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Klimawandel: Forscher glauben an Abschwächung des Golfstroms
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Wissenschaftler rücken den Golfstrom wieder in den Mittelpunkt der Klimadebatte. Ihre Studie zeigt: Die Meeresströmung verliert doch an Kraft.

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Bundesinnenminister 12.04.2018, 09:07
10. @water70

Sie haben da einen Artikel gelesen und glauben jetzt, dass die Forscher nur etwas "glauben" und das sie komplexe Klimasystem gar nicht verstanden haben. So ein Unfug. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, warum die Forscher das "glauben", müssen Sie die wissenschaftlichen Paper lesen, nicht nur Artilkel bei SPON oder anderen Blogs im Netz. Hier auf Grund eines Artikels, der für Sie noch ein unglückliches Wort in die Überschrift gesetzt hat, Zweifel zu streuen ist zutiefst unwissenschaftlich. Das ist genau das typische Klimawandelleugner-gebaren, dass uns in den letzten 20 Jahren in diese Misere getrieben hat. Richtiges skeptisches Denken (was Klimawandelleugner noch nie konnten), nimmt sich die entsprechenden wissenschaftlichen Thesen und argumentiert am Stand der Wissenschaft. Klimawandelleugner behaupten einfach so in die Runde hinein, am besten mit solchen Sätzen wie: "Das Klimasystem kann man gar nicht verstehen (...weil ich es zu komplex finde)", oder "Ich hab hier mal nen Graph geplottet, da sehe ich gar nichts". Ja, da muss man halt mal begründen warum die anderen da etwas sehen und man selbst nicht. Das kommt aber nie. Deswegen kann man diese Gruppe an Pseudowissenschaftlern nicht ernst nehmen. Leider tun das solche Leute wie Trump und deren Anhänger. Von der AfD (und auch Leuten aus der CDU/CSU/FDP) will ich hier gar nicht erst anfangen. Und zu viele Leute glauben (hier ist das Wort "glauben" richtig) diesen Scharlatanen mit ihren einfachen (wenn auch falschen, aber meist bequemen) Thesen.

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truthseaker 12.04.2018, 09:09
11. Das wäre woh ein umgekehrtes Fluchtszenario…

…wenn bei einer Klimaveränderungen durch Abschwächung oder sogar Abbruch des Golfstroms in Europa die Bevölkerung in wärmere Landstriche wie z.B. Afrika abwandern müsste, über das sich mal unsere flüchtlingsfeindliche AfD Gedanken machen müsste.

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schwerpunkt 12.04.2018, 09:25
12.

Um mal meine Laiensicht zur Diskussion zu stellen:
Der Golfstrom kann nicht als isolierte Meeresströmung betrachtet werden, da er Teil eines weltumspannenden Strömungssystem ist. Würde somit der Golfstrom welcher warmes Meerwasser der Karibik in den Nordatlantik transportiert, aufhören bzw. geringer werden, was geschieht dann mit den Wasser das von der Südatlantikströmung in die Karibik transportiert wird?
Der Golfstrom hat somit mehrere "Pumpen". Das in tiefere Schichten fallende Schmelzwasser der Arktis ist eine davon welche "saugt". Dies nimmt durch die zunehmenden Temperaturen derzeit sogar steigend. Die "schiebende Pumpe" der Südatlantikströmung hört weiterhin nicht auf. (oder?)
Nichts desto trotz gibt es die Messungen der nachlassenden Kraft des Golfstroms. Gibt es einen weiteren Antrieb (Pumpe) für den Golfstrom, welcher zu stottern beginnt?

Alleine von den zwei beschriebenen "Pumpen" sollte der Golfstrom in der derzeitigen Phase des Klimaerwärmung ja eher stärker werden, bis die Klimaerwärmung einen Punkt erreicht hat, in dem das Schmelzwasser der Arktis (Grönland) wenige wird (mangels schmelzendem Eis). Wie gesagt, ist die Beobachtung derzeit eine andere.

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mostly_harmless 12.04.2018, 09:28
13.

Zitat von 10prozentfett
ohne Golfstrom hat man einen tollen Sommer (NYC z.B.) und einen richtigen Winter - wir haben diesen Wetterbrei - Sommer feucht und kühl und im Winter genauso dabei aber noch etwas ungemütlicher. Nee also vom Wetter her ist der Golfstrom jetzt eher nervig.
New York liegt etwa auf dem Breitengrad Neapels. Guckt man 1500 km weiter Nördlich, auf der Höhe von Berlin liegt Neufundland

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schwerpunkt 12.04.2018, 09:33
14.

Zitat von rumans
das Verlagern des Wassers von den Polen Richtung Äquator. Wie das Ausbreiten der Arme einer Pirouetten drehenden Eiskunstläuferin. Auch der Tidenhub wird überhaupt und besonders dort grösser. Diese "Gewichtsatmung" wird Verschiebungen der Erdkruste beschleunigen, d.h. vermehrt Erdbeben und Vulkanausbrüche. Durch den grösseren= schweren Gezeitenberg wird die Erdeumdrehung zusätzlich vom Mond mehr gebremst, dieser um die Erde beschleunigt und entfernt sich schneller von der Erde wie ein Schleuderball. Durch das langsamer Drehen der Erde werden die Tag/Nachtunterschiede der Temperaturen grösser, was Winde verstärkt, die (schon immer) durch Druckausgleich entstehen.
Sie sind sich schon im Klaren darüber von welchen Zeitskalen von Tageslängenänderungen Sie sprechen? Wir reden hier von Mikro und Millisekunden. Ob eine mögliche Verlängerung eines Tages im Millisekundenbereich tatsächlich eheblichen Temperaturunterschiede zwischen tag und Nacht generiert, wage ich mal zu bezweifeln.
Da sind andere Effekte der Klimaerwärmung wesentlich dramatischer in ihren Auswirkungen.

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warum_nicht? 12.04.2018, 09:33
15.

Zitat von Bundesinnenminister
Sie haben da einen Artikel gelesen und glauben jetzt, dass die Forscher nur etwas "glauben" und das sie komplexe Klimasystem gar nicht verstanden haben. So ein Unfug. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, warum die Forscher das "glauben", müssen Sie die wissenschaftlichen Paper lesen, nicht nur Artilkel bei SPON oder anderen Blogs im Netz. Hier auf Grund eines Artikels, der für Sie noch ein unglückliches Wort in die Überschrift gesetzt hat, Zweifel zu streuen ist zutiefst unwissenschaftlich. Das ist genau das typische Klimawandelleugner-gebaren, dass uns in den letzten 20 Jahren in diese Misere getrieben hat. Richtiges skeptisches Denken (was Klimawandelleugner noch nie konnten), nimmt sich die entsprechenden wissenschaftlichen Thesen und argumentiert am Stand der Wissenschaft. Klimawandelleugner behaupten einfach so in die Runde hinein, am besten mit solchen Sätzen wie: "Das Klimasystem kann man gar nicht verstehen (...weil ich es zu komplex finde)", oder "Ich hab hier mal nen Graph geplottet, da sehe ich gar nichts". Ja, da muss man halt mal begründen warum die anderen da etwas sehen und man selbst nicht. Das kommt aber nie. Deswegen kann man diese Gruppe an Pseudowissenschaftlern nicht ernst nehmen. Leider tun das solche Leute wie Trump und deren Anhänger. Von der AfD (und auch Leuten aus der CDU/CSU/FDP) will ich hier gar nicht erst anfangen. Und zu viele Leute glauben (hier ist das Wort "glauben" richtig) diesen Scharlatanen mit ihren einfachen (wenn auch falschen, aber meist bequemen) Thesen.
Wieso sind Personen, die den anthropgenen Anteil am Klimawandel hinterfragen, immer gleich Klimawandelleugner.
Der Klimawandel finden zweifelsohne seit 4,5 Milliarden Jahren statt, so auch zur Zeit. Ob es nicht schon früher starke Schwankungen in kurzen Zeiträumen gab, können wir auf Grund fehlender Dokumentation nicht nachprüfen.
Und ja, das Klimasystem ist zu komplex, um es vollständig zu simulieren, da noch nicht mal alle Eingangsgrössen genau erfasst werden können.

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schwerpunkt 12.04.2018, 09:43
16.

Zitat von Koda
bzw. hinsichtlich der sogenannten "Strecke": - bei einer Temperaturregelung - und ich lasse nun mal Größen wie die Raumfeuchte, die Innenausstattung, Wanddicke etc. bewusst weg - kommt es auf die Größe des Raumes an, den man auf eine bestimmte Temperatur aufheizen will. Ist dieser Raum klein, kann man ihn schneller aufheizen als einen großen Raum, wenn man die gleiche Heizung mit gleicher Heizleistung benutzt, selbst wenn die Heizung in beiden Fällen voll aufgedreht wird, also mit 100% heizt. Das Gleiche wäre es., wenn man einen aufgeheizten Raum mit der Einfuhr kalter Luft kühlen will. Nun ist es so, dass die heiße Luft nach oben steigt und sich dort sammelt. Wer nun in einem kleinen Raum sich unten am Boden befindet, merkt schneller, wenn der Raum von der Decke bis zum Boden warm ist. Wer dagegen in einem großen und vor allem hohen Raum sitzt, merkt dies auch irgendwann, es befindet sich aber mehr heiße Luft über ihm, die abgekühlt werde müsste, wenn es im Raum zu heiß wird. Nun der Bezug zum vom Menschen verursachten Klimawandel: der Mensch hat seit bald 200 Jahren alles getan, um die Erdatmosphäre aufzuheizen. Seit 40 Jahren versucht man Regierungen, davon zu überzeugen mehr gegen den Klimawandel zu unternehmen, aber noch immer gibt es Menschen, die das nicht sehen - das wäre genauso als würde man in einem heißen Raum sitzen und sagen: es ist mir noch zu kalt - und nichts unternehmen. Aber selbst wenn die Regierungen der Welt HEUTE beschliessen würden, alle bekannten Maßnahmen umzusetzen, wird es noch sehr lange dauern, bis das CO2, welches oben in der Erdatmosphäre sitzt und für den Klimawandel verantwortlich ist, von dort wieder entfernt ist. Denn die Maßnahmen, die wir unternehmen könnten, würden in Bodennähe greifen, wo das CO2 aber wenig zum Klima beitragen kann. Insofern ist ein großer Klimawandel, der auf das vom Menschen emittierte CO2 zurückgeht, unumgänglich.
Schöner Vergleich, da wohl manche Menschen glauben, dass eine sofortige Verringerung der CO2-Emissionen auch einen sofortigen Effekt zur Folge haben würde.
Selbst wenn wir heute jegliche menschenverursachte CO2-Emissionen komplett und weltweit auf 0 reduzieren würden, würde die Klimaerwärmung noch eine lange Zeit dauern, auch wenn die Auswirkungen mit zunehmender Dauer immer weniger stark wären.
Aber selbst in diesem Szenario würde ein Wiedereinpendeln auf einen Zustand wie vor der Industrialisierung mehre Jahrhunderte bzw. Jahrtausende dauern. Selbst der Umkehrpunkt läge da weit in der Zukunft (jenseits unserer Lebensspanne).
Nichts tun unter weiter derart CO2 zu emittieren, lässt das Pendel auf immer weiter ausschlagen. Wir befinden uns heute bereits in einem instabilen Zustand, bis ende des Jahrhunderts haben wir durchschnittliche Temperaturen wie in einer Warmzeit (keine polaren Eiskappen), aber mit Zuständen wie die einer Kaltzeit (polare Eiskappen).
Vergleichbar einem Eiswürfel auf den Tisch eines Balkons im Sommer gelegt. Der eingeschwungene Zustand ist erst dann erreicht, wenn der Eiswürfel geschmolzen ist und das Schmelzwasser eine Temperatur erreicht hat, in dem es sich nicht mehr weiter erwärmt.

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isp 12.04.2018, 09:44
17. Der Golfstrom heizt Europa - stimmt aber nur zum Teil

Europa ist viel wärmer als gleiche Breitengrade in Amerika und der Golfstrom bringt sehr viel Wärme aus der Karibik in den hohen Norden. Müssen wir jetzt alle einen dramatischen Polarrutsch hinnehmen, wenn der Golfstrom versiegt? Das wäre in der Tat eine grauenvolle Prognose.

Zum Glück ist diese alte Hypothese bereits untersucht und deutlich abgemildert worden. Ich empfehler zu lesen: "Is the Gulf Stream responsible for Europe’s mild winters?" auf http://ocp.ldeo.columbia.edu/res/div/ocp/gs/pubs/Seager_etal_QJ_2002.pdf .
In Kürze: Das Gros der Wärme erhält Europa durch den immer deutlich wärmeren Atlantik über LUFT-Strömingen und den vorherrschenden westlichen Winden.
Nochmal Glück gehabt. Wenn sich die Strömungen umorientieren wird sich vieles ändern, aber der Golfstrom bringt nur einen kleinen Teil der europäisch warmen Klimas mit sich..

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gmein 12.04.2018, 09:53
18. Klimaerwärmung und Golfstromabschwächung widersprechen sich irgendwie

Die Logik ist eigentlich die, dass abschmelzendes Süßwasser den Golfstrom verdünnen und verlangsamen soll.
Wenn sich der Golfstrom als Wärmepumpe für die Nordhemisphäre abschwächt, dürfte sich das Abschmelzen der Polkappen erstmal verlangsamen. Wenn die Abschwächung des Golfstroms dann auch das Abschmelzen der Polkappen mit sich bringt, dürfte es sich um eine Kreislauf mit Rückkopplung handeln. Und wenn das vermehrte Süßwasser im Atlantik aufgrund des Abschmelzens der Eismassen die Verlangsamung des Golfstroms verursachte, würde dieser als schwächerwerdende Wärmepumpe auch das Abschmelzen der Pole verringern. - So einfach sind Schlüsse also nicht zu ziehen.
Im andern Spiegelbeitrag - http://www.spiegel.de/forum/wissenschaft/unheimliche-veraenderung-so-schnell-wandert-der-magnetpol-der-erde-thread-709402-1.html - kommt die unheimliche Wanderung des Erdmagnetpols ins Spiel. - Zitat:
„Bei der Untersuchung der natürlichen Klimaschwankungen stellten Forscher des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) fest, dass Tageslängen-Änderungen mit Fluktuationen der Mitteltemperatur der Atmosphäre und Fluktuation der atmosphärischen Dynamik verblüffend übereinstimmen, und es zudem einen ebenso erstaunlichen Gleichtakt mit den Hauptfrequenzen der Änderung des Erdmagnetfeldes gebe.
Allgemein ergab sich aus den Untersuchungen, dass offensichtlich ein Zusammenhang zwischen der Änderung der globalen Mitteltemperatur und den Variationen des irdischen Magnetfeldes besteht. … und ebenso deutlich eine Beziehung zwischen der Änderung der Tageslänge und den Änderungen des irdischen Magnetfeldes.
Überraschenderweise gibt es im Fluktuationsspektrum von Luftdruck, atmosphärischer Mitteltemperatur und Erdmagnetfeld grosse Übereinstimmungen, obwohl dem völlig unterschiedliche physikalische Ursachen zugrunde liegen. Während für die Veränderungen in Zeiträumen bis zu 35 Jahren Rhythmen in der solaren Strahlung deutlich herauszufiltern sind, können die Frequenzen ab 35 Jahren und länger bisher nur durch die elektromagnetische Kern-Mantel-Kopplung erklärt werden. Tageslängenänderungen und Klimaschwankungen können durch denselben Prozess verursacht sein. Die Ähnlichkeit in den Spektrallinien von Temperaturänderungen und Geomagnetfeldschwankungen deutet darauf hin, dass möglicherweise auch das Magnetfeld Einfluss auf das Klima hat. Dieser Zusammenhang wäre noch näher zu untersuchen."
https://web.archive.org/web/20120424091710/http://www-app1.gfz-potsdam.de/www/news/erdrot.html
Die Korrelation von Golfstromverlangsamung und Klimaerwärmung ist nicht per se logisch.

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schwerpunkt 12.04.2018, 10:02
19.

Zitat von warum_nicht?
Wieso sind Personen, die den anthropgenen Anteil am Klimawandel hinterfragen, immer gleich Klimawandelleugner. Der Klimawandel finden zweifelsohne seit 4,5 Milliarden Jahren statt, so auch zur Zeit. Ob es nicht schon früher starke Schwankungen in kurzen Zeiträumen gab, können wir auf Grund fehlender Dokumentation nicht nachprüfen. Und ja, das Klimasystem ist zu komplex, um es vollständig zu simulieren, da noch nicht mal alle Eingangsgrössen genau erfasst werden können.
Sie vermischen hier zwei Punkte. Selbstverständlich gab es immer Phasen des Klimawandels. Eventuell auch erheblich dramatischere, auch wenn wir diese heute nicht mehr nachweise/finden können. Die meisten Phasen von Klimawandel fanden auf bedeutend größeren Zeitskalen statt.
Aber, dass es früher ebenfalls Phasen des Klimawandels gab, ändert nichts daran, das derzeit ein erdgeschichtlich beispielloser Klimawandel statt findet, welcher seine Ursachen in unserem verhalten hat.

Klimawandelleugner wirken da oft gespalten in nicht kausal, wie auch ihr Post ausdrückt:
"Ich bezweifle dass es derzeit einen menschengemachten Klimawandel gibt, da es früher ebenfalls Phasen des Klimawandels gab".
Hä?
Das eine hat mit dem anderen Nichts zu tun.

Wenn man den menschengemachten Klimawandel anzweifelt, darf man schon sehr gut begründen, worauf dieser Zweifel basiert, angesichts dessen, dass alle Hinweise genau dafür sprechen.

Nur u behaupten, es gäbe keinen menschengemachten Klimawandel, weil es früher bereits Phasen von Klimawandel gab, ist überhaupt keine Argumentation. Das hängt so sinnvoll miteinander zusammen, wie das berühmte "Nachts ist es kälter als draußen."

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