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Kosten-Nutzen-Bilanz: Gängige Antidepressiva ums Vielfache überteuert
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Wenn die Experten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit Medikamente bewerten, ist Krach mit der Pharmaindustrie angesagt. Erstmals haben die Prüfer jetzt eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt - bei Mitteln gegen Depression. Das Ergebnis heizt den Streit um Pillen-Preise weiter an.

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zynik 06.12.2012, 16:40
1.

Zitat von sysop
Wenn die Experten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit Medikamente bewerten, ist Krach mit der Pharmaindustrie angesagt. Erstmals haben die Prüfer jetzt eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt - bei Mitteln gegen Depression. Das Ergebnis heizt den Streit um Pillen-Preise weiter an.
Gibt es eigentlich noch irgendeine Branche, die den Verbraucher/Patienten/Kunden/Mieter nicht wie dummes Melkvieh ausnimmt?

Ob so der Segen der Privatisierung aller Lebensbereiche aussieht? Da wird man ja depressiv.

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ukubi 06.12.2012, 17:05
2. Nichts verstanden

Die beiden Präparate Venlafaxin und Mirtazapin sind bereits durch Kassen ausgeschrieben. Da scheint dem SPON und IQWIG wohl einen Gesetzesänderung aus 2006 entgangen zu sein. Nach Aussage der GWQ liegen bei Rabattverträgen die Preise ca. 80% UNTER dem Listenpreis. Wenn bei Venla 42 EUR angemessen wären, dann könnte die Industrie ja die Preise anheben. Wer bestellt eigentlich diese Artikel - die GKV? Oder: Frau Kuhrt könnte ja zur Abwechslung mal unvoreingenommen recherchieren.

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plattenboss 06.12.2012, 17:07
3. Preisentwicklung

Man schaue sich nur die Preisentwicklung von Thyronajod oder Derivate über die Jahrzehnte hinweg an. Die Preissteigerungen dieses simplen Medikaments sind haarsträubend!

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rechtschreibreformreform 06.12.2012, 17:10
4. Logisch:

Zitat von sysop
Wenn die Experten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit Medikamente bewerten, ist Krach mit der Pharmaindustrie angesagt. Erstmals haben die Prüfer jetzt eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt - bei Mitteln gegen Depression. Das Ergebnis heizt den Streit um Pillen-Preise weiter an.
In diesem System regelt maßgeblich die Nachfrage den Preis; So heißt es landläufig. Es heißt auch "Der Markt reguliert..." dieses oder jenes. Nein, es sind immer Menschen, die regeln und regulieren. Und selbst wenn letztlich Computerprogramme so funktionieren, daß man meinen könnte, sie regulieren, stehen stets Menschen dahinter, die die Programme schreiben.
... Noch ...

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gladiator66 06.12.2012, 17:14
5. Überraschung!

Bei jeder Untersuchung der Medikamentenpreise setllt sich heraus: ZU teuer!
Und was passiert: Nichts. Die Pharmas haben eine gute Lobby!

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Sokrates1939 06.12.2012, 17:19
6.

Zitat von sysop
Wenn die Experten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit Medikamente bewerten, ist Krach mit der Pharmaindustrie angesagt. Erstmals haben die Prüfer jetzt eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt - bei Mitteln gegen Depression. Das Ergebnis heizt den Streit um Pillen-Preise weiter an.
Am preisgünstigsten dürften die seit Jahrzehnten bewährten und auch in Risiken und Nebenwirkungen gut dokumentierten trizyklischen Antidepressiva, etwa Amitryptilin oder Doxepin, sein.

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seine_unermesslichkeit 06.12.2012, 17:27
7.

Zitat von gladiator66
Bei jeder Untersuchung der Medikamentenpreise setllt sich heraus: ZU teuer! Und was passiert: Nichts. Die Pharmas haben eine gute Lobby!
Aspirin bekommt man in Amerika extrem billig im Supermarkt. In Deutschland erhält man es maßlos überteuert nur in der Apotheke. Als Grund dafür wird gern angegeben, dass der Käufer dafür ja "beraten" wird. Warum bekomme ich eigentlich nicht auch mein Autobenzin nur in der Apotheke zu kaufen? Ich vermisse nämlich an der Tankstelle die mich schützende Beratung, dass ich es nicht saufen soll!

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karlsiegfried 06.12.2012, 17:41
8. Das Geschäft mit der Angst

Die Pharmaindustrie ist noch schlimmer als die sogenannte Finanzindustrie.

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steiger68 06.12.2012, 17:43
9. Die Abzocke...

...speziell auf dem deutschen Markt ist doch schon seit Jahren ein Streitpunkt mit der Pharmaindustrie. Ich erinnere nur daran dass die erste Amtshandlung Röslers nach seiner Ernennung zum Gesundheitsminister 2009 war den damaligen Leiter des IQWiG, Peter Sawicki, unter fadenscheinigen Gründen aus dem Amt zu jagen weil er der schamlosen Abzocke der Pharmaindustrie einen Riegel vorschieben wollte. Nicht umsonst haben diese Aasgeier über 50 hochbezahlte Lobbyisten in Berlin sitzen um deren Geschäfte zu sichern.
Es kann doch nicht sein dass ein und dasselbe Medikament z.B. in Deutschland teilweise das doppelte und dreifache kostet wie in Portugal oder Spanien. Lediglich der Beipackzettel ist in der jeweilgen Landessprache abgefaßt. Dank unserer wohlgesonnenen ReGIERung ist man in der Lage aus dem üppig gefüllten Topf Gesundheitsfond möglichst viel abzusahnen.
Da ändert auch der fadenscheinige Hinweis auf die angeblich hohen Entwicklungskosten neuer Medikamente nichts an der Tatsache dass solche Preisunterschiede innerhalb Europas völlig ungerechtfertigt sind.
Dazu kommt noch dass vom gleichen Wirkstoff zum Teil drei oder vier verschiedene Hersteller Pillen auf dem Markt haben. Hier liegt meiner Meinung nach eines der Grundübel an den zu hohen Ausgaben im Gesundheitswesen. Es kann doch nicht sein dass in Deutschland mehr als 40.000 Medikamente auf dem Markt sind, in Schweden z.B. die Bevölkerung mit ca. 17.000 Arzneimitteln aber genauso gesund (oder krank) sind wie hierzulande. Hier gehört dringend ausgemistet, aber von der FDP wird da bis zum St. Nimmerleinstag garantiert nichts geändert- ist halt Klientelpolitik!!!

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