnten ohne Kraftfutter gar nicht so schnell und viel liefern, wie die Wildtiere, die kein Kraftfutter bekommen. Dazu kommt, dass für das Kraftfutter Wälder gerodet werden, Kunstdünger unter Einsatz von fossiler Energie hergestellt wird, welcher wiederum auch Treibhausgase auf den Feldern freisetzt, und das Tierfutter dann per Schiff über den halben Globus transportiert wird. Das Fleisch der Nutztiere wird dann auch wieder mit Kühlschiffen in weitere Länder transportiert.

Kühe, die noch auf der Wiese weiden und im Winter mit Futter vom eigenen Hof gefüttert werden, haben kaum oder gar keine höheren Methanemissionen als Wildtiere.

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