Forum: Wissenschaft
Klinische Studien: Europäische Arzneimittelbehörde gefährdet eigene Transparenziele
Corbis

Nur gucken, nicht anfassen: Daten, die Pharmakonzerne in Medikamententests am Menschen gesammelt haben, sollen weiterhin nur gefiltert veröffentlicht werden. Die Pläne der Europäischen Arzneimittelbehörde schockieren Gesundheitsexperten und Forscher.

Seite 1 von 2
SteffenFaisst 21.05.2014, 23:06
1. Schwieriges Thema

Diese klinische Daten haben die forschende Industrie viel Geld gekostet. Nun sollen sie kostenlos jedem zur Verfügung stehen? Ohne Kontrolle? Das wird die Hersteller von Kopiemedizin sicherlich freuen. Und Industriespione werden arbeitslos. Ich bin mir nicht ganz sicher, wo hier Transparenz aufhört und Eigentumsrechte anfangen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
checkervomneckar 21.05.2014, 23:40
2. Glückwunsch. an die Pharmalobby...

... wieder ein Schritt in Richtung Steinzeit für den Bürger, der sich an dieser Stelle wieder hinten anstellen muss. Die Geldmaschine der Pharmaindustrie steht ganz vorne und kann gebildete bzw. belesene Patienten nicht gebrauchen. Schade!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Knack5401 22.05.2014, 03:36
3. Das ist Europa!

Da wundert man sich nicht mehr, wenn meine Kinder als potentielle Neuwähler streiken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jerome E. Gruber 22.05.2014, 03:45
4. Wer wundert sich ernsthaft, dass die Versuchsobjekte keinen vollständigen

Einblick in die Unterlagen bekommen...!? Die Chemie-Firmen und die Pharma-Firmen hängen sich doch lediglich das Mäntelchen des Wohltäters um. Es geht um Profit. Das wäre noch nicht schlimm, wenn einigermaßen gleichwertig zum Profit auch das soziale Gewissen stünde. Das soziale Gewissen, dass man Menschen nicht alles mögliche Gute versprechen kann, mit Reden, Flyern durch Manipulation, sorry man sagt heute Marketingmaßnahmen dazu von Konsumenten und Konsumentenberater, wie Ärzte, Apotheker, Heilpraktiker, medizinische Medien usw., und Schlechtes verschweigen kann, will man es beim Profit Erzielen nicht schwer belasten.

Aber Leute mit sozialem Gewissen sind heutzutage nicht sehr modern und nicht mehr gefragt. Gewissen kann man Shareholdern (Leute, die ihr verdientes Geld dafür einsetzen, dass es durch die Arbeit anderer und durch aggressives, globales Wirtschaften und Spekulieren auf dem Rücken von Arbeitenden vermehrt und am besten vervielfacht) können sich von sozialem Gewissen keinen neuen Geländewagen kaufen. Da klingen hohe Gewinne schon deutlich mehr wie Musik in den Ohren, als Erklärungen, warum man aus diesen oder jenen Gewissensgründen viel weniger Profit gemacht hat.

Welche Rechtfertigung gibt es beispielsweise, das ein bislang bereits zugelassenes Medikament unter neuem Namen rund 40 mal mehr kosten darf (Wirkstoff Dimethylfumarat (Lemtrada)) ?

Die Regierung will die Entwicklung aber "intensiv beobachten"... Aha.... Und bei dieser Neuzulassung musste auch kein Nutzennachweis erbracht werden... es war ja schon mal zugelassen...
(Quelle: https://www.bundestag.de/presse/hib/2014_01/02/261038 ).
Es scheint, dass gesunder Menschenverstand und Bürokratie kollidieren... Das scheint aber nur so. Denn es kollidieren die Interessen der Verbraucher mit denen der Industrie.

Und Europa hat sich bislang leider nicht als parteiisch zugunsten der Bürger hervorgetan, sondern parteiisch zugunsten der Lobbyisten der Industrie.

So verwundert es auch nicht, dass die europäischen Regelungen für Schnullerketten das Wohl des Kindes im Blick haben, aber die ach so genauen Zulassungsregelungen für Medizinprodukte es möglich machen, dass durch EU-Hinterhof-Kriminelle Zulassungs-Siegel für Schrott-Hüftimplantate abgestempelt werden können oder durch den TÜV Gift-Brustimplantate, die Menschen schwerst gesundheitlich schädigen.

Da wo der Bürger Schutz durch die EU erwarten möchte, wird er verraten und verkauft.

Die leckeren Chlorhühnchen warten bereits auf die Einfuhr. Und die Industrie hat doch sicher schon irgendeine chemische Pille parat, die bei Chlorhühnchen-Genuss das Aufstossen verringern...

Und da ja bei Schädigungen vom Geschädigten lückenlos der Kausalzusammenhang nachgewiesen werden muss, bleiben die Bürger gegenüber ihren Schädigern zu oft praktisch rechtlos.

Es ist erstaunlich, was sich das Wahlvolk alles so auftischen lässt. Lügen, Abkassieren, Vergiften, Verstrahlen, Entrechten.

Wenn die EU nicht bald die Interessen der Bürger ernster nimmt, werden die Bürger der EU auf die Sprünge helfen. Zumindest kann man das nur hoffen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
h.stuermer 22.05.2014, 05:50
5. optional

Da lohnt sich der Einsatz von Lobbyisten ja mal wieder. Das Verrückte an der Sache ist, dass wir diese Kosten über die überhöhten Medikamentenpreise auch wieder selbst bezahlen. Geld regiert die Welt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
women_1900 22.05.2014, 06:13
6.

und noch ein weiterer Beweis für den Demokratiemangel in Europa. Demokratur pur.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark@mailinator.com 22.05.2014, 08:22
7. Logisch ...

Ampel auf Lebensmitteln ... wäre viel zu leicht für die Verbraucher ... Verträge vom Bürgermeister, die das Parlament nicht zu sehen bekommt, Verträge vom Staat, die der Bürger nicht zu sehen bekommt ... Medizin, deren Testergebnisse Ärzte und Patienten nicht zu sehen bekommen ... aber dafür Ärztefortbildung, die von der Pharmaindustrie kostenlos durchgeführt werden und sonst kaum zu bekommen, aber obligatorisch sind ... es ist eine wunderbare Welt, diese sogenannte Demokratie, wo einfach NIE das passiert, was das Volk tatsächlich will ... und auch nicht das, was ganz offensichtlich im besten Interesse des Volkes wäre ... dieses System hat jede Legitimation verwirkt ... ein Trauerspiel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SteffenFaisst 22.05.2014, 08:31
8.

Warum wird nicht auch von anderen Industriezweigen verlangt, alle Ihre Daten für alle zugänglich ins Netz zu stellen? Transparenz??

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fridboh 22.05.2014, 09:26
9. Offenlegung der Daten zur Sicherheit genügt

Pharmafirmen müssten nicht alles preisgeben. Schon gar nicht, Daten welche Dritten ermöglichen würde, die Substanz nachzubauen. Es genügt eine Offenlegung der unerwünschten Ereignisse, um die Sicherheit eines (potentiellen) Arzneimittels zu bewerten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2