Forum: Wissenschaft
Krawalle in Chemnitz: Wie man Nazis erkennt
DPA

Offenbar haben manche Ostdeutsche, aber auch einige westdeutsche Journalisten, Schwierigkeiten, Nazis zu erkennen und einzuordnen. Hier ein paar einfache Tipps.

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m.peeperkorn 02.09.2018, 13:46
180. Schon krass zu lesen, wie...

... eine polemische Vereinfachung hier vielen Kommentatoren einen Lustgewinn beschert. Die Realität ist leider komplexer und somit auch die Lösungen, die man braucht. Das sollte man nicht vergessen, bevor man jeden rechten Wutbürger zum Nazi hochstilisiert. In der Realität brauchen wir einen Dialog mit allen Betroffenen, außer mit Nazis. Allein deswegen bin ich persönlich vorsichtig die Bezeichnung “Nazi” wie Brötchen und ohne Nachdenken zu verteilen.

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a.usemann 02.09.2018, 13:46
181. Bravo!

Sollte ausgedruckt und verteilt werden.
Danke dafür!

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zehn25 02.09.2018, 13:48
182.

Lieber Spiegel, ich lese seit geraumer Zeit eure Artikel sehr gerne, da sie Tiefgang besitzen, sowie inhaltlich meist gut zu lesen waren. Seit einiger Zeit muss ich jedoch mit erschrecken feststellen, dass eure Artikel immer dumpfer werden und noch dazu Öl ins Feuer gießen. Diese 10000 Tausend Menschen die ihr als Nazis paschalt verurteilt habt....eine Art stigmatisierung zwischen gut und Böse....ist das nicht bissle flach? was denkt ihr überhaupt wer diese Menschen sind? das personalisierte Böse? allesamt? Eure Berichterstattung ist mittlerweile so einseitig und dazu noch teils Hetzend ohne die Ursachen mal nachzufragen....verdammt ihr seid ein Leitmedium hier in Deutschland...bitte werdet wieder eure Verantwortung bewusst! Ich bin kein Schreiber selber ein Migrant und schaue alles nur als Außenstehender mir an. LG

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kajoter 02.09.2018, 13:50
183. @ #18

Zitat von 7131972445694
Ein nicht gerade zielführender Kommentar, ironisch-überheblich mit diesem Thema umzugehen. Zumal wenn man schon offensichtlich daran scheitert, was Nationalsozialisten waren. Denn aktuell dürfte es maximal die Ausprägung Neo-Nazi geben, deren Ziele allenfalls ähnlich zu den "orignalen Nazis" sind. In jedem Fall interessant zu sehen, dass derlei Rhetorik offensichtlich in diese Richtung sehr wohl gelitten ist, wenn man aber ironisch-fatalistisch über die "Bereicherungen" durch "Neubürger" schreibt, bückt sich der geneigte Linksbewegte ziemlich schnell nach der Keule.
Sie finden also den Ton des Kommentars nicht angemessen. Ich dagegen teile ihn vollstädig. Warum?
Weil ich die Fama vom "besorgten Bürger" nicht mehr lesen oder hören kann. Das beszieht sich auch auf das Grölen von "wir sind das Volk", "Lügenpresse" und das permanente Pöbeln "gegen die da oben". Es hängt mir zum Hals heraus und ich kann es allmählich nicht mehr ernst nehmen. Denn anstatt etwas Konstruktives zu unternehmen, bleibt es halt beim destruktiven Pöbeln. Und wie reagiert ein Mensch, der trotz fehlender Substanz immer und immer wieder mit dem gleichen, verbalen Unrat konfrontiert wird? Richtig - mit Ironie, mit Galgenhumor oder mit irgendetwas, das die Absurdität der gesamten Geschichte verdeutlicht. Wie eben dieser Kommentar.

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thrlll 02.09.2018, 13:50
184.

Zitat von hegri
Peter Lustig erklärt uns, woran man Nazis erkennt. Wenn‘s doch nur do einfach wäre.
Mit dieser "Anleitung" erkennt man sicher nicht alle Nazis und ihre Mitläufer.

Aber wenn man des im Artikel Beschriebenen gewahr wird, kann man sich nicht rausreden. Und das tun offenbar nicht ganz wenige.

Großartiger Text!

Außer natürlich, man ist ein "Ich bin ja kein Nazi, aber"-Nazi, dann fühlt man sich jetzt vielleicht unangenehm ertappt, weil es ja eigentlich sehr einfach ist, Nazis und Mitläuferei zu erkennen. Und wer kriegt schon gern gesagt, dass man entweder böse oder blöd ist, wenn es so einfach wäre, weder böse noch blöd zu sein.

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markus.knecht 02.09.2018, 13:51
185. Klasse

Tolle Kolumne, dazu empfehle ich ein Lied der Band Saltatio Mortis: Besorgter Bürger
Ob es reicht, die Schafe aufzuwecken?

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sven2016 02.09.2018, 13:51
186.

„Wenn Sie ... Hitlergruß sehen..., informieren Sie die Polizei“.

Nett gesagt, aber im Moment könnte man glauben, dass man dann gerade einem Bundespolizisten oder LKA-Mann zugesehen hat. Dann einen Polizisten darauf hinzuweisen, erscheint kontraproduktiv.

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drod 02.09.2018, 13:52
187.

Zitat von BahnCard50
Was für eine scheußliche Ansammlung von Plattitüden. Nazis erkennt man am Hitlergruß. Nein. Tatsächlich. Kann denn nicht endlich mal jemand ergründen, was die mehreren tausend Leute, die nicht -- oder zumindest nicht so klar wie hier beschrieben erkennbar -- Nazis oder "stramm rechts" waren, am Letzten Wochenende auf die Straße getrieben hat. Bei den, zumindest mitlaufenden Nazis und den Gegendemonstranten scheint die Motivation ja klar, aber bei den - je nach Quelle - 8.000 bis 10.000 Menschen dürften etliche dabei gewesen sein, die nicht in diese Kategorien fallen und über die und deren Beweggründe habe ich kaum etwas gelesen. Die Teilnehmerzahl entspricht immerhin rund 5% der Gesamtbevölkerung. Statt über sie herzuziehen, sollte man mit denen vielleicht mal reden.
Was Sie nicht bemerkt haben: um die Motive der Mitlaufenden Wir-sind-keine-Nazis-aber...-Personen geht es hier gar nicht. Es geht viel mehr darum, dass jeder, der für sein möglicherweise noch so berechtigtes Anliegen mit Nazis durch die Straßen läuft, sich selbst und sein Anliegen vollständig diskreditiert.
Was genau ist schwer daran, für sein berechtigtes Anliegen auf die Straße zu gehen und gleichzeitig den Nazis, den Höckes und anderen Zombies klar zu machen, dass man mit ihnen nichts zu tun haben will? Damit würde man nciht nur seinem Anliegen einen großen Legitimitätsschub verleihen, sondern auch das Ansehen seiner Heimat enorm steigern.

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heiko1977 02.09.2018, 13:53
188.

Zitat von Objectives
sind das Problem. Die gab es schließlich in geringer Anzahl schon immer. Problematisch sind die Menschen, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlen und sich dann den demokratischen Rändern zuwenden. Dieses Problem kann aber nur die Politik selbst lösen, z.B. indem sie den wohlgepriesenen Rechtsstaat endlich mal an allen Stellen konsequent durchsetzt.
Das ist doch Unfug. Wo hat die Politik die Menschen im Stich gelassen? Die Menschen haben die Parteien gewählt. Das die Menschen die Parteien gewählt haben, die in ihrem Parteiprogramm einen Abbau des Sozialstaates und die Privatisierung drinstehen hatten, ist nicht das Problem der Parteien sondern ihrer Wähler. Es ist ja nicht so, dass wir in Deutschland keine ausreichende Wahlmöglichkeiten haben. Warum also haben die Menschen, die sich nun im "Stich" gelassen fühlten nicht Parteien gewählt, die eine andere sozialere Politik vertreten? Das müssen die Wähler für sich beantworten und da wird wohl Habgier und Dummheit und Verbohrtheit wesentliche Aspekte einer Antwort sein. Sich aber nun darüber Beschweren "die Politik" hätte einen "im Stich" gelassen und dies auch noch als Ausrede für das Kuscheln mit Rassisten und Faschisten an zuführen ist verlogen und heuchlerisch.

Gerade die Pegidisten, Faschisten und Rassisten profitieren vom Rechtsstaat. Permanent wird bei rechten Verbrechen schön weggeschaut oder in der Statistik geschönt, da wird die Körperverletzung eines Rasisten, der "Ausländer raus" ruft und einen Ausländer zusammen schlägt, schnell zu einer Körperverletzung unter Alkoholeinfluss statt mit rassistischem Bezug. Seit jeher schaut die Polizei bei Zeigen von Verfassungsfeindlichen Zeichen in der rechten Szene bei Demonstrationen demonstrative in die andere Richtung. Auch bei Brandstiftung, Anschläge etc. kommen Rechte immer bei Gericht sehr gut weg.

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Oli-offen,liberal,inform. 02.09.2018, 13:57
189. @Wagner Carsten

Wer den Ultrarechten, um das N-Wort mal zu vermeiden, "einfach nur" eine im demokratischen Sinne abweichende Meinung unterstellt, der hat wirklich nichts verstanden, um nicht zu sagen, redet Nazis das Wort.
In Bayern und dem, bedauerlicherweise dort Wahlkampf betreibenden, Bundesinnenminister kann man sehr deutlich sehen, daß es sehr wohl eine politische Debatte und einen Diskurs gibt.
Worum es hier geht, ist nicht das demokratische Grundrecht, seine abweichende demonstrieren zu dürfen!
Es ist der völlig abweichende Werterahmen, um nicht zu sagen, das Verbrüdern mit und Unterstützen von Menschen, deren moralischer Richtzeiger in eine gänzlich andere Richtung zeigt - freundlich formuliert.
Weniger freundlich formuliert: Diese Leute sind eine Gefahr für dieses Land und die Mehrheit der Menschen, die hierin leben.
Daß es erwiesenermaßen (ZDF Recherchen, BND-Warnungen) just aus diesem Grunde auch zB starke Unterstützung und Finanzierung von außen gibt, steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt, sollte aber auch so manchem Ultrapatrioten zu denken geben...

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