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Klimaleugner: Drei Stammtischparolen - und wie Sie ihnen Paroli bieten
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Der CO2-Anteil in der Atmosphäre ist viel zu gering, um das Klima verändern zu können - mit Behauptungen wie diesen können Klimawandelleugner einen schon mal ins Grübeln bringen. Wir klären auf - und liefern die Fakten zur Diskussion.

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Phil2302 22.09.2019, 10:54
1. Andere Stammtischparolen

1. Es wäre wichtiger, Atomkraftwerke nicht abzuschalten und sofort Kohlekraftwerke abzuschalten. Das würde mehr bringen, als alle geplanten Änderungen im Verkehrswesen. 2. Verbrennungsmotoren von heute auf morgen zu verbieten, wie es FFF fordert, würde zu massivsten wirtschaftlichen Einbußen führen, und auch wenn den FFF Leuten dies egal ist, da sie sagen, dass man auf einem Toten Planeten ebenfalls arbeitslos sein wird, würde dies dem Ziel, das Klima zu retten, entgegenstehen, da die Menschen sich nicht mehr für Umweltpolitik interessieren würden, wenn sie ihre Rechnungen nicht mehr zahlen könnten. Punkt 3: Es bringt nichts, sich als Deutscher massiv einzuschränken (kein Auto, kein Fleisch, kein Fliegen, keine Kinder, eben alles, um CO2 neutral zu leben), wenn es praktisch keinen Einfluss auf das Klima hätte, wenn ALLE in Deutschland so handeln würden, weil andere Länder viel viel mehr CO2 in die Luft jagen. Das sind meine eigenen 3 Stammtischparolen, vielleicht bewertet sie mir ja jemand hier in Forum.

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Andraax 22.09.2019, 11:06
2. Dunning-Kruger ist mächtig!

"Stimmt doch alles nicht, weil blablabla" - "Der Spezialist von EIKE weiß alles besser" - "Alles von Interessengruppen geleitet um uns das Geld aus den Taschen zu ziehen"
Wird hier alles zu lesen sein.

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notwencaasi 22.09.2019, 11:09
3. Ergänzungen

Ein sehr schöner Beitrag, der sich noch beliebig um einige Punkte ergänzen ließe. Man hört beispielsweise häufig auch das Argument, CO2 sei eine wichtige Komponente für das Pflanzenwachstum (diese CO2-Fertilisation wird allerdings von Klimaforschern berücksichtigt), sowie das klassische "Wir machen das Beste zum Feind des Guten"-Argument "Wir können ja eh kaum einen Unterschied machen, solange in China X Kraftwerke gebaut werden..." usw. - dabei wird ignoriert, dass es mittlerweile auch in China große Bestrebungen zur CO2-Bepreisung gibt, etc.
Wer sich etwas länger mit der Materie beschäftigt hat, für den ist es leicht, die Argumente der Klimawandelleugner zu entkräften. Daher sind Artikel wie diese so wichtig und wertvoll.

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coxeroni 22.09.2019, 11:16
4.

Eine Argumentationsleitfaden für die Fanboys und Fangirls von Baerbock und Habeck, genial!
Wird er noch erweitert um Kapitel wie "Versorgungssicherheit", "Auswirkung der höchste Strompreise in Deutschland auf die Wettbewerbsfähigkeit" und "500 Mrd. Investitionen in die Energiewende - Deutschland erreicht Klimaziele trotzdem nicht"? Nur eine kleine Auswahl, die man dem Leitfaden beilegen sollte.

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HansBarnville 22.09.2019, 11:18
5. Leugner

Wissenschaft gehorcht nicht demokratischen Mechanismen. Somit lässt sich auch die Wahrheit nicht daraus ableiten, dass eine Mehrheit in der Wissenschaft eine bestimmte Ansicht vertritt.

Es gab Zeiten, da war eine an 100% gehende Mehrheit der Wissenschaftler der Ansicht, die Erde sei eine Scheibe, und die Sonne drehe sich um die Erde. „Leugner“ dieser „Wahrheit“ hatten mit ernsten Konsequenzen zu rechnen. Vor nicht einmal 100 Jahre war eine klare Mehrheit der Wissenschaft und der Ärzte der Ansicht, Homosexualität sei eine „Krankheit“, die mit einer passgenauen Behandlung zu therapieren sei. Denken wir an die Zeit des Nationalsozialismus: Hätte bei einer entsprechenden Befragung nicht die überwältigende Mehrheit der Wissenschaft eine „Minderwertigkeit“ der osteuropäischen Bevölkerung lauthals als „Wahrheit“ bestätigt?

Da vermutlich weder die Autorin noch die große Mehrheit unserer Politiker die komplexen mathematischen Modelle, die allen Klimaberechnungen zugrunde liegen, im Detail verstehen und damit beurteilen können, wäre ich mit den Begriffen „Leugner“ und „Wahrheit“ zurückhaltend – der Versuch, „Leugner“ zu überzeugen, könnte sich sonst dem Vorwurf religiösen Eifers aussetzen.

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D. Brock 22.09.2019, 11:18
6. Danke für die Aufklärung!

Das sind interessante Details und ich werde mir einiges davon merken.
Andererseits habe ich massive Zweifel, dass sich diejenigen, die bisher den menschengemachten Klimawandel leugnen, von eben diesem Leugnen ablassen werden, wenn man sie mit Fakten konfrontiert.
Ignoranz ist eine sehr mächtige menschliche Eigenschaft. Bei Menschen, die zudem glauben eh schon alles zu wissen, was es im Leben eben so zu wissen gibt, ist die "Bekehrungsaktion" faktisch vollkommen aussichtslos.
Eine Aufklärung über das Funktionieren von Wissenschaft könnte allerdings Positives bewirken vor allem bei jungen Menschen. Dazu müsste man aber die Lehrpläne umarbeiten und Naturwissenschaften weit in den Vordergrund rücken.
Diese haben gegenwärtig ganz offensichtlich lediglich die Aufgabe junge Menschen ökonomisch verwertbar einsetzen zu können. In den Mittelstufen werden Naturwissenschaften unterrichtet, wenn's halt gerade passt, wenn nicht, haben Schülerinnen und Schüler dann eben mal ein Jahr lang kein Physik, nach dem Motto: Wen stört's schon?
Ihr bildender Charakter wird damit nicht berücksichtigt.

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Intelligenz? Wo? 22.09.2019, 11:32
7. Ein Witz

Diese ganze Diskussion darüber ob wir Menschen das Klima beeinflussen, ist doch schon lange eine Farce.
An den natürlichen Klimawandel glaubt selbst ein groß der Gegner des vom Menschen beeinflussten Klimawandels. Behaupten dann aber im Satz danach, das wir Menschen mit dem "bisschen" was wir in die Umwelt pumpen, gar keinen so großen Effekt erzielen könnten. Schön und gut dieses "Argument" es hat nur einen schwerwiegenden Haken. Egal wie "wenig" wir auch zum Klimawandel beitragen bzw. ihn verstärken, solange die Klimawandel Gegner nicht anfangen zu Leugnen das unsere Verbrennungsmotoren etc. Co2 austoßen. Sind ihre anderen Argumente hinfällig, den ob wir momentan das Klima Stark/Mittelmäßig/Wenig beeinflussen ist im Prinzip nicht von Bedeutung. Der Effekt der Klima Erwärmung ist Exponentiell, durch die Erwärmung schmilzt Eis, dadurch strahlt die erde weniger Wärme ab, aber noch wichtiger das Eis wird zu Wasser, was auf der Erde mit der beste Wärmespeicher ist den es gibt, dadurch erwärmt sich das Klima noch mehr, wodurch noch mehr Eis schmilzt, noch mehr Wasser entsteht etc. Und wir ignorieren hier den Fakt das in Permafrostböden Unmengen an Methan gespeichert ist, das irgendwann auch freigesetzt wird und den Treibhauseffekt zusätzlich verstärken wird.

Um zu meiner eigentlichen Aussage zurück zu kommen, ob wir das Klima jetzt im moment schon "stark" beeinflussen, spielt keine rolle, dadurch das wir zweifelsfrei Co2 und andere Treibhausgase in die Atmosphäre Pumpen, Tag für Tag, wird der Treibhauseffekt zwangsläufig verstärkt. Und ob wir den Menschlichen Einfluss in 50,100 oder 150 Jahren spüren, ist letztlich egal, irgendwann bringt auch ein Tropfen am Tag ein Fass mit endlicher Größe zum überlaufen. Also warum in aller Welt verschwenden wir Energie darauf zu Diskutieren in wie weit der Klimawandel der momentan stattfindet, von uns beeinflusst ist. Der Mensch ist tatsächlich kaum in der Lage sich an Situationen anzupassen dessen folgen wir nicht unmittelbar spüren. Und auch wenn der Spruch mittlerweile sehr abgedroschen klingen mag, unsere Kinder/Enkel/Urenkel haben es auch verdient in Frieden aufzuwachsen, und nicht mitten im Krieg für Wasser und bewohnbares Land. Und selbst wenn es erst die Enkel unserer Enkel betreffen sollte, ist das keine Ausrede nicht jetzt damit anzufangen etwas zu ändern

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Spiegelleser2018 22.09.2019, 11:36
8.

Wenn man den CO2-Gehalt der Atmosphäre der letzten 65 Millionen Jahren betrachtet, war dieser schon um ein Vielfaches höher als heute. Das Ende des Planeten war das nicht, und wird es auch jetzt nicht sein. Im Gegenteil, der CO2-Gehalt hat eine üppige Vegetation ermöglicht. Das Problem ist die dichte Besiedlung mit 7,5 Milliarden Menschen und eine hochentwickelte Zivilisation, die sich an das Klima der letzten Jahrzehnte angepasst hat und keine oder nur geringe Schwankungen erlaubt. Daher sollte die Politik sich nicht nur um CO2-Preise kümmern, sondern auch um das Ende des Bevölkerungswachstums, den Schutz der Regenwälder, Maßnahmen gegen das Artensterben, die Vermüllung der Umwelt. Die Debatte der letzten Monate hat sich zu einseitig entwickelt.

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Post-postfaktisch 22.09.2019, 11:40
9. Liebevolle Geduld

da ich Freitag krank war habe ich “Innendienst” gemacht und mit Klimaleugnern getwittert. Meine Erfahrung aus über 550 Tweets: ein unfassbar niedriges Bildungsniveau gepaart mit aggressiver Empfindlichkeit. Es geht also nicht nur darum, die besseren Argumente zu haben, sondern immer wieder auch das Gegenüber aufzubauen, damit Dialog überhaupt möglich ist...”oh, die Website kenn ich noch gar nicht, schau ich mir mal an” Ganz wichtig: es gibt innerhalb des ICC durchaus konträre Diskussionen über das zu erwartende Ausmaß der Folgen. Das zu erwähnen ermöglicht eine Diskussion in der auch eigene Positionen nicht wie eine Stahlwand aussieht und jeder, der Zweifelt wie ein Vollidiot. Einfache Bilder helfen auch sehr. Beispiel Statistik: Argument: die Forscher können nicht mal das Wetter 3 Tage vorhersagen, wie wollen die das für 100 Jahre tun? Antwort: Statistik heißt, du kannst trotz Unkenntnis des einzelnen Ereignis den Effekt vorhersagen - wenn es anfängt zu regnen kann kein Rechner der Welt berechnen wo Dich wann welcher Regentropfen trifft aber jedes Kind kann vorhersahen Du wirst nass... Das wirkt dann auch nur langsam: die erste Antwort darauf war: was hat das denn mit dem Klima zu tun es geht ja um Wärme und nicht um Regen... :-(

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