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Kosten-Nutzen-Bilanz: Gängige Antidepressiva ums Vielfache überteuert
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Wenn die Experten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit Medikamente bewerten, ist Krach mit der Pharmaindustrie angesagt. Erstmals haben die Prüfer jetzt eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt - bei Mitteln gegen Depression. Das Ergebnis heizt den Streit um Pillen-Preise weiter an.

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sethur 07.12.2012, 09:54
30. leider gängige Praxis

Zitat von amiodaron1
Arbeite als Ärztin in Schweden und stelle seit Jahren immer wieder fest, dass das gleiche Medikament in Deutschland gerne dreimal so viel kostet. In Schweden waren die Apotheken bis vor kurzem Staatseigentum, leider hat man sie jetzt......
Der Grund ist der für Deutschland unglückliche Umstand, dass das Ausland Deutschland es sich bei der Kostenbewertung etwas einfacher macht und zum Teil sagt: der Deutsche Preis - X% ! Logisch, dass die Industrie versucht, den Preis in Deutschland nach oben zu schrauben. Daher finde ich das IQWiG ganz gut... Soll das Ausland doch mal selbst sich die Mühe machen, vernünftig zu bewerten.

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wasnyxq 07.12.2012, 09:58
31.

Zitat von Sokrates1939
Am preisgünstigsten dürften die seit Jahrzehnten bewährten und auch in Risiken und Nebenwirkungen gut dokumentierten trizyklischen Antidepressiva, etwa Amitryptilin oder Doxepin, sein.
Zitat von Sokrates1939
Am preisgünstigsten dürften die seit Jahrzehnten bewährten und auch in Risiken und Nebenwirkungen gut dokumentierten trizyklischen Antidepressiva, etwa Amitryptilin oder Doxepin, sein.
Wenn ich "seit Jahrzehnten bewährt" und Doxepin in einem Satz lese, werde ich ungehalten.

Falls man über die Abgabebeschränkungen von großen Packungen Aspirin oder Paracetamol sinniert, sollte man vorher Doxepin von Markt nehmen. 12 Stunden bis zum Steady-State sind nicht hinnehmbar. 36 Stunden Sperrzeit bis man ohne Kreuz-Nebenwirkung auf andere AD wechseln kann, ebensowenig. Da lebe ich lieber mit dem Brechreiz von Citalopram und kann die Medikation auf die Zeiträume der konkreten Störung reduzieren.

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wasnyxq 07.12.2012, 10:02
32.

Zitat von trallala34
...Oder wir erhöhen bei Bedarf den Krankenkassenbeitrag einfach auf 30, 40 oder 50 % des Bruttogehalts. Das geht natürlich auch.
Studenten auf dem zweiten Bildungsweg, die sich "freiwillig" versichern müssen, zahlen Beiträge in diesen Höhen.

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jgb 07.12.2012, 10:31
33.

Zitat von sethur
Diese zwei Wirkstoffe zu vergleichen ist wie ein Vergleich zwischen Flugzeugen und U-Booten. Das eine ist ein Alkaloid und früher als Lokalanästhetikum benutzter Naturstoff, das andere ein auf die Indikation Depression entwickeltes NDRI, das von den Catecholaminen abgeleitet wurde. Und nun würde ich gerne ein U-Boot kaufen und damit in den Urlaub fliegen...
Beides sind süchtig machende Drogen.
mit der gleichen Wirkung.
Das geben nur die Herren Drogendealer (Psychiater) ungern zu.
Wenn sie aber mal versuchen dieses Dreckszeug abzusetzen, dann merken sie dass sehr schnell was man Ihnen da verpasst hat.

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doubledamage 07.12.2012, 11:12
34. optional

Mal abgesehen von der unbedeutenden Tatsache, dass in D Medikamente eh mit die teuersten in der EU sind -klar, ist riesiger Absatzmarkt im Vgl. zu kleineren Staaten-, so ist es doch nicht verwunderlich, dass die Pharmaindustrie die Preise diktiert. An sich müsste der Staat bei lebenswichtigen Produkten wie Medikamenten die kostengünstige Zugangsmöglichkeiten sichern. Aber warum schreibe ich das Ganze eigentlich...jeder weiss doch um die Macht der Lobby und das jeder Bürger in diesem Land einerseits kostengünstigere Medikamente in anderen Märkten querfinanziert.
Pharmaunternehmen sind keine sozialen Einrichtungen u. wenn der Staat keine Mittel ergreift, ändert sich eben nichts.

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stesch 07.12.2012, 11:29
36. Fehlende Details

Zitat von sysop
Wenn die Experten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit Medikamente bewerten, ist Krach mit der Pharmaindustrie angesagt. Erstmals haben die Prüfer jetzt eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt - bei Mitteln gegen Depression. Das Ergebnis heizt den Streit um Pillen-Preise weiter an.
Wie funktioniert den nun die Kosten-Nutzen-Bilanz des IQWig? Und wieviel ist uns in Deutschland ein Lebensjahr wert?

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Schizo-Gen 07.12.2012, 11:50
37. Na ja...

Zitat von jgb
Beides sind süchtig machende Drogen. mit der gleichen Wirkung. Das geben nur die Herren Drogendealer (Psychiater) ungern zu. Wenn sie aber mal versuchen dieses Dreckszeug abzusetzen, dann merken sie dass sehr schnell was man Ihnen da verpasst hat.
Es ist einfach eine sehr bequeme Art Probleme unwichtiger Menschen zu beseitigen und unter den Teppich zu kehren. Deshalb hilft man sich am besten selbst. Ich weiß nicht ob dieses Gesundheitssystem insgesamt mehr Schaden als Nutzen verursacht. Klar wird vielen geholfen, aber sehr vielen auch geschadet. Es ist einfach eine tolle Branche, in der man nur gewinnen kann. Selbst wenn der Patient krepiert gibt's Geld - Operation gelungen, Patient tot. ;-)
Es hat ja dort selbstverständlich auch gar niemand Interesse an gesunden Menschen. Deshalb wird verwirrt und desinformiert wo es nur geht - 50000 Meinungen zu jedem Thema. Der Mensch ist ein natürliches Wesen und insofern müsste es in der Natur auch alles geben was wir an Heilmitteln brauchen, von mir aus auch Koka-Blätter. Wir haben ja sogar Eiszeiten überlebt ganz ohne Pharmaindustrie... ;-)

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stesch 07.12.2012, 11:54
38. Anarchist im Kleinformat

Zitat von zaphod1965
Mein Leben ist unbegrenzt viele Euro wert. Und wenn mir Hilfe verweigert würde, weil es "sich nicht rechnet", würde ich mir mein Recht auf Leben erkämpfen - mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf Gesetze.
Wie stellen Sie sich "mit allen Mitteln" vor?

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HorstOttokar 07.12.2012, 12:18
39. Generika

Zitat von sengebusch elmi
Es geht um das Medikament: Trevilor (wirkstoff u.a. Venlavaxin) Die Ärztekammer hat meinem Arzt unter "Androhung einer hohen Geldstrafe untersagt, mir dieses Medikament weiterhin zu verschreiben! Das "normale "Venlavaxin" hilft mir überhaupt nicht! Ich muß es seit längere Zeit mit "Privatrezept" selbst bezahlen! Dank dem AOK Gesundheitsnavigator habe ich die Chance den günstigsten Preis festzustellen! Der Preis variirt zwischen "über € 200 / von mir heute bezahlt (nach mal wieder Preis - Reklamation) Der erste Preis ca. € 170 und nach meiner Reklamation ca. € 152
Schauen Sie mal auf die Wirkstoffangabe Ihres Arzneimittels. Trevilor IST das "normale" Venlafaxin. Es ist *derselbe* Wirkstoff, und NUR der (nicht "u.a."). Nur dass Trevilor das teure Originalpräparat des Originalherstellers ist, während die anderen Präparate billigere Generika andere Hersteller sind. Da ist aber exakt dasselbe drin.

Das bedeutet: Jeder von Ihnen wahrgenommene Wirkungsunterschied besteht ausschließlich in Ihrer Fantasie. Placeboeffekte sind sehr mächtig, gerade bei Antidepressiva. Und der Originalhersteller freut sich über treue Selbstzahler wie sie...

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