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Krebsklinik-Skandal in Marburg: Lebensretter ohne Chance
Siemens

Für mehr als 100 Millionen Euro ist an der Marburger Uniklinik ein Zentrum für innovative Krebstherapie aufgebaut worden - doch die Ionenstrahl-Kanone, Kernstück der Anlage, wird gar nicht genutzt. Zu teuer, sagt der private Betreiber. Jetzt droht der Skandalfall zu eskalieren.

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SpitzensteuersatzZahler 21.09.2012, 12:35
150.

Zitat von poetdale
Der hätte sicherlich schon im Vorfeld das ganze Projekt als unwirtschaftlich gebrandmarkt. Krankheit ist eben eine Strafe für die Schwachen. Wenn sich die Behandlung volkswirtschaftlich nicht lohnt, wird ein sozialverträgliches Ableben erwartet. Das Recht auf Leben und Gesundheit wird dem ökonomischen Prinzip und der Beibehaltung des niedrigen Arbeitgeberanteils zu Krankenkasse untergeordnet. Solidarisch ist man allenfalls mit den Banken oder mittels Abwrackprämie mit den Autoherstellern. Die kranken zwar auch an einbrechenden Gewinnen, die passende Medizin steht in Form von steuerlicher Umverteilung und sozialem Kahlschlag immer bereit.
Ich weiß garnicht was Sie wollen. In so ziemlich keinem anderen Land auf der Welt, hat ein Normalsterblicher überhaupt die CHANCE auf eine derart wegweisende Behandlung. Fast überall, weil es die Geräte vielleicht in 3 Ländern gibt und dort dann nicht, weil die "normalen" Leute sich das nicht leisten können.

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felsen2000 21.09.2012, 12:55
151. Auch wenn das niemand hören will...

...aber es liegt in der Natur der Sache, dass die technischen Möglichkeiten medizinischer Versorgung schon jetzt die ökonomischen Möglichkeiten weit übersteigen. Seit Jahrzehnten explodieren die Kosten für das Gesundheitswesen in Deutschland und ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht.

Und es sind, seht das doch endlich mal ein, nicht die Kosten für die Unfall- und Regelversorgung. Die Kosten explodieren im Bereich Apparatemedizin, experimentelle Medizin, Lebensverlängerung und Pflege. Auf Deutsch, damit es auch der letzte begreift: wir können inzwischen auch noch Fälle am Leben behalten und behandeln, die vor 20 Jahren als hoffungslose Fälle galten. Aber alls das kostet und zwar MILLIARDEN. Es gibt Patientengruppen, zum Beispiel in Bereichen wie der Krebstherapie, bei Unverträglichkeitsymptomen und ähnlich komplizierten, multikausalen Krankheitsbildern, da kostet jeder Patient pro Jahr die Krankenkasse eine Million und mehr.

Nun wünsche ich weiß Gott jedem Menschen ein langes Leben. Aber der klare Menschenverstand rechnet uns vor, dass diese Kostenexplosion auf Dauer schlicht nicht zu finanzieren ist. Denn eins ist klar: mehr geht (technisch) immer. Es gibt immer noch Menschen, die an Herzinfarkten sterben - die man retten könnte, wenn man jeden Risikopatienten mit einer mobilen Überwachung des Herzrythmus ausstatten und an eine automatische Notrufzentrale anbinden würde. Geht alles. Kostet aber Milliarden.

Und so findet immer wieder Bereiche, in denen ein paar Menschenleben retten könnte oder das Leben um noch ein paar Monate verlängern könnte - wenn, ja wenn man nur noch ein paar Milliarden ausgeben würde.

Damit ist aber auch klar, dass es schon lange eine 2-Klassenmedizin gibt: denn wer genug Privatvermögen hat, das selbst zu bezahlen... einzige Möglichkeit, aus dieser Situation zu entkommen wäre, denn reicheren Menschen die Behandlung zu VERBIETEN - im Sinne von: was wir nicht kriegen können, dürft ihr auch nicht haben.

Ich bin sicher, in Deutschland wird man für eine solche Neiddebatte genügend Anhänger finden. Also macht mal.

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Waffelbäcker 21.09.2012, 13:28
152. Gewebe "merkt" sich Strahlung

Zitat von Papa_Oystein
Der Therapieerfolg war ein relativer; ja, die Rezidive wurden allem anschein nach vom weiteren Wachstum abgehalten, aber es bildeten sich zügig weitere Rezidive. Nun sind die Strahlendosen auch dieser Behandlungsform sehr erheblich, und es gibt ein Limit dessen, was ein Organ überhaupt verträgt in der Summe aller Behandlungen, und dieses Limit war dann schon ausgeschöpft, vielleicht sogar überschritten, denn meine Freundin litt in den 3 Monaten vor dem neuerlichen Rezidiv ärger an den Strahlungsfolgen als gut 2 Jahre zuvor an herkömmlicher Röntgenstrahlung. Insofern war ist das Versprechen der Strahlenärtzte, Partikelstrahlung würde gesundes Gewebe weniger beanspruchen, nur relativ zutreffend.
Erst mal vielen Dank für den Beitrag! Bezüglich der Nebenwirkungen bei der Partikeltherapie möchte ich anmerken: Es kommt natürlich darauf an, ob dieselbe Region bestrahlt worden ist, wie vorher bei der Röntgentherapie. Denn Gewebe "merkt" sich die Bestrahlung. Jahrzehntelang. Denselben Bereich erneut zu bestrahlen ist daher immer sehr heikel, denn in der ersten Bestrahlung ist man ja in der Regel bereits an die Grenzen der Belastung des gesunden Gewebes gegangen. Muss man jetzt erneut bestrahlen, hat man an sich von vornherein Null Spielraum, denn was jetzt im gesunden Gewebe ankommt, muss man bezüglich der Strahlenschäden auf vorherige Bestrahlungen aufaddieren. Gerade in solchen Fälle greift man ja deshalb zur Partikeltherapie, weil man da einfach die Belastung im gesunden Gewebe deutlich einschränken kann und so überhaupt noch einmal bestrahlen kann. Selbst wenn man 80% der Strahlendosis im Gesunden einsparen kann, reichen die 20% dann aufgrund der Vorbelastung schon aus, um evtl. schlimmere Nebenwirkungen zu verursachen, als vorherige Bestrahlungen.

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Waffelbäcker 21.09.2012, 13:35
153. Böse Privatklinik

Zitat von BettyB.
Eigentlich werfen die Leute doch immer dem Staat vor, Geld zu verschwenden. Hier hat die Privatisierung mal Kapriolen geschlagen... So ist es nun einmal: Fehlplanung überall, gesprochen wird zumeist aber nur darüber, wenn es den Staat betrifft oder er wenigstens formal beteiligt is...
Das ist aber doch auch gut so. Wenn Firma XY aufgrund von Fehlplanungen Millionen verschwendet, interessiert das - bis auf die Mitarbeiter und ihre Familien - nicht wirklich. Staatliche Projekte werden aber aus unser aller Steuergelder bezahlt.

Zitat von Highfreq
....ist eben nicht mehr viel wert. Hauptsache die Kasse stimmt, solche Unternehmen gehören mitsamt ihrer Vorstände an den Pranger gestellt, damit jeder weiß was für Abschaum das ist.
Naja...:

Zitat von rbsch
Komisch, in München funktioniert das in einer privaten Klinik. Die Rienecker Klink arbeitet zwar nur mit Protonen, diese sind aber von der Stopenergie und den dabei entstehenden Sekundärteilchen den Ionenstrahlen vorzuziehen. Kosten sind auch um die 20000 Euro, die Krankenkassen übernehmen es meistens, vor allem die gesetzlichen, die privaten scheuen sich oftmals davor. Mein Eindruck ist, dass die Anlage nicht wirklich kommerziell erfolgreich arbeiten kann, aber dass Prof Rienecker das als Hobby quasi nebenbei noch finanziert.
Das kann nämlich auch raus kommen, wenn etwas privatwirtschaftlich finanziert wird.

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nbaer 21.09.2012, 13:38
154. 20.000,- € für eine Heilung sind preiswert!

Eine meist nur minimal lebensverlängernde Chemotherapie mit längerem stationären Aufenthalt kostet häufig ein Mehrfaches!

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Waffelbäcker 21.09.2012, 13:50
155. Alte reiche Männer mit Prostata-Tumor

Zitat von Euclid
Loma Linda in Kalifornien ist das älteste Zentrum mit der meisten Erfahrung des technischen Personals und Ärzte. Pro Tag werden etwa 150 Patienten in 4 Stationen behandelt. Eine Behandlung von Prostatakrebs erstreckt sich auf etwa 2 Monate und umfasst 45 Bestrahlungen von je etwa 40 Sekunden. Einschließlich Vorbereitungs- und Wartezeit kommt man 10 bis 15 Minuten. Etwa 90% der Patienten kommen von allen Teilen der USA und Ausland einschließlich Deutschland, und müssen für die 2 Monate untergebracht werden in Privathäuser, Studentenhäusern, Appartements, und Hotels wofür der Patient selbst aufkommen muss...
Warum funktioniert das in den USA? Folgefrage: Warum werden dort Prostaten bestrahlt?

Prostatakrebs gehört zu den am einfachsten behandelbaren Krebserkrankungen und hat eine enorm hohe Heilungschance, bereits mit konventionellen Techniken. Aber wer erkrankt an Prostatakrebs? Ältere Männer. Und wer hat viel Geld, um sich die teuersten Behandlungen leisten zu können? Ältere Männer. Was bietet man also an, wenn man kommerziell erfolgreich Partikeltherapie betreiben will? Genau: Prostatabestrahlungen.

Dabei ist Partikelbestrahlung bei der Prostata wie Perlen vor die Säue werfen. Und zwar nicht nur, da sich Prostatakrebs auch wunderbar mit einfacheren Mitteln behandeln lässt, sondern auch weil Prostatatumore wohl die schlechteste Indikation für Partikeltherapie ist.

Bei der Partikeltherapie wird die Strahlenwirkung in einem sehr kleinen Bereich deponiert. Auf dem Weg der Protonen (oder auch Schwerionen) durch den Körper wird sehr wenig Energie abgegeben, am Ende des Weges aber plötzlich fast die gesamte Energie (Google -> Bragg-Peak). Aufgrund dieser hohen Präzision gibt es aber auch sehr hohe Unsicherheiten, die daher rühren, dass unterschiedliches Gewebe unterschliedliche Reichweiten zur Folge hat.

Ein kleines bisschen Luft im Körper, zwei Kilo Gewichtsverlust und der Patient liegt 0,5 cm anders auf dem Behandlungstisch, und schon wird die ganze Energie statt im Prostatatumor in der Rektumwand abgegeben. Bei herkömmlicher Photonenstrahlung ergibt sich dieses Problem kaum, aber bei Partikelstrahlung wird dies zur Zeit vielfach diskutiert. Und hier ist eben gerade die Prostata, wo schon im wahrsten Sinne des Wortes jeder Pups eine Auswirkung auf die Lage der Organe hat, neben der Lunge das am schlechtesten für die Partikeltherapie geeignetste Organ.

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Euclid 21.09.2012, 16:04
156. minphuk 137

Zitat von sysop
Für mehr als 100 Millionen Euro ist an der Marburger Uniklinik ein Zentrum für innovative Krebstherapie aufgebaut worden - doch die Ionenstrahl-Kanone, Kernstück der Anlage, wird gar nicht genutzt. Zu teuer, sagt der private Betreiber. Jetzt droht der Skandalfall zu eskalieren.
Ab"...sondern ..." stimme ich ihnen uneingeschraenkt zu. Euclid

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worcchel 22.09.2012, 22:53
157. danke...

danke staat für die privatisierung auf meine/unsere gesundheit !

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chriziii 23.09.2012, 17:15
158.

hallo erstma,

ich leide bereits seit 1 1/2 jahre an einem glioblastom. nach meiner 2. op wurde er zwar komplett entfernt, das heisst allerdings nicht, das es wieder rezidiv wird. wurde 6 wochen bestrahlt chemotherapie. naja die angst ist halt da und wenn von neuen therapien gesprochen wird und die wohl ziemlich erfolgreich sein sollen. ist das ein hoffnungs schimmer für mich und für andere. würden die geld geilen säcke ma in einer strahlen klinik gehen und sehen was da abgeht. kleine kinder mit ausgefallenen haaren und mit riesen narben auf den kopf. sowas tut echt in der seele weh.... und dann ist das zu teuer,aber man kann den griechen mehrere millarden € geben...... naja scheisspack

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dungala 03.10.2012, 14:46
159. mamiko7

Wir haben ein großes Problem und vielleicht können Sie uns helfen.
Wir haben einen sehr guten Freund in Georgien der Prostata Krebs hat.
Leider gibt es in Georgien kein so gutes Versicherungssystem wie bei uns.
Seit 6 Monaten kriegt er Chemotherapie, das er alles von seinem Geld bezahlt hat, oder Freunde haben es Ihm gegeben.
Jetzt ist kein Geld mehr da.
Jetzt braucht er ein Medikament, das es nicht in Georgien gibt.
Dieses Medikament heißt Zytiga und kostet 5.400 Euro (120 Tabletten Tagesbedarf=4 Tabletten).
Ohne dieses Medikament wird er sterben.
Seit 1 Woche versuchen wir Hilfe zu finden für unseren Freund, aber keine Organisation kann uns helfen, weil unser Freund wohnt in Georgien. Alle Organisationen können nur gemeinnützigen Projekten helfen. Einzelne Personen können dabei nicht berücksichtigt werden. Es tut uns sehr leid. aber jeder muss denken, dass er auch mal Hilfe brauchen könnte. Erst dann werden sie sehen, ob sie richtig entschieden haben. Wenn eine Katze auf dem Baum sitzt, kommt die Feuerwehr zu Hilfe. Diese Einsatz kostet viel Geld. Wenn ein Mensch zum Leben Tabletten braucht, ist das zu teuer.
Falls Sie helfen können, oder Rückfragen haben, können Sie uns unter der Telefonnummer 0163 77 22 485 anrufen.

Bitte helft uns
Vielen Dank

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