Forum: Wissenschaft
Klon-Projekt: "In Sibirien ist für Mammuts viel Platz"

Stampfen eines Tages wieder Mammuts durch die Tundra? Der Paläogenetiker Stephan Schuster möchte die Eiszeitriesen per Gentechnik wiederauferstehen lassen. Im Interview erklärt er, wann die Wissenschaft so weit sein wird - und welche anderen Tierarten sie zurückbringen könnte.

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Hovac 15.08.2009, 20:31
10. Nutzen

Zitat von brooklyner
Also ich könnte mir schon vorstellen, mit einem schicken Mammut-Vierspänner durch die Berlin zu fahren und hinten drauf zwei Neandertaler, die fortweg sagen „Bedenke, Du bist nur ein Mensch”, oder „Heinrich, der Wagen bricht”...
Ich würde mir dann vier halten die tagsüber im Kreis laufen und einen Generator betätigen. Wäre das extrem Öko.

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Antje Technau 15.08.2009, 20:31
11. Suggestivfrage!

Zitat von sysop
Stampfen eines Tages wieder Mammuts durch die Tundra? Der Paläogenetiker Stephan Schuster möchte die Eiszeitriesen per Gentechnik wiederauferstehen lassen.
nein, möchte er nicht.
Herr Schuster arbeitet an einem Genom-Projekt mit.
Bei dem Projekt wird alte DNA von teilweise schon ausgestorbenen Tieren - wie dem Mammut - sequenziert.
Das ZIEL des Projektes ist es, herauszufinden, wie sich die DNA dieser ausgestorbenen Tiere von den heutigen unterschied.
Dadurch kann man etwas über EVOLUTION lernen.

Dass diese Daten - wenn man sie denn einmal hat - auch noch zu anderen Zwecken verwendet werden könnten, das ist eine andere Frage.
Und diese Frage stellte der Spiegel-Journalist:
Frage: Der Genforscher George Church von der Harvard Medical School behauptet, er könne mit seiner Technik und Ihren Genomdaten ein Mammut klonen. Glauben Sie ihm?
Schuster beantwortete lediglich diese Suggestivfrage.
SPON machte jetzt aus dieser Antwort auf die Suggestivfrage einen ganzen Artikel...das ist übelster Boulevardblatt-Journalismus (war Euch die Sache mit dem Klon-Projekt, den Gensequenzen und der EVOLUTION etwa zu langweilig? Oder zu kompliziert? Dass man daraus einen Aufreger machen musste, denn Ihr wisst doch, wie die Deutschen reagieren, wenn sie was von Gentechnik hören?)
Zitat von
Im Interview erklärt er, wann die Wissenschaft so weit sein wird
Schuster: Ich denke nicht, dass er das hier und heute machen kann.
Eben.
Da wären nämlich noch ein paar Probleme zu lösen.
* Etwa, wie die Sequenz des Mammut an den möglicherweise unsequenzierbaren Stellen aussah.
* Wieviele Chromosomen hatte ein Mammut?
* Wie produziert man hunderte Kilobasen lange Gensequenzen und wandelt diese in Chromosomen um?
* Wie baut man ein Elefantengenom in ein Mammut um?
(hier als Anmerkung: manche Wissenschaftler verbringen Jahre damit, um allein ein paar Gensequenzen gezielt auszutauschen. Hier reden wir nicht nur von ein paar Gensequenzen...)
* Wie fügt man umgebaute Chromosomen in einer Eizelle wieder zusammen?
* Wie befruchtet man ein Elephantenweibchen künstlich ohne dass es dabei stirbt?
* Wird sich das Klonembryo im Elephanten überhaupt entwickeln?
* Und wie zieht man überhaupt ein Mammut groß?
Zitat von
und welche anderen Tierarten sie zurückbringen könnte.
theoretisch! Wenn man die oben genannten methodischen Probleme geklärt hätte!
Ich bin jünger als Schuster, aber ich bin mir sicher: das erlebe ich nicht mehr. Dass ein Mammut durch Sibiriens Tundra stapft. Das ist gegenwärtig ein reines Gedanken-Experiment.

Ausser man würde im sibierischen Eis ein so gut erhaltenes, junges Mammut finden, dass man aus dessen Zellen die *intakten* Zellkerne isolieren könnte und diese direkt in Elephanteneizellen einsetzen könnte. Und damit zumindest einen Teil der o.g. Probleme umginge.
Und selbst dann hätte man das selbe Problem wie beim Klonschaf Dolly und wie bei allen Klontieren seither: man würde ein krankes, vorzeitig alterndes Tier herangezüchtet haben. So ein Schmarrn aber auch.

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Antje Technau 15.08.2009, 20:37
12. nicht Klon- sondern Genom-Projekt

Zitat von Antje Technau
war Euch die Sache mit dem Klon-Projekt...
jetzt schreib ich schon selber Klon-Projekt...
Genom-Projekt muss das natürlich heißen.

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GertL 15.08.2009, 20:43
13. Mammuts klonen

.. ist einfach NICHT möglich.
Man braucht dazu etwas mehr als nur die DNS;
zum Beispiel eine Mammut-Eizelle und eine Mammut-Leihmutter.
Es kann nur ein Elefant-Mammut-Hybrid dabei rauskommen.

Abgesehen davon, ist das Mammut ausgestorben,
genauso wie mehr als 95% aller Arten, die je existiert haben.
Warum sollte es jetzt überleben können?
(Außer im Zoo)

Warum Gott spielen?

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CHANGE-WECHSEL 15.08.2009, 20:49
14. ein studiertes wirrwarr

Zitat von sysop
Stampfen eines Tages wieder Mammuts durch die Tundra? Der Paläogenetiker Stephan Schuster möchte die Eiszeitriesen per Gentechnik wiederauferstehen lassen. Im Interview erklärt er, wann die Wissenschaft so weit sein wird - und welche anderen Tierarten sie zurückbringen könnte.
Wie einer dieser selbst verliebten studierten Gottmenschen.

Zitat:
Schuster: Vielleicht wird es ethische Bedenken geben, aber im Fall des Mammuts sehe ich keine Probleme. Zum einen geht von Mammuts keine Gefahr aus, das sind gut kontrollierbare Tiere.
Zitat Ende.

Nun, Herr Schuster muss es ja wissen, da er bereits so viele Mammuts in Gestalt getroffen hat.

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Antje Technau 15.08.2009, 20:53
15. wozu ist das gut?

Zitat von banbao
Gibt es irgendjemand der ein Mammut braucht und wenn Nein, wozu dann der Aufwand?
es geht bei Schusters Projekt um Gensequenzen und um Evolution.
Wozu ist es gut, etwas über Gene zu wissen?
Ein Beispiel ist im Artikel genannt:
man könnte den Tasmanischen Teufel vor dem Aussterben bewahren, wenn man herausfinden könnte, welche genetischen Resistenzfaktoren den Tasmanischen Teufel gegen übertragbaren Hautkrebs resistent machen.

Schuster: Ein paar Exemplare an der Westküste Tasmaniens sind offenbar teilweise resistent gegen den Krebs. Wir entschlüsseln jetzt das Genom eines dieser Tiere und vergleichen es dann mit dem Genom eines an Krebs gestorbenen Tiers. In den genetischen Unterschieden suchen wir nach Resistenzfaktoren. Die Ergebnisse werden außerdem dazu genutzt, Zuchtprogramme so zu lenken, dass eine größtmögliche biologische Diversität erhalten bleibt. Vielleicht gelingt es sogar, Resistenzfaktoren zu finden, die man gezielt weitervererben kann.

Dann geht es aber nicht mehr um Gentechnik oder um's Klonieren, sondern um das gezielte Züchten der noch vorhandenen Tiere.
Das ist eine sinnvolle Anwendung der Ergebnisse von Gen-Sequenzdaten.
Ausserdem lernt man dadurch etwas über Hautkrebs. Den es ja auch beim Menschen gibt. Allerdings nicht in der übertragbaren Variante.

"Wissenschaftler will mit Hilfe von Sequenzdaten Zuchtprogramme lenken und vom Aussterben bedrohte Tierarten retten" - die Überschrift war wohl nicht interessant genug. Klar doch. Da regt sich auch niemand drüber auf. Da gibt's womöglich beifälliges Kopfnicken...

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brooklyner 15.08.2009, 20:57
16. das gibt zu denken, aber...

Zitat von Beutz
Können Sie sich vorstellen wie ein Mammut seine eigene Zivilisation wieder aufbaut? Sich vor Ihnen aufbaut und Sie bedenkenlos wegwischt wie der Mensch eine Fliege? Ich schon. Liebe Grüße.
...vielleicht überrascht uns die Mammut-Zivilisation ja durch eine besonders feinsinnige Töpferkunst, ich würde da nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen.

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kleiner-moritz 15.08.2009, 21:04
17. Sinn oder Unsinn

Zitat von GertL
.. ist einfach NICHT möglich. Man braucht dazu etwas mehr als nur die DNS; zum Beispiel eine Mammut-Eizelle und eine Mammut-Leihmutter. Es kann nur ein Elefant-Mammut-Hybrid dabei rauskommen. Abgesehen davon, ist das Mammut ausgestorben, genauso wie mehr als 95% aller Arten, die je existiert haben. Warum sollte es jetzt überleben können? (Außer im Zoo) Warum Gott spielen?
Sollte nicht ein normaler Zellkern reichen, den man in leere Eizelle hinein bekommen muss?

Welchen Sinn die Mammutgeschichte in Zeiten der Klimaerwärmung haben soll, ist nicht klar.

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Websingularität 15.08.2009, 21:26
18. Titel?

Auch wenn's niemanden interessiert was ich denke, ich find's trotzdem gut (sofern das mit dem Klonen tatsächlich funktioniert!).
Erstens ist so ein Mammut eine wahre Bereicherung für meine Speißekarte und Zweitens besteht die Hoffnung, dass mit dieser Technik, durch Routine und Automatisierung, auch die Menschheit irgendwann wiederbelebt werden kann.
Oder man züchtet gänzlich neue Menschen, so ne Art eierlegende Wollmilchsau die garnicht mehr aussieht wie ein Mensch sondern eher wie so'n Alien. Oder gar wie ein ...
Oh man, jetzt fang ich wieder an zu spinnen. Wo hab ich nur meine Medikamente hin?

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mursilli 15.08.2009, 22:30
19. Laborphantasien

Zitat von sysop
Stampfen eines Tages wieder Mammuts durch die Tundra? Der Paläogenetiker Stephan Schuster möchte die Eiszeitriesen per Gentechnik wiederauferstehen lassen. Im Interview erklärt er, wann die Wissenschaft so weit sein wird - und welche anderen Tierarten sie zurückbringen könnte.
Alles Laborphantasien. Aber sie regen natürlich die verrücktesten Gedankenspiele an.
Vielleicht wäre es sinnvoller, mehr für bedrohte Tierarten zu tun, sei es die Berggorillas, den Amurtiger, vor allem Lebensräume zu erhalten.
Sollte die Wissenschaft auf der Bahn fortfahren, könnte man ja auch den Hitler reclonen und ihm dann endlich den längst fälligen Prozeß machen.

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