Forum: Wissenschaft
Kobaltförderung im Kongo: Hier sterben Menschen für unsere E-Autos
FEDERICO SCOPPA/ AFP

Kinder schleppen Erzkörbe, Bergleute schürfen unter lebensgefährlichen Bedingungen: Kobalt ist unerlässlich für die Produktion von Akkus, der Abbau hoch umstritten. Experten haben nun Minen im Kongo geprüft.

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prevewan 16.10.2019, 16:38
1. Die Sterben uebrigens auch fuer Smartphones

Die Menge an Cobalt in einem Smartphone ist nur unwesentlich geringer als in einem Fahrzeug Akku.
Die Menge an Cobalt ist am geringsten in Tesla Fahrzeugen, die zu 100% aus Cobalt von Glencore gefoerdert werden. Wie die meisten Fahrzeug Batterien.

Tatsaechlich konrolliert Glencore etwa 95% des Weltmarktes fuer Cobalt, nur den im Kongo nicht.
Cobalt aus dem Kongo ist primaer in "Chinaware" zu finden, weniger in KfZ. Aber schone zu sehen das SPON gerne das Geld der VDA nimmt.

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solarmichi 16.10.2019, 16:39
2. für Handys sterben die nicht?

Schade dass wir Deutschen verlernt haben konstruktiv zu denken. Selbstverständlich sind die Arbeitsbedingungen bei der Kobaltgewinnung inakzeptabel. Das gilt dann aber auch für den Handyakku, die Elektrozahnbürste oder alle unseren sonstigen kabellosen Gadgets, die Edelstahlproduktion (die mengenmäßig vermutlich deutlich größer ist). Kobalt gibt es auch aus Kanada, Australien und Russland sowie aus Sambia.
Wir sollten das eine tun (Energiewende, Elektromobilität) ohne das andere (faire Produktions- und Handelsketten, Menschen- und Umweltschutz) zu lassen. Mit dem unqualifizierten relativeren jeder Innovation bleibt es beim "weiter so", das langfristig niemanden nützt. Dem Minenarbeiter wird es bei zunehmender Trockenheit und Hitzerekorde auch nicht besser gehen, von den Opfern der Erdölsucht ganz zu schweigen (z.B. Nigeria)

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engel1978 16.10.2019, 16:39
3. Na toll

Und das fällt erst jetzt auf, nachdem das E-Auto quasi heilig gesprochen wurde? Da sollte man sich als E-Auto-Fahrer ja mehr schämen als mit nem Diesel SUV! Von Seiten der Umweltverbände wurde doch jedes "gesparte" Gramm CO2 beweihräuchert, aber alle Hinweise das dafür Menschen das Material aus irgendwelchen Löchern kratzen müssen hat man sauber ignoriert?

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Ogim 16.10.2019, 16:45
4. Tesla benutzt kein Kobalt aus Kinderarbeit

Die Benutzung von mehreren seltenen Materialien in Batterien von Elektroautos hat die Nachfrage nach diesen während der letzten Jahre drastisch erhöht. Viele Hersteller beziehen dabei ihre Rohstoffe aus Materialen aus konfliktgeplagten Ländern wie dem Kongo, wo die Arbeitsbedingungen bekanntlicherweise schrecklich sind. Ein Bericht von Amnesty International und Afrewatch, der letztes Jahr veröffentlich wurde, prangerte dabei an, dass Autohersteller wie Mercedes, VW und BYD sowie Elektronikriesen wie Apple und Samsung und der Batteriehersteller LG Chem, von dem General Motors und Nissan ihre Batterien beziehen, nicht darauf achten, ob das Kobalt, das sie verwenden, aus Kinderarbeit stammt.

Nicht beschuldigt wurden dabei Tesla und sein Batterielieferant Panasonic. Trotzdem veröffentlichte Tesla diese Woche einen Bericht darüber, wie das Unternehmen am Beispiel von Tantal (dem chemischen Element mit der Ordnungszahl 73) dafür sorgt, dass keiner ihrer 182 Zulieferer (für dieses Element allein!) in keiner der über 3500 Schmelz- und Raffinerieanlagen, die diese betreiben, Kinder arbeiten lässt oder in anderer Weise Menschenrechte verletzt. Das ist ein sehr großer Arbeitsaufwand, aber da Tesla-Gründer Elon Musk die Welt zu einem besseren Ort machen will, hält er es für unverzichtbar, selbst wenn die Firma es auch so schon schwer hat, sich gegen die Konkurrenz und die Verbrenner-Lobby durchzusetzen.

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Patenting 16.10.2019, 16:48
5. Menschen sterben leider auch für unsere Kohle- und Gaskraftwerke!

Die boulevardmäßige Überschrift relativiert sich schnell durch die nachfolgende Aussage des Experten:

"...Großteil des kongolesischen Kobalts wird im industriellen Bergbau gewonnen. Das läuft über verschiedene große, internationale Unternehmen, die sich in der Regel an weltweit geltende Vorschriften halten..."

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grmuc 16.10.2019, 16:49
6. CO Legierungen

Co ist auch in vielen hochfesten Stählen ein Legierungsbestandteil.
Diese kommen in Turboladern, Ventilsitzen, ... vor.
Die Förderung hat komischerweise bei Verbrennern keinen interessiert.

Oliver

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gerand76 16.10.2019, 16:52
7. Hier sterben zu 8% Menschen für unsere E-Autos

Zumindest nach den Zahlen von 2017 (https://www.deutsche-rohstoffagentur.de/DE/Gemeinsames/Produkte/Downloads/DERA_Rohstoffinformationen/rohstoffinformationen-36.pdf?__blob=publicationFile&v=2). Aber macht sich natürlich nicht so schön populistisch reißerisch in der Überschrift, wenn man vielleicht einfach mal schreiben würde "Für Akkus, Stahl und andere Legierungen, Magnete, Farben und Krebstherapie".

Und als nächstes beklagt sich dann der Spiegel, dass wieder alle so einseitig auf den Klimaschutz eindreschen.

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cassandra.randra 16.10.2019, 16:53
8.

...und unsere Handys und unsere Laptops und bei JEDEM Aufbereiten von höherwertigen Kraftstoffen (Benzin, Kerosin, Diesel -> Hydrosulfurierung) und unsere Lacke und unsere Gitarrensaiten und unsere Zahnersatzprodukte und Legierungsbestandteil von unseren Verbrennungsmotoren etc.pp.

Was ein reißerischer Artikel. Pfui! Dann muss die Politik und Gesellschaft nun mal dafür sorgen, dass Abbaubedingungen verbessert werden. Aber mal einfach E-Autos als alleiniges Übel anprangern...

Das meiste Kobalt wird allerdings nicht unter den Bedingungen wie im Kongo abgebaut.

Zudem wird mit Hochdruck daran geforscht, Batterien ohne Kobalt herzustellen (siehe auch https://energyload.eu/stromspeicher/forschung/batterietechnologien-ohne-kobalt/ ).

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lockotron 16.10.2019, 16:55
9.

Kobaltlegierungen werden übrigens auch in Verbrennungsmotoren verbaut. Somit ist dies kein spezifisches Problem für Elektroautos, sondern für Fahrzeuge allgemein.
Man solle nicht glauben, dass man durch den Kauf eines Verbrenners etwas für die Kinder in Kongo tut.

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