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Krankenhaushygiene: FDP fordert Standard-Test gegen Klinikkeime

Täglich sterben*Menschen, weil sie sich im Krankhaus*mit tödlichen Keimen infiziert haben.*Die FDP hat jetzt einen Vorschlag zur Eindämmung der Gefahr vorgelegt: Bestimmte Patienten sollen bei einer Einweisung routinemäßig getestet werden.

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Haligalli 21.01.2011, 16:42
1. Wie ernst gemeint ist die FDP-Forderung

Zitat von sysop
Täglich sterben*Menschen, weil sie sich im Krankhaus*mit tödlichen Keimen infiziert haben.*Die FDP hat jetzt einen Vorschlag zur Eindämmung der Gefahr vorgelegt: Bestimmte Patienten sollen bei einer Einweisung routinemäßig getestet werden.
Warten wir mal, ob die FDP einen Gesetzesentwurf zu diesem wichtigen Thema ins Kabinett einbringen wird. Oder ist das wieder einmal nur heiße Luft, mit der ein Arbeits- oder Diskussionsnachweis geliefert wird.
Hier etwas zu tun ist längst überfällig. Immerhin sterben jährlich deutlich mehr als 15.000 Menschen an Krankenhauskeimen.

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hilfloser 21.01.2011, 17:10
2. Die Forderung

wird spätestens dann zurückgenommen wenn sich eine Lobby bildet die das nicht möchte ( Laboratorien und Analyseinstitute). Hat die FDP keine anderen Probleme? Denen nimmt doch niemand mehr irgendeine ernsthafte Einmischung in irgendein Politikfeld ab. Hören sie doch einfach komplett auf Politik machen zu wollen liebe FDP. Dann ist Ihnen und dem Bürger am meisten geholfen!

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Pinguin63 21.01.2011, 17:23
3. bestimmte nicht

Zitat von sysop
Täglich sterben*Menschen, weil sie sich im Krankhaus*mit tödlichen Keimen infiziert haben.*Die FDP hat jetzt einen Vorschlag zur Eindämmung der Gefahr vorgelegt: Bestimmte Patienten sollen bei einer Einweisung routinemäßig getestet werden.
... und Privatpatienten bekommen eine Sonderbehandlung!

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raumzeit3000 21.01.2011, 17:50
4. Wichtiges Thema

Schön, dass sich Politiker auch mal um konkrete Probleme kümmern, die nicht die ganz große Beachtung erfahren.

Ein sehr wichtiges Thema! Danke an die Damen und Herren von der FDP.

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Michael O. 21.01.2011, 17:51
5. Heisse Luft

Zitat von Haligalli
Oder ist das wieder einmal nur heiße Luft, mit der ein Arbeits- oder Diskussionsnachweis geliefert wird.
Es ist heisse Luft. Wo Patienten mangels Personal nicht fachgerecht isoliert werden, nützt auch alles "testen" nichts. Wir testen jetzt schon jede Neuaufnahme auf MRSA...ist nur witzlos, wenn ich danach isolierte Patienten zusammen mit nicht infizierten Patienten unter permanentem Zeitdruck betreuen muss. Und das auf einer Intensiv-Station in einer Klinik mit angeblicher "Maximalversorgung"...arm !

Und das weiss auch die FDP ganz genau...

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hansulrich47 21.01.2011, 17:57
6. Es ist einfach, aber nicht unbedingt erwünscht

Nicht bestimmte Patienten, ALLE Patienten müssen getestet werden. Leider verdienen die Krankenhäuser gut an einer z. B. staphylococcus aureus Infektion. Der Patient bleibt lange, wird teuer versorgt, muß vielleicht Amputation bekommen. Da ist es nicht so attraktiv, durch mehr Vorsorge solche Infektionen zu vermeiden. Leider.
In Holland geht das schon lange, hier nicht.

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jackrum 21.01.2011, 17:58
7. ...

Das iss aber mal so richtig innovativ von unserer Fortschrittspartei!
Jede zweite Klinik im Anschlussbereich (Reha etc.) verlangt doch schon längst vor der Übernahme des Patienten einen MRSA-Test...

Die Niederländer machen das seit Jahren.

Die Erkenntnis, dass diese Maßnahme sinnvoll ist, ist auch nicht neu.

Das löst aber alles das strukturelle Problem nicht: Eine Abteilung die nicht die baulichen Voraussetzungen (geschweige denn die nötigen zusätzlichen Kapazitäten) zur Isolation hat, wird niemals vernünftig isolieren können.

Erst wenn die Schadensersatzforderungen von Patienten oder Krankenkassen mehr kosten als eine brauchbare Isolation (und Therapie), erst dann wird sich was ändern.

Insofern ist der Vorschlag allerdings wenigstens von der richtigen Partei....denn wer rüstet denn die Krankenhäuser aus und liefert die Medikamente? ;)

J.

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weltbetrachter 22.01.2011, 12:42
8. Risikogruppen definieren

Da werden dann möglicherweise wohl wieder die "üblichen" Risikogruppen festgestellt. Homosexuelle, Fixer usw. usw. usw.

Also werden die Fragebögen bei der Krankenhauseinweisung um die Details nach der "sexuellen Ausrichtung" ergänzt um so eine erneute Stigmatisierung vorzunehmen.

Das verträgt sich nicht wirklich mit dem Grundgesetz.

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Ghostwriter2020 22.01.2011, 14:23
9. ...

@Weltbetrachter:
Das ist nun wirklich völliger Unsinn. Die Besiedelung mit resistenten Keimen hat nun rein gar nichts mit den Risikogruppen für HIV oder Hepatitis C zu tun.

Und ja, wenn ich einen Junkie betreuen muss, habe ich definitiv mehr Angst vor HIV und Hep C als bei Oma Müller. Obwohl man das bei niemandem ausschließen darf und sich entsprechend verhalten muss - und das trifft wiederum auch für Krankenhauskeime zu!

Zu dem Thema: Ich arbeite seit über 5 Jahren im Gesundheitsbereich. Der Fehler liegt hier beim Personal, von der Putzfrau über die Pflegekräfte bis zum Chefarzt, die Hygienemaßnahmen missachten und von denen man belächelt wird, wenn man gründlich arbeitet, sich häufig die Hände desinfiziert und sich Gedanken über ordentliche Isolation macht.
Die hygienischen Möglichkeiten sind bei uns im Haus definitiv gegeben und werden mit viel Geld dahinter eingesetzt. Das Personal setzt sie nur nicht um.

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