Forum: Wissenschaft
Klon-Projekt: "In Sibirien ist für Mammuts viel Platz"

Stampfen eines Tages wieder Mammuts durch die Tundra? Der Paläogenetiker Stephan Schuster möchte die Eiszeitriesen per Gentechnik wiederauferstehen lassen. Im Interview erklärt er, wann die Wissenschaft so weit sein wird - und welche anderen Tierarten sie zurückbringen könnte.

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Zephira 16.08.2009, 10:25
30. Danke

Danke Antje Technau. Dieser BILD-Stil ist mir ziemlich übel aufgestoßen. Hat SPON das wirklich nötig?


Zitat von CHANGE-WECHSEL
Wie einer dieser selbst verliebten studierten Gottmenschen.
Wie kommt es, dass ausgerechnet die Kritiker diese Wissenschaftler für "Gottmenschen" halten? Das ist ja genauso schlimm wie bei Obama, der ausschließlich von seinen Gegnern als "Messias" bezeichnet wird. Bitte hören Sie auf, religiöse Wahnvorstellungen auf Menschen zu projizieren. Die transportieren nämlich gleichzeitig extrem fragwürdige Vorstellungen wie "Gott steht über jeder Moral" oder "Der Messias wird uns die Erlösung bringen, wir müssen ihm blindlings folgen".

Gefährlicher als vermeintliche Gottmenschen und Messias sind also ihre Anbeter in Gestalt ihrer Kritiker. Die anderen sehen sie dagegen ironischerweise schlichtweg als normale Menschen. Aufklärung kann helfen.


Zitat von CHANGE-WECHSEL
Es geht alleine nur darum, dass kein Mensch das Recht haben sollte über Tod oder Leben eines Wesens zu entscheiden.
Wie muss ich mir Ihren Alltag vorstellen? Laufen Sie die Straße entlang und machen jeder schwangeren Frau, die Ihnen über den Weg läuft, Vorwürfe ob ihrer Anmaßung, über Tod oder Leben zu entscheiden?

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barlog 16.08.2009, 10:28
31. .

Die Wiederauferstehung von Mammuts erscheint mir wenig sinnvoll.
Viel interessanter ist doch in diesem Zusammenhang die Zucht von kräftigen, aber intellektuell unbelasteten Neandertalern - eine neue, extrem anspruchslose Form von Arbeitnehmern, bei deren Entwicklung man tunlichst darauf achten sollte, daß Gene, die für soziales Verhalten verantwortlich sind (Gruppenbildung > Bildung von Gewerkschaften > Forderungen nach Mindestlohn etc.) deaktiviert werden.
So führt uns die Gentechnik letztlich aus der Wirtschaftskrise und wir haben endlich wieder etwas Geld übrig, z. B. für ein possierliches Gartenmammut !

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dimico 16.08.2009, 11:37
32. Mammuts??? WOW!!!

Zitat von barlog
Die Wiederauferstehung von Mammuts erscheint mir wenig sinnvoll. Viel interessanter ist doch in diesem Zusammenhang die Zucht von kräftigen...!
Hab gerade mal wieder das Computerspiel "Syberia" beendet, - in dem ein alter Mann die Erfüllung seines Lebens im Wiederfinden von Mammuts und seiner Akzeptanz als Herdenmitglied erfährt... (Er reitet mit den Mammuts davon...)

So staunt das Kind in mir: "Mammuts??? Ja! Haben! SOFORT!!!"

Aber ein weiser alter Großvater erzählt mir darauf hin das Märchen (Grimm?) von dem Riesenkind, das eines Tages auf einem Menschen-Acker ein winzig kleines Pferdegespann mit einem niedlichen Bauern darauf sieht und in Entzücken ausbricht.

Es will schon danach greifen, - doch der Riesenvater verbietet es ihm und sagt: "DAS geht nicht, denn dies ist kein SPIELZEUG, sondern ein lebendiges Wesen, das zudem nicht zum Spaß auf dem Acker herumfährt..."

Weiß nicht mehr genau, wie es weiterging...

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Websingularität 16.08.2009, 15:10
33. Säbelzahnkatze

Säbelzahntiger wäre doch auch interessant.
Sofern mich mein 'IceAge'-Halbwissen nicht täuscht, hat diese Katze doch in etwa dem selben Zeitraum gelebt wie die Mammuts und der frühe Mensch, oder?
Aber wahrscheinlich bräuchte man erst ein gut erhaltenes Exemplar davon.

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Antje Technau 16.08.2009, 15:56
34. re:

Zitat von kira-2
Wie kommen Sie darauf, dass Professor Schuster tatsächlich nicht das Klonen von Mammuts befürwortet, sondern lediglich an der Entschlüsselung des Gen-Pools interessiert ist?
indem ich auf seine Webseite gegangen bin (die SPON dankenswerterweise neben dem Artikel verlinkt hat) und nachgesehen habe, was Herr Schuster tatsächlich an Projekten laufen hat.
Und da steht ausschliesslich etwas von einem GENOM-Projekt, mit dem Ziel die EVOLUTION des Elefanten besser zu verstehen.
Auch wenn Sie in die MEDLINE gehen (ein Recherche-Tool für Wissenschaftsartikel), dann werden Sie von Schuster ausschliesslich etwas über Mammut-Genome finden:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez
Zitat von
hat der Spiegel die Aussagen von ihm falsch wiedergegeben?
das könnte ihnen nur der SPON beantworten.
Allerdings passt die Überschrift, Schuster wolle die Mammuts durch Gentechnik wiederauferstehen lassen, nicht zu dem, was Schuster laut seiner Webseite und seinen Publikationen tatsächlich tut: Mammut-DNA sequenzieren.
Zitat von
Denn im Interview gibt er einzelne Aussagen zum Besten, die tatsächlich darauf schließen lassen, dass es nicht nur um ein Genom- sondern um ein Klonprojekt geht:...
so wie ich das sehe, hat Schuster nur den Gedanken aufgenommen, den der SPON-Journalist ihm vorlegte:
Zitat von
Frage: Der Genforscher George Church von der Harvard Medical School behauptet, er könne mit seiner Technik und Ihren Genomdaten ein Mammut klonen. Glauben Sie ihm? Schuster: Ich denke nicht, dass er das hier und heute machen kann.
Alles weitere ist ein weiter-phantasieren, ausgehend von dieser Frage. Dass Schuster dabei nicht dauernd hätte-könnte-wäre vielleicht möglich sagt, liegt daran, dass man das in der gesprochenen Sprache nicht macht.
Ausserdem hat Schuster bereits direkt auf die Frage des SPON-Journalisten gesagt, dass das "hier und heute" nicht möglich sein wird.

Die Gründe dafür hatte ich Ihnen in Beitrag # 12 genannt.

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Antje Technau 16.08.2009, 16:09
35. heiße Story

Zitat von kira-2
Ich habe in einem anderen Zusammenhang auch schon mitbekommen, dass Zeitschriften und Zeitungen nicht immer den genauen Sinn von Projekten wiedergeben, sondern eine etwas verfälschte, reißerische Story daraus machen.
stimmt. Ein schönes Beispiel dafür finden Sie in der FAZ:
Gentechnik: Der aktuelle Katalog der Schöpfung ist da
Hier geht es um einen Kongress der EDGE-Foundation, zu dem diese Wissenschaftler eingeladen hat, um über die *Zukunft zu spekulieren*.
Basierend auf dem, was es heute schon gibt.
Aber dennoch ist das, was diese Top-Wissenschaftler da äussern, pure SCIENCE FICTION.

Der FAZ-Artikel erklärt aber weder, was die EDGE-Foundation ist, noch dass bei diesem Kongress nicht Forschungsprojekte vorgestellt werden, sondern das Blaue vom Himmel herunterphantasiert wird. Science Fiction, eben. Keine aktuell laufende Forschung.

In diesem Kongressbericht finden Sie auch den Namen George Church wieder. Der Mann beschäftigt sich mit synthetischer Biologie. Hier seine Kurzbio auf der Webseite der Edge-Foundation, mit Links zu dem, was Church über Synthetische Biologie zu sagen hat:
http://www.edge.org/3rd_culture/bios/church.html

Und hier ein Link, der Ihnen erklärt, womit George Chrch arbeitet: mit Bakterien. Die er bestimmte Stoffe produziren lässt:
http://www.wired.com/wiredscience/20...cellfactories/
Diese Anwendung der Gentechnik nennt sich seit neuestem "Synthetische Biologie". Allerdings ist sie bis auf die etwas aufwendigeren Apparaturen - immer noch dasselbe, was jedem Biologiestudenten im Studium beigebracht wird. Ganz undramatisch.
Und WEIT davon entfernt, irgendwelche Super-, Hybrid- oder Horrororganismen hervorzubringen.
Zitat von
Aber ist das bei einem Interview ebenfalls so ohne weiteres möglich?
Wenn man aus einem Genom-Projekt ein Klon-Projekt macht und darauf vertraut, dass die Mehrheit der Leserschaft den Unterschied zwischen Science und Science Fiction nicht kennt...

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Antje Technau 16.08.2009, 16:17
36. sinnvoll!

Zitat von CHANGE-WECHSEL
Es wäre sinnvoller und aufwendiger, die jetzt lebenden Tierarten und die Menschen zu beschützen und in Einklang mit der Natur zu bringen. Doch von "sinnvoller" Arbeit hält wohl der durchschnittliche Wissenschaftler nicht viel.
wenn Sie bitte einfach mal meinen Beitrag # 16 nochmal lesen würden
http://forum.spiegel.de/showpost.php...1&postcount=16
Denn genau das, was Sie anfordern, macht Schuster ja.
Mit dem Tasmanischen Teufel, der derzeit an einer übertragbaren Hautkrebsart auszusterben droht.
Das steht sogar im SPON-Artikel, ist aber dank der reisserischen Überschrift völlig untergegangen
(deshalb rege ich mich auch so über den Artikel auf).

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Triceratops 16.08.2009, 16:20
37. Vorsicht Carnivore (nichts fuer Veganer) !!

Warum denn immer die Schiesswuetigkeit der boesen, boesen Jaeger verdammen ?? Die betreiben doch auch nur Selbstverwirklichung. Die Konsequenz aus diesem Hobby ist doch u.U. eine neue kulinarische Erfahrung ersten Ranges (siehe http://alexaundroninaustralien.de/blog/?page_id=37 , ist sehr vielversprechend). Ich stelle mir jetzt schon Johann Lafers mit einer 2m grossen Pfanne vor, in dem er das Mammutsteak schmort. Cheers

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Antje Technau 16.08.2009, 16:37
38. x

Zitat von mursilli
Alles Laborphantasien.
richtig :-)
Zitat von
Aber sie regen natürlich die verrücktesten Gedankenspiele an. Vielleicht wäre es sinnvoller, mehr für bedrohte Tierarten zu tun, sei es die Berggorillas, den Amurtiger, vor allem Lebensräume zu erhalten.
siehe Schusters Projekt zum ERhalt des Tasmanischen Teufels.
Zitat von
Sollte die Wissenschaft auf der Bahn fortfahren, könnte man ja auch den Hitler reclonen und ihm dann endlich den längst fälligen Prozeß machen.
nein.
Denn 1.) gibt's von Hitler keine verwendungsfähige DNA, da dieser sich verbrennen ließ.
und 2.) würden Sie dann nicht Hitler, sondern seinem jüngeren Zwilling den Prozess machen. Und dieser jüngere Zwilling wäre an Hitlers Verbrechen völlig unschuldig
(ich mag Science Fiction-Filme, aber ich finde es schade, wenn diese bei Nicht-Wissenschaftlern völlig falsche Ideen hinterlassen)
3.) verbietet sich angesichts des Leidensweges von Klonschaf Dolly (es starb viel früher als ein normales Schaf, weil es krank und vorgealtert war) Menschen aus Hautzellen oder anderen adulten Zellen zu klonieren.

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citrin 17.08.2009, 20:12
39. Ethik als Leidensgrad

Zitat von Antje Technau
3.) verbietet sich angesichts des Leidensweges von Klonschaf Dolly (es starb viel früher als ein normales Schaf, weil es krank und vorgealtert war) Menschen aus Hautzellen oder anderen adulten Zellen zu klonieren.

Ein bemerkenswerter Schluss:
WEIL Klonschaf Dolly so leiden mußte, verbieten sich solche Verfahren beim Menschen.
Da man - so gesehen - den Fall Dolly als Anfangsschwierigkeit interpretrieren kann, siehe Klonpferd Prometea
http://de.wikipedia.org/wiki/Prometea

und künftige Klontiere möglicherweise weniger leiden zu leiden haben könnten,
verbietet es sich demach beim Menschen dann nicht mehr - so die Konsequenz Ihrer Aussage.



Zitat von Antje Technau
(ich mag Science Fiction-Filme, aber ich finde es schade, wenn diese bei Nicht-Wissenschaftlern völlig falsche Ideen hinterlassen)
Nicht-Wissenschaftler können im allgemeinen besser denken als Wissenschaftler.







Der ethische Faktor den Sie hier ansprechen :
Warum verbietet es sich deswegen beim Menschen

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